DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Stadt stellt eigene Facebook-Site ab und setzt «aus Datenschutzgründen» auf WhatsApp 🧐

22.01.2019, 09:5922.01.2019, 10:01
Anna-Lena Janzen / watson.de

Werbung für die örtliche Chilbi, Suchmeldungen für entlaufene Vierbeiner, Jobanzeigen – eine deutsche Kleinstadt in Hessen macht damit auf Facebook Schluss. Aus Datenschutzgründen hat die Verwaltung der Stadt die eigene Facebook-Seite abgestellt.

Laut Bericht der hessenschau.de habe Neustadt folgende Gründe für die Deaktivierung der Fanpage genannt:

  • Facebooks Datensammelwut – der Statistikdienst «Insights» sammele im Hintergrund Daten der Nutzer und setze Cookies ohne klares Einverständnis.
  • Ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs, dass Betreiber von Facebook-Fanpages zu mehr Verantwortung beim Datenschutz verpflichtet.

Ja, und?

Nun, die Verwaltung der Stadt hat die folgende Lösung gefunden: Sie will ihre Bürger ab jetzt über WhatsApp informieren. 

Animiertes GIFGIF abspielen
Genau, WhatsApp gehört natürlich auch zum Facebook-Konzern (wie auch Instagram und Oculus VR.)

Neustadt hat also eine neue Lösung, wie sich die rund 9000 Einwohner ab jetzt informieren können: Die Leute können sich auf einer Broadcast-Liste bei WhatsApp eintragen lassen, um so die neuesten News zu erhalten. Die Nummern der angemeldeten Nutzer sollen dafür anonym auf einem Smartphone der Verwaltung gespeichert werden. Damit hofft die Stadt, nicht gegen die neuen Datenschutzrichtlinien zu verstossen.

Laut Hessenschau wisse die Stadt zwar, dass WhatsApp auch zu Facebook gehört, die Behörden argumentieren aber, die Messenger-App funktioniere anders und man würde damit hoffentlich nichts riskieren. Und: Der städtische Facebook-Account werde erst dann wieder aktiviert, wenn das Netzwerk seine Richtlinien verbessere.

Deutsche Betreiber von Fanpage-Seiten riskierten tatsächlich Bussgelder, sagte ein Medienanwalt der Hessenschau. Beschlüsse der Datenschutzbehörden seien allerdings nicht rechtlich bindend, «aber wenn man keinen Ärger mit der Behörde will und es wirklich richtig machen will, muss man konsequenterweise abschalten», wird Nicolas Maekeler zitiert.

Ob bald auch andere Städte mit solch einem Schritt nachziehen und Facebook boykottieren? Dann sollten die Verantwortlichen allerdings wohl auch andere Messenger-Apps und soziale Netzwerke meiden.

Vielleicht lesen wir ja bald besser die neuesten Meldungen an  der Pinnwand im örtlichen Supermarkt. (watson.de)

Fragst du dich, warum du überall neuen AGB zustimmen musst?

Video: watson/Corsin Manser, Emily Engkent, Lya Saxer

Passiv-aggressive Notizen an nervige Mitbewohner

1 / 43
Passiv-aggressive Notizen an nervige Mitbewohner
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Die beliebtesten Listicles auf watson

Alle Storys anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

«Kompletter Blödsinn» – so demontiert ein Biophysiker ein Video eines deutschen Arztes

Ein Video eines deutschen Arztes, der die Corona-Krise für reine Panikmache hält, findet auf den sozialen Medien grosse Beachtung. Richard Neher, Biophysiker am Biozentrum der Universität Basel, demontiert die Aussagen des vermeintlichen Experten und entlarvt seine Aussagen als das, was sie sind: «Kompletter Blödsinn.»

Es geht ein Gespenst um in den sozialen Medien. Das Gespenst heisst Wolfgang Wodarg. Er ist Protagonist verschiedener Videos, die derzeit auf WhatsApp, Facebook und Twitter verbreitet werden. Mit ernstem Blick hinter runden Brillengläsern schaut Wodarg in die Kamera und verkündet die Wahrheit. Vermeintlich.

Die wenige Minuten langen Filme heissen «Stoppt die Corona-Panik» oder «Krieg gegen die Bürger». Darin erklärt Wodarg, warum die Corona-Krise reine Panikmache sei. Solche Viren habe es …

Artikel lesen
Link zum Artikel