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Spain's acting Prime Minister Mariano Rajoy, left, shakes hands with Catalan regional President Carles Puigdemont at the Moncloa Palace in Madrid, Spain, Wednesday, April 20, 2016. Rajoy held his first official meeting with Catalonia's pro-independence regional president, Carles Puigdemont, with talks likely to center on the region's finances although the secession issue is certain to surface. The independence drive has gathered force in recent years after Catalonia failed to win more financing concessions from Madrid. (AP Photo/Paul White)

Hier noch in Frieden: Der spanische Ministerpräsident Rajoy mit Puigdemont im April 2016. Bild: AP/AP

Vom Nobody zum Schrecken Spaniens – das ist Carles Puigdemont



Wohl nie hat es der Chef einer einzelnen spanischen Region zu so viel medialer Aufmerksamkeit in ganz Europa geschafft wie Carles Puigdemont. Der im katalanischen Bergdörfchen Amer geborene Sohn eines Konditormeisters studierte Philologie und wurde danach Journalist.

1983 überlebte er einen schweren Verkehrsunfall. Die Kopfnarben, die er davontrug, versucht er mit einer in Spanien viel kommentierten Frisur zu verdecken. In den 90er-Jahren reiste Puigdemont oft nach Südosteuropa, um unter anderem am Beispiel des damaligen Jugoslawiens «Nationen ohne Staat» zu studieren.

Puigdemont arbeitete für mehrere Regionalzeitungen und war 1998 Mitgründer der Katalanischen Nachrichten-Agentur. 2004 übernahm er die Leitung des englischsprachigen Blattes «Catalonia Today» und erst zwei Jahre später trat er in die Politik ein.

Dann ging es aber Schlag auf Schlag: 2011 wurde er zum ersten nichtsozialistischen Stadtpräsident der katalanischen Stadt Girona nach der Franco-Diktatur (1939-1975) gewählt.

2015 avancierte er zum Vorsitzenden des einflussreichen «Verbandes der Gemeinden für die Unabhängigkeit Kataloniens» (MAI), dem rund 750 der 948 Gemeindepräsidenten der Region angehören. Und im Januar 2016 stieg er zum Chef der katalanischen Regionalregierung auf.

Abstimmungs- und Wahlerfolg

Trotz grossen Widerstands der spanischen Zentralregierung und eines gerichtlichen Verbots organisierte Puigdemont für den 1. Oktober 2017 eine Volksabstimmung über die Abspaltung Kataloniens. Die Separatisten setzten sich bei der von Madrid verbotenen Abstimmung durch - Puigdemont aber nutzte das nichts. Erst wurde er von Madrid als Regionalchef abgesetzt, kurz darauf floh er aus Angst vor der spanischen Justiz nach Brüssel.

FILE - In this Dec. 21, 2017 file photo ousted Catalan leader Carles Puigdemont takes the podium at a gathering to watch the election results for Spain's Catalonia region at the Square Meeting Center in Brussels. The lawyer for fugitive former Catalan leader Carles Puigdemont says that he is being held by German police. Jaume Alonso-Cuevillas has confirmed to The Associated Press that German police stopped Puigdemont on Sunday, March 25, 2018  when he was crossing the border from Denmark. (AP Photo/Virginia Mayo,file)

Wurde auf dem Rückweg nach Belgien ins Exil verhaftet: Carles Puigdemont. Bild: AP/AP

Gegen Puigdemont wird unter anderem wegen Rebellion und Veruntreuung öffentlicher Mittel ermittelt, weil er das für Madrid illegale Referendum aus öffentlichen Mitteln finanzierte. Die Neuwahl in Katalonien am 21. Dezember 2017 machte Puigdemont zu einer Abstimmung über die Nationalfrage.

Wieder siegten die Separatisten, doch wegen des Haftbefehls konnte Puigdemont nicht erneut für die Präsidentschaft der Region kandidieren. Stattdessen versuchte er aus dem Exil Einfluss auf die Entwicklung in seiner Heimat zu nehmen. Ein europäischer Haftbefehl Spaniens setzte dem nun ein Ende. (sda/dpa)

Massendemo in Barcelona – gegen die Unabhängigkeit

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Massendemo in Barcelona – gegen die Unabhängigkeit
quelle: epa/efe / toni albir
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Über 20 Anschläge im 2017:

Video: srf

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