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WAS singen die da?! 😥 7 Songs, die wir früher gefeiert haben, aber erst heute verstehen

Gunda Windmüller



Neulich, beim Feierabend-Bier, ist es uns aufgefallen. Es gibt Songs, die wir früher – also irgendwann zwischen gestern und vor 15 Jahren – beherzt mitgegrölt haben, weil wir sie für harmlose Pop-Schnulzen oder banale Liebeslieder hielten. Dabei lagen wir, so wurde uns klar, aber völlig daneben. Wir verstanden die Songs einfach nur noch nicht.

Tja. Manchmal ist die Unschuld der Jugend im Weg, manchmal vielleicht auch eher das englische Hörverstehen. Wir haben daher mal eine Liste erstellt mit den grössten Missverständnissen unserer Pop-Geschichte:

Aqua, «Barbie Girl»

Einer der unerträglichsten Ohrwurm-Songs ALLER Zeiten. Die Melodie: sehr nervig. Das Video: poppig und pink. Was soll daran missverständlich sein?

Nun, der Text ist viel düsterer, als man denken könnte. Barbie wird als Frau besungen, die man angrabschen und mit der man spielen kann. Es geht um stete Verfügbarkeit, und die Anspielungen auf sexuelle Belästigung lassen den Refrain mittlerweile in der Kehle stecken blieben.

Madonna, «Like a Virgin»

Den Song haben wir oft genug mit gefalteten Händen, theatralisch zur Decke guckend betanzt und dabei heimlich gedacht, dass es doch eigentlich vor allem um Sex geht.

So wird der Song auch in der Anfangsszene von Quentin Tarantinos «Reservoir Dogs» interpretiert. Der Song sei «eine Metapher für grosse Schwänze» oder es gehe um «ein verletzliches Mädchen», heisst es dort.

Hier die Szene aus dem Film:

abspielen

Video: YouTube/darlingd

Weder noch.

«Quentin, es geht um Liebe, nicht um Schwänze»

Madonna

So schrieb es Madonna höchstselbst in ein CD-Booklet, das sie Tarantino schenkte. Es ginge vielmehr darum, dass eine besonders tiefe Liebe wie das erste Mal empfunden werde.

Bruce Springsteen, «Born in the USA»

Der Boss in Jeans vor einer Amerika-Flagge, hymnische Klänge, krachendes Schlagzeug. Und wir dachten konsequenterweise, der Song sei eine Liebeserklärung an das Land der Tausend Möglichkeiten.

Wir lagen falsch. «Born in the USA» ist keine patriotische Feierei, sondern eine bittere Kritik am Umgang mit Vietnam-Veteranen. Eine Abrechnung mit dem «American Dream».

Bob Marley, «No Woman, No Cry»

Diesen Refrain haben wir früher einfach mit «Wenn es keine Frauen gibt, muss kein Mann weinen» übersetzt und ihn so für eine Art romantische Hymne gehalten. Ein Sänger, der den Verlust einer Frau beklagt. Damit lagen wir allerdings völlig falsch.

Denn bei dem zweiten «no» handelt es sich um jamaikanisches Patois, einen Dialekt. Eigentlich ist «nuh» gemeint, was so viel wie «don't», also «Tu das nicht», bedeutet. Die korrekte Übersetzung lautet also: «Nein, Frau. Weine nicht!» Es ist also eigentlich genau umgekehrt: Nicht der Mann weint der Frau hinterher, sondern die Frau soll dem Mann nicht hinterherweinen.

Udo Jürgens, «Griechischer Wein»

Wer das Lied im Ohr hat, dem läuft es schmalzig den Rücken runter. Sorry für das schräge Bild, aber so fühlt es sich doch an, oder?

Wer möchte, kann hier testen:

abspielen

Video: YouTube/bisindie 54

Doch in dem Jürgens-Klassiker geht es nicht um laue Sommernächte, sondern um ein trauriges Thema. Die Einsamkeit von griechischen Gastarbeitern in Deutschland.

Wie Udo Jürgens selbst erklärte::

«Wir erzählen die Geschichte von Gastarbeitern – damals neu, es gab damals genau 260'000 griechische Gastarbeiter. Und die erzählten dann, dass sie das Kind von der Insel, von der sie kommen, noch gar nicht gesehen haben, weil sie hier sind. Und ihre Sehnsucht, ihre Einsamkeit und dass sie hier ein Fremder sind und bleiben werden.»

faz.net

Alanis Morissette, «You Oughta Know»

Das Alanis in dem Song ihren Ex-Freund vor seiner Neuen anbrüllt, das haben wir mitgekriegt. Dafür haben wir sie auch gefeiert. Aber dass es auch um Oralsex im Kino ging, haben wir nicht mitgekriegt. Wir hielten damals noch Knutschen in der letzten Reihe für verrucht. 🤷

«Would she go down on you in a theater?»

R.E.M., «The One I Love»

Was für'n Liebessong! Dachten wir. Und wedelten ganz gerührt mit Feuerzeugen in den Nachthimmel.

Dabei ist «The One I Love» kein Liebeslied, im Gegenteil:

«Das ist für den, den ich hinter mir gelassen habe / nur ein Spielzeug, um meine zeit zu vertrödeln.»

Aua.

(watson.de)

Welche Songs haben wir vergessen? Lasst es uns in den Kommentaren wissen!

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