DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Ein ausländischer Konzern wird fortan Wartungsarbeiten an den 2220 Armeelastwagen Duro ausführen.
Ein ausländischer Konzern wird fortan Wartungsarbeiten an den 2220 Armeelastwagen Duro ausführen.
Bild: KEYSTONE

Skandal beim VBS: 120 Schweizer Firmen verlieren Aufträge – an ausländischen Konzern

04.02.2019, 00:3504.02.2019, 00:39

Das VBS nimmt 120 Schweizer Firmen wichtige Aufträge weg und schanzt sie unter der Hand der Thurgauer Panzerfabrik Mowag zu, die zum amerikanischen Rüstungskonzern General Dynamics gehört. Die Mowag reicht die Aufträge in einem intransparenten Verfahren dem schwedischen Fahrzeugbauer Scania weiter, wie die «SonntagsZeitung» berichtet.

Bei den Aufträgen handelt es sich um die jährlich wiederkehrenden Wartungsarbeiten der 2220 Armeelastwagen Duro. In den letzten zehn Jahren hat das VBS für die Unterhaltsarbeiten rund 40 Millionen Franken ausgegeben – die gehen jetzt ins Ausland.

Unternehmen auf VBS-Aufträge ausgerichtet

Für die betroffenen Garagisten ist dies besonders bitter. Einer davon ist David Glauser aus Heimberg im Kanton Bern. Die VBS-Aufträge machten bis zu 70 Prozent seiner Arbeit aus. Beat Wehren aus Hasliberg im Berner Oberland musste sogar investieren, um solche Unterhaltsarbeiten ausführen zu können. So besuchte er einen Kurs und kaufte extra eine Hebebühne.

Und jetzt sind alle Aufträge weg – ohne Vorwarnung. Laut der «SonntagsZeitung» seien die 120 Unternehmen von der Mowag aufgefordert worden, sich für die Vergabe weiterer Aufträge zu bewerben. Aber alle sollen eine Absage erhalten haben – die Anfrage war eine einzige Farce. 

Nicht der erste Skandal

Ob mit der intransparenten Vergabe Steuergelder gespart werden ist fraglich. Viele Gewerbler sind erzürnt. Vor drei Jahren hatten die Duros bereits einmal für einen Skandal gesorgt: Das VBS hatte beschlossen, die 20-jährigen Kleinlaster zum exorbitanten Preis von 200'000 Franken pro Stück zu modernisieren.

Schon diesen Auftrag im Umfang einer halben Milliarde Franken hatte die Mowag bekommen. Das VBS rechtfertigte die Vergabe damals unter anderem damit, dass die Panzerfabrik an viele Schweizer Firmen Unteraufträge verteilen wird. Das Parlament hat das Geschäft aufgrund dieses Versprechens gutgeheissen. Nun sieht sich das Gewerbe geprellt. (vom)

Die Exportschlager der Schweizer Rüstungsindustrie

1 / 17
Die Exportschlager der Schweizer Rüstungsindustrie
quelle: keystone / christian beutler
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Beste Armee der Welt

Alle Storys anzeigen

Schweizer Helme aus einem 3-D-Drucker in Stans:

Video: srf
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Stadt Zürich setzt bei Sozialhilfe auf Freiwilligkeit statt Zwang

Seit drei Jahren hat das Stadtzürcher Sozialdepartement eine neue Strategie im Umgang mit Sozialhilfebeziehenden: Es übt keinen Druck mehr aus, sondern setzt auf Freiwilligkeit. Dabei akzeptieren die Behörden, dass es manche nicht zurück in den Arbeitsmarkt schaffen.

Zwang und Sanktionen gibt es in der Stadt Zürich seit drei Jahren nur noch für jene Sozialhilfebezügerinnen und -bezüger, die trotz guter Arbeitsmarktchancen zu wenig Engagement an den Tag legen. In den vergangenen drei Jahren …

Artikel lesen
Link zum Artikel