Astronomie
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epa06199149 A handout photo made available by NASA on 12 September 2017 shows an image captured by the Cassini spacecraft of one of its last looks at Saturn and its main rings from a distance of approximately 1.4 million kilometers, 28 October 2016. The Saturn system has been Cassini's home for 13 years, but that journey is nearing its end. The spacecraft will end its expedition on 15 September 2017, following a series of 22 dives through the 2,400km gap between Saturn and its rings, with a final plunge into the gas giant. The operation aims at gaining insights into the planet's structure and atmosphere as well as at capturing views of its inner rings. NASA's Cassini spacecraft is in orbit around Saturn since 2004.  The Cassini mission is a cooperative project of NASA, ESA (the European Space Agency) and the Italian Space Agency.  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Die Ringe des Saturn sind vergänglich. Vergänglicher als der Gasriese selbst.  Bild: EPA/NASA

Saturn verliert seine Ringe – und zwar schneller als gedacht



Der Planet Saturn verliert seine majestätischen Ringe, und zwar in höherem Tempo als gedacht. Das schliessen Astronomen um James O’Donoghue von der US-Weltraumbehörde Nasa aus einer Analyse der Saturnatmosphäre.

Die Eisteilchen der Ringe werden demnach in vergleichsweise grosser Menge von der Schwerkraft des Gasriesen abgesaugt. In 100 Millionen Jahren könnten die Ringe verschwunden sein, erläuterte O’Donoghue in einer Mitteilung der Universität Leicester. Die Forscher stellen ihre Analyse im US-Fachblatt «Icarus» vor.

epa04127466 A picture made available by NASA/JPL/Space Science Institute on 16 March 2014 and taken on 19 January 2007 shows a view of Saturn and its rings -- the visible documentation of a technique called a 'pi transfer' completed with a Titan flyby. A pi transfer uses the gravity of Saturn's largest moon, Titan, to alter the orbit of the Cassini spacecraft so it can gain different perspectives on Saturn and achieve a wide variety of science objectives. Taking in the rings in their entirety was the focus of this particular imaging sequence. Therefore, the camera exposure times were just right to capture the dark-side of its rings, but longer than that required to properly expose the globe of sunlit Saturn. Consequently, the sunlit half of the planet is overexposed. The view is a mosaic of 36 images -- that is, 12 separate sets of red, green and blue images -- taken over the course of about 2.5 hours, as Cassini scanned across the entire main ring system. This view looks toward the unlit side of the rings from about 40 degrees above the ring plane. The images in this natural-color view were obtained with the Cassini spacecraft wide-angle camera at a distance of approximately 1.23 million km from Saturn. Image scale is 70 kilometers (44 miles) per pixel.  EPA/NASA/JPL/Space Science Institute  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY

Der Saturn ist nicht der einzige Planet mit Ringen, aber seine Ringe sind am eindrücklichsten.  Bild: EPA/NASA

Bereits die beiden «Voyager»-Sonden der Nasa hatten bei ihrem Vorbeiflug in den frühen 1980er Jahren Belege dafür gefunden, dass die Eisteilchen der Saturnringe auf den Planeten herabregnen und dabei dunkle Bänder in der Atmosphäre des Gasriesen bilden.

«Wir schätzen, dass dieser ‹Ring-Regen› den Saturnringen in einer halben Stunde die Entsprechung eines Olympia-Schwimmbeckens entzieht», berichtete O’Donoghue. In diesem Tempo werde das Ringsystem spätestens in 300 Millionen Jahren komplett verschwunden sein. 

Ring-Regen auch auf Saturn-Äquator

Es könnte allerdings noch wesentlich schneller gehen, denn hinzu kommt ein weiterer Verlust: Die europäisch-amerikanische Saturnsonde «Cassini», die 2004 bei dem Ringplaneten eingetroffen war, hatte zudem beobachtet, dass der Ring-Regen auch auf den Saturn-Äquator prasselt.

«Addiert man das von der Raumsonde »Cassini« nachgewiesene Ring-Material, das auf den Saturn-Äquator fällt, haben die Saturnringe weniger als 100 Millionen Jahre zu leben», erläuterte O'Donoghue. Verglichen mit dem Alter des Planeten von mehr als 4000 Millionen Jahren sei das eine vergleichsweise kurze Zeit.

Planet Saturn, Ringe

Zur Zeit der Dinos waren die Ringe des Gasriesen möglicherweise noch grösser und heller.  Bild: NASA

Weil sie so schnell verschwinden, gehen Forscher davon aus, dass die Ringe – in kosmischen Massstäben – noch nicht sehr lange existieren. «Das geringe Alter der Ringe hat einige wirklich erstaunliche Konsequenzen», ergänzte Ko-Autor Tom Stallard von der Universität Leicester.

«Es ist möglich, dass die Saturnringe zur Zeit der Dinosaurier sogar noch grösser und heller waren, als wir sie heute sehen. Irgendetwas Dramatisches muss sich bei Saturn ereignet haben, lange nachdem der Planet selbst sich gebildet hatte.» Die Forscher wollen das Phänomen nun weiter beobachten und dabei unter anderem untersuchen, wie sich die Ringe mit den Jahreszeiten auf Saturn verändern.

(sda/dpa)

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13Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Nietnagel 22.12.2018 12:16
    Highlight Highlight Zum Glück bleiben die Ringe für unsere Massstäbe noch lange erhalten, sonst müsste sich die Band „Rings of Saturn“ umbenennen...
  • Raudrhar 22.12.2018 07:55
    Highlight Highlight 100 Mio. Jahre... ich bin immer wieder fasziniert, mit welchen riesigen und für unser Vorstellungsvermögen absurden Masstäben man in der Astronomie rechnen muss.
  • ID# 22.12.2018 00:13
    Highlight Highlight Das spannende hier ist ja nicht das die Ringe "nicht mehr lange" da sein werden, sondern dass sie jung sein müssen, also die Theorie der Ringentstehung aus der Protoplanetaren Scheibe zusammen mit dem Planeten in Frage stellen. Eine Kollision grosser Monde wird so wahrscheinlicher, wobei dann nicht klar ist, wie die Dynamik ist: die Ringe sind ja selbst schön in einer Ebene, in Äquatorebene und ziemlich rund. Da gibt es noch einiges zu forschen! :)
  • Bynaus @final-frontier.ch 21.12.2018 20:42
    Highlight Highlight Addiert man die Masse der Ringe auf, kommt ein kleiner Mond mit knapp 400 km Durchmesser zusammen (heute - bei der Entstehung ursprünglich wohl noch mehr). Denkbar ist, dass ein kleiner Mond Saturn zu nahe kam und zerrissen wurde - oder aber, ein Zwergplanet aus dem äusseren Sonnensystem geriet auf die schiefe Bahn (heute würde man sagen: vielleicht wegen Planet 9?), flog zu nahe an Saturn vorbei und wurde (von den Gezeitenkräften) zerrissen.
  • lilie 21.12.2018 17:26
    Highlight Highlight Vielleicht könnte man ja die Saturnringe zum UNESCO-Naturerbe ernennen? Dann müssten die Saturnier dafür sorgen, dass sie erhalten bleiben. 🤔
    • Calvin Whatison 22.12.2018 11:23
      Highlight Highlight Ich wär für Saturnianer. 🤣🤣🤣
  • Murky 21.12.2018 17:17
    Highlight Highlight Wenigstens mal eine Veränderung an einem Planeten wo wir Menschen sicher nicht Schuld sind. Puh.
    • Stiggu LePetit 22.12.2018 00:16
      Highlight Highlight Wer weiss, wer weiss...
  • Kubod 21.12.2018 15:32
    Highlight Highlight Und Cassini so: Ich war's nicht

    Play Icon
  • Daenerys Targaryen 21.12.2018 15:25
    Highlight Highlight Ich dachte in den nächsten zehn Jahren oder so, aber das geht noch laaaaange... Aber schade ist es trotzdem.
    • E7#9 21.12.2018 16:32
      Highlight Highlight Ohne Hohn mit vollstem Respekt, es nimmt mich ehrlich wunder: Dachtest du das wirklich oder meinst du das ironisch?
    • Daenerys Targaryen 21.12.2018 16:49
      Highlight Highlight Tschuldige, ich hätte es deklarieren sollen: Enthält Spuren von Ironie.
    • loquito 21.12.2018 20:38
      Highlight Highlight 100 000 000 ist auch ein Klaks im Leben des Universums...

Wenn es Aliens gibt, wie sehen sie dann aus?

Der klassische Alien, wie wir ihn aus dem klassischen Science-Fiction-Film kennen, hat einen grossen Kopf mit einem hypertrophen Gehirnschädel, knopfartige schwarze Augen und lange, dünne Arme. Oder er ist ein blutrünstiges Monster, das scheusslich aussieht, giftigen Schleim absondert und unheimliche Geräusche von sich gibt.  

Wie man es dreht und wendet, der Alien ist immer eine Projektion unserer Ängste und Hoffnungen – wenigstens solange er nicht tatsächlich in Person vor uns …

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