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«Civilization 7» macht vieles anders als der Vorgänger, aber auch besser

Im Interview stellen sich Executive Producer Dennis Shirk und Game Designer Carl Harrison unseren Fragen.
Im Interview stellen sich Executive Producer Dennis Shirk und Game Designer Carl Harrison unseren Fragen.Bild: GAMES.CH
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«Civ 7» macht vieles anders als der Vorgänger, aber auch besser!

Nach mehr als 30 erfolgreichen Jahren kann sich eine Serie leicht totlaufen. Mit «Civilization 7» krempelt Entwickler Firaxis die Reihe kräftig um, was sowohl den Fans als auch Einsteigern entgegenkommt.
15.09.2024, 11:04
Team Games.ch
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Beinahe acht Jahre nach der Veröffentlichung von «Civilization 6» mussten die Fans auf die Ankündigung des nächsten Teils der legendären Strategie-Reihe warten. Kürzlich liess Publisher 2K die Katze aus dem Sack: schon am 11. Februar 2025 soll «Civilization 7» parallel für PC und alle aktuellen Konsolen an den Start gehen. Entwickler Firaxis feilt dabei aber nicht nur an bekannten Features rum, sondern dreht die Globalstrategie quasi auf links – mit Erfolg!

Der Zugang zum Meer wird später beim Erschliessen anderer Kontinente wichtig. Auch der Vulkan neben dieser römischen Stadt ist von Bedeutung, denn ein Ausbruch kann verheerende Folgen haben.
Der Zugang zum Meer wird später beim Erschliessen anderer Kontinente wichtig. Auch der Vulkan neben dieser römischen Stadt ist von Bedeutung, denn ein Ausbruch kann verheerende Folgen haben.Bild: 2K

Ein Anführer, freie Zivilisationswahl

Während ihr in der von den Fans liebevoll «Civ» genannten Reihe bislang mit der Wahl des Anführers auch gleichzeitig die Zivilisation bestimmt habt, gibt «Civ 7» euch erheblich mehr Freiheit. Wenn ihr wollt, könnt ihr hier den Römischen Kaiser Augustus etwa mit den Ägyptern kombinieren oder den indischen Herrscher Ashoka mit der ostafrikanischen Zivilisation des Aksumitischen Reichs. Die Mischung gewährt dann entsprechend Zugriff auf kombinierte Forschungszweige, die je nach Auswahl völlig andere Herangehensweisen ermöglichen. Das allein erhöht die spielerischen Freiheiten und die Spieltiefe so ungemein, dass man jetzt schon auf eine deutlich höhere Langzeitmotivation spekulieren kann. Mehr noch: Im weiteren Verlauf einer Partie können die Spieler die Zivilisationen nun sogar mehrfach wechseln!

Damit das nicht aus dem Ruder läuft, gibt Entwickler Firaxis den Partien eine festere Struktur, die aus den drei kapitelartig unterteilten Zeitaltern Antike, Zeitalter der Eroberungen und der Moderne besteht. Der Wechsel von einer Zivilisation auf eine andere ist dabei nicht beliebig. Wer etwa beim Übergang vom ersten ins zweite Zeitalter die Maurya-Dynastie gegen die Mongolen austauschen möchte, muss bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Um das nordost-asiatische berittene Volk nutzen zu können, müsst ihr im vorherigen Zeitalter passende Schwerpunkte gewählt und unter anderem ausreichend Pferde-Ressourcenfelder erschlossen haben. Die mögliche Auswahl bleibt entsprechend immer nachvollziehbar und wird nicht unnötig überkomplex.

Beim Übergang ins zweite und dritte der drei Zeitalter, könnt ihr die Zivilisation nun wechseln. Ob ihr wie hier auf die Mongolen wechseln könnt, hängt aber von verschiedenen, nachvollziehbaren Faktor ...
Beim Übergang ins zweite und dritte der drei Zeitalter könnt ihr die Zivilisation nun wechseln. Ob ihr wie hier auf die Mongolen wechseln könnt, hängt aber von verschiedenen, nachvollziehbaren Faktoren ab.Bild: 2K

Komplexer und dennoch zugänglicher

Trotz diesen komplexen neuen Kombinations- und Wechselmöglichkeiten steigert Firaxis die Zugänglichkeit. Egal, ob ihr euren Fokus stärker auf die kulturelle oder militärische Entwicklung, die Forschung oder die Wirtschaft legt, für jeden Zweig gibt es nun so etwas wie ein Questlog, mit dem ihr eure Richtung gezielter verfolgen könnt, während ihr bestimmte «Meilensteine» in den genannten Kategorien erreicht. Entschlackt wurde auch die Stadtentwicklung, die nun stärker automatisiert erfolgt. Gerade auch beim Bau bestimmter Einrichtungen, bei denen ihr nun nicht mehr mühselig Handwerker-Kolonnen über die Karte schicken müsst. Es gibt zudem keine Distrikte mehr, sondern eine eingängige Unterteilung und in urbane und ländliche Hexfelder.

Während etwa mit den Handwerkern ganze Einheitentypen komplett wegfallen, kommt mit den Kommandanten auch ein neuer, besonders wichtiger hinzu. Der verdient bei Aktionen XP und kann im Skilltree aufgewertet werden. Einheiten führt er geschlossen ins Feld, was wahlweise die Abwehr eines Angriffs als auch Eroberungsfeldzüge besser handhabbar macht oder auch spezielle andere Vorteile gewährt. Absolut sinnvoll ist auch das stark veränderte Diplomatie-System, bei dem ihr nun nicht mehr stumpf irgendwelche Ressourcen tauscht, sondern gemeinsame Projekte vereinbart, von denen beide Seiten profitieren oder einander militärische Unterstützung zusagt. Greift euch jemand an oder ihr erklärt einem anderen Herrscher den Krieg, können derartige Vereinbarungen Gold wert sein.

Jede Zivilisation ist und bleibt einzigartig. Hier erkennt man nicht erst beim Blick auf die Pyramide im Vordergrund, dass es sich um eine Stadt der Maya handelt.
Jede Zivilisation ist und bleibt einzigartig. Hier erkennt man nicht erst beim Blick auf die Pyramide im Vordergrund, dass es sich um eine Stadt der Maya handelt.Bild: 2K

Serien-Revolution für Fans und Einsteiger

So manches neue oder veränderte System in «Civilization 7» hat durchaus Spaltungspotenzial. Denn gerade Fans könnten auf den ersten Blick weggefallene Einheitentypen oder die stärker automatisierte Stadtentwicklung als Simplifizierung empfinden. Tatsächlich wächst gerade mit dem neuen Zeitalter-System, der freien Kombination von Anführer und Zivilisation und der Wechselmöglichkeit die Spieltiefe eher sogar an, während gleichzeitig die Zugänglichkeit wächst. Deshalb spricht derzeit sehr vieles dafür, dass «Civ 7» alteingesessene Fans und Genre-Quereinsteiger gleichermassen abholen könnte.

Auf diesem damals rund 10.000 US-Dollar teuren 386er PC entwickelte Serien-Schöpfer Sid Meier die frühen Teile der Reihe. Er ist heute noch bei Firaxis und gibt der Reihe bis heute seinen Namen.
Auf diesem damals rund 10'000 US-Dollar teuren 386er PC entwickelte Serien-Schöpfer Sid Meier die frühen Teile der Reihe. Er ist heute noch bei Firaxis und gibt der Reihe bis heute seinen Namen.Bild: GAMES.CH

Über das Team Games.ch

Die Redaktion der dienstältesten Schweizer Spiele-Website beschäftigen sich seit über 30 Jahren mit dem Thema Games. Angefangen hat alles in den 80er-Jahren mit einem Disc-Magazin für die Brotbox (C64), die der Plattformgründer, ein ehemaliger Bäcker, herausgegeben hat. Seither begleiten die elektronischen Spiele die Redakteure: vom Sega-vs-Nintendo-Fanboykrieg der frühen 90er-Jahre über den Aufstieg der Playstation bis hin zum Einstieg der Xbox in den Konsolenmarkt. Die Erinnerungen an die Vergangenheit sind zahlreich – und die Freude auf die aktuellen Gaming-Hits weiterhin ungebrochen.

Bei watson kümmert sich das Games.ch-Team im Blog «Loading ...» um exklusive Geschichten aus dem Gaming-Universum für Gamer, Fans, Nerds – und solche, die es noch werden wollen.

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PS: Mia verfügt selbstverständlich über einen eigenen Instagram-Account.
PS: Mia verfügt selbstverständlich über einen eigenen Instagram-Account. bild: games.ch

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15 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Palpatine
15.09.2024 16:36registriert August 2018
Mein allererstes Game, welches ich vor einer halben Ewigkeit gekauft hatte, war Civ1. Seitdem hab ich jedes Civ gekauft, gespielt und geliebt. Einige mehr (Civ4 und 6), andere weniger (Civ3).

Dass man nun Zivilisationen wechseln muss (?), ist nicht so mein Ding, aber ist dann doch irgendwie ein Detail.
Ich hätte gerne wieder die Kontrolle über den Steuersatz. Und dass man Städte von Anfang an benennen kann.

Und freue mich schon jetzt auf das neue Civ... "Nur noch eine Runde! Ich schwörs...!"
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Allgood
15.09.2024 18:52registriert Juli 2016
Ach ja, da wird man nostalgisch. Seit Civ1 jedes Civ gespielt. Kann mich noch erinnern an eine Episode wo ich bei Civ4 so angefressen war, dass ich am morgen angefangen hab und das ganze Wochenende durchgezockt hab. Morgens um 11 bin ich dann komplett erledigt eingepennt, aber wars wert, dort komplett einzutauchen über Stunden!❤️‍🔥 Heute leider nicht mehr so einfach mit Frau, Kind unf Job!😅 ..aber wo ein Wille ist, ist ein Weg!🤟
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