Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Football Soccer - Portugal v Wales - EURO 2016 - Semi Final - Stade de Lyon, Lyon, France - 6/7/16
Portugal's Cristiano Ronaldo and Wales' Gareth Bale at the end of the match 
REUTERS/Kai Pfaffenbach
Livepic

Zwei Superstars unter sich – CR7 tröstet den geschlagenen Gareth Bale. Bild: Kai Pfaffenbach/REUTERS

Starker Ronaldo macht den Unterschied – das walisische Märchen ist zu Ende, Portugal steht im EM-Final

Portugal steht zum zweiten Mal nach 2004 im EM-Final. Das Team von Fernando Santos setzte sich im Halbfinal in Lyon gegen Wales nach einem Doppelschlag kurz nach der Pause 2:0 durch. Matchwinner für Portugal war Cristiano Ronaldo mit einem Tor und einem Assist.



» Hier gibt's den Liveticker der Partie zum Nachlesen

Eine Doublette kurz nach dem Seitenwechsel innerhalb von drei Minuten entschied die mässige Partie, die nur wenig Spektakel bot, zugunsten des Favoriten. Zum Matchwinner für die Portugiesen avancierte Cristiano Ronaldo. In der 50. Minute setzte sich der Superstar im Anschluss an einen Corner und nach einer Flanke des Neu-Dortmunders Raphael Guerreiro im Luftduell gegen James Chester durch und traf in unnahmanlicher Manier mit dem Kopf zum 1:0. Drei Minuten später lenkte Nani den Schuss seines Sturmpartners zum 2:0 ab.

abspielen

Ronaldo bucht die Führung ...
streamable

«Ich habe immer davon geträumt, mit Portugal einen Titel zu gewinnen. Ich hoffe, nun sind wir an der Reihe.»

Cristiano Ronaldo

abspielen

... und leitet wenig später das 2:0 ein.
streamable

Für Ronaldo war es neben dem dritten Assist auch der dritte Treffer an diesem Turnier. Mit dem neunten EM-Tor seiner Karriere zog der 31-Jährige mit dem EM-Rekordtorschützen Michel Platini gleich. Der ehemalige UEFA-Präsident hatte Frankreich 1984 mit neun Treffern in fünf Spielen zum EM-Titel geführt.

«Wir haben es geschafft! Es war ein langer Weg, wir mussten kämpfen, durch schwierige Zeiten gehen. Aber wir haben uns gut entwickelt. Der Traum kann jetzt Wirklichkeit werden. Ich hoffe, wir gehen am Sonntag lachend vom Platz und müssen nicht weinen wie vor zwölf Jahren.»

Cristiano Ronaldo

Das Gigantenduell

Ronaldo entschied somit das mit viel Spannung erwartete Duell zwischen ihm und Gareth Bale, den beiden teuersten Fussballern der Welt und Teamkollegen bei Champions-League-Sieger Real Madrid, zu seinen Gunsten. In der Startphase hatte die portugiesische Nummer 7 Pech bekundet, dass ein Foul von Ashley Williams vor (4.) und ein Halten von James Collins im Strafraum (10.) gegen ihn nicht geahndet wurde, danach tauchte er vorübergehend ab, ehe er nach der Pause aufdrehte und wie bereits beim 3:3 in der Vorrunde gegen Ungarn zum entscheidenden Mann avancierte.

abspielen

Die Szene mit Collins ist penaltywürdig, keine Frage.
streamable

Sein Gegenüber Bale stellte er in den Schatten, auch wenn dieser mit einigen Flügelläufen in der ersten Halbzeit sowie einem Weitschuss in der 80. Minute Akzente zu setzen vermochte. Bale war aber der Einzige in der Mannschaft von Chris Coleman, der an diesem Abend gehobenes Niveau erreichte. Ansonsten war das Überraschungsteam dieses Turniers der Höhe der Aufgabe für einmal nicht gewachsen.

«Wir sind sehr glücklich. Es ist fantastisch. Alle Spieler haben zusammengehalten. Wir haben zu Beginn abwartend gespielt und auf Konter gelauert. Im Final kann nun alles passieren. Ich hoffe, wir gewinnen.»

Cédric

Die Absenz des gesperrten Aaron Ramsey fiel – im Gegensatz zu jener von Pepe und William Carvalho auf portugiesischer Seite – zu schwer ins Gewicht. Nach dem überzeugenden Auftritt gegen Belgien im Viertelfinal boten die Waliser diesmal spielerisch nur biedere Kost. Von einem keineswegs überragenden, aber klug und kontrolliert spielenden Gegner wurde den «Drachen» die Grenzen schonungslos aufgezeigt, auch wenn sich diese in der Schlussphase noch einmal gegen das Ausscheiden auflehnten.

Die Torchancen in der Startphase

abspielen

Joao Mario zieht nach 16 Minuten das erste Mal ab.
streamable

abspielen

Kurz später leitet Bale diese Aktion ein ...
streamable

abspielen

... und kommt in dieser Szene auch noch selber gefährlich zum Schuss. streamable

abspielen

Wales ist in der erste Hälfte das aktivere Team, agiert aber glücklos.
streamable

abspielen

Ronaldo kommt aus guter Position zum Kopfball, kann das Leder aber nicht genügend drücken. streamable

Für Wales endete damit in Lyon die erfolgreichste Endrunde der Geschichte. 1958 hatte der Kleinstaat von den britischen Inseln an der WM in Schweden die Viertelfinals erreicht. Bei ihrer EM-Premiere schafften die Waliser sogleich den Vorstoss in die Runde der letzten vier und waren zusammen mit Island die grosse Überraschung der erstmals mit 24 Teams ausgetragenen Endrunde. Vor allem beim 3:0 zum Abschluss der Vorrunde gegen Russland und beim 3:1 im Viertelfinal gegen Belgien bot das Team starke Leistungen.

Portugal qualifizierte sich mit dem ersten Sieg nach 90 Minuten an diesem Turnier zum zweiten Mal für einen EM-Final, in dem es am Sonntag im Stade de France in Saint-Denis im Norden von Paris auf den Sieger des zweiten Halbfinals zwischen Gastgeber Frankreich und Deutschland treffen wird. 2004 hatten die Portugiesen am Heim-Turnier den Final erreicht, verloren diesen aber überraschend gegen Griechenland. 1984, 2000 und 2012 scheiterten sie in der Runde der letzten vier, zweimal nach Verlängerung, vor vier Jahren gegen Spanien im Penaltyschiessen. Egal wie der Finalgegner am Sonntag heissen wird, Portugal wird – Ronaldo hin oder her – als Aussenseiter in die Partie gehen.

abspielen

Nach dem Doppelschlag der Portugiesen passiert nicht mehr viel, nur Nani wird noch einmal gefährlich.
streamable

Das Telegramm

Portugal – Wales 2:0 (0:0) Stade de Lyon, Lyon. - 55'679 Zuschauer. - SR Eriksson (SWE).
Tore: 50. Ronaldo (Guerreiro) 1:0. 53. Nani (Ronaldo) 2:0.
Portugal: Rui Patricio; Cédric, José Fonte, Bruno Alves, Guerreiro; Danilo; Sanches (74. André Gomes), Adrien Silva (79. Moutinho), João Mario; Nani (86. Quaresma), Ronaldo.
Wales: Hennessey; Collins (66. Jonathan Williams), Ashley Williams, Chester; Gunter, Allen, Ledley (58. Vokes), Taylor; King, Bale; Robson-Kanu (63. Church).
Bemerkungen: Portugal ohne William Carvalho (gesperrt) und Pepe (verletzt). Wales ohne Davies und Ramsey (beide gesperrt). Verwarnungen: 8. Allen. 62. Chester (beide Foul). 71. Bruno Alves. 72. Ronaldo (beide Unsportlichkeit). 88. Bale (Foul).

(sda/rst)

Das ist der moderne Fussball

Oh Mäzen, mein Mäzen – wie der Schweizer Fussball ums finanzielle Überleben kämpft

Link zum Artikel

Kevin-Prince Boateng haut neuen Rapsong raus – aber was macht das Pferd da eigentlich?

Link zum Artikel

Psychologe analysiert Tattoos von Fussballprofis – mit klarem Ergebnis

Link zum Artikel

Topklubs haben schon fast 1 Milliarde für Transfers ausgegeben – die Übersicht

Link zum Artikel

Nur noch 7 Profis im Kader – Traditionsklub Bolton droht der totale Kollaps

Link zum Artikel

Rassismus-Vorwürfe gegen einen FCSG-Spieler – was geschah im Testspiel gegen Bochum?

Link zum Artikel

Die teuersten Teenager der letzten 25 Jahre – so krass sind die Transfersummen explodiert

Link zum Artikel

4 Fussball-Stars erstreiken sich den Wechsel – und immer soll es zu Barcelona gehen

Link zum Artikel

Vier Gründe, warum Bayern München einfach keinen Topstar abkriegt

Link zum Artikel

Barça patzt, Real profitiert – das ist der «japanische Messi» Takefusa Kubo

Link zum Artikel

Der ÖFB-Cup als Fundgrube für jeden mit einem Herz für grossartige Klubnamen

Link zum Artikel

Ausländer-Trios, werbefreie Trikots oder das Nasenpflaster – 16 Dinge, die aus dem Fussball verschwunden sind

Link zum Artikel

Ein Problem namens Wanda – wie Torjäger Mauro Icardi bei Inter in Ungnade gefallen ist

Link zum Artikel

Marcel Reif zum St.Galler VAR-Drama: «Das ist nicht die Idee des VAR, so schadet er»

Link zum Artikel

11-Jähriger trifft Messi im Strandurlaub – und spielt eine Runde mit ihm

Link zum Artikel

Liga gibt zu, dass der VAR in St.Gallen nicht hätte eingreifen dürfen

Link zum Artikel

Warum es besser wäre, wenn jeder Klub nur noch drei Transfers tätigen dürfte

Link zum Artikel

Falschen Jallow verpflichtet: Türkischer Klub leistet sich Transfer-Blamage des Sommers

Link zum Artikel

Kein Witz! Darum heisst Juventus Turin im neusten FIFA-Game «Piemonte Calcio»

Link zum Artikel

«Hunderte Dinge haben mich genervt» – dieser Fan boykottiert seit einem Jahr Fussball

Link zum Artikel

Wir würden als Sportchefs für 100 Millionen diese Teams zusammenstellen – und du?

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Die Heim- und Auswärtstrikots aller Teams der EM 2016

Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Interview

Ex-Profi Frontino nach Rücktritt mit 29: «Der Lohn ist Horror, es ist lächerlich»

Den ganz grossen Sprung hat er nie geschafft: Gianluca Frontino, einst als Riesentalent gehandelt, verbrachte den Grossteil seiner Karriere in der Challenge League. Ein Gespräch über die Schönheit des Spiels, hinterhältige Manager und Horror-Löhne in der Challenge League.

Schaffhausen. Hier ist Gianluca Frontino zur Welt gekommen, hier hatte er beim FC Schaffhausen seine beste Zeit. Hier erzählt mir Frontino von seiner Karriere. Von einer paradoxen Welt in der Challenge League, wo man fussballerisch ein Niemand ist und dennoch von Fremden als «Hurensohn» bezeichnet wird. Eine Liga, in welcher die Vereine verlangen, sich als Musterprofi zu verhalten, und dennoch Löhne an der Grenze zum Existenzminimum bezahlen.

Im März hast du in einem Interview nach deinem …

Artikel lesen
Link zum Artikel