Blogs
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Nobert Bluem, ehemaliger deutscher Bundesminister, und  mit ueber 30 'Dienstjahren' einer der aeltesten im deutschen Bundestag, waehrend seinem Referat im Rahmen des Gastro-Symposium in Regensdorf , Schweiz, am Mittwoch, 30. Mai 2001. (KEYSTONE/Walter Bieri) ===ELECTRONIC IMAGE ===

Norbert Blüm weiss, woran die heutige Kindheit krankt.
Bild: KEYSTONE

Wir Eltern

Die Fremdbetreuung der Kinder ist an allem schuld! Oder hat dieser alte Mann etwa nicht Recht?

nils pickert / wir eltern



Ein Artikel von

Falls ihr es noch nicht wusstet: Norbert Blüm will eure Kinder retten und die Kindheit an sich gleich mit dazu. Und der ehemalige deutsche Arbeits- und Sozialminister weiss auch ganz genau, wem er dafür an den Kragen gehen muss: Der Fremdbetreuung von Kindern und insbesondere der Ganztagsschule. Weil man in solchen Einrichtungen nicht fürs Leben lernt und die wichtigen Dinge ganz woanders beigebracht bekommt.

«Moment!» werden sich die regelmässigen ZEIT-Leserinnen und -Leser unter euch sagen. Mit dem Programm tingelt er doch spätestens seit 2012 durch die Lande. Das stimmt natürlich, aber das ist ja kein Grund, die ollen Kamellen von damals nicht wieder aufzuwärmen und «Heiss und fettig!» zu rufen – vielleicht interessiert es ja jemanden.

Vergewaltigung in Ehen? Gibt es nicht!

«Warte mal!» werden die Geschichtsbewussten unter euch ausrufen. «Norbert Blüm alias Rente-ist-sicher-Nobbi? Ist das nicht der, der 1997 mit ein paar anderen Nachtjacken gegen die Strafbewehrung der Vergewaltigung in der Ehe gestimmt hat, und für den homosexuelle Paare keine Familie sind

Jap, genau der ist es. Eben dieser Norbert Blüm hat die moderne Gesellschaft aber sowas von durchschaut: Frauen haben ihrem Ehemann gefälligst sexuell zu Diensten zu sein; Vergewaltigungen gibt es in Ehen nämlich nicht.

Was Familie ist, bestimmen Christdemokraten, die Bürgern ihre Rechte vorenthalten und immer noch nicht kapiert haben, dass auch heterosexuelle Beziehungen nicht zwingend zu Kindern führen.

Früher war eben alles besser!

Und früher war sowieso alles besser mit der Kindererziehung. Da sind Norbert und seine Homies noch mit dem Bollerwagen durch … na was auch immer gefahren, jedenfalls war das alles viel echter.

Das Schlimme daran ist, dass Blüm in einigen Punkten Recht hat, mit seiner Kritik aber einfach nicht in der Gegenwart anzukommen vermag.

Es stimmt: Kinder haben heutzutage kaum Entfaltungsmöglichkeiten und Spielräume. Sie werden eingeengt, bevormundet und für inkompetent erklärt.

Kleiner Realitätscheck gefällig?

Warum eigentlich? Das hat nicht zufällig was mit der Prekarisierung der Beschäftigungsverhältnisse ihrer Eltern zu tun und dem Flexibilisierungszwang, dem sie unterworfen werden? Mit Kinderarmut, Perspektivlosigkeit und ständiger Verunsicherung.

Es würde nicht vielleicht Sinn machen, Schulen den Rücken zu stärken, statt ihnen in denselben zu fallen, weil sie ja einen Grossteil der notwendigen anstehenden Integrationsarbeit leisten müssen?!

Hin und wieder wäre ein kleiner Realitätscheck ganz hilfreich. Dann klappt es auch mit der Kritik.

Das könnte dich auch interessieren

Showbusiness heisst nicht Sexgewerbe! Der Sturz des Fotografen Terry Richardson 

Link zum Artikel

Im Fall Weinstein gibt's vor allem eins zu sagen: «Fuck you!» – an mehrere Adressen

Link zum Artikel

FOMO, Squish & Vanilla: Das grosse Sex- und Gefühls-ABC der Generation Z

Link zum Artikel

«Es gibt kein Geschlecht. Es gibt keine Regeln. Es gibt nur mich.»

Link zum Artikel

WTF? 23 vergenderte Produkte, die keiner braucht 

präsentiert vonMarkenlogo
Link zum Artikel

«American Apparel»-Gründer so: «Mit Mitarbeiterinnen zu schlafen, ist unvermeidlich»

Link zum Artikel

Wütende Österreicher fordern Tod und Zwangssterilisation für die «Katzentreterin»

Link zum Artikel

Fast alle ungenügend, aber auf gutem Weg: Disney-Prinzessinnen im Gender-Check

Link zum Artikel

Hinter dem Film übers Schweizer Frauenstimmrecht steckt ein Skandal-Baby

Link zum Artikel

12 sexistische «Perlen» aus dem SRF-Archiv – muss man sehen, um es zu glauben

Link zum Artikel

Lügen-Quellen! Frauen erobern ihren wahren Platz in der Weltgeschichte zurück

Link zum Artikel

Die keltische Kriegerkönigin Boudica, die tausende Römer niedermetzelte

Link zum Artikel

Absätze, Lippenstift und neutrale Unterwäsche – darf man Frauen das vorschreiben?

Link zum Artikel

Frauen, die Geschichte schrieben, Teil I: Die ägyptische Traumfrau Kleopatra

Link zum Artikel

«Fleisch» – Lehrer mit teigigen Figuren und Kopflesben sollten dieses Buch nicht lesen

Link zum Artikel

Kaiserin Agrippina: Das herrschsüchtige Teufelsweib, das ganz Rom verführte und die Männer zu Sklaven machte

Link zum Artikel

#SchweizerAufschrei: 21 Tipps gegen den ganz alltäglichen Sexismus

Link zum Artikel

Sie haben genug: 22 Schweizerinnen erzählen, wie sie sexuelle Gewalt im Alltag erlebten

Link zum Artikel

Diese Frau steckt hinter der Aktion #SchweizerAufschrei

Link zum Artikel

Du bist jung, weiblich und in deine beste Freundin verliebt? Dies erwartet dich <3

Link zum Artikel

Diese 15 genialen Bilder beschreiben perfekt, wie es ist, die Mens zu haben

Link zum Artikel

In 6 Schritten zum Stalker: Der Aktionsplan für die Frauen-mit-Kopfhörer-Anmache

Link zum Artikel

Du wirst bald 30? Freu dich, jetzt wird dein Leben echt fantastisch!

Link zum Artikel

Der BH als Spiegel unserer Gesellschaft: Ist es wieder mal Zeit für eine Befreiung der Brüste?

Link zum Artikel

«So nicht, liebe Männer!» Tinder-Knigge zweier watson-Userinnen macht aus Eseln Hengste

Link zum Artikel

Stefanie gegen die rechte Welt: Was der Spruch «Feministinnen sind hässlich» wirklich bedeutet 

Link zum Artikel

Auf der Tür zur Hölle der Frau stehen 3 Buchstaben: PMS. Prämenstrueller Supergau

Link zum Artikel

«Voll zwischen die Beine» – «Habe ich schon x-mal erlebt» – «Man hat sich daran gewöhnt»: Wie Frauen im Ausgang sexuell belästigt werden

Link zum Artikel

«Und was ist mit den Männern?!» Das Schreckgespenst Feminismus geht wieder um 

Link zum Artikel

Das Fazit von Köln: Frauen müssen lernen, nicht vergewaltigt zu werden

Link zum Artikel

Es ist ganz einfach: Feminismus ist das neue Cool

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

12
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
12Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Karl33 29.01.2016 08:40
    Highlight Highlight Und im Gegenzug wäre es noch lehrreich, ein paar Zitate von Alice Schwarzer zu hören und darüber lachen zu können.
  • DailyGuy 29.01.2016 08:35
    Highlight Highlight Ich finde gerade heute haben die Kinder doch viele Entfaltungsmöglichkeiten? Früher konnte ein Kind noch viel weniger gut "aus dem Rahmen fallen". Früher war dieser "Rahmen" der gesellschaftlichen Vorstellungen doch viel strikter?
    Also ich finde, dass ein Kind heute besser selber bestimmen kann, wie es sich entfalten will. Und das finde ich gut so.
  • NicoleTa 29.01.2016 07:15
    Highlight Highlight Nun ja ich als Arbeitgeberin würde ja sehr gerne Löhne bezahlen die genug hoch sind damit unsere Angsetellten Aleinverdiener sein können!
    Nur seit ihr als unsere Kunden leider nicht bereit mehr für unsere Arbeit zu bezahlen damit wird dies auch können!
  • tinmar 28.01.2016 11:21
    Highlight Highlight "Kinder haben heutzutage kaum Entfaltungsmöglichkeiten und Spielräume." ... hä? Ist das so? also bei uns nicht.

    So oder so, ältere Herren sollten man regelmäßig untersuchen und bei bedarf ein Redeverbot erteilen. Ab einem gewissen Zeitpunkt kommt selten noch viel schlaues raus.
    • Der Rückbauer 28.01.2016 14:59
      Highlight Highlight Wie Input zeigt: tinmar ist immer noch Kind. Schulabschluss Kindergarten.
    • tinmar 28.01.2016 15:41
      Highlight Highlight Ich bin 12, ja und?
  • Patrick Felder 28.01.2016 10:58
    Highlight Highlight Kohl wusste schon immer ganz genau, wo es lang geht (sobald er nicht mehr selbst vorauslaufen musste). Scheinbar zieht jetzt sein Familienminister nach.
  • Amboss 28.01.2016 10:49
    Highlight Highlight Das hat nicht zufällig was mit der Prekarisierung der Beschäftigungsverhältnisse ihrer Eltern zu tun und dem Flexibilisierungszwang, dem sie unterworfen werden?

    Jetzt sind also die Arbeitgeber auch noch schuld an den fehlenden Entfaltungsmöglichkeiten und Spielräumen für Kinder... Sorry. Aber das ist also sehr sehr dünn.

    Schreiben sie einen Beitrag, der die Thematik einiegermassen umfassend angeht - oder lassen sie es sein...
    • Madison Pierce 28.01.2016 11:33
      Highlight Highlight Natürlich sind die Arbeitgeber schuld. Es müssen ja jetzt Mann und Frau arbeiten, weil der Lohn zu tief ist. Früher hat ein Lohn noch gereicht, und da hat man noch mehr für Lebensmittel bezahlen müssen.

      Früher hatte man drei Kinder und nur der Mann hat gearbeitet. (Bzw. die Frau hatte mit Kindern und Haushalt mehr als genug zu tun.) Hat gereicht, auch mit normalem Job. Kleider hat man die alten vom Cousin bekommen.

      Heute arbeiten beide und man hat ein Kind. Dafür jeder im Haushalt ein Smartphone und vor der Tür stehen zwei Autos.

      Ist beides legitim, aber man sollte nicht jammern.
    • Amboss 28.01.2016 13:02
      Highlight Highlight Einerseits sind die Ansprüche grösser als vielleicht noch vor einer Generation - ein Zimmer für jedes Kind selbstverständlich, zwei Autos normal.

      Aber das Leben ist auch teuerer worden (denk mal an Miete oder Krankenkasse), das Klima rauer, Löhne sind unter Druck (aber ich finde, sie sind immer noch anständig in der Schweiz)

      Solche Betrachtungen hätte ich mir vom Autoren gewünscht. Nicht einfach auf die Arbeitgeber einhauen
    • Lami23 04.02.2016 03:13
      Highlight Highlight madison pierce: Sehr kurzfristig gedacht! Der Verdienst hängt schlussendlich nicht vom Arbeitgeber sondern vom Konsument ab. Sie wollen für Dienstleistung nicht mehr bezahlen? Dann verdient auch niemand mehr.
  • Wolfsblut 28.01.2016 10:18
    Highlight Highlight Das «alt» könntet Ihr im Titel eigentlich streichen, liebe Redaktion. 😉

Money Matter

«Kann ich eine Mietzinssenkung wegen Kinderlärm verlangen?»

Ercan (48) : «Die Lärmbelästigung durch spielende Kinder in unserem Wohnviertel ist unerträglich. Kann ich eine Mietzinssenkung verlangen?»

Lieber Ercan

Spielen ist wichtig für die Entwicklung der Kinder. Im Spiel entfalten sie ihre geistigen und körperlichen Fähigkeiten. Dabei geht es ab und an auch laut zu und her. Lärmgeplagte Mieter müssen das hinnehmen – zumindest bis zu einem gewissen Grad.

Die Ruhezeiten sind bestmöglich einzuhalten. Sie sind in der Hausordnung geregelt. Wirst du dort nicht fündig, kannst du dich auf die Polizeiverordnung deiner Wohngemeinde stützen. Für die Stadt Zürich etwa gilt: Mittags von 12 bis 13 …

Artikel lesen
Link zum Artikel