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Belgian soldiers patrol in the arrival hall at Midi railway station in Brussels, November 21, 2015, after security was tightened in Belgium following the fatal attacks in Paris. Belgium raised the alert status for its capital Brussels to the highest level on Saturday, shutting the metro and warning the public to avoid crowds because of a

Soldaten patrouillieren in der belgischen Hauptstadt.
Bild: FRANCOIS LENOIR/REUTERS

Höchste Terrorwarnstufe: Belgischer Premier warnt vor Anschlag mit «Waffen und Sprengstoff»



Die belgische Regierung hat die am Samstagmorgen ausgerufene höchste Terrorwarnstufe für die Hauptstadt Brüssel mit der Gefahr eines möglichen Anschlags mit «Waffen und Sprengstoff» begründet. Details nannte Regierungschef Charles Michel zunächst nicht. 

Es habe eine Drohung vorgelegen, dass Attentäter «an verschiedenen Stellen» in Brüssel Anschläge verüben könnten, sagte Michel am Samstag vor Journalisten. Für die belgische Hauptstadt war am Morgen die höchste Terrorwarnstufe ausgerufen worden, weil es nach Angaben des nationalen Krisenzentrums Ocam eine unmittelbare und «sehr ernste Bedrohung» für die Region Brüssel gab. 

Angesichts der Terrorwarnung blieben alle U-Bahn-Stationen in der belgischen Hauptstadt geschlossen. Auf «Anraten des Krisenzentrums» werde der Verkehr auf allen Linien vorübergehend eingestellt, teilte die Betreibergesellschaft STIB auf ihrer Website mit. Es handle sich um eine Vorsichtsmassnahme. Das Ocam riet Bürgern, grosse Menschenmengen wie bei Konzerten oder in Bahnhöfen in Brüssel zu meiden.

Im Rest des Landes gilt Warnstufe 3

Die Terrorwarnstufe 4 wurde nach den Worten Michels für den Brüsseler Grossraum, den Flughafen Brüssel und die Stadt Vilvoorde in Flandern verhängt. Aus dieser Stadt stammen etliche Jugendliche, die sich zu Extremisten entwickelten. Im Rest des Landes gilt weiterhin die Stufe 3, was einer «möglichen und wahrscheinlichen» Bedrohung entspricht.In Brüssel kam am Vormittag der nationale Sicherheitsrat zu einer Krisensitzung zusammen. Dort sprachen sich Regierungsmitglieder mit Polizei und Sicherheitskräften über das weitere Vorgehen ab.

Die Anhebung der Terrorwarnstufe erfolgte rund eine Woche nach den dschihadistischen Anschlägen von Paris mit 130 Toten, deren Urheber zum Teil im Brüsseler Brennpunktviertel Molenbeek lebten.

A sniper and an observer of Belgian police special forces are seen on a balcony of a building on Brussels Grand Place after security was tightened in Belgium following the fatal attacks in Paris, in Brussels, Belgium, November 20, 2015. REUTERS/Yves Herman

Sicherheitskräfte überall: Höchste Terrorwarnstufe in Brüssel.
Bild: YVES HERMAN/REUTERS

Ein weiterer Verdächtiger angeklagt

Am Freitag hatte die belgische Justiz einen weiteren Verdächtigen angeklagt. Er war am Donnerstag bei Razzien in Brüssel festgenommen worden. Ihm werden Beteiligung an Terroranschlägen und Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung vorgeworfen.

Die beiden Verdächtigen Mohammed Amri und Hamza Attou, die am vergangenen Samstag in Belgien festgenommen worden waren, bleiben zudem weiter in Haft. Amri und Attou sollen den flüchtigen Verdächtigen Salah Abdeslam nach den Anschlägen mit dem Auto aus Paris abgeholt und nach Brüssel gebracht haben.

Abdeslam wird verdächtigt, zu der Gruppe von Attentätern gehört zu haben, die am Freitagabend im Osten der Pariser Innenstadt dutzende Menschen in Cafés und Restaurants erschossen. Neben Salahs Bruder Brahim, der sich in einem Restaurant in die Luft sprengte, gehörte zu dem Kommando offenbar auch Abdelhamid Abaaoud.

Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, wurden alle Verdächtigen freigelassen, die wegen Verbindungen mit dem Selbstmordattentäter Bilal Hadfi festgenommen worden waren. Hadfi hatte sich vor dem Fussballstadion Stade de France in die Luft gesprengt. Der 20-jährige Franzose lebte zuletzt in Belgien. (sda/dpa/afp)

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Eine gewaltige Anschlagsserie erschüttert Paris
quelle: epa/epa / jack taylor
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Kommentar

Wir sollten uns an den Terror gewöhnen, aber das können wir nicht

Die Anschläge in der belgischen Hauptstadt konnten eigentlich niemanden wirklich überraschen. Dennoch taten sie es – und auch der nächste Anschlag wird es tun. 

Die Einschläge kommen näher: Nach dem 11. September 2001, mit dem der islamistische Terror sich endgültig in die Aufmerksamkeit der westlichen Welt bombte, kamen 2004 die Sprengsätze in den Madrider Vorortzügen, 2005 die Selbstmordattentate von London und schliesslich 2015 die Anschläge von Paris und jetzt in Brüssel. Zählt man die kleineren und die vereitelten Anschläge dazu, ergibt sich über die Jahre hinweg eine Art ansteigendes Grundrauschen des Terrors. 

Terror ist allerdings nicht …

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