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Fußball Champions League: Viertelfinal-Hinspiel, Borussia Dortmund - AS Monaco am 12.04.2017 im Signal Iduna Park in Dortmund (Nordrhein-Westfalen). Torwart Roman Buerki von Dortmund traegt beim Aufwaermen ein Trikot mit der Rueckennummer für den beim Sprengstoffanschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund verletzt fehlenden Teamkollegen Marc Bartra. (KEYSTONE/DPA/Bernd Thissen)

Roman Bürki setzte vor dem Spiel gegen Monaco ein Zeichen für seinen verletzten Teamkollegen Marc Bartra. Bild: DPA

Roman Bürki: «Die Aussagen der UEFA sind die grösste Frechheit, die es gibt»

Fünf Tage nach dem Sprengstoffanschlag auf den Dortmunder Teambus hat sich Roman Bürki in einem Interview mit der Sonntags-Zeitung erstmals ausführlich zum Terror-Angriff geäussert. Der Schweizer Goalie erhebt schwere Vorwürfe an die Adresse der UEFA.



«Ich habe noch immer Probleme, schlafen zu können. Im Unterbewusstsein zucke ich zusammen und schrecke darum auf. Das ist das Schlimmste: dass ich keine Nacht durchschlafen kann.» Die Bombenexplosionen hallen nach, der Schock sitzt beim BVB-Keeper tief: «Ich muss drei Kreuze an die Decke machen, dass ich noch am Leben bin.»

epa05903396 A view on the damaged Borussia Dortmund's team bus after it was hit by three explosions in Dortmund, Germany, 11 April 2017. According to reports, Borussia Dortmund's team bus was damaged by three explosions on 11 April, as it was on its way to the stadium ahead of the UEFA Champions League soccer match between Borussia Dortmund and AS Monaco. Borussia Dortmund's player Marc Bartra was injured and is hospitalized. The match has been postponed.  EPA/STR

Der durch die Explosionen beschädigte Mannschaftsbus des BVB. Bild: STR/EPA/KEYSTONE

Von der profanen Normalität ist der 26-Jährige weit entfernt. Quälende Fragen kreisen im Kopf: «Warum? Warum ist das passiert? Wieso wir Fussballer als Ziel? Wir haben uns doch immer von politischen Themen distanziert. Uns anzugreifen, ist doch komplett absurd.»

Unverständnis über den Entscheid der UEFA

Für den Entscheid, den Champions-League-Viertelfinal knapp 24 Stunden nach der Attacke auf die Equipe neu anzusetzen, bringt er nicht das geringste Verständnis auf: «Für mich war schlimm, dass wir schon am Tag nach dem Anschlag wieder spielen mussten. Wenn wir hätten wählen können, von uns hätte keiner gespielt.»

«Wenn ich dann am nächsten Tag von irgendeinem Sprecher der UEFA oder der FIFA höre, das Spiel wäre abgesagt worden, wenn jemand ums Leben gekommen wäre ... Also, das ist doch wohl die grösste Frechheit, die es gibt.»

Roman Bürki

Er habe während der Partie gegen Monaco (2:3) alles immer etwas später wahrgenommen – «als hätte ich einen Schleier vor den Augen»; hinterher seien bei jedem Spieler Tränen geflossen, so Bürki im Gespräch mit der Sonntags-Zeitung am Tag nach der Rückkehr in die Bundesliga gegen die Eintracht Frankfurt (3:1).

Was hältst du vom Entscheid der UEFA, das Spiel gleich am Folgetag des Anschlags anzusetzen?

Der Schweizer hat wie der Dortmunder Coach Thomas Tuchel auch die UEFA im Verdacht, Druck ausgeübt zu haben, die Partie bereits am Tag danach durchzuführen. «Ich spürte, dass es denen (UEFA) nur ums Geld geht und nicht um das Menschliche. Wenn ich dann am nächsten Tag von irgendeinem Sprecher der UEFA oder der FIFA eine Aussage höre, das Spiel wäre abgesagt worden, wenn jemand ums Leben gekommen wäre ... Also, das ist doch wohl die grösste Frechheit, die es gibt. Muss immer zuerst etwas Gravierendes passieren, bevor man handelt?»

epa05909536 Dortmund head coach Thomas Tuchel reacts  during the German Bundesliga soccer match between Borussia Dortmund and Eintracht Frankfurt at Signal Iduna Park stadium in Dortmund, Germany, 15 April 2017.  EPA/FRIEDEMANN VOGEL EMBARGO CONDITIONS - ATTENTION: Due to the accreditation guidelines, the DFL only permits the publication and utilisation of up to 15 pictures per match on the internet and in online media during the match.

Auch BVB-Trainer Thomas Tuchel zeigt wenig Verständnis für den Entscheid der UEFA. Bild: FRIEDEMANN VOGEL/EPA/KEYSTONE

Von der politischen Rhetorik hält Bürki wenig, als Direktbetroffener beurteilt er die Aussagekraft der in einem äusserst schwierigen Kontext veranstalteten Champions-League-Partie anders. Für ihn persönlich war das Spiel am letzten Mittwoch kein Statement gegen den Terrorismus: «Das war doch kein Zeichen, das war nur ein Ignorieren der Tatsachen.» (abu/sda)

Explosionen vor dem Champions-League-Spiel Dortmund – Monaco

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So verlief der Anschlag auf den BVB-Mannschaftsbus 2017
quelle: ap/ap / martin meissner
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