Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bild

Dionicio Farid erfand eine Bilderbuch-Karriere – nun ist er aufgeflogen. bild: twitter

19-jähriger Mexikaner macht sich auf Instagram zum Juve-Talent – und keiner merkt's



Dionicio Farid Rodriguez Duran hatte denselben Traum, den so viele Teenager rund um den Globus haben: Er wollte Profifussballer werden. Leider fehlte dem 19-jährigen Mexikaner das nötige Können. In der heutigen Zeit kein Problem … via Social Media machte sich Farid kurzerhand zu einem aufstrebenden Talent von Juventus Turin.

Auf Instagram legte er ein Fake-Profil an und lebte seinen Traum so zumindest virtuell. Farid änderte mit Photoshop Bilder einer Nachwuchs-Mannschaft von Juventus, indem er seinen Kopf auf den Körper eines echten Spielers setzte und behauptete, es sei die U20. Niemandem fiel auf, dass Juve nur ein U21-Team, nicht aber eine U20-Mannschaft führt.

Bild

Auf den Kopf des Portugiesen Joao Serrao setzte Farid seinen eigenen. bild: twitter/@ BillyEscobar7

In einem weiteren seiner insgesamt 32 Instagram-Beiträgen zeigte er sich im Juve-Trikot mit der Nummer 41 und schrieb unter den Post ziemlich dreist: «Sehr glücklich über mein erstes Tor und unsere Leistung.» Ausserdem zeigte er sich dabei, wie er kleinen Kindern Autogramme gibt.

Bild

Farid? Ein künftiger Star. Ganz klar … bild: twitter

Bild

Wie ein echter Star: Farid gibt Autogramme. bld: twitter

Auch den früheren Verlauf seiner Karriere erfand Farid sorgfältig. Er gab an, für die mexikanischen Klubs Lobos BUAP und UNAM Pumas gespielt zu haben, bevor Juventus während eines USA-Aufenthalts auf ihn aufmerksam geworden sei. Seine Eltern hätten 7000 Pesos gespart, um ihn dann nach Europa zu schicken.

Bald hatte Farid auf Instagram mehr als 16'000 Follower. Auf den ersten Blick wirkte alles echt – so echt, dass sogar mexikanische Journalisten auf Farids Lügengeschichten hereinfielen. 

Bild

Farid jongliert im Juve-Tirkot – die Tattoos dürfen nicht fehlen. bild: twitter

Farid gibt erste Interviews, in der Tageszeitung «El Mundo de Tehuacan» erscheint im September 2017 eine mehrseitige Reportage über das 19-jährige Supertalent und der «Marcador» stilisiert ihn bereits zum kommenden Juve-Stammspieler hoch.

Bild

In Mexiko erscheinen Zeitungsberichte über Farid. bild: twitter

ESPN Mexico bemüht sich in der Folge mehrmals um ein Interview ... vergebens. Mittlerweile ist Farids Schwindel aufgeflogen. Sein Instagram-Account wurde am 10. Oktober gelöscht und der kurze Ruhm des Fake-Fussballers ist in den unendlichen Weiten des Internets verschwunden.

Farids Vorgänger: Dia und Kaiser

Farid ist übrigens nicht der erste Fake-Fussballer. Der Senegalese Ali Dia wurde 1996 vom FC Southampton verpflichtet, nachdem er behauptet hatte, 13-facher Nationalspieler und Cousin von Weltfussballer George Weah zu sein. Alles erfunden – und trotzdem kam Dia gegen Leeds United zu einem 53-minütigen Einsatz in der Premier League.

Wegen vieler Verletzter kam Dia in der 32. Minute aufs Feld, wurde in der 85. Minute aber wieder ausgewechselt. «Er sah aus wie ‹Bambi on Ice›, es war richtig peinlich», sagte der damalige Teamkollege Matt Le Tissier damals. Es blieb Dias einziger Einsatz, danach wurde der Vertrag aufgelöst. Erst zwei Jahrzehnte später erzählte Dia in einem lesenswerten Artikel seine Sicht der Dinge und sagte: «Ich habe ein reines Gewissen.»

abspielen

Die Geschichte von Ali Dia. Video: YouTube/Milos Cuparic

Unvergessen auch die Story von Carlos Henrique Kaiser, der trotz mangelndem Talent 20 Jahre immer wieder einen Profivertrag erhielt. Meist simulierte er Verletzungen, um nicht spielen zu müssen. Prominente Fussballerkollegen halfen ihm immer wieder, irgendwo Unterschlupf zu finden. Warum? Weil sie den «Kaiser» sympathisch fanden.

Sie waren «Golden Boys»: Zum besten Talent der Welt gekürt

Putin macht eine Instastory

Video: watson/Emily Engkent

Rassismus-Vorwürfe gegen einen FCSG-Spieler – was geschah im Testspiel gegen Bochum?

Link zum Artikel

Ein Problem namens Wanda – wie Torjäger Mauro Icardi bei Inter in Ungnade gefallen ist

Link zum Artikel

Kevin-Prince Boateng haut neuen Rapsong raus – aber was macht das Pferd da eigentlich?

Link zum Artikel

Marcel Reif zum St.Galler VAR-Drama: «Das ist nicht die Idee des VAR, so schadet er»

Link zum Artikel

Topklubs haben schon fast 1 Milliarde für Transfers ausgegeben – die Übersicht

Link zum Artikel

Oh Mäzen, mein Mäzen – wie der Schweizer Fussball ums finanzielle Überleben kämpft

Link zum Artikel

11-Jähriger trifft Messi im Strandurlaub – und spielt eine Runde mit ihm

Link zum Artikel

Falschen Jallow verpflichtet: Türkischer Klub leistet sich Transfer-Blamage des Sommers

Link zum Artikel

Warum es besser wäre, wenn jeder Klub nur noch drei Transfers tätigen dürfte

Link zum Artikel

Wir würden als Sportchefs für 100 Millionen diese Teams zusammenstellen – und du?

Link zum Artikel

Die teuersten Teenager der letzten 25 Jahre – so krass sind die Transfersummen explodiert

Link zum Artikel

Nur noch 7 Profis im Kader – Traditionsklub Bolton droht der totale Kollaps

Link zum Artikel

Kein Witz! Darum heisst Juventus Turin im neusten FIFA-Game «Piemonte Calcio»

Link zum Artikel

Barça patzt, Real profitiert – das ist der «japanische Messi» Takefusa Kubo

Link zum Artikel

Psychologe analysiert Tattoos von Fussballprofis – mit klarem Ergebnis

Link zum Artikel

«Hunderte Dinge haben mich genervt» – dieser Fan boykottiert seit einem Jahr Fussball

Link zum Artikel

Der ÖFB-Cup als Fundgrube für jeden mit einem Herz für grossartige Klubnamen

Link zum Artikel

Ausländer-Trios, werbefreie Trikots oder das Nasenpflaster – 16 Dinge, die aus dem Fussball verschwunden sind

Link zum Artikel

Vier Gründe, warum Bayern München einfach keinen Topstar abkriegt

Link zum Artikel

Liga gibt zu, dass der VAR in St.Gallen nicht hätte eingreifen dürfen

Link zum Artikel

4 Fussball-Stars erstreiken sich den Wechsel – und immer soll es zu Barcelona gehen

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Bei Leeds United sitzt Osama Bin Laden in der ersten Reihe

Zahlreiche Fussballklubs setzen in der Corona-Zeit auf Zuschauer aus Karton. So soll die Geisterspiel-Kulisse etwas weniger trostlos sein. Auch Leeds United, Spitzenklub in der zweithöchsten englischen Liga, hat seinen Fans die Möglichkeit geboten, ein Foto ihres Kopfes einzusenden, um danach auf Karton im Stadion dabei zu sein. Dabei rutschte dem Klub auch ein Bild von Osama Bin Laden durch – und er platzierte den getöteten Terroristenführer gar ganz zuvorderst:

25 Pfund mussten die Fans …

Artikel lesen
Link zum Artikel