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Laut einer neuen Studie, sollten wir bei Milch und Fleisch zu Bio-Produkten greifen.
bild: shutterstock

Sind Bio-Produkte wirklich gesünder? Eine neue Studie bringt Licht ins Dunkel

Bioprodukte sind teurer, aber sind sie auch besser? Zwei Analysen zu Milch und Fleisch zeigen jetzt, dass die Gesundheit profitieren könnte.

18.02.16, 06:57 18.02.16, 07:12

Ein internationales Expertenteam unter der Leitung der britischen Newcastle University hat Fleisch und Milch aus biologischer und aus konventioneller Produktion verglichen. Dabei handelt es sich um die bisher grösste Vergleichsstudie dieser Art, wie die Newcastle University am Dienstag mitteilte. Beteiligt war auch das Schweizerische Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL).

Die Forschenden analysierten weltweit erhobene Daten aus 196 Publikationen über Kuhmilch und aus 67 Studien über Fleischprodukte. Bei dieser Meta-Analyse, die nun im British Journal of Nutrition erscheint, zeigte sich, dass Fleisch und Milch im Durchschnitt rund 50 Prozent mehr Omega-3-Fettsäuren enthalten, wenn sie aus biologischer Produktion stammen.

Mehr gesunde Fettsäuren

Der Studie zufolge beinhaltet Biofleisch zudem geringere Konzentrationen zweier gesättigter Fettsäuren, Myristin- und Palmitinsäure, die mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zusammenhängen. Die Forschenden schlussfolgern, dass ein Wechsel zu biologisch produzierten Lebensmitteln das Fettsäure-Profil unserer Ernährung verbessern würde.

«Omega-3-Fettsäuren hängen mit einem reduzierten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, einer besseren neurologischen Entwicklung und Funktion sowie einem stärkeren Immunsystem zusammen», erklärte Chris Seal von der Newcastle University in der Mitteilung. Die Ernährung in westeuropäischen Ländern weise einen Mangel dieser Fettsäuren auf.

Geringere Unterschiede in der Schweiz

Da sich landwirtschaftliche Praktiken von Land zu Land unterscheiden, fallen auch die Unterschiede zwischen biologisch und konventionell erzeugten Milch- und Fleischprodukten verschieden aus. Dennoch zeigte sich in der Analyse konstant ein signifikanter Unterschied zwischen «Bio» und konventionell.

«In der Schweiz sind auch Unterschiede vorhanden, aber sie fallen geringer aus, weil auch die konventionelle Landwirtschaft hierzulande mehr auf Fütterung mit Raufutter wie Gras und Heu setzt als in anderen Ländern», erklärte Urs Niggli vom FiBL auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA.

Fehlentwicklung in den Fütterungspraktiken

Die Fütterung sei ein zentraler Faktor für die Qualitätsunterschiede. «In den meisten EU-Ländern und vor allem in den USA ist der Anteil von Kraftfutter mittlerweile bei 50 Prozent oder mehr der Futterrationen von Milchkühen», sagte Niggli weiter. «Auch deshalb ist unsere Untersuchung relevant, um auf diese Fehlentwicklung aufmerksam zu machen.»

Die Grenze der Milchleistung, die wirtschaftlich und ökologisch noch sinnvoll sei, sei in Industrieländern längst überschritten. «Die Milchpreise sind im Keller. Auch deshalb wäre es sinnvoller, mehr auf biologische Produktion zu setzen.» Diese erbringe immer noch eine völlig ausreichende Milchmenge, in besserer Qualität. (viw/sda)

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  • cassio77 19.02.2016 06:13
    Highlight wo bio draufsteht, ist noch lange nicht bio drin!!!
    1 0 Melden
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  • trollo 18.02.2016 18:59
    Highlight wer vor allem auf die tierhaltung wert legt, findet unter der bezeichnung bts (besonders tierfreundliche stallhalltung) und raus ( regelmäßiger auslauf im freien) produkte sowohl im konventionellen wie auch im bio bereich. die tierhaltung ist unter diesen bezeichnungen identisch.
    7 0 Melden
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  • Gelöschter Benutzer 18.02.2016 11:53
    Highlight Bei Bio-Produkten geht es nicht um gesünder oder weniger gesund.
    Es geht um die naturverträglichere Herstellung.
    45 1 Melden
    • Gelöschter Benutzer 18.02.2016 16:23
      Highlight Und darum, dem Körper weniger Agrarchemie zuzuführen.
      20 2 Melden
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  • Marcel Nandy Füllemann 18.02.2016 11:42
    Highlight Echtes Bio ist definitiv gesünder, Artgerechter und Umweltbewusster als normales Essen. Jedoch was nützt uns das Bio-Siegel, wenn ich in Deutschland mein Produkt nicht anmelden kann, aber in Finnland unter den selben Bedingungen ohne Probleme ein Siegel bekomme? In Rumänien werden tausende Hektaren für Spott-Preise verkauft und die lokalen Bauern gehen alle bankrott. Und die schwarzen Schafe die das Siegel nur zur Selbstbereicherung tragen, wobei es dank strengerer Kontrollen weniger gibt! Grundsätzlich bin ich für Bio. Doch nur beim Nachbarn weiss ich 100% Bescheid wie die Ware produziert wir
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  • auoji 18.02.2016 10:21
    Highlight Bio hat Vorteile in drei Gruppen:
    - Deine Gesundheit - hier im Artikel behandelt
    - Umwelt - auf ein paar Arten:(Abwässer, Artenvielfalt, Grün-Futter - ist auch CO2 neutral, oft kürzere Verkehrswege)
    - Bei Bio-Fleisch und Bio-Milchprodukte: Tierschutz - bessere, tiergerechtere Haltungen
    48 1 Melden
    • Jol Bear 18.02.2016 21:51
      Highlight Gesundheit: Der Anteil der Omega-3-Fettsäuren ist dann hoch, wenn die Tiere weitestgehend Grünfutter (Heu, frisches Gras) erhalten. Das ist, unabhängig von Bio, auf den meisten schweizer Bergbetrieben der Fall. Artenschutz (Biodiversität): stark vom Standort und der Produktionsausrichtung abhängig, wird mit Subventionen auf allen Betrieben stark gefördert. Im Ackerbau dürften Biobetriebe hinsichtlich Umwelt besser abschneiden. Bei Grünlandbetrieben mit Milch- und Fleischproduktion in CH, v.a. Berggebiet, sind die Unterschiede zwischen Bio und den anderen (auch beim Tierwohl) nicht relevant.
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  • pamayer 18.02.2016 10:19
    Highlight Nach all den studien, dass bio nur teurer aber nicht gesünder sei, nun endlich eine, die belegt, warum bio (heisst ja: aus kontrolliert biologischen anbau) den mehrwert wert ist. Da signifikant weniger GIFT zum Einsatz kommt und dem NATÜRLICHEN wachstum besser rechnung getragen wird. weil bio der konventionellen pestizide-landwirtschaft auf den schlips tritt, wird der bio anbau entsprechend angegriffen. Im westen nichts neues.
    das selbe bei fair trade produkten: alle anderen produkte werden NICHT fair gehandelt. Don't forget!

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  • strange 18.02.2016 08:04
    Highlight BIO kauft man in erster Linie der Natur und den Tieren zu Liebe. Die Umweltschäden sind viel geringer und die Nutztiere werden definitiv besser gehalten. Es geht nicht immer nur um einen selbst! Dass Pflanzenschutzmittel negative Auswirkungen haben, sollte jedem bewusst sein. Wie war das mit den Blutkrebserkrankungen von französischen Bauern? Und jetzt der Verdacht, dass das Zika Virus im Zusammenhang mit Pestiziden steht? Es gibt zig Gründe, warum ich ausschließlich (lokales) BIO kaufe, wad ich nicht selbst produzieren kann.
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    • Ril 18.02.2016 08:23
      Highlight Ich teile deine Meinung zu Bio. Die Evidenzlage für den Zusammenhang zwischen Mikrozephalie (nicht Zika) und Pestiziden ist allerdings sehr, sehr dünn. Im Moment sieht es wirklich danach aus als ob wirklich Zika das Problem sei. Davon abgesehen haben wir natürlich zig Probleme mit Antibiotika, Hormonen, Pestiziden und weiteren Umweltschädlingen. Bio+Lokal ist für mich ein Muss, insbesondere bei tierischen Produkten.
      34 1 Melden
    • Greententacle 18.02.2016 10:21
      Highlight Deinen Ausführungen schliesse ich mich gerne an. Dass mein Biss in ein biologisch erzeugtes Produkt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch für mich gesünder ist, empfinde ich als äusserst angenehmen Nebeneffekt.
      15 0 Melden
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  • Gilbert Schiess 18.02.2016 08:00
    Highlight Beim kauf von Bio Produkten geht es mir nie darum, dass die evt. gesünder sind, sonder darum das ich mithelfe, dass nicht noch mehr unötiges Gift in unsere Umwelt gelangt, dass ich damit helfe die Biodiversität zu erhalten, dass ich artgerechtere Tierhaltung fördere und weiteres.
    72 0 Melden
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  • Caturix 18.02.2016 07:57
    Highlight Von mir aus gesehen muss es nicht gesünder sein aber Umweltschonender und Tiergerechter.
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    • MarGo 18.02.2016 09:33
      Highlight das ist ehrenwert... warum nicht gleich der Verzicht auf tierisches...? Nicht falsch verstehen, das soll keine Missionierung sein... Aber die Conclusio deiner Ansicht wäre doch der Verzicht...
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  • DiePhysiker 18.02.2016 07:52
    Highlight Kaufe wenns geht Bio, am liebsten ab Hof...doch nicht meiner Gesundheit wegen, sondern in der Hoffnung was für die Natur oder dem Tierwohl zu tun.
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  • Typu 18.02.2016 07:48
    Highlight Agreed. Aber hat nun die konventionelle produktion eine messbar schlechtere gesundheit bzw entwicklung zur folge? Anders gefragt: ist der bio surplus nice to have aber im endeffekt ohne messbare wirkung?
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  • Ophelia Sky 18.02.2016 07:28
    Highlight Kein Wort zu Antibiotika. Schade..
    Ansonsten sehr interessant. Danke Watson
    26 0 Melden
    • trollo 18.02.2016 18:49
      Highlight auch in der bio tierhaltung werden wenn nötig
      antibiotika eingesetzt. es gehört halt auch zum tierschutz kranke tiere zu behandeln. es werden aber keine ab's präventiv eingesetzt.
      8 0 Melden
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Ein Forscher erklärt, warum er beim Töten von Tieren nicht mehr viel empfindet

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