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Ist jeder Gläubige ein schlechter Mensch, wenn der Glaube die Wurzel allen Übels ist?

23.11.2015, 10:3523.11.2015, 19:56
User input
Der User schickt’s, wir bringen’s.

In den letzten Tagen drehte es sich in Diskussionen auf Social Media und in unseren Kommentaren oft um die Schuldfrage: Wer oder was verantwortet letztendlich die Gewaltexzesse in Paris, Beirut und anderswo?

Nicht selten wird der religiöse Glaube dafür verantwortlich gemacht. Das führt jedoch leider viel zu oft zur Verkürzung, dass sich Moslems von den Terroristen distanzieren sollen. Diese Forderungen implizieren jedoch, dass es zwischen den Terroristen und gläubigen Moslems einen direkten Zusammenhang gibt. Ergo: Muslime sind deshalb schlechtere Menschen, weil sie an denselben Gott glauben wie die Terroristen.

Losgelöst von diesem Hintergrund sind sich die Twitter-Follower von uns jedoch ziemlich einig:

Diese Umfrage ist inzwischen abgeschlossen. Deshalb kannst du hier nochmals abstimmen:

Ist jemand, der oder die an irgendeinen Gott glaubt, deshalb ein schlechterer Mensch?

Zu dieser Umfrage inspiriert haben mich die Kommentare unter der Story zu einem Moslem, der sich in Beirut auf einen Selbstmordattentäter geworfen hatte, um dadurch das Leben seiner Tochter zu schützen und ein Blutbad zu verhindern.

Aus dieser Diskussion picke ich ein paar Zitate raus:

«Als Moslem, auch wenn nicht gerade der Gläubigste, danke ich den vielen watson-Usern, die die schrecklichen Taten des IS nicht auf den Glauben reduzieren.»
Mr. Kr
«Ich bin zutiefst bestürzt, wenn ich lese, dass nur alleine der Koran daran schuld ist; denn mit dieser Aussage werde auch ich in den gleichen Topf geworfen wie diese Terroristen.»
Mr. Kr
«Religion, Herkunft, Kultur, ... alles egal.»
Menel
«Wir, die Menschen, die für das Leben, für die Zukunft der Menschheit und an wirklichen Lösungen interessiert sind, wir müssen vereint gegen diesen Irrsinn vorgehen. In allen Belangen. Denn destruktive Menschen finden sich nicht nur in den Reihen des ‹IS›.»
Menel
«Gibt es ‹den Christen›?»
Alex_Steiner
«Also meine Definition von einem Christen ist, dass er niemals am Sonntag in der Kirche sitzt und eigentlich nicht so sicher ist, ob es einen Gott gibt. Ganz sicher hat er die Bibel noch nie gelesen. Aber er bezahlt brav die Kirchensteuer und steht bei den Christen auf einer Liste – das reicht ihm.»
Alex_Steiner
«Mich nervt dieses religiöse #Prayfor. Warum sollte man beten, wenn meiner Meinung nach Religion nur Kriege und Leid auslösen?»
Sonja Red4
«Schade, macht watson daraus einen Artikel für die Bekehrung von Pegidioten und schert mit dem Titel und Text selber alle Muslime über einen Kamm. Es gibt weder ‹den Islam› oder ‹den Muslim› noch hilft es was, wenn ein watson-Redakteur eine Tat als unislamisch bewertet, wenn eine grosse Menge Sunnis dies anders sieht.»
DerWeise
«‹Das Christentum› ist aber auch nur der Oberbegriff für eine Ansammlung von (zum Teil doch sehr abstrusen) Auslegungen ein und derselben Botschaft.»
Statler
«Und alle behaupten, sie hätten als einzige ‹das Christentum› richtig verstanden. Von Einigkeit keine Spur. ‹Der Christ› als solcher existiert ebensowenig. Mormonen, Zeugen Jehovas, Adventisten, Chrischona, etc. – sie alle bezeichnen sich als Christen, haben z. T. aber sehr unterschiedliche Ansichten, was das eigentlich bedeutet.»
Statler
«Die Religionen verursachen keine Gewalt und Kriege.»
«Sir Jonathan Ive»
«Die Religionen werden nur immer wieder von gewalttätigen und kriegerischen Leuten als Rechtfertigung ihrer Taten missbraucht.

Zur Verwirrung bei PrayForParis: Beten muss nicht etwas Religiöses sein. Es kann auch einfach bedeuten, dass man in Gedanken bei den Opfern und deren Angehörigen ist.​»
«Sir Jonathan Ive»

Als Auflockerung für zwischendurch ein paar naive Fragen zur wortwörtlichen Auslegung von Sprüchen aus dem Altern Testament:

1 / 11
Ob Bischof Huonder auch diese Bibelsprüche wortwörtlich auslegen würde?
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer
«Der Islam braucht unbedingt eine Reformation!»
Mate
«Der Islam heutzutage ist einfach nur eine Ansammlung wüster Ideen, wie es das Christentum vor der Reformation war. Und hört auf zu leugnen, dass der IS aus Muslimen besteht, der Koran bestimmt ihr Handeln.»
Mate
«Wann begreift ihr, dass Religion a.k.a. Beten das Ganze überhaupt erst anrichtet?»
EvilBetty
«Mit ‹Religion› meine ich nicht nur die bekannten Religionen, sondern auch Geld und Macht. Das Streben des Menschen, etwas ‹Übermächtiges› zu vergötzen oder es ihm gleichzutun, wird uns immer wieder an solche Punkte führen.

Amen!»
EvilBetty

Aber auch auf unsere Twitter-Umfrage gab es einige Reaktionen, die ich nochmals aufgreifen möchte. 

Als Erstes eine Diskussion, die sich über mehrere Tweets zog:

Und in einem anderen, kurzen Diskussionsstrang:

Als Auflockerung für zwischendurch ein Muslim, der so richtig in die Zange genommen wird:

Leseempfehlung eines CVP-Politikers

Die folgenden drei User sind sich in gewisser Weise einig, formulieren es jedoch jeweils etwas anders:

Und hier ein wunderbares (weil befreiend absurdes) Schluss-Statement, das nur FCZ-Fans (wirklich) verstehen:

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Du willst nur das Beste? Voilà:

Islamischer Staat

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29 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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saukaibli
23.11.2015 11:07registriert Februar 2014
Nicht alle Manager sind Abzocker, nicht alle Fussball-Fans sind Hooligans, nicht alle Autofahrer sind Raser und nicht alle Religiösen sind Terroristen. Ist doch ganz einfach. In den sog. Religionskriegen ging es immer um Gier und Macht, der Glaube wurde jeweils vorgeschoben. Das Problem ist halt, dass in den "heiligen" Büchern sehr viele Stellen zu Gewalt aufrufen und es ist sehr leicht auszublenden, dass die Bücher ebenfalls zu Frieden und Mitgefühl aufrufen. Am besten die Bücher nicht mehr als heilig betrachten, sondern einfach als Bücher, die alte Geschichten erzählen.
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damien
23.11.2015 11:58registriert Juli 2015
Das Problem ist doch, dass Religion den Menschen das Denken abnimmt und eigenständiges kritisches Denken be- oder verhindert. Leute sind dann viel einfacher manipulierbar und weniger offen oder differenziert.

Das ist natürlich nicht bei allen Religiösen (gleichermassen) der Fall, aber ich wage es zu behaupten, dass es umso mehr der Fall ist, je religiöser man ist.

Klassische Debatte für interessierte:
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Tepesch
23.11.2015 11:06registriert Oktober 2015
Am Ende geht es immer um Macht.
Religion oder Kultur, Geschichte, Ethnie, etc., werden schlicht als Begründung für den Machtanspruch missbraucht.
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