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Die erste Saison bei Manchester City verlief für Pep Guardiola nicht nach Wunsch.
Die erste Saison bei Manchester City verlief für Pep Guardiola nicht nach Wunsch.Bild: AP/PA
Kommentar

451 Millionen für Transfers in 13 Monaten – ist Pep Guardiola am Ende bloss ein Feigling?

Pep Guardiola gilt als Mitbegründer des modernen Tiki-Taka-Fussballs und als einer der grössten Trainer unserer Zeit. Mit fertigen Kadern hatte der Spanier in Barcelona und München Erfolg, doch bei Manchester City wackelt sein Denkmal. Das macht ihm offensichtlich Angst.
25.07.2017, 14:1526.07.2017, 05:21

21 Titel hat Pep Guardiola als Trainer bisher geholt, darunter zwei Mal die Champions League und je drei Mal die Meisterschaften in Spanien und Deutschland. Der Erfolg gibt dem Spanier Recht, er ist einer der besten Trainer der Neuzeit. Ein Ignorant, wer etwas anderes behaupten würde.

Ich bin ein Ignorant. Ich behaupte, Pep Guardiola hat noch nicht bewiesen, dass er ein ganz grosser Trainer ist. Denn der Katalane legte sich sowohl beim FC Barcelona als auch bei Bayern München ins gemachte Nest. Etwas harsch formuliert könnte man sogar sagen, mit diesen überragenden Kadern hätte selbst ein Affe an der Seitenlinie gewisse Erfolge gefeiert.

Pep Guardiola wurde mit seinen Titel von 2008 bis 2012 zum erfolgreichsten Trainer in der Klubgeschichte des FC Barcelona.
Pep Guardiola wurde mit seinen Titel von 2008 bis 2012 zum erfolgreichsten Trainer in der Klubgeschichte des FC Barcelona.Bild: Getty Images Europe

Guardiola betreute Mannschaften, die bereits so stark waren, dass er nur noch leicht daran feilen musste und seine Kurzpass-Philosophie schnell einbringen konnte. Pep konnte seine einzige Spielidee perfekt umsetzen.

Als sich Guardiola entschied, bei Manchester City als Cheftrainer zu übernehmen, wagte er den mutigen Schritt raus aus der Komfortzone. Er hatte eine Mannschaft übernommen, die noch nicht fertig war und nicht von alleine funktionierte. Im Kader von ManCity steckte zwar unendlich viel Potential, doch es musste noch viel gearbeitet werden. Das wusste auch Pep.

Mit der Ankunft des spanischen Trainers am 1. Juli 2016 sollte eine neue, erfolgreiche Ära beginnen und so blieb Guardiola kein Wunschspieler verwehrt. Das ohnehin bereits mit Stars gespickte Kader wurde als Antrittsgeschenk für Pep mit 213 Millionen Euro weiter verstärkt. 

Die wichtigsten Zuzüge 2016/17
John Stones, für 55,6 Mio. von Everton
Leroy Sane, für 50 Mio. von Schalke
Gabriel Jesus, für 32 Mio. von Palmeiras (im Winter)
Ilkay Gündogan, für 27 Mio. von Dortmund
Nolito, für 18 Mio. von Celta Vigo
Claudio Bravo, für 18 Mio. von Barcelona

Guardiolas taktische Limiten

Die «Citizens» beendeten die Saison 2016/17 trotz den grossen Investitionen nur auf Rang 3, 15 Punkte lag man am Ende hinter Meister Chelsea. In der Champions League war bereits im Achtelfinale gegen Aussenseiter Monaco Endstation.

Nach den Auftritten gegen die AS Monaco hätte sich Guardiola wohl gerne die Haare gerauft.
Nach den Auftritten gegen die AS Monaco hätte sich Guardiola wohl gerne die Haare gerauft.Bild: AP/AP

Erschreckend waren primär nicht die enttäuschenden Resultate und der fehlende Titel in Guardiolas Debüt-Saison, sondern seine taktische Hilflosigkeit. 

Die Stammformation während der letzten Saison war ein 4-1-4-1 oder – je nach Ausrichtung – die etwas defensivere Variante mit zwei Sechsern, ein 4-2-3-1. Das lief vor allem anfangs Saison (6 Liga-Siege in Serie, 18:5 Tore) sehr gut.

Doch als Guardiola nach der ersten Niederlage (0:2 in Tottenham) begann, in der Formation bedeutende Änderungen vorzunehmen, scheiterte das Experiment grandios. Ingesamt spielte Guardiola fünf Partien mit der Dreierkette. Es gab dabei keinen einzigen Sieg. 

Guardiolas Versuche mit der Dreierkette
15.10.2016: 1:1 (h) gegen Everton
23.10.2016: 1:1 (h) gegen Southampton
23.11.2016: 1:1 (a) gegen Gladbach
03.12.2016: 1:3 (h) gegen Chelsea
30.04.2016: 2:2 (a) gegen Middlesbrough

Die taktische Flexibilität, das System zu wechseln, war der Grundstein für den Meistertitel von Antonio Conte mit dem FC Chelsea. Der Italiener stellte nach zwei Niederlagen in Serie von 4-1-4-1 auf 3-4-2-1 um und feierte danach 13 Siege in Serie. Pep Guardiola schaffte es hingegen nicht, seiner Mannschaft eine System-Umstellung beizubringen. 

Ob Guardiola das Projekt Dreierkette bei City mittlerweile ganz aufgegeben hat? Die Tatsache, dass der Startrainer diesen Sommer für 130 Millionen Aussenverteidiger einkaufte, spricht dafür. So könnte Guardiola sichergehen, dass er in Zukunft nicht mehr auf die Dreierkette zurückgreifen muss. Eine andere Option wäre es, die Neuzugänge Benjamin Mendy, Kyle Walker und Danilo als offensive Aussenverteidiger für ein etwaiges 3-5-2 einzusetzen und damit endlich mehr taktische Flexibilität zu erhalten. 

Man City ist prominent vertreten: Die wichtigsten Transfers des Sommers 2017

Zwischen Lolipops und Bärendreck

Insgesamt hat Manchester City diesen Sommer schon 238 Millionen in neue Spieler investiert. Pep muss sich fühlen wie ein Kind im Süsswarenladen, dessen Eltern ihm ein paar (zu) grosse Noten in die Hand gedrückt haben.

Guardiola hat in seiner Amtszeit bereits 451 Millionen für neue Spieler ausgegeben – in knapp 13 Monaten. Da er es bisher nicht schaffte, selbst eine funktionierende Mannschaft zu formen, kauft er die fertigen Spieler ein. Damit geht er den einfachen, feigen Weg.

Die wichtigsten Zuzüge 2016/17
Benjamin Mendy, für 55 Mio. von Monaco
Kyle Walker, für 51 Mio. von Tottenham
Bernardo Silva, für 50 Mio. von Monaco
Ederson, für 40 Mio. von Benfica
Danilo, für 30 Mio. von Real Madrid
Douglas Luiz, für 12 Mio. von Vasco da Gama​

Verwundern dürfen uns hohe Millionen-Beträge für Transfers nicht mehr. Wie sich der Transfermarkt in den letzten Jahren entwickelt hat, ist schlicht krank. 

Wie beunruhigend sich Transfersummen seit 1980 entwickeln

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Die jährlich höchsten Transfersummen im Fussball seit 1980
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Doch Manchester City haut im Vergleich zu den anderen Premier-League-Topklubs nochmals deutlich mehr Geld raus. Während sich die Transferbilanzen 2016/17 von Manchester United (- 111,2 Mio.), Chelsea (- 62,50 Mio.), Arsenal (- 40,8 Mio.) und Liverpool (- 38,5 Mio.) einigermassen im Rahmen halten oder sogar positiv sind (Tottenham, + 80 Mio.) schreibt City ein Minus von fast 200 Millionen (- 196,6 Mio.). 

Die Zeichen der «Citizens» stehen auf Angriff. Diese Saison muss ein Titel her, sonst hat Pep Guardiola versagt. Sonst ist er doch nicht der überragende Trainer, für den ihn viele gehalten haben. Vielleicht bin ich dann kein Ignorant mehr.

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55 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Ferienpraktiker
25.07.2017 15:08registriert Juni 2017
Wenn er sich traut, dann wechselt er zu YB. Und wenn er Meister wird - dann ist er wirklich ein erfolgreicher Trainer :-))
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MARC AUREL
25.07.2017 17:34registriert Dezember 2014
Favre ist in einen Augen besser als der Pep. Der holt das Maximum heraus aus schwache oder mittelmässige Mannschaften!
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Lord_ICO
25.07.2017 16:15registriert März 2016
Peps grösstes Problem ist, dass er ein one trick Pony ist. Funktioniert sein Tiki Taka nicht, hat er entweder keine andere Spielweise in Petto oder ist zu Stolz sie umzustellen.
Hinzu kommt, dass in der engl. Liga, viele Mannschaften die Qualität besitzen, diese Spielweise zu neutralisieren. War halt in ESP und DE einfacher.
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