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Für alle, die heute schon draussen waren (oder es noch vor haben): 10 eiskalte Kältefakten

Warum bringt uns die Bise zum Bibbern? Soll man mit Alkohol gegen die Kälte antrinken? Frieren Frauen schneller als Männer? Die Antworten findest du hier. 

06.01.17, 17:42 07.01.17, 08:54

Die Schweiz bibbert. Vermummte Gestalten ducken sich vor der unbarmherzigen arktischen Polarluft. In Welschenrohr SO zeigt das Quecksilber klirrende -18,4 Grad und in La Brévine fröstelt man bei äusserst ungemütlichen -29,9 Grad. Doch trotz der aktuellen Minusgrade – es wird wohl keinen neuen Kälterekord in der Schweiz geben. Damit sind wir bei Fakt 1: 

Der Schweizer Kälterekord ist schon 28 Jahre alt

Der Kältepol der Schweiz liegt im Neuenburger Jura. Bild: KEYSTONE

Seit dem 12. Januar 1987 wurde es in der Schweiz – zumindest was gemessene Temperaturen anbelangt – nie mehr kälter: Damals fiel das Thermometer in La Brévine auf frostige -41,8 °C. Die Gemeinde im Neuenburger Jura gilt als Kältepol der Schweiz und wird auch scherzhaft das «schweizerische Sibirien» genannt. 

Die aktuelle Wetterlage

Am Samstagmorgen erreichten die Temperaturen verbreitet minus 15 bis minus 10 Grad und in höheren Lagen sogar minus 25 Grad. Noch zehn Grad kälter war es auf der unbewohnten Glattalp SZ mit minus 35 Grad.

In den kommenden Tagen dürfte es weiterhin winterlich bleiben, allerdings nicht mehr ganz so kalt wie am Freitag und Samstag. Auf Sonntag wird auf der Alpennordseite wieder Schnee erwartet. Entlang den Bergen dürften es laut meteonews 10 bis 20 Zentimeter sein, im Flachland weniger. (sda)

Der Kältepol der Erde liegt in der Antarktis

Der kälteste Ort der Erde: Forschungsstation Wostok. Bild: Wikipedia

Die Temperaturen in La Brévine sind geradezu behaglich, wenn man sie mit anderen Extremen vergleicht: Am Kältepol der bewohnten Welt wurden schon -67,8 °C gemessen. Und dies gleich zweimal: in Werchojansk (1892) und in Oimjakon (1933). Seither streiten sich die beiden Orte im sibirischen Jakutien darum, wo nun der Kältepol liegt. 

Der wahre Kältepol der Erde liegt aber weit entfernt von Sibirien: Am 21. Juli 1983 massen die Meteorologen bei der russischen Forschungsstation Wostok in der Ostantarktis -89,2 °C. Das ist ziemlich kalt: Ab Temperaturen von -80 °C gefriert der Atem und fällt in Eisstückchen zu Boden.  

Die Bise weht am Genfersee am stärksten

Eisige Verhältnisse im Februar 2012: Die Bise wehte in Genf Wasser ans Ufer, wo es sofort gefror.   Bild: KEYSTONE

Der trockene Wind bringt kalte Kontinentalluft aus dem Nordosten Europas nach Mitteleuropa. Im Schweizer Mittelland wird der Luftstrom zwischen Alpen und Jura kanalisiert; darum ist die Bise im Genferseeraum am stärksten. Hier erreicht sie nicht selten mittlere Windgeschwindigkeiten von 60 km/h. Einzelne Böen können sogar über 100 km/h erreichen. 

Der Wind macht die Kälte schlimmer

Bild: KEYSTONE

Wir alle kennen das Phänomen: Wenn der Wind weht, ist die Kälte noch beissender. Dieser sogenannte Windchill-Effekt entsteht dadurch, dass die hautnahe, relativ warme Luft weggeweht wird, was die Verdunstungsrate erhöht. Die für die Verdunstung des Wassers notwendige Energie wird dem Körper entzogen, und dies verstärkt das Kältegefühl

Die Windchill-Temperatur kann berechnet werden. Bei einer Lufttemperatur von -5 °C zum Beispiel liegt sie bei einer Windgeschwindigkeit von 15 km/h bei -10,6 °C. Bei 30 km/h fällt die Temperatur sogar auf -13,0 °C. 

Wasser wirkt kühler als Luft

Eisiges Wasser kühlt stärker als eisige Luft.  Bild: OLEGOLEGOLEG/Shutterstock

Ähnlich wie beim Windchill-Effekt verhält es sich beim Phänomen, dass wir Wasser als kühler empfinden als gleich warme Luft. Auch hier liegt der Grund für die gefühlte niedrigere Temperatur darin, dass dem Körper Energie entzogen wird. Da Wasser Wärme besser leitet als Luft, entzieht es sie der Haut schneller. 

Frauen frieren schneller als Männer

Frauenfüsse werden besonders schnell kalt.  Bild: Shutterstock

Frauen sind, es muss leider gesagt werden, das schwache Geschlecht. In Sachen Wärmehaushalt, wohl verstanden. Ihre Haut ist im Schnitt 2,8 °C kühler als die von Männern. Der Grund dafür liegt darin, dass die Männer mehr Masse als Frauen haben, auch bei gleicher Grösse. Ihr Körper besteht zudem zu 40 Prozent aus Muskelmasse (bei den Frauen sind es nur 23 Prozent), und die Muskeln produzieren mehr Wärme – auch im Ruhezustand. 

Diese Wärme verteilt sich zudem auch noch besser im männlichen Körper; bei den Frauen konzentriert sie sich mehr auf die Körpermitte. Darum klagen acht von zehn Frauen über kalte Füsse – Frauenzehen werden weniger gut durchblutet und damit weniger gut gewärmt. Bei Kälte können sie bis auf 8 °C abkühlen. 

Alkohol wärmt nicht wirklich

Alkohol wärmt – aber die Wärme ist trügerisch. Bild: Shutterstock

Wenn es Stein und Bein friert, gibt es nichts Besseres als einen tüchtigen Schluck Schnaps. Diesen Ratschlag hört man nicht selten, aber er ist nicht hilfreich: Alkohol, chemisch eigentlich Ethanol, erweitert nämlich die Blutgefässe. Das führt zwar tatsächlich zu einem kurzfristigen Wärmeschub in den äusseren Körperteilen. Doch die stärkere Durchblutung der Peripherie führt unterm Strich zu stärkerem Wärmeverlust und entzieht zudem den inneren Organen Wärme.  

Das subjektive Wärmegefühl, das der Alkoholgenuss vermittelt, verdankt sich zum Teil auch der Tatsache, dass man die Kälte unter Alkoholeinfluss weniger bemerkt. Dies kann aber erst recht zur Unterkühlung beitragen.  

An Aluminium friert die Zunge am schnellsten an

Besser nicht machen: Bei Kälte eine Metallstange ablecken.  Bild: PD

Nicht nur die Zunge kann bei Minusgraden an einer Metallstange anfrieren; dies kann auch mit der Handfläche geschehen. Die Zunge ist allerdings besonders gefährdet, weil sie stets mit einer Schicht Speichel bedeckt ist. Sobald diese dünne Wasserschicht mit dem kalten Metall in Berührung kommt, bilden sich blitzschnell Eiskristalle, die wie Sekundenkleber die feinen Poren der Zunge mit der Stange verbinden. 

Abgesehen von der Hautfeuchtigkeit und der Temperatur spielt bei diesem schmerzhaften Prozess auch das Material der Stange eine wichtige Rolle. Plastik ist weniger gefährlich, weil es Wärme nicht so gut leitet wie Metall. Und auch beim Metall gibt es Unterschiede: Bei einer Stahlstange friert die Zunge erst ab -6 °C fest, während bei einer Aluminiumstange schon eine Temperatur von -2 °C genügt. 

Bei extremer Kälte produziert unsere Haut kein Fett mehr

Kälte begünstigt die Austrocknung der Haut. Bild: Shutterstock

Der Winter ist kein Zuckerschlecken für unser grösstes Organ. In den geheizten Räumen entzieht die trockene Luft der Haut Feuchtigkeit. Draussen in der kalten Luft ist die Luftfeuchtigkeit in der Regel auch gering, das begünstigt die Austrocknung. Zudem ziehen sich die Blutgefässe unter der Haut bei Kälte zusammen, damit wird die Blutzufuhr zur Haut gedrosselt. Sie erhält dadurch zu wenig Sauerstoff und Nährstoffe. 

Wenn die Temperatur unter 8 °C fällt, schränken ausserdem die Talgdrüsen ihre Tätigkeit ein und produzieren immer weniger Hautfett. Bei extremer Kälte wird die Fettproduktion sogar ganz eingestellt. Damit wird der schützende Fettfilm durchlässig und es geht noch mehr Feuchtigkeit verloren. 

Beim Anziehen gilt das Zwiebelprinzip

Zwischen den verschiedenen Kleiderschichten wird die warme Luft isoliert.  Bild: Shutterstock

Das Zwiebelprinzip – die Kleider in mehreren Schichten übereinander zu tragen – ist sinnvoll, da die warme Luft zwischen den Schichten isoliert wird. Wichtig ist dabei die Wahl der richtigen Materialien: Die unterste Schicht soll Schweiss wegtransportieren und Wärme isolieren. Baumwolle ist dafür nicht so gut geeignet, denn sie saugt den Schweiss auf und wird nass. Ein Polyester- oder Merino-Shirt eignet sich besser für diesen Zweck.  

Bonus-Fakt: Bei Kälte schrumpft der Eiffelturm

Bei Temperaturen unter dem Nullpunkt schrumpft der Eiffelturm in Paris um bis zu 15 cm. 

Metall zieht sich bei Kälte zusammen. Auch beim Eiffelturm in Paris. Bild: Shutterstock

Dieser Artikel wurde im Januar 2015 erstmals auf watson veröffentlicht. Aus aktuellem Anlass haben wir ihn aus dem Archiv genommen und leicht aufgefrischt. 

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Brikne, 20.7.2017
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15
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15Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • malu 64 07.01.2017 18:14
    Highlight Die gesellschaftliche Temperatur wird immer kälter, das kannst du mit keinem Thermometer
    messen.
    1 0 Melden
  • re.do 07.01.2017 10:57
    Highlight was genau gefriert bei -89°C.? der hauptbestandteil der atemluft ist auch beim ausatmen stickstoff (78%) der wird bei -196°C flüssig und bei -210°C fest. sauerstoff hats noch 17% drin (siedepunkt -183°C / schmelzpunkt -218°C). die feuchtigkeit gefriert schon bei 0°C und fällt nicht als eisklotz auf den boden und das bisschen CO2 (3.5%) das bei -78.5°C sublimiert, wird ebenfalls nicht als eisklotz auf den boden fallen. hmmm...
    15 12 Melden
    • Lip_Gallagher 07.01.2017 14:53
      Highlight 😉
      25 2 Melden
    • re.do 07.01.2017 15:48
      Highlight @lip - naja ich denke ich bin nicht so die spassbremse wenns ums feiern geht. aber wenn hier ein nachrichtenportal schamlos übertreibt, find ich das schwierig. mach mir dann gedanken, ob das bei den anderen artikel auch so gehandhabt wird.
      13 0 Melden
  • sowhat 07.01.2017 09:16
    Highlight Off Topic, aber trotzdem: endlich mal wieder ein Artikel in gutem deutsch und ohne Schreib- und Grammatikfehler. Danke, das ist erhohlsam zu lesen.
    36 1 Melden
    • DomiNope 07.01.2017 10:21
      Highlight Ist auch schon zwei Jahre alt...
      24 0 Melden
  • Lavaro 07.01.2017 08:48
    Highlight Der Eiffelturm ist nicht das einzige was bei Kälte schrumpft... 🙄
    101 0 Melden
  • Gelöschter Benutzer 07.02.2015 09:01
    Highlight ein bißchen klugscheißen: kälte gibt es rein physikalisch gar nicht.. es ist nur weniger warm.. es wird ab dem absoluten nullpunkt aufwärts gemeßen..
    63 7 Melden
    • Chriesi 07.01.2017 13:05
      Highlight "Da der absolute nullpunkt bei -273 grad liegt, existiert physikalisch betrachtet keine kälte. Kälte in unserem sinne ist eigentlich das fehlen von wärme."
      Keine ahnung warum, aber das ist nach meiner lehre einfach hängen geblieben 🙈😂😂
      11 1 Melden
  • Gelöschter Benutzer 07.02.2015 00:06
    Highlight Ich musste mal meine Schwester recht unsanft von einer Stange pflücken weil sie die Eiskristalle ablecken wollte. Gibt es eine andere Variante anstelle brachialer Gewalt?
    9 2 Melden
    • Gelöschter Benutzer 07.02.2015 08:59
      Highlight lauwarmes waßer..:) zb..:)
      25 0 Melden
    • Gelöschter Benutzer 07.02.2015 09:26
      Highlight Haha....hab ich immer dabei. Aber gute Idee um meine Schwester und die Stange in eine Eisskulptur zu verwandeln. :)
      14 2 Melden
    • DarkStanley 07.02.2015 11:40
      Highlight Versuche, die Kontaktstelle von Zunge und Stange mit deiner Zunge zu erwärmen.
      75 0 Melden
    • Gelöschter Benutzer 07.02.2015 15:56
      Highlight Gemeinsames abhängen an der Stange bis zum Frühling.....:D
      43 1 Melden
    • supremewash 07.01.2017 16:27
      Highlight Anpinkeln hilft sicher.
      10 0 Melden

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