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Trainer Raphael Wicky beim Trainingsstart des FC Basel 1893 auf den Trainingsplaetzen St. Jakob in Basel am Donnerstag, 22. Juni 2017. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)

Raphael Wicky weiss, dass er in Basel unter Druck steht. Bild: KEYSTONE

Interview

Raphael Wicky: «In einem Team werden nie nur Traum-Schwiegersöhne spielen»

Der neue FCB-Trainer Raphael Wicky spricht über seine Spielphilosophie, den geplatzten Ajeti-Deal und «Problemspieler» Zdravko Kuzmanovic.

sébastien lavoyer / Aargauer Zeitung



Raphael Wicky, Sie wollen mit dem FC Basel einen anderen Fussball spielen als Urs Fischer. Was ist die «Idee Wicky»?
Raphael Wicky: Unter Urs Fischer hat der FCB eine riesige Saison gespielt, alles gewonnen und Rekorde gebrochen. Da übernimmt man sehr viel Gutes. Es wäre vermessen, wenn ich jetzt alles auf den Kopf stellen würde. Aber ich bin ein Trainer, der gerne den Ball hat, dominant spielt, den Gegner unter Druck setzt. So möchte ich auch in der Champions League spielen. Genauso wie wir das auch mit den Jungen gemacht haben. Aber wir werden nicht 90 Minuten pressen wie RB Leipzig.

Haben Sie schon eine Vorstellung, mit welchen Spielern Sie das machen werden?
Wir haben viele Spieler, ein grosses Kader. Natürlich habe ich gewisse Ideen, aber der Konkurrenzkampf ist gross und offen. Ich weiss also noch nicht genau, mit welcher Elf ich spielen will.

Es gibt auch die eine oder andere Baustelle. Die Top-Torschützen Doumbia und Janko sind weg. Van Wolfswinkel ist da, aber der Ajeti-Deal geplatzt. Muss da noch etwas gehen?
Wir haben immer davon gesprochen, dass wir Doumbia und Janko ersetzen wollen. Jetzt ist Ricky van Wolfswinkel mal da. Und ich beschäftige mich nur mit den Spielern, die da sind. Alles andere wäre weder fair noch gut. Wenn Marco Streller irgendwann kommt und noch einen hat, dann ist das so. Aber wir haben schon jetzt sehr viel Qualität im Kader. Und vielleicht explodiert ja noch einer. Das weiss man im Voraus nie.

Der Tessiner Torhueter Mirko Salvi, im Fussball Super League Spiel zwischen dem FC Vaduz und dem FC Lugano, am Sonntag, 27. November 2016, im Rheinpark Stadion in Vaduz. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

Mirko Salvi kehrt von Lugano zu Basel zurück. Bild: KEYSTONE

Etliche Spieler sind nach Leihgeschäften zurückgekehrt. Zum Beispiel Eray Cümart oder Mirko Salvi. Sie wollen mehr Basler im Team. Haben Sie nun ein Auge auf Spieler wie die beiden?
Ich kenne sie, war ja vier Jahre Nachwuchstrainer. Aber eines muss mal klar gesagt sein: Es wird keiner spielen, nur weil er Basler oder jung ist. Es spielen die besten elf Spieler.

Aber der FCB will wieder mit mehr Spielern aus der Region auftreten.
Ja, natürlich. Aber ausser Doumbia und Janko haben alle Spieler laufende Verträge. Das geht nicht von heute auf morgen.

Zdravko Kuzmanovic beim Trainingsstart des FC Basel 1893 auf den Trainingsplaetzen St. Jakob in Basel am Donnerstag, 22. Juni 2017. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)

Kuzmanovic ist zurück im Training des FCB. Bild: KEYSTONE

Zdravko Kuzmanovic ist auch zurück. Er würde perfekt zur neuen Philosophie passen.
Er hat einen Vertrag und ist im Aufbau, kann aber noch nicht voll trainieren. Das wird noch ein paar Wochen dauern. Wenn es soweit ist, mache ich mir ein Bild.

Ist er ein Problemspieler?
Das kann und will ich nicht beurteilen. Es geht darum, dass er fit wird. Dass er auch ein super Kicker ist, wissen wir alle. Und in einem Team werden nie nur Traum-Schwiegersöhne spielen.

Egal, wen Sie letztlich aufstellen, man erwartet von Ihnen Spektakel. Wie gehen Sie mit dem Druck um?
Wenn man in Basel Trainer wird, weiss man, dass man unter Druck steht. Wir müssen die Erfolgsgeschichte fortschreiben. Aber den Druck und den Rummel kenne ich, seit ich 16 Jahre alt bin. Ich war ja auch eine Weile Spieler (schmunzelt).​

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