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«Mein Gedächtnis ist meine Kamera» – Tim ter Wal zeichnet alles aus dem Kopf

25.07.2017, 20:1626.07.2017, 08:44

Tim ter Wal ist Autist. Das schreibt der Holländer direkt auf seiner Homepage. Und fügt an: 

«Viele Leute denken, dass Autismus eine Störung ist, aber ich sehe es eher als eine Gabe.»

Ter Wal wird 1984 in Alkmaar geboren, wohnt aber schon lange in Almere, einem erst in den 80er-Jahren angelegten, rasant wachsenden Vorort von Amsterdam. 

Schon als er mit drei Jahren in die Kinderkrippe kommt, fällt auf: Der Kleine kann für sein Alter überdurchschnittlich gut zeichnen. 

«Ich bin mit einem ausserordentlichen Talent auf die Welt gekommen.»

Seit seinem siebten Lebensjahr interessiert sich ter Wal verstärkt für städtische Landschaften. Er liebt Architektur und zeichnet die Wohnviertel in seiner Umgebung – aus dem Kopf. Ter Wal hat ein fotografisches Gedächtnis. Er kann Bilder nach Belieben abspeichern und später vor sein geistiges Auge holen, wenn er zeichnet: 

«Mein Gedächtnis ist meine Kamera.»

Später interessiert er sich immer mehr für Industrie-Landschaften. Aber auch Tiere und Fantasie-Welten zeichnet er gern. 

Bild: Tim ter Wal

Ter Wal benötigt keinerlei Hilfsmittel wie Lineal, Lupe oder Schablone. Er zeichnet etwa 16 Stunden in der Woche. Für eine detailreiche Zeichnung im A3-Format braucht er ungefähr einen Monat. 

Bild: Tim ter Wal

Ter Wal fertigt auch Auftragsarbeiten an. Aber er schaut dann, dass er genug Zeit dafür hat:  

«Zeichnen unter Zeitdruck finde ich mühsam.»

Man könnte ihn einen Präzisionszeichner nennen, schreibt ter Wal. Sich selber bezeichnet er aber lieber als Detailkünstler. Seine Werke sind in limitierter Auflage zu kaufen

(dhr)

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5 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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dag01
25.07.2017 20:58registriert Februar 2016
«Viele Leute denken, dass Autismus eine Störung ist, aber ich sehe es eher als eine Gabe.»

Nur wenige Autisten haben eine Inselnegabung. Leider wird eine Autismus-Spektrums-Störung viel zu oft mit einer Inselbegabung in Zusammenhang gebracht.
Mit oder ohne Inselbegabung - Autismus ist fast immer eine sehr einschneidende Diagnosse für alle Beteiligten.
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So krass sind die sozialen Folgen einer unheilbaren Erkrankung
Über 2 Millionen Menschen in der Schweiz sind chronisch krank. Auch meine Freundin Andrea. Wie krass die sozialen Folgen einer solchen Erkrankung sind, bekomme ich an ihrem Beispiel mit. Wie schwierig es manchmal ist, Verständnis aufzubringen, sehe ich an mir selbst.

Schon wieder. Ich habe mich mit Andrea in einem Café verabredet, und sie taucht nicht auf. Obwohl sie vor einer Stunde noch getextet hat, es gehe ihr heute gut, sie würde es schaffen. Ich weiss, dass es nichts mit mir zu tun hat. Ich weiss, dass sie nichts lieber täte, als mit mir einen Kaffee zu trinken jetzt. Trotzdem bin ich hässig. Nicht auf sie. Auf diese verdammte Krankheit, die mir meine zuverlässige, loyale, lebenslustige Freundin genommen hat.

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