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Pflanzenkeime in der chinesischen Mondsonde «Chang'e 4». 
Pflanzenkeime in der chinesischen Mondsonde «Chang'e 4». 
Bild: EPA/CHONGQING UNIVERSITY

Chinas Bio-Experiment trägt Früchte: Auf dem Mond wächst ein kleines Pflänzchen

China feiert eine weitere Premiere auf dem Mond. Ein Samen keimte im Inneren der Raumsonde «Chang'e 4». Doch lange wachsen kann das Pflänzchen nicht.
16.01.2019, 10:32

Zum ersten Mal ist chinesischen Angaben zufolge auf dem Mond eine Pflanze gewachsen. In einer Art speziellem Gewächshaus der chinesischen Mondsonde «Chang'e 4» sei ein Baumwollsamen aufgegangen, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua am Dienstag.

Neben der Baumwolle hatten die Forscher um Xie Gengxin von der Chongqing Universität auch andere Pflanzensamen sowie Eier von Fruchtfliegen und Hefepilze auf den Mond geschickt. Sie sollten als eine Art Mini-Biosphäre voneinander profitieren. Bilder, die von der Sonde übertragen wurden, zeigten laut Xinhua allerdings, dass von den Pflanzen nur die Baumwolle gedieh.

Baumwollpflänzchen auf dem Mond. 
Baumwollpflänzchen auf dem Mond. 

Die Mini-Biosphäre erinnert etwas an eine grosse Dose. Das 2,6 Kilogramm schwere Gefäss enthält Wasser, Erde, Luft, zwei Kameras und ein System zur Temperaturkontrolle. Zudem wird natürliches Licht von der Mondoberfläche in die Anlage geleitet. Nach der Landung der Sonde wurden die Samen gewässert, um das Wachstum anzustossen. 

Ein solcher Behälter dient als Mini-Biosphäre für die Mondpflanzen.
Ein solcher Behälter dient als Mini-Biosphäre für die Mondpflanzen.

Lange und sehr kalte Mondnacht

Mit «Chang'e 4» war China Anfang Januar erstmals in der Geschichte der Raumfahrt eine kontrollierte Landung auf der Rückseite des Mondes gelungen. Danach wurde auch ein Roboterfahrzeug mit Namen «Jadehase 2» in Betrieb genommen.

Sanft aufgesetzt: Die Landung der Mondsonde auf der Rückseite des Mondes. 

Langes Wachstum ist dem Baumwoll-Pflänzchen allerdings nicht gegönnt, da über «Chang'e 4» gerade eine mehrere Erdentage dauernde und sehr kalte Mondnacht mit Temperaturen von bis zu minus 170 Grad begonnen hat. Die Sonde sei am Sonntag in eine Art Ruhemodus gegangen, berichtete Xinhua.

«Das Leben in dem Behälter würde die Mondnacht nicht überleben», sagte Xi demzufolge. Nun sollen die Organismen in der Biosphäre verrotten. Das Experiment soll wichtige Erkenntnisse bringen, um beispielsweise eine dauerhafte Siedlung auf dem Mond bauen zu können. 

«Ganz egal, welche Plantage man dort oben aufbauen will, man muss sich was einfallen lassen, woher man Licht und Energie bekommt.»
Ralf Jaumann, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt

Herausfordernde Bedingungen

Der Mondforscher Ralf Jaumann vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) sieht gerade in den langen Mondtagen und -nächten eine Herausforderung. «Ganz egal, welche Plantage man dort oben aufbauen will, man muss sich was einfallen lassen, woher man Licht und Energie bekommt.» An einer bestimmten Stelle auf dem Mond ist es in etwa zwei Wochen am Stück hell und dann zwei Wochen dunkel.

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Die Mond-Baumwolle ist zwar die erste Pflanze, die auf dem Erdtrabanten gewachsen ist. Im All wurde aber auch früher schon Gemüse gezogen. Laut dem Guinnessbuch der Rekorde wurde bereits 1982 die in der Forschung beliebte Pflanze Arabidopsis (Ackerschmalwand) auf der sowjetischen Raumstation Saljut 7 angebaut.

Vor einigen Jahren konnte die Besatzung der ISS den ersten auf der Raumstation angebauten Salat verspeisen. Anfang Dezember 2018 wurde zudem ein Gewächshaus-Satellit des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt ins All geschossen, in dem Tomaten keimen und wachsen sollen.

Gewächshaus-Satellit Eu:CROPIS des DLR. 
Gewächshaus-Satellit Eu:CROPIS des DLR. 
Bild: DLR

(sda/dpa)

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Erstmalig Eis auf dem Mond nachgewiesen

Video: srf/SDA SRF
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