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epa05962690 South Koreans watch a television displaying news broadcasts reporting on North Korea's recent ballistic missile launch, at a station in Seoul, South Korea, 14 May 2017. North Korea launched a ballistic missile earlier in the day on 14 May that flew some 700km, its first military provocation since South Korean President Moon Jae-in took office on 10 May. Moon called the launch a clear violation of UN Security Council resolutions and said he will deal resolutely against such provocations while leaving the door open for dialogue.  EPA/JEON HEON-KYUN

News-Sendung in Südkorea. bild: JEON HEON-KYUN/EPA/KEYSTONE

Rakete fliegt 787 Kilometer weit – Kim warnt USA vor Angriff auf Festland



Nach dem jüngsten Raketentest hat Nordkorea die USA vor der Reichweite seiner Waffen gewarnt. Das berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap am Montag unter Berufung auf die nordkoreanische Agentur KCNA.

Demnach sagte Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un, die USA sollten die Realität nicht verkennen. Das US-Festland und das US-Einsatzgebiet im Pazifik seien in Reichweite für Angriffe Nordkoreas. Man habe alle Mittel für einen Vergeltungsschlag.

Ziel des jüngsten Tests war laut KCNA, die Zahl der Raketen zu erhöhen, die Atomsprengköpfe tragen können. Der Abschuss habe dazu gedient, die technischen Eigenschaften eines neuen Raketenmodells zu untersuchen, das «einen mächtigen und grossformatigen Nuklearsprengkopf tragen kann», hiess es.

Nordkorea gab zudem weitere Details bekannt. Die Armee habe demnach eine «neu entwickelte ballistische Mittel-/Langstrecken-Rakete» vom Typ Hwasong-12 getestet, teilte die amtliche Nachrichtenagentur KCNA mit.

Die Rakete wurde in der Nähe von Kusong abgefeuert und landete nicht unweit vom russischen Wladiwostok entfernt im Meer.

Die Boden-Boden-Rakete sei 787 Kilometer weit geflogen, habe eine Höhe von mehr als 2100 Kilometern erreicht und sei dann planmässig im Meer gelandet.

Der Test sei erfolgreich verlaufen. Staatschef Kim Jong Un habe den Abschuss der Rakete persönlich überwacht.

Weltweit verurteilt

Nordkoreas Raketentest wurde im Ausland als erneuter Verstoss gegen UNO-Resolutionen verurteilt, die der kommunistischen Führung Tests unter Verwendung ballistischer Raketentechnik untersagen. Nach Berichten südkoreanischer Medien will sich der UNO-Sicherheitsrat in New York am Dienstag mit dem Test befassen.

Südkoreas Verteidigungsminister Han Min Koo und seine japanische Amtskollegin Tomomi Inada einigten sich am Montag bei einem Telefongespräch, auf bilateraler Ebene und zusammen mit den USA strikter gegen die Bedrohungen durch die Raketen Nordkoreas vorzugehen.

Nordkoreas Raketenversuch wurde nicht nur als Machtdemonstration gegenüber den USA, sondern auch als direkte Herausforderung der neuen Regierung in Südkorea gewertet. Präsident Moon Jae In, der am vergangenen Mittwoch angetreten war, hatte erklärt, wieder stärker auf die international isolierte Führung in Pjöngjang zugehen zu wollen. Er warnte das Nachbarland am Sonntag jedoch vor weiteren Provokationen.

Südkoreas Verteidigungsministerium teilte mit, dass eine genauere Analyse notwendig sei, um Nordkoreas Angaben über die technischen Eigenschaften der neuen Rakete zu bestätigen. Militärs bezweifelten, dass das Nachbarland bereits die Technologie für den Wiedereintritt einer abgefeuerten Langstreckenrakete in die Erdatmosphäre beherrsche, berichtete die nationale Nachrichtenagentur Yonhap.

Sehr angespannte Lage

Nordkorea treibt die Entwicklung von Raketen voran, die nicht nur Südkorea und Japan treffen, sondern auch einen atomaren Sprengkopf bis in die USA tragen können. Im Januar hatte Kim Jong Un erklärt, das Land stehe vor dem Test einer Interkontinentalrakete.

Die Lage in der Region ist nach zwei Atomversuchen und zahlreichen Raketentests Nordkoreas seit dem vergangenen Jahr sehr angespannt. US-Präsident Trump drohte mehrfach mit Alleingängen im Atomstreit mit Nordkorea. Auch schloss er einen Militärschlag nicht aus. (sda/dpa)

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