International
Islamischer Staat (IS)

«IS» verbietet Burka und Nikab – in seinen Hauptquartieren

Der «IS» verhängt Burka-Verbot

07.09.2016, 16:2107.09.2016, 16:29
Mehr «International»

Der sogenannte «Islamische Staat» ist auf dem Rückzug; sein selbstproklamiertes Kalifat schrumpft. Nun scheinen sich die Gotteskrieger auch noch von ihren wenig menschenfreundlichen Prinzipien zu verabschieden: Ausgerechnet die Vollverschleierung von Frauen, die die Fanatiker in ihrem Herrschaftsbereich sonst erbarmungslos durchsetzen, ist in Mosul von der «IS»-Spitze verboten worden – allerdings nur in der direkten Umgebung von Sicherheitseinrichtungen und militärischen Hauptquartieren. 

Islamischer Staat (IS)
AbonnierenAbonnieren

Attentäterinnen in Burka und Nikab

Der Grund für die ungewöhnliche Massnahme: Mehrere zum Teil hochgestellte «IS»-Kämpfer sollen in letzter Zeit durch Attentate umgebracht worden sein, die durch vollverschleierte Frauen ausgeführt wurden. Das berichtet die englischsprachige Ausgabe des iranischen Online-Portals «Alalam News Network». 

Hidschab & Co. – islamische Verhüllungen vom Kopftuch bis zur Burka

1 / 10
Hidschab & Co. – Verhüllungen vom Kopftuch bis zur Burka
Hidschab: Wird vor allem als Bezeichnung für ein Kopftuch verwendet, das Haar und Ohren vollständig bedeckt, das Gesicht indes frei lässt. Meist werden zusätzlich die Halsregion, der Ausschnitt und eventuell die Schultern bedeckt.
quelle: shutterstock
Auf Facebook teilenAuf X teilen

Nikab und Burka, die extremsten Formen der religiösen Verschleierung, sind im Irak und in Syrien eigentlich nicht üblich; der Nikab wird eher in Saudi-Arabien und in den Golfstaaten getragen, während die Burka in Afghanistan und Teilen Pakistans dominiert. In den Gebieten, die der «IS» erobert hat, müssen sich Frauen aber unter Androhung von drakonischen Strafen von Kopf bis Fuss verschleiern. 

Kein Wunder, dass viele Frauen in Gebieten, die der islamistischen Terrormiliz wieder entrissen wurden, die verhassten Kleidergefängnisse demonstrativ verbrannt haben: 

1 / 7
Tschüss Burka und Nikab: Frauen entledigen sich nach der Befreiung von der «IS»-Herrschaft ihrer Vollverschleierung
Nach der Vertreibung der «IS»-Kämpfer aus dem syrischen Manbidsch verbrennt diese Frau das verhasste Kleidergefängnis.
quelle: x03675 / rodi said
Auf Facebook teilenAuf X teilen

Schiedsrichter verboten

Die verbotsfreudigen «IS»-Islamisten, für die auch Rauchen, Tanzen, Satellitenschüsseln, ausländische TV-Programme und private Internet-Anschlüsse «haram» (verboten) sind, haben übrigens unlängst noch in einem ganz anderen Bereich zugeschlagen: In der ostsyrischen Provinz Deir ez-Zor hat ein Gericht der Terrormiliz Fussball-Schiedsrichter verboten. Diese würden nämlich FIFA-Regeln «in Verletzung der Gebote Allahs» anwenden, berichtet die britische Zeitung «The Independent»

Laut der in Grossbritannien ansässigen «Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte» sollen die Islamisten auch Regeln aufgestellt haben, wie Spieler Sharia-konform für erlittene Verletzungen kompensiert werden können. So soll ein verletzter Fussballer vom Täter eine Entschädigung verlangen oder sich an ihm rächen können. (dhr)

Diese Frauen rächen sich an den «IS»-Terroristen

1 / 23
Diese Frauen rächen sich an den «IS»-Terroristen
Diese ungewöhnliche 30-Frau-Einheit, gebildet aus jesidischen und kurdischen Frauen, hat ein Ziel: Sie will sich an den «IS»-Terroristen rächen; für die geschlagenen, vergewaltigten und getöteten Frauen.
quelle: x90013 / ahmed jadallah
Auf Facebook teilenAuf X teilen

Islamischer Staat

Alle Storys anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
49 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Charlie Runkle
07.09.2016 17:05registriert August 2016
Scheint son extremisten Ding zu sein, dieses Verbieten von Burkas.......
22038
Melden
Zum Kommentar
avatar
N. Y. P. D.
07.09.2016 17:13registriert Oktober 2015
Hey,
ihr IS - Tropenköpfe,
wie jetzt ?
Sollen die Frauen sich jetzt so einem Kommandoposten nähern ?
Der «IS» verhängt Burka-Verbot
Hey, 
ihr IS - Tropenköpfe, 
wie jetzt ? 
Sollen die Frauen sich jetzt so einem Kommandoposten nähern ?
867
Melden
Zum Kommentar
avatar
Kaspar Floigen
07.09.2016 19:44registriert Mai 2015
Ich krieg mich grad nicht ein vor Lachen.
675
Melden
Zum Kommentar
49
Frieden ist auch ein Geschäft: Luzern während der Bürgenstock-Konferenz
Während am Gipfel auf dem Bürgenstock über den Frieden verhandelt wird, demonstrieren in Luzern Ukrainerinnen für die Freilassung ihrer Männer. Mit vielen Tränen. Ein Augenschein in Luzern.

Sie flattern der Pilatuskette entlang. Kurven um den Bürgenstock. Einmal. Zweimal. Dreimal. Verschwinden im Sinkflug. Wie schwarze Krähen wirken die Helikopter aus der Ferne. Sitzt darin Scholz? Macron? Milei? Der Mittelpunkt der Welt ist an diesem Samstag 8,04 Kilometer von der Stadt Luzern entfernt.

Zur Story