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epa06705433 Real Madrid's Marcelo (L), Cristiano Ronaldo (C) and Karim Benzema (R) celebrate after the UEFA Champions League semi finals second leg match between Real Madrid and Bayern Munich at Santiago Bernabeu stadium in Madrid, Spain, 01 May 2018. Real won 4-3 on aggregate.  EPA/JAVIER LIZON

Erlöst: Marcelo, Ronaldo und Benzema reisen nach Kiew. Bild: EPA/EFE

Die Bayern dominieren auch in Madrid – aber Real zieht in den Final ein

Real Madrid steht auch 2018 im Final der Champions League. Mit einem 2:2 brachte der Sieger der letzten beiden Jahre sein Polster gegen Bayern München im Bernabeu über die Runden.



Entscheidend im temporeichen und hochstehenden Duell war eine Szene, die dem Spiel nicht gerecht wurde: Sie begann mit einem schlampigen, aber nicht komplett missglückten Rückpass von Corentin Tolisso und gipfelte in einer fatalen Slapstick-Einlage von Bayerns Goalie Sven Ulreich – dem ersten groben Fehler von Manuel Neuers Stellvertreter, seit Jupp Heynckes im Oktober das Zepter übernahm.

Ulreich realisierte wohl zu spät, dass er den Ball nicht in die Hand nehmen darf, rutschte dann aus und der Ball unter ihm durch. Karim Benzema, der auf etwas in dieser Art spekulierte, staubte ab zum 2:1, was in der Summe ein 4:2 bedeutete. 22 Sekunden waren zu diesem Zeitpunkt in der zweiten Halbzeit gespielt.

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Der Riesenpatzer von Ulreich gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit. Video: streamable

Mehr als das 2:2 durch James Rodriguez (63. Minute) lag für die Bayern nicht mehr drin. Einmal mehr agierte Real Madrid überaus abgebrüht, im Vergleich zu anderen Jahren war der Titelhalter und nunmehr 16-malige Finalist aber verwundbarer. So liessen die Spanier in den 180 Minuten gegen die Bayern diverse Chancen zu, die der deutsche Meister aber zu oft nicht nutzte.

Kein Bayern-Bonus bei Cakir

Praktisch alle gängigen Statistiken sprachen nach Quantität gegen Real: Schüsse (9:20), Schüsse aufs Tor (3:8), Ballbesitz (44:56), Pässe (401:588). Besonders ärgerlich für die Bayern war, dass zusätzlich zu den vergebenen Möglichkeiten zwei kapitale Schnitzer ins Verderben führten – im Hinspiel war es Rafinhas Fehlpass als letzter Mann gewesen, nun Ulreichs Blackout. Kam hinzu, dass Schiedsrichter Cüneyt Cakir den Deutschen vor dem Pausenpfiff einen Handspenalty verwehrte. Marcelo war eine Flanke Kimmichs an der Strafraumgrenze an die Hand geprallt.

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Die heikle Szene kurz vor der Pause. Video: streamable

Penalty oder nicht?

Begonnen hatte das Rückspiel im Madrider Bernabeu gut für die Gäste, die überraschend ohne Javi Martinez in der Startelf antraten. Bereits in der 3. Minute brachte Joshua Kimmich die Bayern wie schon im Hinspiel in Führung. Nach einer Flanke von Thomas Müller prallte der Ball unkontrolliert vor die Füsse des aufgerückten Aussenverteidigers, der aus fünf Metern einschoss.

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Traumszenario für die Bayern: Kimmichs frühes 1:0. Video: streamable

Bayerns Führung hielt indes nicht lange. Nur acht Minuten später flankte Marcelo zu Benzema, der sich im entscheidenden Moment im Rücken von David Alaba freigelaufen hatte und unbedrängt einköpfeln konnte. Früh stand damit fest, dass es den Bayern zum 14. Mal in Folge auswärts in der Champions League nicht gelingen würde, ohne Gegentor zu bleiben. Allerdings lag das in diesem Fall auch am Gegner, der in der Königsklasse letztmals vor 42 Spielen zuhause kein Tor erzielte.

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Benzemas rascher Ausgleich zum 1:1. Video: streamable

Mit den Treffern 54 und 55 avancierte der bei Real nicht mehr unumstrittene Franzose zum fünftbesten Champions-League-Torschützen. Cristiano Ronaldo, der auch im zweiten Bayern-Duell ohne eigenen Torerfolg blieb, löste derweil mit seinem 152. Champions-League-Match Xavi als Feldspieler mit den meisten absolvierten Partien ab. (ram/sda)

Das Telegramm

Real Madrid - Bayern München 2:2 (1:1. Hinspiel 2:1)
77'459 Zuschauer. - SR Cakir (TUR).
Tore: 3. Kimmich 0:1. 11. Benzema 1:1. 46. Benzema 2:1. 63. James Rodriguez 2:2.
Real Madrid: Navas; Lucas Vazquez, Varane, Ramos, Marcelo; Kroos, Kovacic (73. Casemiro), Modric, Asensio (88. Nacho); Benzema (72. Bale), Ronaldo.
Bayern München: Ulreich; Kimmich, Süle, Hummels, Alaba; Thiago Alcantara; Tolisso (74. Wagner), James Rodriguez (84. Martinez); Müller, Ribéry; Lewandowski.
Bemerkungen: Real Madrid ohne Carvajal und Isco (beide verletzt), Bayern München ohne Neuer, Boateng, Vidal, Robben und Coman (alle verletzt). Verwarnungen: 62. Modric (Foul), 65. Lucas Vazquez (Foul), 88. Varane (Spielverzögerung), 89. Casemiro (Foul). (sda)

Das war der Liveticker:

Ticker: 01.05.18 Real-Bayern

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    Alle Leser-Kommentare
  • länzu 01.05.2018 23:57
    Highlight Highlight Was für ein toller Fussballabend. Action pur und am Ende sind die Bayern raus. Besser kann es nicht laufen
  • R10 01.05.2018 23:28
    Highlight Highlight Ein klasse Fussballspiel mit einem bitteren Ende für Bayern. Leider nützt es nichts, wenn man Ronaldo völlig aus dem Spiel nimmt und dann vorne Top-Chancen nicht nutzt und selber 2x patzt. Da hat man das erste Mal gesehen, dass Neuer doch fehlt. Hinzu kommt noch der nichtgegebene Penalty.
    Real hat halt die Klasse auch solche Begegnungen für sich zu entscheiden.

    Trotzdem wer hätte nach dem 0:3 gegen PSG gedacht, dass Bayern noch so weit kommt? Sie haben gezeigt, dass sie sich immer noch auf Augenhöhe mit der besten Vereinsmannschaft befinden und dass trotz dem ersatzgeschwächten Kader.
  • Gooner1886 01.05.2018 23:24
    Highlight Highlight Ändert nichts an der Ausgangslage das ich Liverpool oder im Falle eines Wunders der Roma die Daumen drücke.
  • ldk 01.05.2018 23:05
    Highlight Highlight Bin jetzt auch kein grosser Real-Fan. Aber sorry, wenn die Bayern über zwei solche Spiele, mit Chancen en Masse und totaler Überlegenheit nicht weiterkommen...dann hast du als Verein de Finaleinzug halt einfach auch nicht unbedingt verdient. Simple as that.
  • der nubische Prinz 01.05.2018 23:02
    Highlight Highlight Von wegen Real immer mit Glück etc.
    Das war dieses Jahr das erste Mal das Bayern gegen eine Mannschaft gespielt hat bei der es keine krasse Blamage gewesen wäre wenn sie verloren hätten... Also wegen Losglück müssen die Jungs auch nicht weinen :)
  • greeZH 01.05.2018 22:57
    Highlight Highlight Unglaublich dass Bayern dieses Halbfinale verliert. Schlicht hergeschenkt.
    • Amboss 01.05.2018 23:26
      Highlight Highlight Man merkt einfach, dass die Bayern in der Meisterschaft keine wichtigen und schwierigen Spiele hat.
      Denn eigentlich machen sie alles richtig. Aber dass Nachlässigkeiten (erstes Gegengoal) oder Böcke (zweites Gegengoal) nicht passieren, müsste man eben regelmäßig solche wichtigen, schwierigen Spiele haben. Nur so kann man dies "trainieren"
  • ponebone 01.05.2018 22:55
    Highlight Highlight Maxi, immer noch Zeit für einen neuen Torhüter?
  • ponebone 01.05.2018 22:49
    Highlight Highlight Tja mehr Glück als Verstand, scheissegal!
    Danke für den geschenkten Finaleinzug!
  • Bobo B. 01.05.2018 22:37
    Highlight Highlight Die Zeitspieltruppe zu Madrid ist ein ekelerregendes Stück Fussball...
    • Viktoria 01.05.2018 22:45
      Highlight Highlight Danke. Besser hätte ich es nicht formulieren können 🤬😤🤮
    • derEchteElch 01.05.2018 22:49
      Highlight Highlight Ist im Football auch so. Clock Management sagt man dazu und ist absolut regelkonform. Auch beim europäischen Fussball spricht nichts dagegen. Warum sollte es? Wer den Ball hat darf damit spielen wie er möchte, es gibt keine Angriffspflicht 😉
    • Amboss 01.05.2018 22:56
      Highlight Highlight Ich finde, das hat man schon deutlich schlimmer gesehen. Sie spielten keine Verletzungen vor, spielten einigermassen schnell wieder ein nach Abstoss oder Einwurf.

      Und der Schiri hat ja noch eine Minute zusätzlich überzogen.

      Ich finde, hier lief es ziemlich korrekt ab.
    Weitere Antworten anzeigen
  • dop_forever 01.05.2018 22:10
    Highlight Highlight Das ist keine Marotte, dass man nicht jubelt, sondern Respekt vor der Mannschaft und vor den Fans. Gerade, wenn man nicht im Streit auseinander ging oder man dem Verein viel zu verdanken hat!
  • Fulehung1950 01.05.2018 22:00
    Highlight Highlight Warum nimmt Ulreich den Ball nicht mit der Hand? 1. bin ich mir nicht sicher, ob es angesichts des auf ihn zustürmenden Benzema als Rückpass zu werten wäre und 2. wenn es ein solcher wäre, gäbe es Freistoss aus rd. 13 m und den zu versenken ist kein Kinderspiel.
    • Pedro Salami 01.05.2018 23:01
      Highlight Highlight Zuspiel vom Mitspieler, da ist es völlig irrelevant wenn ein Gegner auf den Goalie zurennt und ihn unter Druck setzt. Hätte Freistoss gegeben. Aber ja, falsche Entscheidung von Ulreich. Hatte genügend Zeit den Ball weg zu kicken.
    • Frances Ryder 01.05.2018 23:03
      Highlight Highlight Ob es ein Rückpass ist, hat nichts damit zu tun ob der Stürmer ihn angreift und wenn der Torwart dort den Ball in die Hand nimmt, gibt das eine rote Karte wegen absichtlicher Verhinderung einer Torchance.
    • Raembe 01.05.2018 23:12
      Highlight Highlight Wäre klar Rückpass, da es eine klare Passbewegung ist.
    Weitere Antworten anzeigen
  • haegipesche 01.05.2018 21:51
    Highlight Highlight Boah, Real kriegt mal wieder alles geschenkt... >:D
  • R10 01.05.2018 21:35
    Highlight Highlight Uefadrid strikes again

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