DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

8 Bilder von androgynen Männern und die Geschichten dahinter

Bild: luca fuchs



Luca Fuchs ist ein 24-jähriger Fotograf aus Ulm, der in Wien studiert und sich auf ein bestimmtes Klientel eingeschossen hat: dünne, blasse Männer ohne Brustbehaarung.

Ein Beitrag geteilt von lcafchs (@lcafchs) am

Das ist keines seiner Models, das ist Luca selbst.

Luca über die Auswahl seiner Models:

«Warum ich ausgerechnet diese Art von Buben fotografiere? Ich weiss es nicht so genau. Ich steh einfach auf Androgynität. Das ist auf jeden Fall ein neues Männerbild, das man nicht wegleugnen kann, auf das die ganze Modewelt momentan abfährt.»

Das androgyne Männerbild, es ist aus der zeitgenössischen Modefotografie nicht mehr wegzudenken und beweist einmal mehr, dass sich viele sattgesehen haben an symmetrischen Ottokatalog-Gesichtern.

Einen Knopf drücken, sagt Luca, kann eigentlich jeder. Die Interpretation eines Charakters hingegen so abzubilden, dass dieser sowohl für Betrachter als auch Posierende authentisch wirkt, weniger. Was Lucas Werk von jenen anderer unterscheidet, ist Freundschaft.

Sein Wissen darum, dass sich Menschen nur dann natürlich geben, wenn man ihnen mit Sympathie und Ehrlichkeit begegnet und die eigene Arbeit keine strikten Grenzen zwischen Beruflichem und Privaten kennt. Dafür geht er schon mal mit Drangsal und Yung Hurn saufen. Es hätte schlimmer kommen können.    

Luca hat für uns acht Bilder aus seiner Sammlung rausgesucht und die Geschichten dahinter erzählt.

BildBildBildBild

«Lookbook ‹Zou Concept› 2017». bild: luca fuchs

«Das Model auf dem Foto habe ich über Tinder kennengelernt. Das war fast schon ein bisschen bitchy, ich habe das gar nicht in meine Bio reingeschrieben (schmunzelt). Ich habe ihn einfach gematched und dann gefragt, ob er Lust hätte, mich bei einem Projekt zu unterstützen – dann war er dabei.»

«Es lief alles ganz einvernehmlich, ich habe ihn nicht mit etwas gelockt, damit er da so lasziv auf dem Badewannenrand sitzt.»

Luca Fuchs

BildBildBildBild

«Drangsal Portrait 2015». bild: luca fuchs

«Als ich in Berlin war, habe ich Matt Lambert assistiert – so habe ich auch Max von Drangsal kennengelernt. Es war Liebe auf den ersten Blick. Ich glaube, bei diesen Bildern ist Freundschaft der Schlüssel. Dass man die Person kennt, mit der Person Zeit verbringt und weiss, dass die Person ein Spuck- und Rotzfetischist ist und dann ihn eben genau das machen lässt. Diese Fotoreihe hat etwa eine halbe Stunde gedauert oder eine Stunde – auf jeden Fall nicht lang.»

Bild

«‹Widerhall› Editorial; Whitelies Magazine 2015». bild: luca fuchs

«Ich bin jemand, der in jede Kirche reingeht, an der er vorbeiläuft. In der Zionskirche in Berlin waren sie offen dafür, dass ich dort shoote, wenn ich 50 Euro in einen Klingelbeutel lege – dafür konnte ich dann auch alles machen, was ich wollte. Wenn man die beiden Fotos ansieht, gibt es auf jeden Fall eine Parallele zwischen dem Jesuskreuz rechts und der Erscheinung des Models links. Ich finde das generell ganz geil, wenn man wiederkehrende Motive auf beiden Seiten findet. Das folgt keinem geometrischen Grundsatz, nur meinem Bedürfnis zu schieben und drehen, bis sich etwas für mich stimmig anfühlt.»

BildBildBildBild

«Angewandte Modenschau Campaign 2017». bild: luca fuchs

«Das Foto ist von der offiziellen Kampagne der Angewandten Show vergangenes Semester. Ich finde es wichtig, dass man nicht so in die Fresse losfotografiert, sondern einvernehmlich Fotos macht. Es muss eine Energie entstehen, wo man wirklich miteinander arbeitet. Wenn Models nur modeln und Models sind, dann verliere ich auch das Interesse – und das merkt man den Bildern auch an.»

«Wenn es keinen Charakter gibt, gibt es keinen Grund, das auch noch zu dokumentieren.»

Luca Fuchs

«Yung Hurn x Highsnobiety 2016». bild: luca fuchs

«Das Foto hier von Yung Hurn ist an einem Montagmorgen für High Snobiety entstanden. Sleezy Casanova – das war der Mood. Ich hab Julian zwei Tage vorher kennengelernt und wir haben uns direkt gut verstanden, das Shooting hat dann im Aux Gazelles Wien stattgefunden. Am Tag selbst ist er zu spät gekommen, weil er erst nicht wusste, ob wir morgens oder abends um zehn Uhr meinen. Ausserdem war es extrem heiss da, wir schon um zehn Uhr morgens sehr betrunken und als wir nachmittags fertig waren, haben wir noch zwölf Stunden bei einer Freundin weitergefeiert.»

«Ich finde auf jeden Fall, dass so ein Shooting im besten Fall auch ein Erlebnis, ein Prozess und in manchen Fällen eben ein Besäufnis ist.»

Luca Fuchs

BildBildBildBild

«‹Carwash› Editorial; Intersection Magazine 2016». bild: luca fuchs

«Ein kalter, langer und witziger Tag irgendwo bei CleanCar Wien. Ein Freund von mir sitzt auf der Rückbank, hat seinen Spass – und wie es aussieht einen deepen Moment – während ich ihn vom Beifahrersitz aus fotografiere. Ich finde es immer schön, wenn man in Folge für etwas gebucht wird, was man stilistisch schon reingebracht hat und nicht zum blossen Handlanger degradiert wird.»

«Etwas im Stillen zu produzieren mag ja eine schöne Erfahrung sein – ich hingegen fotografiere nicht nur für die Erfahrung, ich würde auch gerne davon leben können.»

Luca Fuchs

Bild

«‹Cottweiler› Editorial Recens Paper 2015». bild: luca fuchs

«Das Foto hier ist vor dem Zeiss Planetarium in Berlin entstanden. In Wien gibt es kaum einen Markt für diese Art der Fotografie. Später würde ich deshalb gerne nach London oder New York. Ich denke nicht darüber nach, ob ein Foto zeitgenössisch ist oder nicht, ich mach es einfach. Wirklich. Ich weiss nicht, ob ich ‹in› bin – ich versuche Sachen zu machen, die mich interessieren, die mir gefallen, die ich richtig finde.»

«‹Cellar door›, Vice US 2016». bild: luca fuchs

«Das Foto ist bei der Theaterperformance Cellar Door in Wien entstanden, bei der ich auch mitgespielt habe. Das war eine 504-Stunden-Installation, zwei Wochen ging das. Ich hatte die Rolle des Fighters und musste diese ganzen ekeligen Kämpfe ertragen. Zum Beispiel, dass man Marshmallows anspuckt und sich dann gegenseitig ins Gesicht klebt – solange, bis alles voll ist. Oder, dass man Hühnerherzen auf den Körper gelegt bekommt, während Leute Firework von Katy Perry singen und dich rein zur Königin tragen. Mein einziges Goodie war, dass ich meine Kamera mithatte und währenddessen fotografieren konnte.»

In Zukunft würde Luca gerne mehr gesellschaftliche Kritik üben und sein Repertoire Richtung Film ausbauen. Sein letztes Video zum Track Blut von der österreichischen Band Yukno ist im September erschienen.

Der Fotograf David Tesinsky interessiert sich für das «Ungewöhnliche»:

Die schönsten Porträts vom EyeEm-Fotowettbewerb 2017

Selfie-Typen, die alle nerven:

Video: watson/Knackeboul, Madeleine Sigrist, Lya Saxer

Mehr mint gibt's hier:

15 Styles, die Ende 90er und Anfang 2000er der Shit waren

präsentiert vonMarkenlogo
Link zum Artikel

Nach «Avengers: Endgame» – diese 7 kommenden Filme könnten auch die Milliarde knacken

Link zum Artikel

Ich + Ich + Tattoo-Dirk à Paris

Link zum Artikel

«Game of Thrones»: Das war sie also, die grösste Schlacht der TV-Geschichte?!?!

Link zum Artikel

Dieses Model trägt als Erste einen Burkini auf der Titelseite der «Sports Illustrated»

Link zum Artikel

«Avengers: Endgame» pulverisiert Kinorekord – und sorgt für Schlägerei

Link zum Artikel

«Meine Ehefrau hat mich jahrelang mit ihrer Jugendliebe betrogen»

Link zum Artikel

Die vegane Armee

Link zum Artikel

14 Comics, die das Leben als Mann perfekt auf den Punkt bringen

Link zum Artikel

Die Jackson-Doku «Leaving Neverland» erhitzt die Gemüter – 6 Gründe, warum das so ist

Link zum Artikel

Auf den Spuren meiner Urgrossmutter

Link zum Artikel

Regie-Legende Francis Ford Coppola: Neues Alter, neuer Film, neues «Apocalypse Now»

Link zum Artikel

Schwangerschafts-Abbruch wegen Trisomie: «Die Entscheidung war furchtbar, aber klar»

Link zum Artikel

«Mimimi» – Wie schnell bist du empört?

Link zum Artikel

Sterben am Schluss alle? Das verraten uns die 3 neuen Teaser zu «Game of Thrones»

Link zum Artikel

So heiss, stolz und glücklich feierten die «Game of Thrones»-Stars Premiere

Link zum Artikel

10 lustige Antworten auf die dumme Frage: «Wann hast du entschieden, homosexuell zu sein?»

Link zum Artikel

Böööses Büsi! Stephen Kings «Pet Sematary» ist wieder da

Link zum Artikel

RTS zeigt GoT zeitgleich am TV. Und wir fragen: Wann wollt ihr dazu was von uns lesen?

Link zum Artikel

Ja, in der Schweiz gibt es Obdachlose – und so leben sie

Link zum Artikel

«Krebs macht einsam» – wie Ronja mit 27 Brustkrebs überlebte

Link zum Artikel

Coca Cola Life und 17 weitere Getränke, die (beinahe) aus der Schweiz verschwunden sind

Link zum Artikel

US-Komiker Noah spricht über seine (Schweizer-)Deutsch-Erfahrungen – und es ist grossartig

Link zum Artikel

Die Boeing 737 ist derzeit nicht sehr beliebt – wie dieser Litauer jetzt auch weiss

Link zum Artikel

«Leaving Neverland»: Brisante Jackson-Doku kommt am Samstag im SRF

Link zum Artikel

Sag nicht, wir hätten dich nicht gewarnt: 7 Dokus zum 🐝-Sterben

präsentiert vonMarkenlogo
Link zum Artikel

Der neue Schweizer Streaming-Dienst «Filmingo» will das Anti-Netflix sein

Link zum Artikel

Tantra-Tina, ihre Latexhandschuhe und mein Orgasmus

Link zum Artikel

Ich machte bei GNTM mit – und so war's (empörend!)

Link zum Artikel

Mick Jagger braucht eine neue Herzklappe – und will bald wieder auf der Bühne stehen

Link zum Artikel

Nacktbild von Sohn löst Shitstorm aus – Sängerin Pink rastet aus

Link zum Artikel

«Ich liebe meine Freundin, aber ich liebe auch schöne Frauen…»

Link zum Artikel

Ihre Produkte haben die Welt erobert – trotzdem wurden diese 5 Erfinder nicht reich

Link zum Artikel

Disney wird immer mächtiger – warum darunter vor allem Kinos und Zuschauer leiden

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Diese 7 moralischen Dilemmata werden dein Hirn martern – und dein Gewissen

Die Entwicklung dürfte kaum aufzuhalten sein: Bald werden wohl selbstfahrende Autos in grosser Zahl auf unseren Strassen verkehren. Unabhängig von der Frage, ob damit die Verkehrssicherheit insgesamt zunimmt, wirft die Teilnahme von autonomen Fahrzeugen am Verkehr diffizile ethische Fragen auf. 

Soll zum Beispiel ein selbstfahrendes Auto, wenn sich ein Unfall nicht vermeiden lässt, einen Fussgänger überfahren oder ausweichen und dafür – den Tod der Insassen in Kauf nehmend …

Artikel lesen
Link zum Artikel