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Von Emotionen übermannt: Jesse Hughes im Interview mit dem Sender itele.
Bild: screenshot/theguardian

«Eagles of Death Metal»-Frontmann nach Auftritt im Bataclan: «Jeder sollte eine Waffe haben»

Mit einem emotionalen Konzert ist die Rockband Eagles of Death Metal drei Monate nach dem Anschlag im Musikclub «Bataclan» nach Paris zurückgekehrt. «Ich liebe euch verdammt noch mal alle», rief Frontmann Jesse Hughes den Zuschauern im Konzertsaal «Olympia» zu. Zuvor hatte sich Hughes in einem Interview für einen liberaleren Zugang zu Waffen ausgesprochen.



Unter den Gästen waren auch Überlebende der Attentate vom 13. November. Damals hatten Islamisten beim Konzert der Band 90 Menschen ermordet. Unter tosendem Beifall betrat die Gruppe die Bühne, dazu wurde das Lied «Il est cinq heures, Paris s'éveille» («Es ist fünf Uhr, Paris erwacht») des Liedermachers Jacques Dutronc eingespielt – eine Reverenz an die französische Hauptstadt.

epa05165208 US musician and lead singer of the band 'Eagles of Death Metal' Jesse Hughes performs during a concert at the Olympia music venue in Paris, France, 16 February 2016. The US band has restarted their European tour in Stockholm three months after the November 2015 Paris attacks on their concert at the Bataclan theatre in Paris.  EPA/JEAN NICHOLAS GUILLO/PHOTOPQR/LE PARISIEN FRANCE OUT / CORBIS OUT  EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

EODM-Frontmann Jesse Hughes beim Konzert im «Olympia» in Paris.
Bild: EPA/MAXPPP

«Ich möchte einfach versuchen, das Set zu beenden, sodass alle einen Teil dieses schlimmen Zeugs hinter sich lassen und hier (im Herzen) mehr Platz für bessere Sachen schaffen können», hatte Hughes zuvor dem französischen Sender iTélé gesagt.

«Hat Ihre französische Waffenkontrolle den Tod einer einzigen Person verhindert?»

Mitten in ihrem ersten eigenen Song «I Only Want You» stoppte die Rockgruppe kurz für einen «Moment der Erinnerung» an die Opfer des Anschlags. «Nehmen wir uns einen Moment, um zu gedenken», sagte Schlagzeuger Josh Homme. Frontmann Hughes wurde in der Folge immer wieder sichtbar von seinen Gefühlen übermannt.

Äusserungen zum Waffengesetz

Die Eagles of Death Metal hatten alle Besucher des blutig geendeten «Bataclan»-Konzerts zu ihrem neuen Auftritt eingeladen. Er stand unter hohen Sicherheitsvorkehrungen: Das Trottoir vor dem «Olympia» war komplett abgesperrt, Polizisten und private Sicherheitsleute kontrollierten die Besucher mehrfach, unter anderem mit Metalldetektoren. Für Überlebende und Angehörige der Opfer standen psychologische Betreuer bereit.

Bei Interviews vor dem Konzert hatte Hughes sich mit Blick auf den «Bataclan»-Anschlag auch erneut zur Frage der Waffengesetzgebung geäussert und gesagt: Bis niemand mehr Waffen habe, müsse vielleicht jeder Waffen haben. «Hat Ihre französische Waffenkontrolle den Tod einer einzigen Person verhindert?», fragte er, nachdem ihn eine Journalistin von iTélé auf das Thema angesprochen hatte.

Dem Sender Canal+ sagte er: «Ich bin kein Held, aber wenn ich eine Waffe gehabt hätte, hätte ich etwas ändern können – und ich wäre bereit gewesen, es zu tun.»

Auftritte in der Schweiz

Aussagen von US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump zu den Pariser Anschlägen bezeichnete Hughes gegenüber der Zeitung «Le Monde» allerdings als «absurd». Trump hatte gesagt, er trage immer eine Waffe bei sich und hätte im «Bataclan» das Feuer gegen die Terroristen eröffnet. «Ja, das ist absurd, wir sind nicht da, um Politik zu machen», sagte auch der Eagles-Mitbegründer und Schlagzeuger Josh Homme. Hughes ist erklärter Unterstützer des republikanischen Präsidentschaftskandidaten.

Die Band hatte ihre nach dem Anschlag unterbrochene Europatournee bereits am Samstag mit einem Konzert in Stockholm fortgesetzt. Am 23. Februar gastieren die kalifornischen Musiker in Zürich, Ende Oktober steht ein Konzert in Luzern auf dem Programm. Schon im Dezember war die Gruppe mit zwei Stücken Überraschungsgast eines Konzertes von U2 in Paris.

Das «Bataclan» soll bis Ende des Jahres renoviert und wiedereröffnet werden. Dann will Hughes mit den Eagles der erste sein, der dort auf der Bühne steht, denn: «Ich liebe diesen Club.»

Am Abend des «Bataclan»-Auftritts hatten weitere Attentäter fast zeitgleich auch an verschiedenen Bars und Restaurants in Paris sowie am Fussballstadion im Vorort Saint-Denis zugeschlagen. Insgesamt starben bei der Terrorserie 130 unschuldige Menschen. (wst/sda/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • herschweizer 14.04.2016 13:59
    Highlight Highlight USA USA USA...
  • AdiB 18.02.2016 18:20
    Highlight Highlight ich finde jim jefferies bringts auf den punkt.
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  • Dewar 17.02.2016 10:23
    Highlight Highlight In den USA sterben jährlich gegen die 35000 Menschen durch eine Schusswaffe. Das sind 0.1 Promille der Bevölkerung und das in jedem Jahr. Bevölkerungsbereinigt sind das fast 40 (!) mal mehr als in der Schweiz. Woran das wohl liegt? Aber anstatt restriktivere Gesetze inkraft zu setzen wird im Amiland die Kausalität zwischen Schusswaffen und Schusswaffentoten einfach abgestritten. Das gipfelt dann in Teleshoppingkanäle eigens für Waffen. Wann lernt man es endlich?
  • mauchmark 17.02.2016 09:43
    Highlight Highlight Viele lesen "Waffe" aber verstehen nur "Schusswaffe"!?

    Wiki: "Beispielsweise ist ein Skalpell in der Regel für die medizinische Anwendung, ein Fahrzeug primär für Transport und Fortbewegung und ein Baseballschläger als Spielgerät konzipiert. Diese Mittel können jedoch zweckentfremdet zur Verletzung von Lebewesen oder Beschädigung von Gütern eingesetzt werden. Was eine Waffe ist, richtet sich demnach auch nach der Art des Gebrauchs oder der offensichtlich unmittelbar beabsichtigten Wirkung durch den Einsatz eines Gegenstandes" https://de.wikipedia.org/wiki/Waffe

    Jeder hat eine Waffe!
    • tinu32 17.02.2016 10:04
      Highlight Highlight Ich bin ziemlich überzeugt davon, dass Herr Hughes nicht Skalpelle meint, wenn er von "gun control" spricht.
    • mauchmark 17.02.2016 17:28
      Highlight Highlight Dann hat sich wenigstens Hughes präziser ausgedrückt - was man von diesem (wst/sda/dpa) Artikel in keinster weise behaupten kann...
  • Päsu 17.02.2016 09:08
    Highlight Highlight Nichts gelernt
  • lily.mcbean 17.02.2016 08:52
    Highlight Highlight Klaaaar! Hätten alle eine Waffe gehabt hätte es weniger tote gegeben!!!
    Benutzer Bild
  • GreenBerlin 17.02.2016 08:47
    Highlight Highlight Was für ein Depp - noch selten sowas hirnrissiges von einem "Künstler" gelesen...
  • oskar 17.02.2016 08:43
    Highlight Highlight er ist halt republikaner
  • manhunt 17.02.2016 08:10
    Highlight Highlight natürlich! waffen für alle! das hätte das ganze bestimmt verhindert! (ironie off) ist ja klar so einen stuss aus dem munde eines amis zu hören.
    • zigi97 28.04.2016 00:32
      Highlight Highlight Ja, lineralere Waffengesetze hätten tatsächlich etwas bringen können. Sie hätten die Anschläge viellecht nicht verhindert, die Menschen wären aber nicht hilflos ausgeliefert gewesen.
      Man hat nicht die Wahl zwischen Waffen und keine Waffen, nur zwischen Waffen nur für Kriminelle oder Waffen auch für "gute Menschen".
      Nicht Waffen töten Menschen. Menschen töten Menschen.
  • elivi 17.02.2016 07:47
    Highlight Highlight wenn jemand als massnahme gegen attentate mit mehr waffen für alle kämpft ... erkennt man dieser jemand kommt nicht aus Europa.
    Wieviele Leben hat das liberale waffengesetzt den gerettet? wieviele hätten verhindert warden können wenn nicht jeder auf jeden schiessen darf?
    ich fühle mich deutlich sicherer in ein raum ohne waffen als in ein raum voller waffen zusammen mit alkohol und sonstigen substanzen.
  • Don Alejandro 17.02.2016 07:42
    Highlight Highlight Seine Urteilsfähigkeit scheint noch nicht ganz zurück. Statistiken beweisen das Gegenteil.
  • tinu32 17.02.2016 06:48
    Highlight Highlight Wie viel sicherer fühlt man sich wohl als Befürworter seiner Aussagen im Ausgang (und sonst), wenn jeder (inklusive den Vollidioten und betrunkenen) eine geladene Knarre dabei hat?
  • Duweisches 17.02.2016 06:40
    Highlight Highlight 'MEEERICA 🙄
    Wenn jeder eine Waffe hat, bis keiner mehr eine Waffe hat, wird niemals keiner mehr eine Waffe haben. Sehen wir ja auch in Amerika...
  • Jonas Schärer 17.02.2016 06:27
    Highlight Highlight Dumm wie Brot... typisch ami-logik... das geht langsam auf den Sack dass die Deppen immer den gleichen Müll rauslassen nach jedem Amoklauf.... weil ja jeder eine Waffe hat gibt es in den USA so schrecklich wenig Schusswaffenverbrechen...
    • zigi97 28.04.2016 00:41
      Highlight Highlight Waffen töten keine Menschen. Menschen töten Menschen.

      Dass es in den USA so viele Tote durch Schusswaffen gibt liegt nicht an den Waffengesetzen, sondern vielmehr an den Gangkriegen, ausgelöst u.a. durch schlechte Bildung und den Krieg gegen die Drogen.
      Ausserdem ist es unehrlich, die Statistik für Schusswaffentote herbeizuziehen, wenn schon müsste man die Gesamtzahl der Morde betrachten (mehr schusswaffen könnten theoretisch zu mehr schusswaffentoten führen, während die gesamtzahl der toten sich nicht verändert).
    • zigi97 28.04.2016 00:48
      Highlight Highlight Ausserdem gibt es innerhalb der USA verschieden strenge Waffengesetze. Die Staaten, in denen die Gesetze liberaler sind haben tendenziell sogar weniger tote als diejenigen mit strengen Gesetzen (bsp: New York hat sehr strenge Gesetze, aber verglichen mit anderen Staaten sehr viel Schusswaffentote.

      Übrigens hat die Schweiz weltweit eine der höchsten Waffendichten. Wenn mehr Waffen zu mehr Toten führen würden, wäre die Schweiz sehr gefährlich und unsicher. Das Gegenteil ist der Fall.
  • Matrixx 17.02.2016 06:26
    Highlight Highlight Genau, jeder sollte eine Waffe haben...
    ODER niemand.
    Niemand ist besser.
    • zigi97 28.04.2016 00:34
      Highlight Highlight Niemand ist unrealistisch. Es bleibt nur die Wahl zwischen Waffen nur für Kriminelle und Waffen für alle.
  • iNDone 17.02.2016 06:22
    Highlight Highlight Der soll sich um die musikalische Unterhaltung kümmern. Diese Band und ihre Meinung interessiert doch eigentlich niemanden.
  • Gott 17.02.2016 06:19
    Highlight Highlight Wäre eine super Idee, wenn im Ausgang jeder eine Waffe dabei hätte. Gäbe sicher nie Probleme, sind ja alles "Good guys with a gun".
  • _kokolorix 17.02.2016 05:51
    Highlight Highlight hätte jeder dort eine waffe gehabt, hätte es wahrscheinlich 200 tote gegeben

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