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In this Wednesday, Dec. 9, 2015, photo, the iconic Watchtower sign is seen on the roof of 25-30 Columbia Heights, the current world headquarters of the Jehovah's Witnesses, in the Brooklyn borough of New York. This building is one of three large properties being sold by the Jehovah's Witnesses in a crowded area near the Brooklyn waterfront. (AP Photo/Seth Wenig)

Das Hauptquartier der Zeugen Jehovas in New York. Bild: AP/AP

Zeugen Jehovas vertuschten sexuellen Missbrauch – und müssen nun Millionen-Busse bezahlen

Eine Jury in Montana, USA, verurteilte die Zeugen Jehovas zu einer Busse von 35 Millionen Dollar. Sie hätten schwere Straftaten – sexueller Missbrauch von Kindern – verheimlicht und vertuscht.



Der Vorfall ereignete sich in Thompson Falls in Montana. In den frühen 90er- und 2000er-Jahren wurden zwei Frauen von einem Familienmitglied über Jahre hinweg sexuell missbraucht. Da die Familie Mitglied der Zeugen Jehovas war, meldeten die beiden Frauen die Vorfälle einem Gemeindemitglied. Dieser hielt Absprache mit dem nationalen Hauptquartier der Zeugen Jehovas – Watchtower genannt. Gemeinsam beschlossen sie, dass die Vorfälle nicht den Behörden mitgeteilt und intern geklärt würden.

Der beschuldigte Täter wurde daraufhin für ein Jahr aus der Gemeinde ausgeschlossen. Nachdem er bei einem Gemeindemitglied um Vergebung für seine Sünden gebeten hatte, wurde er wieder in die Gemeinde aufgenommen. Und der Missbrauch der jüngeren der beiden Frauen ging weiter, so die Klage.

Der Anwalt der Frau sagte laut der «Washington Post», dass das Hauptquartier der Sekte alle im Fall Involvierten dazu angewiesen habe, nichts den Behörden zu melden.

«Das nationale Hauptquartier – Watchtower genannt – kontrolliert, wann und ob jemand innerhalb der Organisation sexuellen Missbrauch meldet.»

Anwalt des Opfers

Die Zeugen Jehovas bestritten vor dem Prozess nicht, dass die beiden Frauen missbraucht worden waren. Sie seien aber der Überzeugung, dass das Gesetz von Montana die Gemeindemitglieder von der Meldepflicht befreie. Dies, weil das beschuldigte Mitglied in einem internen kirchlichen Verfahren bestraft wurde.

Die Jury widersprach dieser Argumentation und bestimmte nun, dass Watchtower der Hauptklägerin 35 Millionen Dollar bezahlen müsse. Die Summe muss nun «noch» von einem Richter bestätigt werden. 

Die Anzahl an Missbrauchsvorwürfen gegen die Zeugen Jehovas nahm etwa zur gleichen Zeit wie diejenigen gegen die katholische Kirche extrem zu. Allerdings bekamen die Zeugen Jehovas nicht die gleiche Aufmerksamkeit, wie die Washington Post berichtet. (jaw)

Engem Papst-Vertrauten wird der Prozess gemacht

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Video: srf/SDA SRF

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    Alle Leser-Kommentare
  • runner 30.09.2018 09:00
    Highlight Highlight Seit wann stehen in den USA Kirchenrechte über nationalem Recht? Was dürfen dann andere Religionsangehörige noch alles mit Frauen und Mädchen tun???
  • Raphael Stein 28.09.2018 15:30
    Highlight Highlight Parallelwelten?
    • Baba 28.09.2018 17:51
      Highlight Highlight Ich denke im Falle solcher Sekten kann definitiv von Parallelwelten gesprochen werden. Die ZJ betrachten sich übrigens auch nicht als Teil "dieser Welt"...
  • Maedhros Niemer 28.09.2018 14:55
    Highlight Highlight Schon krass, dass diverse religiöse Gruppierungen denken, sie ständen über den Gesetz!
    Das Zivilstrafgesetzbuch ist eine gute Sache und definitiv eine Verbesserung gegenüber Hammurabi oder Inquisitionsgerichten.
    • redeye70 28.09.2018 17:57
      Highlight Highlight Es liegt am Staat solche Denkweisen abzuschalten. Keine Toleranz und die Gesetze durchsetzen. Der Entscheid der Jury ist richtungsweisend. Interessant ist ja, dass gerade diese hach so moralisch Überlegenen aus der Religionsecke mit Abstand am meisten betroffen sind von solchen Machrnschaften.
  • Neruda 28.09.2018 12:23
    Highlight Highlight "Sie seien aber der Überzeugung, dass das Gesetz von Montana die Gemeindemitglieder von der Meldepflicht befreie. Dies, weil das beschuldigte Mitglied in einem internen kirchlichen Verfahren bestraft wurde."
    Da können wir ja gleich die Hexenverfolgung wieder einführen und wenn wie schon dabei sind auch gleich noch die Scharia für alle Muslime oder Ex-Muslime, ah wart, die gibt es dann ja gar nicht mehr.

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