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Cracker scheitern an Game-Kopierschutz von Denuvo

Szene aus «Just Cause 3». Das PC-Spiel liess sich bislang nicht knacken.
Szene aus «Just Cause 3». Das PC-Spiel liess sich bislang nicht knacken.
Bild: AP/Avalanche Studios

Schluss mit Gratis-Spielen? Software-Piraten beissen sich an Kopierschutz die Zähne aus

Das Gejammer bei Reddit und in Gamer-Foren ist gross: Selbst die berühmt-berüchtigte Cracker-Gruppe 3DM aus China scheint machtlos gegen eine Anti-Piraterie-Technologie aus Österreich.
09.01.2016, 18:01
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Aus unserem östlichen Nachbarland kommt eine Technologie, an der selbst abgebrühte Software-Piraten scheitern. Die Rede ist vom Kopierschutz-System der Firma Denuvo Software Solutions GmbH.

Das seit Anfang Dezember verfügbare PC-Spiel «Just Cause 3» ist mit dem Kopierschutz versehen. Und bis heute ist es keiner Cracker-Gruppe gelungen, den Schutzmechanismus auszuhebeln.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Kopierschutz-Systemen, die das Kopieren der Discs verhindern sollen, handelt es sich bei Denuvo um eine sogenannte «Anti Tamper»-Software. Diese gewährleistet durch stetiges Umkopieren von Daten auf der Festplatte, dass die populären Online-Spieleplattformen Steam und Origin nicht ausgetrickst werden können. Sprich: Wer online spielen will, muss den vom Anbieter verlangten Preis bezahlen.

Der Frust ist gross

Bei vielen PC-Gamern, die es sich gewohnt sind, neue Spiele-Titel gratis aus dem Internet zu beziehen, ist der Frust riesengross. Dies zeigt ein Besuch in der Reddit-Gruppe CrackStatus, die über neu veröffentlichte Cracks zu Spielen informiert. Im Online-Forum häufen sich die Kommentare der ungeduldigen Nutzer. Vorübergehend wurde gar auf eine Online-Petition bei Change.org verlinkt, die das Ende der Anti-Piraterie-Technologie von Denuvo forderte.

Bild
screenshot: change.org

Der Link auf die merkwürdig anmutende Forderung ist mittlerweile entfernt worden, doch das Dilemma der Hardcore-Gamer bleibt. Niemand will mehrere Monate warten, bis man ein neues und von Kritikern angepriesenes Spiel endlich (gratis) testen kann.

Offenbar ist nicht mal mehr auf die berühmt-berüchtige Crackergruppe 3DM aus China Verlass. Der Hacker, der den Kopierschutz von «Just Cause 3» aushebeln sollte, habe entnervt aufgeben wollen, berichtete Torrent Freak. Dies verriet angeblich die Anführerin der Gruppe dem auf Filesharing-News spezialisierten Online-Portal.

Zwar zeigte sich die Unbekannte mit dem Pseudonym Bird Sister zuversichtlich, dass der Titel mit vereinten Kräften doch noch geknackt werden könne. Sollte die Anti-Piraterie-Technologie, die mit Verschlüsselung arbeitet, aber weiter verbessert werden, dürfte es in zwei Jahren keine Gratis-Games mehr geben.

«I still believe that this game can be compromised. But according to current trends in the development of encryption technology, in two years time I’m afraid there will be no free games to play in the world.»
Anführerin der Cracker-Gruppe 3DM
quelle: torrent freak

Folgende populäre Game-Titel werden laut Wikipedia-Eintrag durch die Denuvo-Technologie vor dem illegalen Kopieren geschützt:

  • «FIFA 15 und FIFA 16» (2014/2015)
  • «Lords of the Fallen» (2014)
  • «Dragon Age: Inquisition» (2014, wurde geknackt)
  • «Battlefield Hardline» (2015)
  • «Batman Arkham Knight» (2015)
  • «Metal Gear Solid V: The Phantom Pain» (2015)
  • «Mad Max» (2015)
  • «Just Cause 3» (2015)
  • «Rise of The Tomb Raider» (2015)

Während Hollywood-Filme trotz vielfältiger Bemühungen der Filmindustrie vor dem Kinostart im Internet landen und populäre Musik-Alben kurz nach der Veröffentlichung über Filesharing-Plattformen verbreitet werden, ist bei Games ein Umbruch zu erkennen.

Dass es in nicht allzu ferner Zukunft keine (illegal) kopierten und kostenlos spielbaren Titel mehr geben soll, ist für viele unvorstellbar. Doch aus Sicht der Anbieter muss der Kopierschutz gar nicht ewig halten: Entscheidend für den kommerziellen Erfolg bei Spielen seien meist die ersten paar Monate, konstatiert Golem.de. Und solange könnten die Schutzsysteme künftig offenbar tatsächlich den Bemühungen von 3DM und anderen Crackern standhalten.

Kopierschutz-Systeme für Games ...

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51 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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FlorianH
09.01.2016 19:11registriert November 2014
Wahre Gamer bezahlen ihr Spiel.
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Nameless Hero
09.01.2016 19:21registriert November 2015
Oh nein. Man muss Menschen für ihre Arbeit bezahlen. Schrecklich!
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Asalato
10.01.2016 10:04registriert Januar 2016
Lustig ist ja, wenn dieselben Leute, die für Games nicht bezahlen wollen, den Wunsch haben, selbst in der Game-Entwicklung zu arbeiten.
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