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EVE Online: Wie der Space Pope den virtuellen Weltraum erobert

Der Space Pope kommt stehts mit seiner treuen Gefolgschaft zum Termin.
Der Space Pope kommt stehts mit seiner treuen Gefolgschaft zum Termin.Bild: GAMES.CH
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Wie der Space Pope in EVE Online den virtuellen Weltraum erobert

Das MMORPG «EVE Online» begeistert mittlerweile seit 20 Jahren Millionen Spieler. Die meisten davon kennen auch den Space Pope: Ein Spieler, der es zu Ruhm, Ehre und einer Würde geschafft hat, die ihm eine gewisse Prominenz eingebracht. Glücklicherweise wurde eine Audienz mit dem Space Pope gewährt und wir haben ihn getroffen.
13.10.2023, 15:0414.10.2023, 14:58
Team Games.ch
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Wenn Charles White, alias Max Singularity, so sein Charaktername im MMORPG «EVE Online», den Raum betritt, dann ist es jedes Mal ein Erlebnis. Denn Charles trägt nicht etwa Hemd und Hose, sondern erscheint in voller Space Pope-Montur. Mitra und Talar inklusive. Der Space Pope kommt in der Regel nie allein. Meistens wird er begleitet von seinen Anhängern, die ebenfalls kostümiert, auch in diesem Jahr das EVE Fanfest in Reykjavik, Island besuchen. 2023 ist für das isländische Entwicklerstudio CCP ein ganz besonderes Jahr: «EVE Online» wird 20 und feierte das im September mit 1200 Spielern off- und noch deutlich mehr online im Rahmen des EVE Fanfests. Natürlich darf da auch der Space Pope nicht fehlen und wir haben in unserer Audienz über das Jubiläum, wie er zu «EVE Online» kam und darüber, warum ihm die Community so am Herzen liegt, gesprochen.

Schon früh mit an Bord

Charles, im echten Leben bei der NASA angestellt, spielt seit 2008 «EVE Online» und blickt mit einem Augenzwinkern zurück auf seine Anfänge im Spiel. Denn so richtig gepackt habe ihn das Spiel erst, nachdem er einen Werbespot dazu im amerikanischen Fernsehen gesehen hat. Fasziniert von den Möglichkeiten, mit einem Schiff durch den Weltraum zu düsen, Material von Asteroiden abzutragen und gegnerische Schiffe anzugreifen, verbringt der Space Pope zahlreiche Stunden in «EVE Online». Die Faszination hat vor allem aufgrund der Community für ihn angehalten. Denn während es im Spiel hauptsächlich darum geht, andere Schiffe und ihre Piloten, sogenannte Capsuleers, zu zerstören, ist die Gemeinschaft erstaunlich friedliebend.

Charles White alias Max Singularity ist den meisten EVE Online-Spielern besser als Space Pope bekannt.
Charles White alias Max Singularity ist den meisten EVE Online-Spielern besser als Space Pope bekannt.Bild: GAMES.CH

Vom Kampfadmiral zum Space-Seelsorger

Das merken wir auch im Gespräch mit dem Space Pope. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, sich um Spieler, denen es im echten Leben nicht gut geht, zu helfen. Er hört zu, spricht mit ihnen über ihre Ängste und Sorgen und avanciert nach und nach zum Space-Seelsorger. 2014 wird er das erste Mal Space Pope genannt und der Name hat sich nicht nur bis heute gehalten, sondern hat Charles auch eine gewisse Prominenz eingehandelt. Nicht zuletzt, weil er sich dann 2015 für sein erstes Fanfest in Reykjavik von seinem Schneider eine passende Robe anfertigen liess. Als er so auf dem Fanfest aufgetaucht ist, sind die Fans völlig durchgedreht und haben gesagt, dass er wirklich der Space Pope ist. Was als Spass begann, wurde dann aber auch schnell wirklich ernst.

«Es ist ein weit verbreitetes Missverständnis, dass jemand, der im Spiel ein Killer ist, auch im echten Leben ein Killer ist.»
Charles White

Als Space Pope Leben retten

Während unseres Gesprächs wird schnell klar, wie wichtig die Community für «EVE Online» und auch für Charles ist. Seine Fürsorge geht über das Anwerben von Spielern für seine Allianz namens «6th Empire» hinaus. Mit seiner offenen Art schafft es der Weltraumpapst, dass ihm Spieler vertrauen und ihm von ihren Ängsten zu erzählen. Für einige von ihnen wurde der Space Pope auch zum Lebensretter. Durch seine Beharrlichkeit und seine Empathie hat er bereits mehrere Menschen vor dem Suizid bewahrt und es ist ihm ein Anliegen, dass wir gerade die positiven Aspekte einer funktionierenden Community herausstellen. Denn «es ist ein weit verbreitetes Missverständnis, dass jemand, der im Spiel ein Killer ist, auch im echten Leben ein Killer ist. Das ist natürlich nicht wahr. Grosszügigkeit wird grossgeschrieben», so Charles.

2018 hat der Space Pope auf dem EVE Fanfest sogar ein Pärchen getraut.
2018 hat der Space Pope auf dem EVE Fanfest sogar ein Pärchen getraut.Bild: GAMES.CH

Das eigene Ego loslassen

Natürlich gebe es überall schwarze Schafe, aber in den 15 Jahren, in denen der Space Pope nun schon «EVE Online» zockt, hat sich die Community zum Positiven weiterentwickelt und hält immer eine Tür offen, auch für Spieler, die sich gerade am Anfang erst einmal aufspielen möchten. Die belächelt Charles dann nur, zerstört ohne grosse Mühe ihr Schiff und erklärt ihnen dann im Nachgang, was sie beim nächsten Mal besser machen können. Neuen Spielern gibt er daher auch immer einen wichtigen Tipp: Sie sollen lernen, im Spiel mit Würde zu sterben. Der Weltraumpapst erklärt uns, dass es bei «EVE Online» wichtig sei, das eigene Ego hinten anzustellen. Denn nur so kann man die eigenen Fähigkeiten weiterentwickeln.

«Ich möchte selbst im Altenheim noch spielen können, sofern das meine Hände und Augen zulassen.»
Charles White

EVE Forever?

Das hofft der Space Pope dann zuletzt auch für sich und seine Zukunft in «EVE Online». Wohlwollend blickt er auf das diesjährige Jubiläum und freut sich schon auf die nächsten Jahre mit dem Spiel. «Ich möchte selbst im Altenheim noch spielen können, sofern das meine Hände und Augen zulassen. Dann werde ich der Pflegerin sagen, dass sie sich noch einen Moment gedulden muss, denn ich sei gerade mitten in einem Kampf», erzählt uns Charles mit einem Lächeln. Er ist sich sicher, dass das Motto «EVE Forever», was in diesem Jahr für die Zukunft des MMORPGs verkündet wurde, auch für die kommenden Jahrzehnte gilt und freut sich bereits jetzt schon auf die Zukunft des Spiels. Wir freuen uns auch jetzt schon auf unsere nächste Audienz mit dem Space Pope.

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Die Redaktion der dienstältesten Schweizer Spiele-Website beschäftigen sich seit über 30 Jahren mit dem Thema Games. Angefangen hat alles in den 80er-Jahren mit einem Disc-Magazin für die Brotbox (C64), die der Plattformgründer, ein ehemaliger Bäcker, herausgegeben hat. Seither begleiten die elektronischen Spiele die Redakteure: Vom Sega-vs-Nintendo-Fanboykrieg der frühen 90er-Jahre über den Aufstieg der Playstation bis hin zum Einstieg der Xbox in den Konsolenmarkt. Die Erinnerungen an die Vergangenheit sind zahlreich – und die Freude auf die aktuellen Gaming-Hits weiterhin ungebrochen.

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