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Ist Andreas Gabalier rechts, homophob und frauenfeindlich? Entscheide selbst – 9 Zitate

30.01.2019, 00:3230.01.2019, 16:34
Helena Düll / watson.de

Er verkauft Alben ohne Ende, er füllt die ganz grossen Hallen und sorgt immer wieder für ziemlich heftige Diskussionen: Heimatlover und Volks-Rock'n'-Roller Andreas Gabalier. Der Grund: Immer wieder wird ihm vorgeworfen, sich rechtspopulistisch, homophob und frauenfeindlich zu äussern.

Andreas Gabalier bei einem Auftritt in Innsbruck Ende November 2018.
Andreas Gabalier bei einem Auftritt in Innsbruck Ende November 2018.
Bild: APA/APA

Nun steht Andreas Gabalier erneut im Fokus der Öffentlichkeit. Dieses Mal geht es um die geplante Verleihung des Karl-Valentin-Ordens am Samstag in München. Gabaliers Kunst habe nichts mit der Kunst von Karl Valentin zu tun, «und zwar gar nichts», sagte die Direktorin des Münchner Valentin-Karlstadt-Musäums, Sabine Rinberger, nun. Sie distanziere sich von der gesellschaftspolitischen Haltung Gabaliers.

Was ist der Karl-Valentin Orden? 
Verliehen wird der Orden von der Münchner Faschingsgesellschaft Narrhalla. Der Komiker Valentin (1882-1948) habe sich zeitlebens als Volkssänger betrachtet, und Gabalier sei ein «Volkssänger 2.0», begründete der Verein die Ehrung.

Doch wie rechts, homophob und frauenfeindlich ist der österreichische Sänger wirklich? 

Wir haben 9 Zitate herausgesucht. Entscheide selbst: 

... über Kameradschaft:

In seinem Song «Mein Bergakamerad» heisst es: 

«Kameraden halten zusammen ein Leben lang/
Eine Freundschaft, die ein Männerleben prägt/
Wie ein Eisernes Kreuz, das am höchsten Gipfel steht/
und selbst dem allerstärksten Sturmwind widersteht.»

... über Frauen, Part 1:

Beim Formel-1-Rennen in Spielberg 2014 interpretierte der Musiker die Nationalhymne um. Er sang den alten Text der Hymne, die Österreich als Heimat «grosser Söhne» preist. Die «grossen Töchter», die seit 2012 auch mitbesungen werden, liess er aus.

«Den Text der österreichischen Bundeshymne lernte ich mit acht Jahren in der Schule im Sachkundeunterricht, und ich sehe keine Veranlassung, ihn anders zu singen. Wer sich mit mir und meinen Liedern, vor allem auch den Texten, schon einmal auseinandergesetzt hat, dem dürfte es nicht entgangen sein, dass ich vor Frauen den allerhöchsten Respekt habe.»

... über Frauen, Part 2:

Auf die Frage, ob «Madl» auch noch «Madl» sein dürfen: 

«Das dürfen sie bei mir auch noch — in Zeiten des Gender-Wahns. Damit habe ich überhaupt kein Problem. Mein Mädchen ist auch eine sehr reife, studierte, fleissige Frau, hat drei Jobs und schreibt gerade noch ihre Doktorarbeit in Jura. Gleichzeitig steht sie genauso gern am Herd und macht mir Fleischpflanzerl, wenn ich nach Hause komme, und kümmert sich um den Haushalt. Und das finde ich auch schön.»

... über Frauen, Part 3...

... beziehungsweise die «genderverseuchte Zeit», in der wir leben:

«Aber, dass man in unserer genderverseuchten Zeit bald auf Ideen kommt, wie man im Privatleben vielleicht noch rechtlich festlegen könnte, dass der Mann einmal die Woche den Geschirrspüler ausräumt und die Wäsche aufhängt, das geht irgendwann zu weit.»
Hulapalu – der grösste Gabalier-Hit hat schon 128 Millionen Views auf Youtube.

... über Homosexualität, Part 1: 

«Man hat's nicht leicht auf dera Welt, wenn man als Manderl noch auf a Weiberl steht.» 
Übersetzung: «Man hat es auf dieser Welt nicht leicht, wenn man noch ein Mann ist, der auf Frauen steht.»

... über Homosexualität, Part 2: 

Ob  Gabalier Ausländer unter seinen Freunden hat, wissen wir nicht. Homophob jedenfalls ist er laut eigenen Angaben nicht, Begründung: Er kenne sogar selbst schwule Menschen.

«Ich kenne sogar drei schwule Pärchen, zwei beim Fernsehen, eins privat. Ich finde nur, dass man diese Sexualität nicht ganz so breit in der Öffentlichkeit austreten muss. Aus Respekt unseren kleinen Kindern gegenüber. Die sollten sich doch ihr eigenes Bild von Sexualität machen, wenn sie alt genug sind. Und nicht unbedingt auf dem Weg in den Kindergarten die Pudelnackerten auf den grossen Plakatwänden sehen.»

... über vermeintlich fehlende Meinungsfreiheit: 

«Es ist einfach so, dass man in der heutigen Zeit nichts mehr sagen darf. Gerade als Mensch der Öffentlichkeit muss man sehr aufpassen. Viele werden deshalb weich und sanft gewaschen mit ihren Aussagen, um nirgendwo anzuecken. Da muss ich also durch. Es kostet mich ein Lächeln. Ich glaube, die Leute, die mich kennen, wissen, wie ich ticke. Die Hallen sind voll, die Leute sind begeistert, ich sage immer: Es geht um die Musik — und fertig.»

... über Transgender:

Eigentlich ging es in dem Interview um sein Frauenbild und die Frage, weshalb er für Frauen so Worte wie «Dirndl, Rehlein, Weiberl oder Zuckerpuppe» verwendet. Dann eskalierte es. 

«Gott ja, das sind halt ein paar alte Ausdrucksweisen in den Texten. In Österreich wird derzeit so viel Traditionelles abgewertet oder sogar verboten. Beispielsweise eine Bierwerbung, die eine Frau mit grossem Dekolleté zeigte. Zu sexistisch, hiess es. Auf der anderen Seite zeigen wir in Wien Plakate von pudelnackten Transgender-Menschen mit Brüsten und Zippel. Das ist dann das Normale?»

... über die Medien in Österreich:

Gabalier verunglimpfte vor Weihnachten 2018 die liberalen österreichischen Zeitungen «Standard» und «Falter» als «Standort» und «Flater». Zudem sagte er, dass deren Redakteure «undercover in der Halle» seien, um «verheerende Geschichten» zu schreiben. Seine Begründung, warum sie das täten:

Weil «Traditionen nichts für sie sind», hätten die unchristlichen Chefredakteure der Journalisten «am 24.12. nichts zu tun».

Und: Die Blätter würden Presseförderung «in Millionenhöhe» bekommen, «um diesen Quargl abzudrucken».

So verrenkte sich Gabalier auf dem Cover zum Album Volks-Rock‘n’Roller:

  • Die Kollegen vom «Standard» beschrieben das Cover als «eine dynamische Körperpose, die sehr an ein Hakenkreuz erinnert».

Und was sagt Gabalier zu dem Hakenkreuz-Vorwurf? Er weiss von nichts:

«Ich finde diese Assoziationen echt unfassbar, und ich bediene sie auch nicht bewusst. Wenn jemand etwas negativ sehen will, wird er immer etwas finden oder notfalls sogar erfinden, was gar nicht da ist! Einige fühlen sich jetzt regelrecht berufen, die schrecklichsten Dinge in meiner Arbeit zu entdecken. Ich lasse das nicht zu!»

Zur Kritik an der geplanten Ordensverleihung gab Gabaliers Management bislang übrigens keine Stellungnahme ab.

Ist Gabalier deiner Meinung nach frauenfeindlich und homophob?

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