Schweiz
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600'000 Personen leben in Armut – ohne soziale Unterstützung wären es doppelt so viele



Fast 600'000 Menschen leben in der Schweiz in Armut. Ohne soziale Unterstützung durch staatliche oder private Institutionen wären es mehr als doppelt so viele.

Das Bundesamt für Statistik (BFS) hat errechnet, welcher Anteil der Bevölkerung von Armut betroffen wäre, wenn ausser der AHV keine weiteren Sozialleistungen ausgerichtet würden. 2015 wären es 15.9 Prozent oder knapp 1.3 Millionen Personen gewesen, wie das BFS am Dienstag mitteilte.

Demgegenüber lag die reguläre Armutsquote mit 7 Prozent oder rund 570‘000 Personen weniger als halb so hoch. Sie schliesst beim Einkommen auch alle weiteren sogenannten Sozialtransfers wie Familienzulagen, Invaliditätsrenten, Prämienverbilligungen, die eigentliche Sozialhilfe oder Arbeitslosengeld ein.

Besonders bei Paaren mit Kindern unter drei Jahren oder drei und mehr Kindern lindern diese Beihilfen die Not. Ohne Stütze wären sie mit mit Quoten von über 18 Prozent mehr als doppelt so häufig arm wie Paarhaushalte ohne Kinder (7.7 Prozent). Effektiv liegen die Armutsquoten bei beiden Haushaltstypen unter 4 Prozent.

Risikogruppen bleiben die selben

Auch bei Personen in Einelternhaushalten, bei Erwerbslosen und bei ausländischen Staatsangehörigen wird die Armutsquote durch die Sozialtransfers stark reduziert. Diese Gruppen sind jedoch auch nach den Transfers deutlich häufiger von Armut betroffen als die Gesamtbevölkerung.

Als arm gilt, wer unter die Armutsgrenze fällt und nicht über das Geld verfügt, um ein menschenwürdiges und sozial integriertes Leben zu führen. 2015 betrug diese Schwelle im Schnitt 2239 Franken pro Monat für eine Einzelperson und 3984 Franken für zwei Erwachsene mit zwei Kindern. (sda)

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32Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Schneider Alex 18.10.2017 06:55
    Highlight Highlight Die in der freien Marktwirtschaft tätigen Unternehmen müssen Arbeitsplätze mit existenzsichernden Löhnen anbieten. Dazu müssen regional differenzierte Mindestlöhne festgesetzt werden.
    Wenn die freie Marktwirtschaft nicht fähig ist, genug existenzsichernde Arbeitsplätze zu kreieren, muss der Staat (Bund, Kantone oder Gemeinden) solche schaffen. Sinnvolle Arbeiten im öffentlichen Interesse gibt es genug in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Sicherheit, Umwelt- und Naturschutz, die einen existenzsichernden Lohn verdienen. Der Staat muss dafür einen sekundären Arbeitsmarkt aufbauen.
  • zialo 17.10.2017 23:11
    Highlight Highlight Seltsam wie in theoretischen Abhandlung zu Armut sowohl bei den SKOS Papieren (skos.ch) wie auch beim BFS man die monetären Armutsindikatoren der EU nicht kennen will. Im Dezember 2001 hat die EU in Laeken drei zentrale Begriffe operationalisiert, von denen die Schweiz nach sechzehn Jahre
    zwei 'nachgebaut' hat. Ein Armutszeugnis für unserer Armutsforschung.
  • Wehrli 17.10.2017 21:32
    Highlight Highlight Also alle Studenten sind in Armut? Ach sind das arme Dinger ...
    • zialo 18.10.2017 10:18
      Highlight Highlight Klar gibt es Studenten, die von Eltern getrennt leben, mit weniger als 1080 CHF haushalten und davon noch Studiengebühren, Exkursionen und Bücher bezahlen müssen (BFS Schwelle wobei Wohnung und Krankenkasse exklusiv ist).

      Aber niemand, der von Armutbetroffen ist, wird darüber berichten. Auch ein armer Student will kein verspottetes 'armes Ding' sein.
  • häfi der Spinat 17.10.2017 13:45
    Highlight Highlight "Als arm gilt, wer unter die Armutsgrenze fällt und nicht über das Geld verfügt, um ein menschenwürdiges und sozial integriertes Leben zu führen"

    Und was eigentlich ist Armut?

    Dieser verschwurbelte Satz zeigt, wie versucht wird, in einem Land in dem die Armut besiegt wurde, den Begriff neu zu interpretiern und auszudehnen.
    Die Sozialindustrie lässt grüssen
    • Christian Mueller (1) 17.10.2017 14:22
      Highlight Highlight Weiterlesen nicht vergessen: 2015 betrug diese Schwelle im Schnitt 2239 Franken pro Monat für eine Einzelperson und 3984 Franken für zwei Erwachsene mit zwei Kindern.

      Wie viel verdienen Sie, Häfi?
    • häfi der Spinat 17.10.2017 15:00
      Highlight Highlight Müller
      Ich verdiene mehr.
      Eine gute Freundin von mir, zog ohne jegliche Hilfe ein Kind auf mit nicht einmal 1500 Stutz! Und lebt jetzt weiter mit nicht einmal diesem Betrag.
      Und sie nimmt teil am soz. Leben und beklagt sich auch nicht, sie sei Arm!
      4000 Stutz für eine Familie ist NICHT arm!
      Arm wäre, wenn die Leute nicht,s zu Essen haben.
      Sonst gehen sie nur mal in, s umliegende Ausland und schauen sich mal den soz. Ansatz an!
    • Christian Mueller (1) 17.10.2017 16:03
      Highlight Highlight Brav. Sie sollten trotzdem nicht unterschlagen, dass die Armutsgrenze klar definiert wurde. ich lebe auch mit 1500 und reklamiere nicht. Aber auch Ihre Freundin hat sicher - so wie ich - Prämienverbilligung erhalten. Also gehts nicht mit dieser Hilfe. Könnten Sie mit 1500 ohne Kind überleben? Finden Sie, Sie sind reich mit 1500.-?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Posersalami 17.10.2017 13:32
    Highlight Highlight 600 000 Menschen leben also in Armut, weit über 1 Million wären es ohne Zustupf von Gemeinden und dem Staat.

    Meine Damen und Herren, so sieht das Ergebnis bürgerlicher Politik aus! Die Schweiz ist kein reiches Land (mehr), wir sind ein Land der Reichen. Das ist die bittere Realität, die leider keinen Einfluss auf den Ausgang von Wahlen hat. Tragisch ist, dass eine andere, gerechtere Gesellschaft ohne Probleme möglich wäre.
    • midval 17.10.2017 17:02
      Highlight Highlight Bin absolut deiner Meinung. Wollte das mit dem Herrn Hess aus Bern untermauern der wie ass... in der arena rumpost lockere sprüche rausläst und gegen mehr transparenz kämpft, weil sein wahlkampf über 100k franken gekostet hat. Aber lieber freund ich glaube da müssen wir durch solange viele freunde nicht endlich mitmachen wen gewählt wird. Denn das ist das ergebnis wenn die minderblöden für die mehreheit bestimmen.
    • stamm 17.10.2017 21:10
      Highlight Highlight Ououou....``meine Damen und Herren``....wohl ebenfalls in der Politik tätig. Ich wundere mich schon immer, dass es soviele sind. Aber seien wir doch mal ehrlich: ich selber kenne auch ein paar Wenige, welche arbeitslos, allein erziehend oder was auch immer, und auf Hilfe angewiesen sind. Aber ich selber kenne grad niemanden, der das nicht auch selber zu verantworten hat. Krankheit, Unfall gut, aber alles Andere? Daran ist keine Politik schuld! Eingliederung, Integration in den Arbeitsmarkt, das täte vielen gut. Aber wenn der Zapfen im Kopf schon ab ist, dann gute Nacht.
    • Posersalami 17.10.2017 22:50
      Highlight Highlight @stamm: Es kann aber nicht jeder einen Master machen und irgendwo als Berater oder im Kader einer beliebigen Firma genügend Geld für ein sorgenfreies Leben verdienen! Es kann nicht mal jeder einen Bachelor machen und das wäre auch nicht sinnvoll. Der Gipfel ist dann noch, dass die Niedriglohn Berufe nicht mal in Konkurrenz zum Ausland stehen (Friseusen, Metzger, Putzkräfte usw. ).
    Weitere Antworten anzeigen
  • Spi 17.10.2017 12:49
    Highlight Highlight Und wo bleibt der Soziallastenausgleich zwischen den Gemeinden? Der NFA im Kanton Zürich muss diesbezüglich DRINGEND erweitert werden! Es kann nicht sein, dass man topologische Nachteile einer Gemeinde kompensiert, aber gleichzeitig überproportionale Sozialkosten ignoriert. Der Kantons- und Regierungsrat in Zürich soll sich endlich bewegen!
    • Christian Mueller (1) 17.10.2017 14:24
      Highlight Highlight Ja, alle in die Berge wohnen gehen, damit der 'topologische Ausgleich' fliessen kann. Aber woher kommt ddenn am Ende das Geld für den Ausgleich, wenn es keine Städte mehr gibt, weil sie vom NFA ausgeblutet wurden? Vielleicht sollte man nicht mehr überall wohnen oder halt die Mehrkosten nicht mit dem NFA decken, sondern selber bezahlen...

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