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Autokonvoi des «Islamischen Staats» auf dem Weg nach al-Raqqa, Sommer 2014.
Autokonvoi des «Islamischen Staats» auf dem Weg nach al-Raqqa, Sommer 2014.Bild: AP/AP

Der «IS» ist praktisch zerstört – warum die USA trotzdem nicht ihre Truppen abziehen

Vor vier Jahren entstand in Syrien und Irak eine neue Bedrohung. Mitten in den Wirren des syrischen Bürgerkriegs erkämpfte der «IS» riesige Flächen des syrischen Staates. Was ist aus dem islamischen «Kalifat» geworden?
26.09.2018, 20:0126.09.2018, 21:02

Die Bilder gingen um die Welt: Enthauptungsvideos, bärtige Kämpfer, die eine schwarze Flagge hissen und Berichte über immer neue Gräueltaten. Im Sommer 2015 war der «IS» auf dem Höhepunkt seiner Macht und hatte schätzungsweise 33'000 Kämpfer in seinen Reihen. Der «IS» hielt zwischenzeitlich fast die Hälfte des syrischen Territoriums in seinen Händen. 

Die Ausdehnung des «IS» (grau) im Juni 2015.
Die Ausdehnung des «IS» (grau) im Juni 2015.Bild: wikimedia

Drei Jahre später zeigt sich, dass der «Islamische Staat» längerfristig keine Chance hatte, seine Gebiete nach der Eroberung auch zu halten. Der «IS» kämpfte an mehreren Fronten gegen die Kurden der SDF, gegen das von Russland unterstützte Assad-Regime und dazu noch gegen die von den Amerikanern angeführte internationale Koalition. Nach und nach entglitt den «IS»-Kämpfern die Kontrolle über die eroberten Gebiete wieder.

Neueste Schätzungen der internationalen Koalition zur Bekämpfung des «Islamischen Staates» zeigen, dass der «IS» ca. 99 Prozent des ursprünglichen Gebiets wieder verloren hat. Dennoch betont der Kommandant der Koalition, dass noch harte Kämpfe bevorstehen um den «IS» längerfristig besiegen zu können.

Abgesehen von einem kleinen Gebiet südlich von Deir ez-Zor nahe an der irakischen Grenze hat der «IS» derzeit aber kaum noch strategisch wichtige Gebiete unter Kontrolle. Im Irak hält der «IS» keine Territorien mehr. 

Im Euphrattal an der Grenze zum Irak hat der «IS» noch kleine Gebiete.
Im Euphrattal an der Grenze zum Irak hat der «IS» noch kleine Gebiete.bild: wikimedia

Wie viele Kämpfer noch an der Seite des «IS» im Einsatz sind, ist unklar. Das amerikanische Verteidigungsministerium meldete Mitte August, dass es noch 30'000 Kämpfer seien. Die UN ging ebenfalls von 20'000 bis 30'000 Kämpfern aus. Diese Zahlen sind jedoch mit Vorsicht zu behandeln, andere Quellen sprechen noch von etwa 3000 Kämpfern in Syrien

Als Staat im eigentlichen Sinne des Wortes ist der «IS» besiegt. Er hat kein Land, über das er herrschen könnte. Der «Military Times» zufolge deuten neueste Geheimdienstberichte darauf hin, dass die Führung des «IS» auch keine Kontrolle mehr über ihre Ableger im Ausland haben.

Nach dem Sieg der Truppenabzug?

Am Dienstag verkündete Donald Trump in seiner Rede vor der UNO-Vollversammlung denn auch, dass «die blutrünstigen Mörder des ‹Islamischen Staats› vertrieben» wurden.

Wird nun also ein US-Truppenabzug aus Syrien in Betracht gezogen? Nach Aussagen des nationalen Sicherheitsberaters John Bolton scheint es nicht so: «So lange der Iran Truppen in Syrien stationiert hat – und das schliesst vom Iran unterstützte Milizen mit ein – werden wir Syrien nicht verlassen.»

Da der Iran ein enger Verbündeter des Assad-Regimes ist, kann man davon ausgehen, dass amerikanische Truppen noch länger in Syrien stationiert sind. (jaw)

In Douma versucht man, die Spuren des Krieges zu beseitigen

Video: srf

Syrien

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