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Rakete trifft südisraelische Stadt +++ zwei Tote bei Palästinenser-Protesten

Nach der Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels durch US-Präsident Donald Trump sind bei Unruhen in Jerusalem und den Palästinensergebieten zwei Menschen getötet und hunderte verletzt worden. Auch in anderen Ländern gab es am Freitag Proteste.



Nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums wurden an der Grenze zwischen dem Gazastreifen und Israel zwei Palästinenser getötet. Ein weiterer schwebte demnach nach einem Kopfschuss in Lebensgefahr. Die israelische Armee bestätigte, dass zwei Menschen an der Grenze durch Schüsse getroffen wurden. Dabei habe es sich um die «Hauptanstifter» gewalttätiger Unruhen gehandelt. 

Etwa 760 Menschen wurden bei den Unruhen verletzt, wie das palästinensische Gesundheitsministerium in Gaza und der palästinensische Rote Halbmond am Freitag mitteilten. Rund 260 davon erlitten Schusswunden.

Am späten Freitagabend schlug eine aus Gaza abgefeuerte Rakete in der südisraelischen Stadt Sderot ein. Das Projektil traf offenbar Fahrzeuge, verletzt worden ist gemäss der israelischen Zeitung «Haaretz» niemand. Es war die dritte Rakete des Tages die vom Gazastreifen aus abgeschossen wurde.

Die israelische Armee hatte zuvor als Reaktion auf die zwei ersten Beschüsse aus dem Gazastreifen Ziele im Palästinensergebiet angegriffen. Bei dem israelischen Angriff wurden nach Angaben aus palästinensischen Sicherheitskreisen zehn Menschen verletzt.

Aufruf zu Intifada

Kashmiri Muslims shouts slogans during a protest against President Donald Trump's decision to recognize Jerusalem as Israel's capital in Budgam, southwest of Srinagar, Indian controlled Kashmir, Friday, Dec. 8, 2017. Hundreds of Muslim Kashmiris marched at several places in the main city of Srinagar and other parts of Indian-controlled Kashmir, chanting slogans

Bild: AP/AP

Die radikal-islamische Hamas hatte für Freitag zum Beginn eines neuen Palästinenseraufstands (Intifada) aufgerufen. In Jerusalem, dem Westjordanland und dem Gazastreifen gingen nach den Freitagsgebeten Tausende Palästinenser auf die Strasse.

Vor allem Jugendliche verbrannten amerikanische Flaggen und Reifen, warfen mit Steinen und Flaschen auf israelische Sicherheitskräfte. Diese setzten auch Tränengas und Gummimantelgeschosse ein.

Die israelische Polizei war in Jerusalem mit zusätzlichen Hundertschaften präsent. Die israelische Armee hatte bereits zuvor entschieden, mehrere zusätzliche Bataillone ins Westjordanland zu verlegen.

Weltweite Proteste

Die Palästinenser gingen diplomatisch auf Distanz zu den USA. Nach der Entscheidung Trumps wird Palästinenserpräsident Mahmud Abbas nach Angaben von Fatah-Vertretern US-Vizepräsident Mike Pence nicht wie geplant in Bethlehem treffen. Der Grossimam der wichtigsten sunnitischen Institution Al-Azhar in Kairo sagte aus Protest ebenfalls ein Treffen mit Pence ab.

Kundgebungen gegen Trumps Anordnung mit insgesamt zehntausenden Teilnehmern gab es unter anderem in der Türkei, dem Iran, Afghanistan, Ägypten, Jordanien, Libanon, Tunesien, Malaysia und Indonesien. In Istanbul zogen tausende Türken durch das konservative Viertel Fatih.

Rund 1000 in Griechenland lebende Palästinenser protestierten am Freitagabend im Zentrum Athens gegen den US-Entscheid. Vor dem griechischen Parlament zündeten sie eine israelische Flagge an.

US-Botschaft wohl nicht vor 2019

US-Aussenminister Rex Tillerson erklärte unterdessen beschwichtigend in Paris, Trump habe mit seiner Aussage keinen Hinweis auf den abschliessenden Status von Jerusalem gegeben. Die US-Botschaft werde vermutlich weder in diesem noch im nächsten Jahr von Tel Aviv nach Jerusalem ziehen. Bisher unterhält kein ausländischer Staat seine Botschaft in Jerusalem.

Der Uno-Sicherheitsrat in New York wollte noch am Freitag zu einer Krisen-Sitzung zusammenkommen, bei der über die jüngsten Entwicklungen im Nahen Osten debattiert werden sollte. Uno-Generalsekretär Antonio Guterres hatte Trumps Plan zur Verlegung der US-Botschaft kritisiert.

Der endgültige Status Jerusalem ist einer der grössten Streitpunkte im Nahost-Konflikt. Israel eroberte 1967 im Sechs-Tage-Krieg unter anderem Ost-Jerusalem von Jordanien und annektierte den Stadtteil später. Die internationale Gemeinschaft erkennt diesen Schritt nicht an.

Die Palästinenser wollen Ost-Jerusalem als Hauptstadt für einen künftigen unabhängigen Staat Palästina. Israel beansprucht die ganze Stadt für sich. Die Altstadt mit der Klagemauer und dem Tempelberg liegt in Ost-Jerusalem. (sda/reu/dpa/afp)

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34Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Sapien 09.12.2017 00:55
    Highlight Highlight Nun ich glaube wir müssen mal ganz ehrlich sein...
    Das Israel durch und durch das ganze teilweise sehr ungeschickt angeht mag sehr zutreffen und ist leider schade. Es müssten sehr viel mehr Versuche hergehen, gemeisame Interessen zu verfolgen und gemeinsame Bildung anzustreben. Ob Israel nun dort sein sollte oder nicht ist eine andere Geschichte. Die Juden haben durchaus auch ihr Anrecht in dieser Gegend zu leben. Ich weiss einfach aus eigener Erfahrung, dass bei den Nachbarn immer noch grosser Antisemitissmus herrsch und man denHolocaust verherrlicht oder verleugnet. Dies ist sehr gefährlich.
    • Sebastian Wendelspiess 09.12.2017 11:12
      Highlight Highlight Warum haben sie Anrecht?
  • rodolofo 09.12.2017 00:22
    Highlight Highlight Ach die Israelis und die Palästinenser wieder...
  • PrivatePyle 09.12.2017 00:18
    Highlight Highlight "Kundgebungen gegen Trumps Anordnung mit insgesamt zehntausenden Teilnehmern gab es unter anderem in der Türkei, dem Iran, Afghanistan, Ägypten, Jordanien, Libanon, Tunesien, Malaysia und Indonesien. In Istanbul zogen tausende Türken durch das konservative Viertel Fatih"

    Hmm...Dass Saudi-Arabien den arabischen Bruderstaat Jemen ausbombt, isoliert und aushungert mit Zehntausenden von Opfern scheint aber nicht mobilisiert zu haben.
    Die Anerkennung Jerusalems als israelische Hauptstadt ist also für die Muslime viel schlimmer als Tausende tote jemenitische Kinder! Merkt ihr was???
  • Kubod 09.12.2017 00:08
    Highlight Highlight Noch was, das beginnt zu ärgern.
    Da fehlt mir einfach der geschichtliche Kontext.
    Das Land Jordanien entstand zur gleichen Zeit wie Israel aus der Landmasse des britischen Mandats Palästina.
    Jordanien eroberte Ostjerusalem, Jericho, Bethlehem, Hebron und Nablus. 1950 die Annexion durch Jordanien. 1967 hat Israel einen Teil der Gebiete (u.a. Ostjerusalem) zurückerobert.
    Zwei gleichzeitig entstandene Länder. Zwei total andere Bewertungen über Land, dessen Zugehörigkeit nie geklärt wurde. Dies bei einer jüdischen Bevölkerungmehrheit. Propaganda macht hier die Meinung.
  • moccabocca 08.12.2017 23:08
    Highlight Highlight "They fill the children full of hate to fight an old man's war and die upon the road to peace" - Tom Waits "Road To Peace" aus dem Jahre 2006...und nichts hat sich geändert - traurig
    Play Icon
  • Gipfeligeist 08.12.2017 22:46
    Highlight Highlight Ich finde es nicht übertrieben zu sagen, dass Trump direkt für alle folgenden Tote verantwortlich ist...
    • reaper54 09.12.2017 07:09
      Highlight Highlight Den Konflikt zwischen Arabern und Juden gabs schon bevor Trump existierte genauso wie die Gebietsansprüche. Das Was Trump umgesetzt hat wurde bereits vor 20 Jahren vom Amerikanischen Senat beschlossen, nur verweigerte jeder Präsident die Umsetzung.
      So sehr Trump Politik nicht verstehen mag, diese scheisse ist null auf seinem Mist gewachsen 🙄
      (Es gibt übrigens erst seit der Zeit als der Islam exstiert Krieg um diese Stadt...)
    • Gipfeligeist 11.12.2017 16:57
      Highlight Highlight Ja, der Konflikt um Jerusalem & Israel ist komplex und der Friedensprozess beschwerlich. Nein die Scheisse ist nicht auf seinem Mist gewachsen, aber jeder vorherige Präsident hat es wenigstens geschafft den Mist nicht zur Explosion zu bringen...

      (Und Christen und Juden laufen händchenhaltend zum Picknick auf den Tempelberg... mmh jep)
  • Maya Eldorado 08.12.2017 22:25
    Highlight Highlight Trump der Elefant - ähm das Trumpeltier im Porzellanladen.
  • AdvocatusDiaboli 08.12.2017 20:31
    Highlight Highlight Ich muss echt fragen, warum sind die Empörten noch nicht auf den Duden, bzw. Wikipedia losgegangen? Dort listet man schon lange Jerusalem als die Hauptstadt Israels.


    https://www.duden.de/suchen/dudenonline/Jerusalem

    https://de.wikipedia.org/wiki/Israel
    • Tepesch 08.12.2017 23:04
      Highlight Highlight @Stop Zensur
      Das ist so weil Israel Jerusalem 1950 zu seiner Hauptstadt erklärte. Ob das die internationale Gemeinschaft annerkennt, ist natürlich ein anderes Thema.
      Bei Wikipedia wird übrigends auch bei Palästina Jersualem als Hauptstadt angegeben, da diese von beiden Seiten beansprucht wird.
    • leu84 08.12.2017 23:36
      Highlight Highlight Die Frage ist eher, ist Jerusalem nicht auch die Hauptstadt von Palästina? Das Jerusalem die Hauptstadt von Israel ist, dass wissen auch die Palästinenser (ausser solche die ein Existenzrecht Israels ablehnen)
    • AntiCapitalism 09.12.2017 03:16
      Highlight Highlight Weil wikipedia genau gleich funktionier wie alles andere auch auf der welt. Wer macht hat bestimmt was stehen bleibt und was nicht.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Kubod 08.12.2017 15:31
    Highlight Highlight Das Freitagsgebet. Andere Religionen kommen aus dem Gottesdienst und sind in sich gekehrt und contemplativ unterwegs.
    So ähnlich wie der Unterschied zwischen islamischem "Märtyrer" aka Massenmörder und dem christlichen Märtyrer.
    So kann's mit Frieden nun mal nicht klappen.
    Aber schuld sind immer die anderen.
    Das geht nun schon 1400 Jahre so.
    • dis_Mami_het_gseit 08.12.2017 23:13
      Highlight Highlight Mhm an dem wird es liegen... NOT!

      Religion gegen Religion ausspielen... dass geht schon länger als 1400 Jahre so. Gelle!?

      Religion und Gewalt gehen seit jeher Hand in Hand. Dividende et impera.

      Im Nahostkonflikt haben wir das Huhn oder Ei Dilemma und Religion hilft hier auf keinen Fall. Nur Bildung.
    • _kokolorix 08.12.2017 23:20
      Highlight Highlight Es gab mal ne Zeit, da war der Islam die tolerante, weltoffene Religion und das Christentum versank in der primitiven Barbarei. Forscher, Wissenschaftler und aufgeklärte Menschen wurden getötet, verbrannt und gefoltert, Frauen als reine Gebärmaschinen und rechtlose Sklavinnen behandelt.
      In dieser Zeit wurde in islamischen Städten die Grundlage unserer Mathematik und Physik geschaffen.
      Dieser weltoffene Islam wurde gewaltsam vom Katholizismus in jahrhundertelangen Kriegen zerstört. Was wir heute ernten ist das was Päpste und Kreuzritter damals gesät haben
    • leu84 08.12.2017 23:40
      Highlight Highlight Nach der Kirche ist vor der Kirche. Das habe ich stets beobachten können, wenn ich in den Firmunterricht musste. Mensch ist Mensch und führt sich auf wie ein Schaf hinter dem Leithammel herhecheln. Welche Religion oder Ideologie? Egal
    Weitere Antworten anzeigen
  • Sisiphos 08.12.2017 14:02
    Highlight Highlight Das orangene Frettchen hat innen- und aussenpolitisch das Ziel zu spalten. Dividende et impera. Das lenkt die einfältige Weltöffentlichkeit von seiner Unfähigkeit als President, seiner Unmenschlichkeit und seinen zahllosen Verbrechen ab.
    • Negan 08.12.2017 14:49
      Highlight Highlight Jaaaa, der böse Trump jetzt wieder... Aber schon klar, dass dieser Entscheid schon lange gefällt wurde (Clinton Zeit) und Trump diesen nun endlich einfach umsetzt? Und auch zugehört als er es verkündete? Wohl nicht, sonst hätten Sie mitbekommen, dass er explizit von Westjerusalem redete und die Option für die Palästinenser offen liess... Und warum ging so ein Theater nicht im April los, als Russland Westjerusalem als Hauptstadt Israels anerkannte? http://www.mid.ru/en/foreign_policy/news/-/asset_publisher/cKNonkJE02Bw/content/id/2717182
    • Sisiphos 08.12.2017 15:44
      Highlight Highlight Irgendwie klappt das mit dem Lesen bei Ihnen nicht so wirklich. Die Russen „betrachten“ den Osten den Palestinensern und den Westen den den Israelis als zugehörig und sie fänden es nett, wenn sich die beiden Seiten einigen könnten-so what? Das ist die Meinung der Welt. Der orange Drecksack: erkennt ganz Jerusalem als Hauptstadt Israels an. Und fügt dann hinzu, dass sich die beiden Parteien jetzt einigen sollen. Bösartiger, kriegstreiberischer gehts nimmer!
    • Juliet Bravo 08.12.2017 19:35
      Highlight Highlight Russland ist halt nicht derart wichtig in diesem Konflikt. Und in der Welt generell.
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