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Eine Missionarsschule in der kanadischen Provinz Sasketchewan, ca. 1910.
Eine Missionarsschule in der kanadischen Provinz Sasketchewan, ca. 1910.Bild: keystone
Sektenblog

Mönche und Nonnen quälten bis in die Neuzeit Kinder zu Tode

In Kanada und den USA wurden in diesem Jahr mehr als 1000 Überreste von Kinderleichen entdeckt. Es dürften noch mehr werden.
13.07.2021, 19:21

Die katholische Kirche wird mit unschöner Regelmässigkeit von Skandalen erschüttert. Man fragt sich mittlerweile nicht mehr, ob noch etwas kommt, sondern wann. Und ob es noch schlimmer werden kann.

Es kann. Die jüngsten Skandalgeschichten zeigen es. Und wieder geht es um Kinder. Diesmal wurden sie nicht sexuell geschändet, sondern zu Tode gepeinigt. Man darf vermutlich von mutwilliger Tötung ausgehen, in einzelnen Fällen vielleicht sogar von Mord.

Die Vorfälle ereigneten sich vorwiegend in Klöstern und katholischen Erziehungsheimen in Kanada und den USA. Dort wurden unzählige Gräber mit Kinderleichen entdeckt. Allein in Kanada sind in diesem Jahr mehr als 1000 Gebeine von jungen Indigenen gefunden worden.

In diesen Tagen waren es auf dem Gelände der katholischen Marieval Indian Residental School 750 Kinderleichen. Laut Schätzungen der Historiker überlebten rund 6000 indigene Kinder die barbarischen Umerziehungsmethoden nicht, wie der Tages-Anzeiger berichtete.

Es werden noch viele Kindergräber entdeckt werden, sagte der Schweizer Historiker Manuel Menrath, der seit Jahren Recherchen zu diesem traurigen Kapitel der katholischen Kirche betreibt.

Das Ausmass ist bedrückend. In Kanada wurden rund 150‘000 indigene Kinder umerzogen. Zur Mehrheit von eingewanderten Missionaren aus Europa. Unter ihnen viele Nonnen und Mönche.

In Irland quälten Nonnen Kinder auf grausame Weise.Video: YouTube/Das Weltrettungsforum im Namen der Wahrheit

Ihr Motto: «Tötet den Indianer, aber rettet den Menschen.» Übersetzt heisst dies: dem Satan Heiden entreissen und ihre Seelen in Gottes Obhut geben.

Diese Missionsmethode wurde auch in den USA angewandt, um die indigene Bevölkerung zu bekehren. Man kann ausserdem davon ausgehen, dass die vielen katholischen Missionsstationen in Zentralafrika bei ihren Umerziehungsmethoden ähnlich vorgegangen sind.

Ihr Motto: «Tötet den Indianer, aber rettet den Menschen.» Übersetzt heisst dies: dem Satan Heiden entreissen und ihre Seelen in Gottes Obhut geben.

Bedenklich ist auch, dass diese Missionspraktiken in den katholischen Umerziehungsschulen 150 Jahre lang und bis Mitte der 1990er Jahre praktiziert wurden, ohne dass Justiz, Politiker und Erziehungsbehörden eingegriffen hätten. Niemand wollte sich gegen die mächtige katholische Kirche auflehnen. Die Klöster nutzten den Schonraum gnadenlos aus.

Kanadier gedenken der Opfer.
Kanadier gedenken der Opfer.Bild: keystone

Man muss es sich plastisch vorstellen. Da leiden und sterben Tausende von Kindern, doch niemand scheint sich zu fragen, was hinter den Klostermauern passiert. Weder Polizei noch Staatsanwaltschaft interessierten sich für die Todesursachen, die von Amtes wegen hätten untersucht werden müssen.

Auch die Überlebenden erlitten traumatische Quälereien

Doch nicht nur die Kinder, die bei den Missionsbestrebungen den Tod fanden, litten Qualen, sondern auch die Überlebenden. Viele wurden traumatisiert und brachten ihr Leben nicht auf die Reihe. Sie litten unter Depressionen oder rutschten in eine Sucht ab.

Mit von der missionarischen Horrorpartie waren auch zahlreiche Schweizer Ordensleute. An vorderster Front Benediktinermönche der Klöster Einsiedeln und Engelberg, wie Manuel Menrath in seinem Buch «Unter dem Nordlicht» schreibt.

Die Mönche wollten den indigenen Kindern das Fegefeuer nach dem Tod ersparen, schickten sie aber in die Hölle auf Erden. Im Namen Gottes nahmen sie in Kauf, dass viele die Umerziehung nicht überlebten.

In Irland wurden Überreste von 800 Kleinkindern gefunden

Doch nicht nur im fernen Kanada quälten katholische Geistliche Kinder im Namen Gottes, auch in Irland wurden sterbliche Überreste von 800 Kleinkindern bei einem katholischen Erziehungsheim gefunden, das von Nonnen geführt worden war.

Die Ordensleute haben mit ihren Misshandlungen von Kindern die grundlegenden Prinzipien des eigenen Glaubens verraten: Nächstenliebe und Barmherzigkeit. Sie sahen in den «Heidenkindern» animalische Wesen, die es mit allen Mitteln zu domestizieren und für das Christentum zu retten galt.

Der Glaube kann aus gottesfürchtigen Mönchen Unmenschen machen

Man muss es sich konkret vorstellen: Die Mönche und Nonnen hörten die Schreie der Kinder, sahen das Entsetzen in ihren Gesichtern und Augen, erlebten die Todesangst der unschuldigen kleinen Wesen. Doch sie waren unfähig, Mitleid zu entwickeln und die grundlose Folter zu stoppen.

Der Glaube hat aus gottesfürchtigen Mönchen und Nonnen Unmenschen gemacht. Wir kennen es von Sekten: Wer sein ganzes Leben einer Religion oder einem Gott widmet, läuft Gefahr, sich zu radikalisieren und zu fanatisieren.

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Bild: zvg
Hugo Stamm
Glaube, Gott oder Gesundbeter – nichts ist ihm heilig: Religions-Blogger und Sekten-Kenner Hugo Stamm befasst sich seit den Siebzigerjahren mit neureligiösen Bewegungen, Sekten, Esoterik, Okkultismus und Scharlatanerie. Er hält Vorträge, schreibt Bücher und berät Betroffene.
Mit seinem Blog bedient Hugo Stamm seit Jahren eine treue Leserschaft mit seinen kritischen Gedanken zu Religion und Seelenfängerei.

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390 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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HeidiW
10.07.2021 08:33registriert Juni 2018
Und wie reagiert der Vatikan?
Papst Franziskus hat seinen Schmerz und Trauer über den Fund in Kanada bekundet. Zusammen mit der gesamten Kirche sei er dem Kanadischen Volk, das durch diese schockierende Nachricht traumatisiert ist nahe, sagte das Kirchenoberhaupt. (06.06.2021)

Kein Wort über die ca. 600 „First Nations“ Völker von Kanada.

„Es gelte, sich demütig für einen Weg der Versöhnung und Heilung einzusetzen“.

Wie immer zeigt man sich entsetzt und wartet ab, biss das ganze wieder vergessen ist. Keine Busse, keine Reparationszahlungen, nichts wird seitens des Vatikans passieren!
19310
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Prometheus Disk
10.07.2021 08:43registriert Dezember 2020
Gestörte sadistische Persönlichkeit, wurde mit göttlicher Rechtfertigung ausgelebt. Perversion in unvorstellbarem Ausmass.
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Jörg Wirz
10.07.2021 08:38registriert Dezember 2017
Viele, die eine extreme Haltung einnehmen und sich mit Gleichgesinnten umgeben, droht die Gefahr der Radikalisierung mit allen schlimmen Folgen. Es ist wichtig sich unvoreingenommen und tolerant mit Andersdenkenden insbes. Minderheiten auseinandersetzen ohne Scheuklappen.

Das Universum ist weit komplexer, als wir es mit unseren bescheidenen Sinnen wahrnehmen können. Der Mensch dürfte ruhig wieder bescheidener werden und der Natur mit all ihren Geheimnissen mehr Beachtung schenken.
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Darf meine Vermieterin die Nebenkosten einfach so erhöhen?
Die Antwort darauf steht in deinem Mietvertrag. Bezahlst du Akonto-Beträge, darf deine Vermieterin in der Schlussabrechnung ohne weiteres höhere Nebenkosten einfordern. Bei einer Nebenkostenpauschale hast du Glück und eine Erhöhung ist nicht unmittelbar möglich. Am besten dran bist du allerdings, wenn in deinem Mietvertrag überhaupt nichts von Nebenkosten steht. Denn dann schuldest du gar keine Nebenkosten.

In den allermeisten Fällen ist im Mietvertrag ein monatliches Nebenkostenakonto erwähnt. Wie der Name «a conto» schon sagt, bezahlst du hier als Mieter vorab einen Betrag «auf Rechnung». Die Vermieterin rechnet die geleisteten Zahlungen an den Schlussbetrag an. Erst am Ende der Abrechnungsperiode, mindestens einmal jährlich, erfährst du die endgültige Höhe der Nebenkosten. Sind sie tiefer als von der Vermieterin einkalkuliert, erhältst du einen Betrag zurück. Sind sie höher, zahlst du nach.

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