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Wenn der Koffer nicht am Ziel ankommt, kann einem das ordentlich die Ferien versauen.
Wenn der Koffer nicht am Ziel ankommt, kann einem das ordentlich die Ferien versauen.
bild: shutterstock

Gut gelandet, Koffer weg – wie ein Chip verhindern soll, dass dein Gepäck verloren geht

Wenn das Gepäck bei der Flugreise nicht ankommt, ist das für Passagiere oft ein Alptraum. Jetzt kommt Abhilfe: Jedes Gepäckstück soll bald auf aller Welt auffindbar sein – dank smarter Technologie.
02.01.2019, 11:3202.01.2019, 14:53

Fluggesellschaften wollen den Verlust von Koffern deutlich reduzieren und dafür jedes Gepäckstück künftig mit einem über Funkwellen lesbaren RFID-Chip versehen. Die flächendeckende Ausstattung soll Anfang 2020 beginnen.

Der Beschluss solle bei der Vollversammlung der Mitglieder Anfang Juni in Südkorea verkündet werden, sagte Andrew Price, Chef der Fachabteilung Gepäck beim Airlineverband IATA, der Deutschen Presse-Agentur in Genf.

18 Gepäckstücke pro 1000 Passagiere fehlgeleitet

«Ich hoffe, dass bis Ende 2020 das Gepäck auf der Hälfte aller Passagierreisen mit RFID ausgestattet ist», sagte Price. Bis Ende 2023 sollen es so gut wie alle Koffer sein. In der IATA sind etwa 290 Airlines in 120 Ländern organisiert, die 82 Prozent des Luftverkehrs bestreiten.

Im Jahr 2007 wurden gemäss dem IT-Airline-Dienstleister Sita etwa 18 Gepäckstücke pro 1000 Passagiere fehlgeleitet. Zehn Jahre später waren es nur noch etwa sechs. Weltweit waren das aber immerhin 23 Millionen Gepäckstücke. «Mit RFID können wir die Zahl um weitere 25 Prozent senken, wenn alle mitmachen», sagte Price.

Mit Strichcode versehen

RFID-Chips sollen in die Banderole mit Strichcode integriert werden, die aufgegebenes Gepäck beim Einchecken bekommt. Lesegeräte an Gepäckbändern, in Gepäckhallen und beim Be- und Entladen können die Koffer dann während der ganzen Reise automatisch registrieren. Heute würden Gepäckstücke an vielen Flughäfen manuell gescannt, sagt Price.

«Die Neuerung erlaubt uns, zu jeder Zeit zu wissen, wo sich das Gepäck befindet. Wenn ein Teil fehlgeleitet ist, sehen wir es und können eingreifen und es an den richtigen Flughafen schicken, noch bevor der Passagier eine Vermisst-Meldung aufgibt», sagt Price.

«Damit werden weniger Gepäckstücke verlorengehen. Und wenn es doch passiert, werden sie schneller wieder beim Passagier sein.»

App auf dem Handy

Fluggesellschaften könnten Kunden auch ermöglichen, den Verbleib ihres Koffers in einer App auf dem Smartphone zu verfolgen. So etwas bietet die US-Fluglinie Delta an, ein Pionier der RFID-Chips bei Gepäck. Langfristig seien persönliche und wiederverwendbare RFID-Etiketten denkbar, die Passagiere selbst an das Gepäck heften.

Damit die RFID-Daten weltweit gelesen und ausgetauscht werden können, müssen Flughäfen und Airlines investieren. Das Sparpotenzial sei aber dreimal so hoch wie die Ausgaben. Die IATA schätzt, dass über sieben Jahre 3.8 Milliarden Dollar eingespart werden können.

Einerseits würden weniger Koffer verloren gehen und müssten gesucht werden. Andererseits dürften RFID-Daten Schwachstellen in der Gepäckbeförderung zeigen, die optimiert werden könne.

Lufthansa beobachtet Trends

Die deutsche Lufthansa gibt sich bedeckt. Es werde immer an Verbesserungen gearbeitet, sagt Sprecherin Sandra Kraft. «RFID kann dabei eine unterstützende Technologie sein, ist aber nicht die einzig mögliche. Lufthansa beteiligt sich unter anderem auch an Untersuchungen von RFID als möglicher Technologie bei den Gepäckservices.» (viw/sda/dpa)

Übrigens: Cedrick kann Leute an Flughäfen nicht ertragen

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