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Hitzewellen in der Arktis sorgen für Ratlosigkeit

Ein Eisbär in der Arktis.
Ein Eisbär in der Arktis.quelle: shutterstock.com

«Wir betreten hier absolutes Neuland»– Hitzewellen in der Arktis sorgen für Ratlosigkeit

21.03.2017, 01:0122.03.2017, 10:22

Klimaforscher haben nach dem neuen Wärmerekord im Jahr 2016 im auf der Nordhalbkugel gerade zu Ende gegangenen Winter weitere alarmierende Wetterdaten aufgezeichnet. Mindestens drei Mal sei es in der Arktis jüngst zu so etwas wie Hitzewellen gekommen, berichtete die Weltwetterorganisation (WMO) in Genf.

Hauptsitz der Weltorganisation für Meteorologie in Genf. Sie ist eine Sonderorganisation der UNO, die sich für die Atmosphäre der Erde, die Ozeane, das Klima und die Wasserressourcen einsetzt.f
Hauptsitz der Weltorganisation für Meteorologie in Genf. Sie ist eine Sonderorganisation der UNO, die sich für die Atmosphäre der Erde, die Ozeane, das Klima und die Wasserressourcen einsetzt.fquelle: shutterstock.com

Mächtige atlantische Stürme hätten warme, feuchte Luft in die Arktis gebracht. Auf dem Höhepunkt des Winters und der eigentlichen Gefrierperiode habe es Tage mit Temperaturen fast am Schmelzpunkt gegeben. Das habe den polaren Jetstream – einen der Windströme, die sich in grosser Höhe um den Planeten ziehen – und damit das Wetter global beeinflusst.

«Wir sehen bemerkenswerte Veränderungen auf dem Planeten, die die Grenzen unseres Verständnisses des Klimasystems erreichen», sagte der Direktor für Klimaforschung, David Carlson. «Wir betreten hier absolutes Neuland.» Durch den Einfluss der polaren Hitzeepisoden auf den Jetstream sei es in den USA und Kanada Anfang 2017 ungewöhnlich milde und auf der arabischen Halbinsel und in Nordafrika ungewöhnlich kalt gewesen.

Schmelzender Eisgletscher in der Arktis.quelle: shutterstock.com

Meeresspiegel steigt überdurchschnittlich

2016 sei nicht nur wie schon berichtet das wärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen 1880 gewesen. Auch die Oberflächentemperatur der Meere habe Rekordwerte gehabt. Der Meeresspiegel sei zwischen November 2014 und Februar 2016 um 15 Millimeter gestiegen – der Wert liege damit deutlich über dem durchschnittlichen Anstieg seit 1993 um 3 bis 3,5 Millimeter im Jahr. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts lag der Anstieg bei 20 Zentimetern.

Die arktische Eisdecke mass am stärksten Tag, dem 24. März 2016, 14,5 Millionen Quadratkilometer – das war der niedrigste Wert für den jeweils stärksten Tag im Jahr in der Messreihe seit 1979. Im November sei die Eisdecke an einigen Tagen sogar zurückgegangen.

Jedes der 16 Jahre seit der Jahrtausendwende sei mindestens 0,4 Grad wärmer gewesen als der Durchschnitt der Jahre 1961 bis 1990. Das südliche Afrika sei 2016 mit Hitzerekorden von mehr als 42 Grad in Pretoria gestartet – mehr als drei Grad über dem vorherigen Rekord. In Thailand sei im April ein Hitzerekord von 44,6 Grad und in Indien im Mai von 51 Grad gemessen worden. Im September 2016 sei es in Cordoba in Spanien 45,4 Grad warm gewesen. (sda/dpa)

[12.03.2018, dhr] Klimaerwärmung
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