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Nordkoreas Interimsbotschafter in Rom offenbar untergetaucht



An external view of the North Korean embassy in Rome, Thursday, Jan. 3, 2018.  North Korea's acting ambassador to Italy, Jo Song Gil, went into hiding with his wife in November, South Korea's spy agency told lawmakers in Seoul on Thursday. (AP Photo/Gianfranco Stara)

Bild: AP/AP

Ein hochrangiger Diplomat aus Nordkorea ist nach südkoreanischen Angaben in Italien untergetaucht. Ein Abgeordneter sagte am Donnerstag in Seoul, der Interimsbotschafter Jo Song Gil habe sich Anfang November zusammen mit seiner Frau in Rom abgesetzt.

Seine Dienstzeit wäre demnach Ende November zu Ende gewesen. Aus dem Umfeld des italienischen Aussenministeriums hiess es, über ein Asylgesuch des Diplomaten sei nichts bekannt.

Der Abgeordnete Kim Min Ki äusserte sich nach einem Treffen hinter verschlossenen Türen mit südkoreanischen Geheimdienstvertretern. Zuvor hatte die südkoreanische Zeitung «Joong Ang Ilbo» unter Berufung auf ungenannte diplomatische Quellen berichtet, Jo habe Anfang des vergangenen Monats in einem unbekannten westlichen Land einen Asylantrag gestellt. Der 48-jährige Diplomat werde an einem «sicheren Ort» geschützt.

The flag of North Korea waves inside the compound of the North Korean embassy in Rome, Thursday, Jan. 3, 2018. North Korea's acting ambassador to Italy, Jo Song Gil, went into hiding with his wife in November, South Korea's spy agency told lawmakers in Seoul on Thursday. (AP Photo/Andrew Medichini)

Bild: AP/AP

Aus dem Umfeld des Aussenministeriums in Rom hiess es, die nordkoreanischen Behörden hätten ein Gesuch zur «Auswechslung» des Diplomaten eingereicht. Wo sich dieser derzeit befinde, sei nicht bekannt. Der Nachfolger sei bereits in Rom eingetroffen.

Vorgänger des Landes verwiesen

Jo hatte seinen Posten im Oktober 2017 angetreten, nachdem die italienische Regierung den Botschafter Mun Jong Nam aus Protest gegen einen nordkoreanischen Atomtest des Landes verwiesen hatte. Jo sei ein «Sohn oder Schwiegersohn» eines der ranghöchsten nordkoreanischen Kader, hiess es in dem Zeitungsbericht unter Berufung auf einen nicht namentlich genannten Nordkorea-Experten.

Üblicherweise sind nordkoreanische Diplomaten angehalten, Familienmitglieder in Pjöngjang zurückzulassen, wenn sie einen Posten im Ausland antreten. Dem Zeitungsbericht zufolge kam der möglicherweise aus einer privilegierten Familie stammende Jo schon im Mai 2015 mit Frau und Kindern nach Rom. Die Beweggründe für Jos Untertauchen waren demnach unklar.

Rom hat wichtigen Stellenwert

Rom hat für die nordkoreanische Diplomatie einen wichtigen Stellenwert. Die italienische Hauptstadt ist Sitz der Uno-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO). Nordkorea ist nach Uno-Angaben zunehmend auf Nahrungsmittelimporte und andere Hilfen aus dem Ausland angewiesen.

Kim Jong Un erfüllt sich Wunsch

Video: srf

Dass Spitzendiplomaten Nordkorea den Rücken kehren, ist äusserst selten. Als einer der ranghöchsten Diplomaten der vergangenen Jahre hatte sich im August 2016 der stellvertretende Botschafter Nordkoreas in London, Thae Yong Ho, nach Südkorea abgesetzt. Er begründete seinen Schritt mit seiner «Abscheu» über die Herrschaft des Machthabers Kim Jong Un und seiner Bewunderung für die Demokratie im Nachbarland.

1997 setzte sich der nordkoreanische Botschafter in Ägypten in die USA ab. Im gleichen Jahr floh der Spitzenfunktionär Hwang Jang Yop, ein ehemaliger Vertrauter von Kims Vater und Vorgänger Kim Jong Il, nach Südkorea. Der 2010 im Exil gestorbene Hwang ist bis heute der ranghöchste Politiker, der in den Süden überlief.

Kurse für Überläufer

Überläufer aus der abgeschotteten Demokratischen Volksrepublik Nordkorea versorgen Seoul immer wieder mit wichtigen Geheimdienstinformationen.

Wer aus dem international weitgehend isolierten Land nach Südkorea flieht, muss sich dort intensiven Befragungen der Geheimdienste stellen. Diese wollen damit eine Einschleusung nordkoreanischer Spione verhindern. Ein dreimonatiger Kurs bereitet die Flüchtlinge anschliessend auf ihr neues Leben in Südkorea vor.

Im Bestreben, mehr Mitglieder auch des nordkoreanischen Führungszirkels zur Flucht nach Südkorea zu ermuntern, lockt Seoul mit beträchtlichen Geldsummen. (aeg/sda/afp)

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