DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Luganos Jani Lajunen, Mitte, legt sich beim Torjubel nach seinem Tor zum 1-2 mit Fribourgs Ralph Stalder an, im vierten Eishockey Playoff-Viertelfinalspiel der National League zwischen dem HC Fribourg-Gotteron und dem HC Lugano, am Samstag, 17. Maerz 2018, in der BCF Arena in Fribourg. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Lugano gibt Fribourg auf's Maul. Bild: KEYSTONE

Kommentar

Lieber gehasst werden, als zu verlieren – wie das «neue Lugano» Fribourg zermürbt

Der HC Lugano führt in der Viertelfinal-Serie gegen Fribourg-Gottéron mit 3:1 – obwohl die Tessiner in jeder Partie weniger Schüsse hatten. Lugano hat sich selbst neu erfunden und spielt nicht mehr für das Spektakel, sondern für den Sieg. 



«Hockey unter Palmen», «Schönwettermannschaft», «zu viele Häuptlinge». Der HC Lugano sah sich seit dem letzten Meistertitel 2006 Jahr für Jahr mit den gleichen Begriffen konfrontiert. Obwohl Lugano in den letzten zwei Jahren immerhin einmal das Playoff-Final und einmal das Halbfinale erreichte, ist da noch immer dieses Gefühl von viel Talent und zu wenig Ertrag. 

Mit dem Ausfall der Schlüsselspieler Alessandro Chiesa, Dario Bürgler und Damien Brunner hat der HC Lugano auf die Playoffs viel seines Talents verloren – und musste sich deshalb selbst neu erfinden. In der Viertelfinal-Serie gegen Fribourg spielen die Tessiner konsequentes Defensiv-Hockey. So konsequent, dass Greg Ireland seinen talentiertesten Spieler Linus Klasen die ersten drei Spiele als überzähliger Ausländer auf die Tribüne schickte. 

Luganos Spieler jubeln vor ihren Fans nach dem Sieg im vierten Eishockey Playoff-Viertelfinalspiel der National League zwischen dem HC Fribourg-Gotteron und dem HC Lugano, am Samstag, 17. Maerz 2018, in der BCF Arena in Fribourg. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Die Luganesi feiern den Auswärtssieg mit den mitgereisten Fans. Bild: KEYSTONE

Wie dieses «neue Lugano» funktioniert, zeigte sich in den Partien gegen Fribourg. Vier Spiele mit weniger Schüssen, dennoch drei davon gewonnen und das vierte erst in der Verlängerung verloren. Die Tessiner spielen kein offensives Abrakadabra-Eishockey mehr sondern besinnen sich auf eine starke Defensive. Aus Künstlern sind Arbeiter geworden.

Die Viertelfinal-Serie zwischen Lugano und Fribourg

Spiel 1:
Lugano-Fribourg 6:2
Torschüsse 22:26

Spiel 2:
Fribourg-Lugano 2:5
Torschüsse 27:21

Spiel 3: 
Lugano-Fribourg 3:4 n.V.
Torschüsse 42:50

Spiel 4:
Fribourg-Lugano 1:3
Torschüsse 30:25

Mit Effizienz und Merzlikins

Dass Maxim Lapierre nach dem Ausfall von Alessandro Chiesa das Captain-Amt der Tessiner übernommen hat, passt perfekt zu diesem «neuen Lugano». Der Kanadier ist zweifelsohne ein talentierter Spieler, sonst würde er die Skorerliste der Playoffs nicht mit 8 Punkten (4 Tore und 4 Assists) anführen. Aber Maxim Lapierre ist kein Scheibenvirtuose. Er ist ein Kämpfer, ein Provokateur, einer den die Gegenspieler hassen. Einer, der in jedem Stadion ausgepfiffen wird – und es geniesst. 

«Wir stellten uns hinten rein, haben gekontert und so unsere Tore geschossen»

Stefan Ulmer

Lugano will nicht mehr bewundert werden für seine offensive Spielweise und sein attraktives Eishockey. Lugano will Erfolg und ist bereit, dafür gehasst zu werden. Verlierer kriegen bloss Mitleid aber Gewinner die wahre Anerkennung: Neid und Hass. Lugano ist bereit, dem Ziel Siege einzufahren, alles unterzuordnen. Sollen die anderen doch sagen, es sei unverdient. 

Fribourgs Killian Mottet, links, im Kampf mit Luganos Stefan Ulmer und Luganos Torhueter Elvis Merzlikins, im vierten Eishockey Playoff-Viertelfinalspiel der National League zwischen dem HC Fribourg-Gotteron und dem HC Lugano, am Samstag, 17. Maerz 2018, in der BCF Arena in Fribourg. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Sind defensiv oft gefordert: Stefan Ulmer (mitte) und Torhüter Elvis Merzlikins. Bild: KEYSTONE

«Wir waren nicht die bessere Mannschaft, aber wir haben mehr gekämpft und mehr Schüsse geblockt», so Lugano-Verteidiger Stefan Ulmer nach dem Spiel im SRF-Interview. Ulmer ergänzte: «Sie haben uns klar dominiert, aber solche Spiele muss man eben gewinnen.» Schlechter sein und dennoch gewinnen. Es ist etwas, das Lugano vor einigen Jahren noch nicht konnte und wahre Champions auszeichnet.

Fast schon verzweifelt klingt es bei Gegner Fribourg. «Wir sind nicht weniger gut als Lugano. Ich weiss nicht, weshalb es nicht klappt mit dem Toreschiessen», sucht etwa Julien Sprungen nach Erklärungen. Bei Luganos Ulmer klingt die Taktik hingegen ganz simpel: «Wir stellten uns hinten rein, haben gekontert und so unsere Tore geschossen.»

Wie effizient dieses «neue Lugano» ist, zeigen einige Statistiken zu den bisherigen vier Partien:

Torverhältnis

Der HC Lugano hat hinter Bern (18) die zweitmeisten Tore erzielt (17). Dazu haben die «Bianconeri» bloss 9 Gegentreffer kassiert. Auch hier ist bloss Bern noch besser (7).

Schüsse

Der HC Lugano hat mit 110 Schüssen in vier Spielen am zweitwenigsten Schüsse aller Playoff-Teams abgegeben. Nur Davos hat noch weniger (104). Fribourg hat am drittmeisten Schüsse (133) abgegeben.

Schusseffizienz

15.45% der Lugano-Schüsse finden den Weg ins gegnerische Tor. Das ist eine ausgezeichnete Quote und deutlich die beste der Liga. Zum Vergleich: Bei Gegner Fribourg liegt die Quote bei 6.77%.

LuganoÕs player Sebastien Reuille, left, celebrates with his teammates the 2-0 goal, during the third match of the playoffs quarterfinal of the National League Swiss Championship 2017/18 between HC Lugano and HC Fribourg-Gotteron, at the ice stadium Resega in Lugano, Switzerland, on Thursday, March 15, 2018. (KEYSTONE/Ti-Press/Gabriele Putzu)

Lugano jubelt dank der hohen Effizienz regelmässig. Bild: TI-PRESS

Powerplay

Mit 22.22% hat der HCL eine gute Powerplay-Ausbeute, obwohl Davos (41.67%), der ZSC (29.41%) und Bern (23.53%) noch besser sind. Fribourg hingegen kommt bloss auf eine Ausbeute von 11.76%.

Gehaltene Schüsse

Mit Elvis Merzlikins hat Lugano einen Torhüter, der den Unterschied ausmachen kann. Der Lette mit Schweizer Lizenz hielt bisher 93.23% der Schüsse auf sein Tor. Besser ist bloss Leonardo Genoni mit 96%. Fribourg-Keeper Barry Brust hält hingegen bloss 85.32%.

Mit der überragenden Effizienz und dem hervorragenden Elvis Merzlikins hat Lugano zwei Bausteine, mit denen sie nicht nur Fribourg zermürben können. Die Tessiner haben gelernt, ihr Spiel anzupassen. Können sie das so durchziehen, werden sie am Dienstag ins Halbfinale ziehen. Und dann ist alles möglich. Das «neue Lugano» kann jeden schlagen. Auch wenn sie dafür halt etwas gehasst werden.

Das Büro steht Kopf, wir sind im Playoff-Fieber

Video: Angelina Graf

Alle Schweizer Eishockey-Meister seit Einführung der Playoffs 1985/86

1 / 38
Alle Schweizer Eishockey-Meister seit Einführung der Playoffs 1985/86
quelle: keystone / ennio leanza
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Witziges zum Eishockey

«Na Kids, wer sieht besser aus: Roman Josi oder P.K. Subban?»

Link zum Artikel

Mach das beste aus der Bruthitze und zeig im heissen Sportquiz, dass du on fire bist!

Link zum Artikel

Der HCD ist da, wo es viel Bier gibt, und Servette haut nicht nur den Lukas – wenn die NLA ein Oktoberfest wäre

Link zum Artikel

Wir haben Schweizer Eishockey-Grössen etwas umgestylt – erkennst du sie trotzdem?

Link zum Artikel

Finde es ein für alle Mal heraus: Wie viel Eismeister steckt in dir?

Link zum Artikel

Ein Betroffener erzählt, wie schlimm es ist, HCD-Fan zu sein

Link zum Artikel

Darling, Holden Zucker – Hockeyspieler erzählen mit ihren Namen Geschichten

Link zum Artikel

Musst du als Hockey-Liebhaber einfach kennen: Die 9 wichtigsten Grafiken zur NLB

Link zum Artikel

Diese Eishockey-Namen geben dir Antworten auf Fragen, die du gar nicht gestellt hast

Link zum Artikel

68 Fakten zu Jaromir Jagr – Ex-Freundinnen, Feuerwehrmann-Auftritte und legendäre Zitate

Link zum Artikel

Diese 27 GIFs zeigen, weshalb Eishockeyspieler die geilsten Typen der Welt sind

Link zum Artikel

Schisshaas, Schiller, #stancescuout – der Facebook-Wahnsinn der Playoff-Viertelfinals

Link zum Artikel

Die streng geheimen Einladungen für die Weihnachtsessen der NLA-Klubs

Link zum Artikel

Vom 2-Bier-Kerl bis zum Tussi am Handy: Diese 11 Typen triffst du in jeder NLA-Kurve

Link zum Artikel
«Was ist der Unterschied zwischen Genf-Servette und Tinder?» 12 kurze Witze zu den Schweizer Eishockey-Klubs

Schoppen, Bibeli und Divas – erkennst du alle NLA-Klubs in der grossen Emoji-Tabelle?

Link zum Artikel

Was nach dem Playoff-Final WIRKLICH abging

Link zum Artikel

Wenn Eishockey-Spieler im Büro arbeiten würden

Link zum Artikel

Bist du bereit für die Playoffs? Dann musst du die Hockey-Spieler auch als Emojis kennen

Link zum Artikel

Nico Hischier zeigt uns, was NHL-Stars in sein Freundschaftsbuch geschrieben haben

Link zum Artikel

Der fieseste Chlaus hat unsere Hockey-Teams besucht. Logisch, artet es aus!

Link zum Artikel

Was haben Harold Kreis und Frodo Beutlin gemeinsam? Wir gehen mit den NLA-Trainern in die zweite Witzrunde

Link zum Artikel

Du weisst nicht, welches Team der Hockey-WM zu dir passt? Dieses Flussdiagramm hilft dir

Link zum Artikel

«Alli Berner essed s Steak medium, nur de Maxime Noreau» – 21 Memes mit Hockey-Spielern

Link zum Artikel

Mit diesen 10 Tipps überlebst du auch als Hockey-Fan den heissen Sommer

Link zum Artikel

Der ultimative Hockey-Guide: Dieses Diagramm weist dir den Weg zu deinem Lieblingsteam

Link zum Artikel

Titel, Batzeli und Zürifäscht: Wir haben die Postkarten-Feriengrüsse der Eishockey-Stars abgefangen

Link zum Artikel

Weil jeder Bilderrätsel liebt: Erkennst du diese Eishockey-Stars?

Link zum Artikel

Martschini im Tindergarten – die Playoff-Finalisten auf der Dating-App

Link zum Artikel

«Wenn selber bachet hesch, isch es Dean Kukan» – witzige Memes zur Hockey-WM

Link zum Artikel

10 Bilder, die zeigen, was die Playoff-Halbfinalisten während den Partien wirklich denken

Link zum Artikel

Fischer fischt an der WM mit diesen Fischen nach dem Titel

Link zum Artikel

«Was ist der Unterschied zwischen Genf-Servette und Tinder?» 12 kurze Witze zu den Schweizer Eishockey-Klubs

Link zum Artikel

Vergiss den MVP – diese 20 Awards sollte der Eishockey-Verband vergeben!

Link zum Artikel

Wenn Schweizer Hockey-Teams Männer wären: So versuchen die NLA-Klubs, Frauen aufzureissen

Link zum Artikel

Jetzt wird die Saison richtig lanciert – «Despacito» in der ultimativen Eishockey-Version

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Eismeister Zaugg

«Abstürzende Adler» – die besten Schweizer seit 1998 sind gescheitert

Ist es Leichtsinn? Ist es gar Hybris? Nein, es ist eine Laune der Hockeygötter. Die Schweizer verlieren einen WM-Viertelfinal gegen Deutschland nach Penaltys (2:3), den sie nie hätten verlieren dürfen. Weltmeister werden wir wieder nicht. Aber wir sind die Dramakönige der Hockeygeschichte.

Ach, es wäre so schön gewesen. Nur 43 Sekunden fehlten für den Halbfinal. Um zu zeigen, wie schmal der Grat zwischen Triumph und sportlicher Tragödie sein kann und wie gut die Schweizer bei dieser WM und in diesem Viertelfinal-Drama waren, machen wir hier kurz ein Gedankenspiel. Nach dem Motto: Was wäre wenn?

Also; hätten wir gewonnen, so wäre hier nun zu lesen:

«Unser Eishockey, unser Sieg, unser Halbfinal: Die Schweiz besiegt in einer der besten WM-Partien der Neuzeit Deutschland. Die Deutschen …

Artikel lesen
Link zum Artikel