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«Verändertes Momentum»? Ted Cruz holte sich Kansas und Maine. 
Bild: AP/Coeur d'Alene Press

Trotz Siegen von Cruz und Sanders: An Clinton und Trump kommt keiner vorbei

Gleich in fünf US-Bundesstaaten fanden am Samstag Vorwahlen statt. In Kansas und Maine hatte der Spitzenreiter bei den Republikanern, Donald Trump, das Nachsehen gegen seinen Rivalen Ted Cruz. Bei den Demokraten holte sich Bernie Sanders Kansas und Nebraska, Hillary Clinton gewann in Louisiana. Marco Rubio enttäuschte auf der ganzen Linie.

Publiziert: 06.03.16, 10:45 Aktualisiert: 06.03.16, 11:43

Gegenwind für den umstrittenen republikanischen Präsidentschaftsbewerber Donald Trump: Sein Konkurrent Ted Cruz gewann am Samstag die Vorwahlen der Konservativen in den beiden US-Bundesstaaten Kansas und Maine mit deutlichem Abstand.

Die Resultate im Überblick

Grafik: Screenshot «New York Times»

Trump entschied das wichtige Rennen in Louisiana und auch den Staat Kentucky für sich. In den vergangenen Tagen hatten führende Republikaner massiv Stimmung gegen ihn gemacht. Mit dem Ergebnis in Kansas verändere sich das Momentum, sagte Cruz zu Journalisten in Idaho. Bei den Republikanern ging es in den vier Staaten insgesamt um 155 Delegiertenstimmen. Es konnten jeweils nur registrierte Parteimitglieder abstimmen. Das ist offenbar ein Vorteil für Cruz, der sich als Alternative zum populistischen und in der Parteiführung umstrittenen Trump positioniert.

Es war auch die erste Abstimmung seit dem Rückzug von Ben Carson, der vor allem von religiös geprägten Amerikanern unterstützt wurde. In dieser Bevölkerungsgruppe ist auch Cruz stark vertreten.

Bei den Demokraten schlug Bernie Sanders die frühere US-Aussenministerin Hillary Clinton in Nebraska und Kansas deutlich. Clinton wiederum setzte sich in Louisiana gegen den 74-Jährigen durch.

Offiziell küren die beiden Parteien ihren Spitzenkandidaten auf Parteitagen im Sommer. Bei den Vorwahlen geht es um das Sammeln von Delegiertenstimmen für diese Parteikongresse.

Sieg in Kansas und Nebraska: Demokrat Sanders.
Bild: Carlos Osorio/AP/KEYSTONE

Keine entscheidende Wende

Das gute Abschneiden von Cruz und Sanders hat für das Gesamtbild aber noch nicht viel zu bedeuten, weil die am Samstag gewonnenen Delegierten anteilig verteilt werden. Sie konnten noch nicht entscheidend aufholen, Trump und Clinton bleiben die Favoriten.

Bei den Republikanern wird viel davon abhängen, wie lange Marco Rubio und John Kasich noch durchhalten. Cruz appellierte an seine Konkurrenten, sich aus dem Rennen zurückzuziehen. «Das Feld muss sich weiter verkleinern. Solange das Feld weiter geteilt ist, hat Donald einen Vorsprung», sagte der Senator von Texas.

Auch Trump rief Rubio dazu auf, seinen Wahlkampf zu beenden. «Ich denke, es ist Zeit, dass er sich verabschiedet», sagte er in Florida. «Ich würde so gerne eins gegen eins mit Cruz kämpfen.» 

Schwacher Rubio

Es war auffallend, dass Rubio am Samstag überall sehr schwach abschnitt. Das Establishment hatte versucht, ihn als Kompromisskandidaten aufzubauen. In Kansas und Louisiana landete der Senator von Florida auf dem dritten Platz. In Maine wurde er nur Vierter, dort holte Kasich den dritten Platz.

Bisher nur in Minnesota erfolgreich: Schwacher Rubio.
Bild: ALVIN BAEZ/REUTERS

Der Gouverneur von Ohio hat bislang noch keine Vorwahl gewonnen. Rubio holte lediglich Minnesota. Cruz kommt auf sechs Staaten, Trump auf zwölf.

Er war als deutlicher Sieger der Konservativen aus dem «Super Tuesday» hervorgegangen, dem wichtigsten Tag der US-Vorwahlsaison. Die Parteiführung wurde darüber offensichtlich nervös. Es ist aber zu früh zu sagen, ob ihre massive Anti-Trump-Kampagne aus den vergangenen Tagen verfängt.

Trumps Furcht

Interessant ist in diesem Zusammenhang das gute Abschneiden Cruz' bei einer Abstimmung Konservativer in Washington, Trump landete dort abgeschlagen. Bei dem Treffen hatten sich alle republikanischen Bewerber blicken lassen – ausser Trump. Er begründete seine Absage mit Wahlkampfterminen. Es wurde aber spekuliert, dass er zu viel Kritik fürchtete.

Bereits 12 Staaten geholt: Republikanischer Spitzenreiter Trump. 
Bild: JOE SKIPPER/REUTERS

Mögliche Gründe für die Ergebnisse vom Samstag sind auch zwei Ereignisse der vergangenen Woche: zum einen Trumps zunächst nicht eindeutige Ablehnung des rassistischen Ku-Klux-Klans, zum anderen sein so schwaches wie niveauloses Auftreten bei der TV-Debatte der Republikaner am Donnerstag.

Blick nach Ohio und Florida

Bei den Demokraten setzte sich am Samstag ein Trend aus den vorherigen Abstimmungen fort: Clinton gewinnt in Staaten, in denen Schwarze einen hohen Anteil an der Bevölkerung ausmachen. Kansas wiederum hat viele weisse Wähler, bei denen Sanders gut abschneidet. Der Senator von Vermont hatte zudem viel Zeit und Geld in den Wahlkampf in den beiden Bundesstaaten im mittleren Westen investiert.

Sieg in Louisiana: Demokratische Favoritin Clinton.
Bild: CARLOS BARRIA/REUTERS

Die nächsten acht Vorwahlen finden am Sonntag und am kommenden Dienstag statt. Am Dienstag wird im industriell geprägten Bundesstaat Michigan gewählt; die Republikaner in Mississippi, Idaho und Hawaii stimmen dann ebenfalls ab. Vorentscheidend für beide Parteien dürften aber die Vorwahlen am 15. März werden: Neben Illinois, Missouri und North Carolina geht es dann um die Schlüsselstaaten Florida und Ohio – die jeweiligen Heimatstaaten von Trumps Mitbewerbern John Kasich und Marco Rubio. Für Beide ist ein Sieg dort ein Muss. (sda/dpa/reu)

Die Kandidaten für die US-Präsidentschaftswahl

Am 8. November 2016 wird die Amtszeit von US-Präsident Barack Obama mit der Wahl eines neuen Präsidenten oder einer neuen Präsidentin beendet. X00157 / KEVIN LAMARQUE
Hillary Clinton steigt als Spitzenkandidatin für die Demokraten ins Rennen. Ihre Mitstreiter: X02786 / BRIAN FRANK
Martin O’Malley (seit 2007 Gouverneur von Maryland). AP/AP / Charlie Neibergall
Bernie Sanders (parteilos, bezeichnet sich selber als demokratischen Sozialisten). X00157 / KEVIN LAMARQUE
Im September 2015 reicht der exzentrische Software-Pionier John McAfee seine Kandidatur ein. Für eine neue Partei, die möglicherweise «Cyber Party» heissen soll. AP / Alan Diaz
Und das sind die Kandidaten auf republikanischer Seite: der Mann mit dem prominenten Nachnamen, Jeb Bush (Florida). REUTERS / DON JUAN MOORE
Und Ex-Senator Jim Webb (Virginia). AP/AP / Patrick Semansky
Der texanische Senator Ted Cruz, der vor allem bei den Evangelikalen beliebt ist und der Tea Party nahesteht. AP/AP / Manuel Balce Ceneta
Rand Paul aus Kentucky (unterstützt von den Libertären und ebenfalls Tea-Party-nah). EPA/EPA / MICHAEL REYNOLDS
Marco Rubio (Florida) punktet bei den Neocons. EPA/EPA / TANNEN MAURY
Rick Santorum (Pennsylvania), der in den Vorwahlen 2012 zur Präsidentschaftswahl von Mitt Romney geschlagen wurde. AP/AP / Nati Harnik
Die Dampfwalze Donald Trump. AP/FR115 AP / Darren Abate
Chris Christie, seit 2010 Gouverneur von New Jersey. Getty Images North America / Scott Olson
Ben Carson. Getty Images North America / Win McNamee
Carly Fiorina, Texas, Ex-CEO von Hewlett-Packard. AP/AP / Charlie Neibergall
Mike Huckabee (ehemals Gouverneur von Arkansas, 2008 gegen McCain aus dem Rennen gefallen) hat bisher vor allem mit einer inakzeptablen Aussage über Obamas Aussenpolitik für Empörung – und Aufmerksamkeit – gesorgt. Hier mehr dazu. AP/AP / John Locher
John Kasich (Gouverneur von Ohio), mit hübscher Familie, Sohn von kroatischen Einwanderern. AP/AP / John Minchillo
Anfang August hat zudem Ex-Virginia-Gouverneur Jim Gilmore seine Kandidatur für die Republikaner bekannt gegeben. AP/AP / Jim Cole
Auch die kleineren Parteien stellen Kandidaten, unter anderem Jill Stein für die Grünen und Gary Johnson für die Libertären. Getty Images North America / Drew Angerer

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