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Die Angst nach der Parade: Provoziert Nordkorea noch heute mit einem Atomwaffentest?

Eine nordkoreanische Militäreinheit marschiert am Samstag an der Parade in Pjöngjang über den Kim-Il-Sung-Platz. 
Bild: AP/AP
15.04.2017, 11:56

Nordkorea hat am Samstag den 105. Geburtstag des verstorbenen Staatsgründers Kim Il Sung gefeiert. Mit einer eindrücklichen Militärparade wurde in Pjöngjang der höchste Feiertag des Landes zelebriert und militärische Stärke demonstriert. Nun wartet die ganze Welt gespannt, ob sich die Befürchtungen bewahrheiten und der kommunistische Diktator der Parade einen Atomwaffentest folgen lässt.

Nordkoreas Diktator Kim Jong Un (l) spricht mit Premier Park Pong Ju während der Militärparade.
Nordkoreas Diktator Kim Jong Un (l) spricht mit Premier Park Pong Ju während der Militärparade.
Bild: HOW HWEE YOUNG/EPA/KEYSTONE

US-Präsident Donald Trump hat bereits klargemacht, dass die Politik der «strategischen Geduld» vorüber ist. Er, Trump, hatte damit gedroht, das Atomprogramm Nordkoreas notfalls im Alleingang zu stoppen. 

Chinas Aussenminister Wang Yi hatte am Samstagmorgen erklärt, ein Krieg mit Nordkorea könne jederzeit ausbrechen, wenn das Land weitere Atomtests durchführe.

Nordkorea seinerseits hat den USA mit Vergeltungsmassnahmen gedroht, sollten sie ihre «Provokationen» gegen das kommunistisch regierte Land nicht einstellen. Die «militärische Hysterie» der Regierung von Präsident Donald Trump habe eine «gefährliche Phase erreicht, die nicht länger übersehen werden kann».

«Unsere härtesten Gegenmassnahmen gegen die USA und ihre Vasallen-Kräfte werden in einer solch gnadenlosen Weise ergriffen, dass sie ein Überleben der Aggressoren nicht zulassen», hiess es in einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA am Samstag weiter.

Bereits im Vorfeld der Parade drohte Nordkorea: Es werde «atomaren Donner und strafende Blitze» geben, die Feinde würden einen «echten Krieg» erleben. Konkrete Drohungen wurden ausgestossen gegen US-Stützpunkte in Südkorea sowie gegen den Präsidentenpalast in Seoul. Dieser könne bei einem Militärschlag Nordkoreas «in wenigen Minuten zertrümmert» werden.

So feiert sich Nordkorea

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So feiert sich Nordkorea
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An der Parade am Samstag in Pjöngjang marschierten tausende Soldaten über den zentralen Platz der Hauptstadt des international nahezu völlig isolierten Landes. Über ihre Köpfe hinweg flogen einmotorige Propellerflugzeuge in Formation. Zudem fuhr die Armee Panzer und schwere Geschütze auf.

Säbelrasseln schürt Sorgen

Nach Einschätzung von Waffenexperten wurden dabei auch neue Interkontinentalraketentypen präsentiert. Erstmals auf der Parade gezeigt wurden zudem Pukkuksong-Raketen, die von U-Booten aus abgefeuert werden und eine Reichweite von mehr als 1000 Kilometern haben.

Vorausgegangen waren Machtdemonstrationen der USA. Am Donnerstag setzten sie in Afghanistan erstmals in einem militärischen Konflikt ihre grösste nichtnukleare Bombe ein. Vor gut einer Woche beschossen sie einen Luftwaffenstützpunkt in Syrien.

Parallel dazu wurde das rhetorische Säbelgerassel zwischen den USA und Nordkorea lauter, was Sorgen schürte, dass die Krise eskalieren könnte. Befürchtet wurde insbesondere, dass Kim Jong Un den höchsten Feiertag des Landes für einen weiteren Raketen- oder gar Atomtest nutzen könnte. Oft nimmt die Führung die Geburtstage oder andere Feiertage zum Anlass, militärische Stärke zu demonstrieren.

Nordkoreas letzter wichtiger Verbündeter China rief daher im Vorfeld zur Zurückhaltung auf. Die Volksrepublik lehnt Nordkoreas hochumstrittenes Atomprogramm ab und unterstützt UNO-Sanktionen, die wegen der diversen Tests gegen den Nachbarn verhängt wurden.

Intensiver Personenkult

An der Militärparade am Samstag schien zudem anders als bei anderen Veranstaltungen dieser Art kein hochrangiger chinesischer Regierungsvertreter teilgenommen zu haben. Ebenso wurde die Parade dieses Mal nicht wie bislang üblich von einem Militärkommando mit einem überlebensgrossen Porträt des Staatsgründers Kim Il Sung eröffnet.

Kims Geburtstag wird als «Tag der Sonne» bezeichnet. Er ist der höchste Feiertag des Landes. Der frühere nordkoreanische Staatschef ist auch 23 Jahre nach seinem Tod im Alltag der Nordkoreaner allgegenwärtig. Um den «ewigen Präsidenten» und als Staatsgründer verehrten Kim wie um seinen Sohn Kim Jong Il sowie seinen Enkel und jetzigen Machthaber Kim Jong Un wird ein intensiver Personenkult betrieben. (sda/reu/dpa)

Im Herzen Nordkoreas

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Moranbong: Nordkoreas Girlband auf China-Tour

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Nordkorea

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