Wissen
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa07286141 A handout photo made available by The Chongqing University on 15 January 2019 shows a cotton sprout growing experiment inside China's Chang'e-4 Moon probe, on the far side of the Moon, 07 January 2019 (issued 15 January 2019). According to the China National Space Administration (CNSA) seeds taken up to the Moon by China's Chang'e-4 mission have sprouted. China announced on 11 January 2019 that its probe, which realized the first-ever soft-landing on the far side of the moon, was a complete success. The Chang'e 4 lunar probe made its historic landing on 03 January 2019 at 10:26am Beijing time (0226 GMT).  EPA/CHONGQING UNIVERSITY HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Pflanzenkeime in der chinesischen Mondsonde «Chang'e 4».  Bild: EPA/CHONGQING UNIVERSITY

Chinas Bio-Experiment trägt Früchte: Auf dem Mond wächst ein kleines Pflänzchen

China feiert eine weitere Premiere auf dem Mond. Ein Samen keimte im Inneren der Raumsonde «Chang'e 4». Doch lange wachsen kann das Pflänzchen nicht.



Zum ersten Mal ist chinesischen Angaben zufolge auf dem Mond eine Pflanze gewachsen. In einer Art speziellem Gewächshaus der chinesischen Mondsonde «Chang'e 4» sei ein Baumwollsamen aufgegangen, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua am Dienstag.

Neben der Baumwolle hatten die Forscher um Xie Gengxin von der Chongqing Universität auch andere Pflanzensamen sowie Eier von Fruchtfliegen und Hefepilze auf den Mond geschickt. Sie sollten als eine Art Mini-Biosphäre voneinander profitieren. Bilder, die von der Sonde übertragen wurden, zeigten laut Xinhua allerdings, dass von den Pflanzen nur die Baumwolle gedieh.

Pflänzchen wachsen auf dem Mond, in der chinesischen Mondsonde Chang'e
http://news.cqu.edu.cn/newsv2/show-14-16860-1.html

Baumwollpflänzchen auf dem Mond.  Bild: chongqing university

Die Mini-Biosphäre erinnert etwas an eine grosse Dose. Das 2,6 Kilogramm schwere Gefäss enthält Wasser, Erde, Luft, zwei Kameras und ein System zur Temperaturkontrolle. Zudem wird natürliches Licht von der Mondoberfläche in die Anlage geleitet. Nach der Landung der Sonde wurden die Samen gewässert, um das Wachstum anzustossen. 

Ein solcher Behälter dient als Mini-Biosphäre für die Mondpflanzen.
http://news.cqu.edu.cn/newsv2/show-14-16860-1.html

Ein solcher Behälter dient als Mini-Biosphäre für die Mondpflanzen. Bild: Chongqing University

Lange und sehr kalte Mondnacht

Mit «Chang'e 4» war China Anfang Januar erstmals in der Geschichte der Raumfahrt eine kontrollierte Landung auf der Rückseite des Mondes gelungen. Danach wurde auch ein Roboterfahrzeug mit Namen «Jadehase 2» in Betrieb genommen.

abspielen

Sanft aufgesetzt: Die Landung der Mondsonde auf der Rückseite des Mondes.  Video: YouTube/Scientias.nl

Langes Wachstum ist dem Baumwoll-Pflänzchen allerdings nicht gegönnt, da über «Chang'e 4» gerade eine mehrere Erdentage dauernde und sehr kalte Mondnacht mit Temperaturen von bis zu minus 170 Grad begonnen hat. Die Sonde sei am Sonntag in eine Art Ruhemodus gegangen, berichtete Xinhua.

«Das Leben in dem Behälter würde die Mondnacht nicht überleben», sagte Xi demzufolge. Nun sollen die Organismen in der Biosphäre verrotten. Das Experiment soll wichtige Erkenntnisse bringen, um beispielsweise eine dauerhafte Siedlung auf dem Mond bauen zu können. 

«Ganz egal, welche Plantage man dort oben aufbauen will, man muss sich was einfallen lassen, woher man Licht und Energie bekommt.»

Ralf Jaumann, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt

Herausfordernde Bedingungen

Der Mondforscher Ralf Jaumann vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) sieht gerade in den langen Mondtagen und -nächten eine Herausforderung. «Ganz egal, welche Plantage man dort oben aufbauen will, man muss sich was einfallen lassen, woher man Licht und Energie bekommt.» An einer bestimmten Stelle auf dem Mond ist es in etwa zwei Wochen am Stück hell und dann zwei Wochen dunkel.

Die Mond-Baumwolle ist zwar die erste Pflanze, die auf dem Erdtrabanten gewachsen ist. Im All wurde aber auch früher schon Gemüse gezogen. Laut dem Guinnessbuch der Rekorde wurde bereits 1982 die in der Forschung beliebte Pflanze Arabidopsis (Ackerschmalwand) auf der sowjetischen Raumstation Saljut 7 angebaut.

Vor einigen Jahren konnte die Besatzung der ISS den ersten auf der Raumstation angebauten Salat verspeisen. Anfang Dezember 2018 wurde zudem ein Gewächshaus-Satellit des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt ins All geschossen, in dem Tomaten keimen und wachsen sollen.

Eu:CROPIS: Mass Property Measurement Strukturmodell 
https://www.dlr.de/irs/desktopdefault.aspx/tabid-11288/#gallery/28462

Gewächshaus-Satellit Eu:CROPIS des DLR.  Bild: DLR

(sda/dpa)

Sterne, Planeten, Monde und noch mehr Weltraum-Stoff

Mysteriöse Radiowellen aus den Tiefen des Alls sind ein Rätsel für Astronomen

Link zum Artikel

Edelstein statt Eisenkern – diese Planeten bestehen aus Saphir und Rubin

Link zum Artikel

17 spektakuläre Weltraum-Bilder, die du gesehen haben musst

Link zum Artikel

Saturn verliert seine Ringe – und zwar schneller als gedacht

Link zum Artikel

Und es ward Licht! Seit 20 Jahren sind Raumfahrer auf der ISS

Link zum Artikel

Der Mars lockt – doch kann man da überhaupt leben?

Link zum Artikel

NASA veröffentlicht erste Audioaufnahmen: So ausserirdisch klingt der Mars

Link zum Artikel

2018: A Mars Odyssey – die Geschichte der Mars-Expeditionen in Bildern

Link zum Artikel

Marssonde erfolgreich gelandet: Das erste Bild von InSight ist da

Link zum Artikel

Wird die Landesonde InSight die «7 Minuten des Terrors» überstehen und den Mars erkunden?

Link zum Artikel

War «Oumuamua» eine Alien-Sonde? Ein Harvard-Papier suggeriert es

Link zum Artikel

So nah wie nie zuvor: Astronomen haben (fast) in ein Schwarzes Loch geschaut

Link zum Artikel

Diese 5 Projekte bringen dich vielleicht bald ins All – etwas Kleingeld vorausgesetzt

Link zum Artikel

Das Kessler-Syndrom oder wie eine Kettenreaktion im All unser Leben verändern könnte

Link zum Artikel

So gross ist die Wahrscheinlichkeit, dass es Aliens gibt

Link zum Artikel

So schön waren die Sternschnuppen-Nächte am Wochenende

Link zum Artikel

So beeindruckend ist ein Sandsturm auf dem Mars

Link zum Artikel

Wenn du nicht mindestens 7 Sternbilder erkennst, frisst dich der Grosse Bär 😱

Link zum Artikel

31 Dinge, die noch heisser sind als dieser Sommer (und nein, hier gibts keine nackte Haut)

Link zum Artikel

Darum ist das die längste Mondfinsternis, die du in deinem Leben sehen wirst

Link zum Artikel

Überraschung auf dem Mars: Forscher finden unterirdischen See

Link zum Artikel

Wo ist die Erde Nummer 2? Das sind die Top Ten der Kandidaten

Link zum Artikel

Forscher machen Zufallsfund und entdecken zwölf neue Jupiter-Monde

Link zum Artikel

Funktioniert der «unmögliche» Quantenantrieb EmDrive? Das sagt die Forschung

Link zum Artikel

Warum Weltraumkolonisierung katastrophal schiefgehen kann

Link zum Artikel

Wenn wir zu den Sternen reisen, brauchen wir ein Raumschiff, das es jetzt noch nicht gibt

Link zum Artikel

Aliens kontaktieren? Das sollten wir besser nicht tun

Link zum Artikel

Wenn es Aliens gibt, wie sehen sie dann aus?

Link zum Artikel

Den Mars besiedeln? Nein, es gibt ein besseres Ziel: Titan!

Link zum Artikel

Wir haben eine neue Erde gefunden – aber wie kommt man dahin? Und wie lange dauert die Reise?

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Erstmalig Eis auf dem Mond nachgewiesen

abspielen

Video: srf/SDA SRF

Abonniere unseren Newsletter

1
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen

Was ein Statistik-Professor über lügnerische Zahlen und falsche Ängste zu sagen hat

Walter Krämer erzählt, wie mit fragwürdigen Studien Panik gemacht wird, während wir uns eigentlich vor ganz anderen Dingen fürchten sollten.

Herr Krämer, Sie sind Professor für Wirtschafts- und Sozialstatistik und entlarven als solcher gern zwielichtige Datenanalysen. Haben Sie derzeit eine Lieblingsstatistik? Walter Krämer: Ja. Das ist die Tabelle der Fussball-Bundesliga. Ich wohne direkt neben dem BVB-Stadion und bin seit mehr als einem Dutzend Jahren BVB-Aktionär.

Sie haben die Deutschen mal als «Volk von Innummeraten» (Zahlen-Analphabeten) bezeichnet und ihre bedauerliche Schwäche Goethe, dem dichtenden …

Artikel lesen
Link zum Artikel