Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Entgegen der EU-Waffenrichtlinie: Sturmgewehr soll in Schweizer Stuben bleiben



Ein Rekrut der Aufklaerer Rekrutenschule in Thun rennt am 15. August 2007 mit dem Sturmgewehr im Anschlag waehrend einer Gefechtsuebung im Parcour. (KEYSTONE/Martin Ruetschi)

A recruit of the spotter military training school runs with his assault rifle over a course during a combat exercise on the military training area in Thun, Switzerland, pictured on August 15, 2007. (KEYSTONE/Martin Ruetschi)

Er soll die Waffe behalten dürfen.  Bild: KEYSTONE

Sportschützen und -schützinnen sollen weiterhin mit halbautomatischen Gewehren schiessen und Armeeangehörige ihre Waffen nach der Entlassung behalten dürfen. Der Bundesrat will die EU-Waffenrichtlinie pragmatisch umsetzen.

Möglich machen dies Ausnahmebewilligungen vom vorgesehen Verbot dieser Waffen. Im Zentrum der verschärften EU-Vorschriften stehen halbautomatische Gewehre und Pistolen mit Magazinen mit grossem Fassungsvermögen. Darunter ist das Sturmgewehr 90 der Schweizer Armee, das auch Sportschützen üblicherweise benützen.

Für Gewehre liegt die Grenze bei 10 Schuss im Magazin, für Pistolen bei 20 Schuss. Diese Waffen seien gefährlich, weil mit ihnen ohne Nachladen mehrere Male geschossen werden kann. Ziel der neuen Gesetzgebung ist, den Zugang zu diesen Waffen zu beschränken und den Informationsaustausch im Schengen-Raum zu verbessern.

Regelmässige Trainings nachweisen

Am Freitag verabschiedete der Bundesrat die Botschaft zur Umsetzung der EU-Waffenrichtlinie in der Schweiz. Im Antrag nimmt er Rücksicht auf die Sportschützen. Sie können weiterhin mit Sturmgewehren schiessen, wenn sie entweder Mitglied in einem Schiessverein sind oder nachweisen können, dass sie regelmässig schiessen.

Die EU will das Schweizer Sturmgewehr verbieten. Gut oder schlecht?

Wer seine Armeewaffe nach dem Dienst übernehmen will, kann dies weiterhin tun. Möglich macht das eine Ausnahmeregelung, die mit der EU ausgehandelt werden konnte.

Wer bereits eine Waffe besitzt, die gemäss Richtlinie verboten ist, muss dies innerhalb von drei Jahren beim kantonalen Waffenbüro bestätigen lassen. Nötig ist das nur, wenn die Waffe noch nicht registriert ist oder wenn der Besitzer sie nicht direkt bei der Entlassung aus dem Dienst von der Armee übernommen hat.

Ausnahmebewilligungen sind auch für Sammler und Museen möglich. Sie können verbotene halbautomatische Waffen in ihren Beständen haben, wenn sie nachweisen können, dass sie sie sicher aufbewahren. Waffen, für die die Ausnahmebewilligung nötig ist, müssen Sammler und Museen in einer Liste aufführen.

Drohung mit Referendum

Die EU-Waffenrichtlinie stand von Beginn weg im Visier der Kritik: Der Schweizerische Schiesssportverband, der Schweizerische Unteroffiziersverband und Pro Tell, die Gesellschaft für ein freiheitliches Waffenrecht, drohten bereits mit dem Referendum. Von den grossen Parteien stellte sich die SVP gegen die Vorlage.

Als «Schengen»-Land ist die Schweiz jedoch verpflichtet, beim nach den Terroranschlägen von Paris von der EU verschärften Waffenrecht nachzuziehen. Sie muss die neuen Bestimmungen bis zum 31. Mai 2019 umsetzen.

Der Bundesrat betont in seiner Botschaft nun die Wichtigkeit des Schengen-Abkommens für die Schweiz bei der Bekämpfung von Kriminalität. Das Dublin-Abkommen wiederum sei zentral für die Schweizer Asylpolitik. Ausserdem führt er Kosten ins Feld.

Ein eigenes, mit «Schengen» vergleichbares System für die innere Sicherheit aufzubauen, würde laut einem Anfang Jahr veröffentlichten Bericht 400 bis 500 Millionen Franken kosten. Ein Wegfall von Schengen/Dublin würde der Volkswirtschaft Einkommensverluste von bis zu 11 Milliarden Franken im Jahr verursachen. (sda)

Beste Armee der Welt

Das sind die besten Rekruten der besten Armee der Welt

Link zum Artikel

Der Armee gehen die Soldaten aus – und Schuld sei der Zivildienst

Link zum Artikel

Geldstrafe wegen schiefen Tönen: Die Armee büsste schon drei Musiker, die falsch spielten

Link zum Artikel

Verlorene Panzer, übermütige Rekruten und Wasserdiebstahl: Die 11 grössten Fails der Schweizer Armee

Link zum Artikel

Die beste Intriganten-Truppe der Welt – die Armee hat ein Mobbing-Problem

Link zum Artikel

Im Kampfjetpoker bekommt es Amherd mit Schneider-Ammanns Truppen zu tun

Link zum Artikel

Armee wollte «Hakenkreuz»-Rekruten Karriere machen lassen

Link zum Artikel

Hitlergruss und Hakenkreuz: Brisantes Foto von Schweizer Soldaten aufgetaucht

Link zum Artikel

Kritik für Bundesrat Parmelin – Notbremse wurde bei Raketen-Beschaffung voreilig gezogen

Link zum Artikel

Bodluv-Desaster: Norweger boten der Schweiz ein weit günstigeres Abwehrsystem an

Link zum Artikel

F/A-18 Flieger sollen für den Erdkampf umgerüstet werden: Parmelins Pläne unter Beschuss

Link zum Artikel

Mit 19 oder 25? Wann du in die RS musst, kannst du künftig selbst entscheiden

Link zum Artikel

Neue Kampfjets: Airbus will die Schweiz vom Eurofighter überzeugen

Link zum Artikel

Wie die Schweizer Armeewaffen verschwinden

Link zum Artikel

Jeder vierte Militärpflichtige ist übergewichtig

Link zum Artikel

Militärkader kommen in Yverdon mit Geldstrafen und Freispruch davon

Link zum Artikel

Blocher: Die Europäer haben «ihre Armeen verludern lassen, auch die Schweiz»

Link zum Artikel

Referendum «Nein zur Halbierung der Armee!» ist gescheitert

Link zum Artikel

Wie werde ich untauglich? Wir sammeln die besten Militär-Ausreden 

Link zum Artikel

Norwegen macht's vor: Bundesrat soll Dienstpflicht für Frauen prüfen

Link zum Artikel

Frauen antreten! Warum wir endlich auch von der Dienstpflicht profitieren wollen 

Link zum Artikel

Danke, liebe User! Ihr seid einfach grossartig: Eure Top-13 der Militär-Ausreden

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Die Mehrheit der Schweizer will stabile Beziehungen zur EU – aber nicht um jeden Preis

Eine deutliche Mehrheit der Schweizerinnen und Schweiz erachtet stabile Beziehungen mit der Europäischen Union (EU) als wichtig. Das Rahmenabkommen geniesst bei der Weiterentwicklung der Beziehungen Priorität – jedoch nicht um jeden Preis. Dies zeigt das Europabarometer, eine jährlich veröffentlichte Umfrage der Grossbank Credit Suisse und des Europa Forums Luzern.

Eine klare Mehrheit von 65 Prozent wünscht sich, dass die Schweiz und die EU ihre Beziehungen weiterentwickeln. Das entspricht einer …

Artikel lesen
Link zum Artikel