Schweiz

Swisscom gibt Kundendaten an Werbeallianz Admeira weiter

08.03.17, 19:36 09.03.17, 08:37

Ab dem 1. April gibt die Swisscom anonymisierte Kundendaten an die Werbeplattform Admeira weiter, welche sie zusammen mit Ringier und der SRG unterhält. Kunden können der Nutzung ihrer Daten aber widersprechen.

Auf dieses Recht macht Swisscom in einer neuen Datenschutzerklärung aufmerksam, die sie in diesen Tagen an Millionen Festnetzkunden versendet. Darin wird erläutert, dass Privatkunden jederzeit die Möglichkeit haben, gegen die Bearbeitung der Daten zu Marketingzwecken oder den Empfang von Werbung Widerspruch einzulegen. War dies früher nur per Hotline möglich, klappt es neu auch mit wenigen Klicks im Online-Kundencenter.

Swisscom betont, dass sie nur anonymisierte Angaben zum Geschlecht, zur Altersgruppe und zur Wohnregion an Admeira weitergibt. «Es ist kein Rückschluss auf die Person möglich», sagte Swisscom-Sprecherin Annina Merk dazu am Mittwoch auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Die Widerspruchsmöglichkeit – das sogenannte Opt-out – steht der Kundschaft heute schon offen.

Ab Sommer 2017 plant der Telekomkonzern zudem eine «weitergehende Nutzung von Daten», wie aus einem Informationsdokument im Online-Kundencenter hervorgeht. Laut Merk handelt es sich dabei zum Beispiel um Angaben zur Produktenutzung. Diesen Plänen müssen Kundinnen und Kunden aber explizit zustimmen. Die Swisscom werde ihre Kunden vorab informieren und deren Einwilligung einholen, sagte Merk.

Admeira, das Joint Venture der SRG sowie des staatsnahen Unternehmens Swisscom mit dem privaten Verlagshaus Ringier, war im April 2016 gestartet. Nicht beteiligte Medienhäuser und der Verlegerverband VSM sehen in der Werbeallianz eine Wettbewerbsverzerrung und wollen gerichtlich dagegen vorgehen.

Ausführlichere Information

Mit der neu erarbeiteten Datenschutzerklärung will Swisscom dem Thema Datenschutz «mehr Gewicht verleihen», wie Merk weiter sagte. «Es geht darum, die Kunden transparent zu informieren.» Statt einem kurzen Passus in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) wird nun ausführlich erklärt, was der Telekomriese mit den Kundendaten tun darf. Weitere Informationen finden sich im Online-Kundencenter.

Die Datenschutzerklärung entspricht gemäss der Swisscom-Sprecherin den gesetzlichen Grundlagen. Bei der Erarbeitung habe man den Rat des Büros des Eidg. Datenschützers eingeholt.

Mit der neuen Datenschutzerklärung werden für Festnetzkunden von Swisscom (Telefonie, Internet, Swisscom TV) sowie für Nutzer von Festnetz-Dienstleistungen von M-Budget und Wingo auch die AGB angepasst. Wann Mobile-Kunden folgen sollen, ist noch offen. Die Geschäftsbedingungen treten 30 Tage nach Erhalt des Briefes in Kraft, auch wenn die Kunden nicht reagieren.

Bisher habe es nur wenige Kundenreaktionen zu den neuen AGB und der Datenschutzerklärung gegeben. «Das meiste waren Verständnisfragen», sagte Swisscom-Sprecherin Merk weiter. (sda)

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  • Deathinteresse 09.03.2017 05:14
    Highlight Finde den Brief der Swisscom dazu total unverständlich geschrieben. Behaupte auch, dass die bewusst so gehandhabt wurde.
    Menschen die nicht deutscher Muttersprache sind werden nicht verstehen um was es geht. Auch meine ältere Mutter hat mich gefragt ob sie nun etwas unternehmen müsse oder nicht.

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  • CASSIO 09.03.2017 02:00
    Highlight Hab mich gestern ziemlich darüber aufgeregt, dass ich von einer externen Firma angerufen wurde, um mein Abo bei der Swisscom zu verlängern und gleich noch ein Ssung Glxy 7 e (wir wollen ja keine Werbung machen) zum Preis von 1 CHF haben möchte. Erstens: wieso ruft mich ein externer Partner der Swisscom an und weshalb hat er meine Daten? Zweitens: Wieso weiss er, dass ich keinen abgebissenen Apfel möchte? Drittens: Weshalb sah ich das Angebot nicht in meinem Account, dort wo ich vor 3 Tagen nach einem guten Angebot gesucht habe? Die hätten sich die Provision sparen können. Und noc
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  • Gelöschter Benutzer 08.03.2017 22:10
    Highlight Übrigens, die Swisscom kann ihre Daten zwar "anonymisieren" es wäre aber naiv anzunehmen dass so eine Anonymisierung mit "Big-Data" nicht wieder rückgängig gemacht werden könnte...
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  • #bringhansiback 08.03.2017 21:30
    Highlight Ich bin immernoch dafür, dass Firmen für soetwas beim Kunden ein Opt-In abholen müssen.
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    • giguu 08.03.2017 22:59
      Highlight Gemäss entwurf des neuen DSGs wäre ein opt out wie heute (häkchen schon drin) nicht mehr zulässig. bin gespannt, ob das so durch kommt, oder noch entfernt wird. ich habe meinen virenschutz mal dabei ertappt, wie er automatisch häkchen bei der i stallation von software entfernt hat. vielleicht gibts sowas ja auch für den browser? marktlücke? :)
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  • Murky 08.03.2017 20:30
    Highlight Besser aktiv kommunizieren und informieren, als einfach Daten verschachern wie es andere machen. Finde ich eine gute Sache, Swisscom.

    Ach ja, ich drücke dann mal auf Opt-Out, dankemerci ;-)
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    • sentir 08.03.2017 21:32
      Highlight Ich sehe das etwas anders: Die Swisscom verschachert ja unsere Daten und schickt lediglich einen Infobrief. Es ist eine Schweinerei, dass der gut zahlende Kunde, auch noch selber aktiv werden muss, um da raus zu kommen.
      Sauber und seriös wäre für mich Opt-In, nicht Opt-Out!
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    • Gelöschter Benutzer 08.03.2017 21:44
      Highlight Gar keine Daten verschachern. Dass das überhaupt legal sein kann. Angeblich haben wir in der Schweiz doch so einen tollen Datenschutz (wurden wir mal wieder schön angelogen)
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    • Gelöschter Benutzer 09.03.2017 09:24
      Highlight @böserweisserMann
      Ich vermute mal, dass du dich selber angelogen hast bezüglich Datenschutz.
      Oder hast du dir (egal bei welchem Anbieter) die rund 30 Minuten Zeit genommen um die AGBs und alle mitgeltenden Dokumente und Gesetzespassagen, auf welche verwiesen wirf VOR deiner Unterschrift gelesen?
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