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Amazon ist überall: In diesen 10 Geschäftsbereichen wildert der Shopping-Riese

27.05.18, 12:48 27.05.18, 20:11


Galaxus drängt in den deutschen Markt vor und strotzt nur so vor Selbstvertrauen. Angst vor Amazon hat man bei der Migros-Tochter nicht. Auch Coop-Chef Joos Sutter sieht sich mit seinen Onlineshops Microspot und Interdiscount in einer guten Position gegenüber Amazon, wie er im Interview mit watson sagt.

Gleichzeitig drängt der US-Riese langsam in die Schweiz und verankert die Marke Amazon über diverse Kanäle gleichzeitig immer mehr im Alltag. Wo Amazon bereits überall tätig ist, zeigt die folgende Liste.

Offline-Handel

Bild: AP/AP

Es mutet fast schon ironisch an, dass Amazon immer mehr in den stationären Handel vordringt. Anfang 2018 hat Amazon seinen ersten Supermarkt eröffnet, der komplett ohne Kasse funktioniert. Mitte 2017 schreckte der Konzern die Konkurrenz auf, indem er die Lebensmittelkette Whole Foods Market für 14 Milliarden US-Dollar übernahm. Und bereits 2015 eröffnete Amazon seinen ersten Buchladen Amazon Books, dem inzwischen zwölf weitere Läden gefolgt sind.

Seit einigen Jahren gibt es auch immer wieder Spekulationen, dass Amazon bald in den stationären Handel in der Schweiz eintreten wird. Zuletzt bestätigte die SBB, dass man aktiv auf Amazon zuginge, um den Online-Riesen in die Schweizer Bahnhöfe zu holen.

Unterhaltungselektronik

Bild: Amazon

Am 19. November 2007 stellte Amazon seinen ersten eReader, den Amazon Kindle, vor. Seither hat der Konzern sein Sortiment an Hardware gezielt ausgebaut. Zwar kamen nicht viele verschiedene Geräte hinzu, dafür aber für den Konzern strategisch wichtige. Zuletzt war das der smarte Lautsprecher Amazon Echo.

Allerdings musste Amazon auch den einen oder anderen Rückschlag in diesem Bereich hinnehmen. Beispielsweise war das 2014 vorgestellte Fire Phone ein Flop und wurde nach nur einem Jahr nicht mehr verkauft.

Für alle, die immer «Keindl» sagen: So spricht man Kindle richtig aus:

Video: YouTube/Emma Saying

Software

Bild: Shutterstock

Selbstverständlich stattet Amazon seine ganzen Gadgets auch gleich mit einer eigenen Software aus. Basierend auf Android ist diese natürlich immer so optimiert, dass der User schlussendlich zu einem Kauf im Onlineshop verführt wird. Selbst einen eigenen App-Store bietet Amazon an. In diesem findet man einen Grossteil der Apps, die auch im Play Store verfügbar sind, aber auch exklusive Anwendungen.

Datenspeicherung

Bild: Amazon

Auch im Bereich Cloud-Infrastruktur ist Amazon mit seinem Tochterunternehmen Amazon Web Services (AWS) gross im Geschäft. 2013 stufte das Marktforschungsunternehmen Gartner Amazon Web Services als grösster Anbieter im Bereich der Datenspeicherung ein. Damit lässt Amazon selbst IT-Schwergewichte wie Google oder Microsoft hinter sich.

Zahlreiche Unternehmen, wie beispielsweise Dropbox, Netflix oder Spotify greifen auf die Cloud-Angebote von Amazon zurück, um ihre Dienste bereitstellen zu können. Die Datenspeicherung ist bei Amazon, nebst dem Onlineshop, die zweite grosse Einnahmequelle.

Verlagswesen

Ein Verlag im herkömmlichen Sinne ist Amazon sicher nicht. Doch mit seinem Self-Publishing-Angebot, bei dem jeder beliebige User sein Buch selbst als eBook anbieten kann, wird Amazon zu einem der grössten Verleger weltweit.

Zwar landet bei solch einem Service nicht immer Qualitäts-Content in den virtuellen Verkaufsregalen, doch das kann Amazon herzlich egal sein. Da man kein eBook gratis anbieten kann, verdient der Konzern an jeder noch so schlechten Publikation mit – solange sie sich verkauft.

Wurde dank Amazon zum Bestseller. Bild: Heyne

Das sich das Self-Publishing für Amazon und Autoren lohnen kann, zeigt das Beispiel von Erfolgsautor Andy Weir. Sein Debütroman «Der Marsianer» erschient zuerst für 99 Cent im Selbstverlag bei Amazon Kindle, nachdem er zuvor von klassischen Verlagen abgelehnt wurde. Dort verkaufte er sich innerhalb von drei Monaten 35'000 Mal – und plötzlich standen klassische Verlage und selbst Filmstudios Schlange. 2015 wurde der Roman mit Matt Damon in der Hauptrolle verfilmt.

Im Bereich der Hörbücher ist der Konzern bereits weiter und produziert Hörbücher, die exklusiv bei Amazon erhältlich sind.

Film- und Serienproduktion

Bild: Shutterstock

Prime Video heisst der Film- und Serien-Streaming-Dienst von Amazon. Und wie aggressiv der Konzern in diesem Bereich expandiert zeigen die immensen Investitionen. Im Moment befindet sich Amazon in Verhandlungen für eine chinesische Romantrilogie, die als Serie adaptiert werden soll. Dafür will Amazon eine Milliarde Dollar aufwenden!

Erst vor einem halben Jahr hatte Amazon bereits die Serienrechte an «Der Herr der Ringe» gekauft und auch damals tief in die Tasche gegriffen: 250 Millionen US-Dollar soll man alleine für die Rechte gezahlt haben. Derselbe Betrag soll nun auch in die Produktion der Serie investiert werden.

Gleichzeitig lockt Amazon Kunden mit einem Streaming-Abo, das die Konkurrenz preislich unterbietet und gleichzeitig den grössten Film- und Serienkatalog aufweist – zumindest ausserhalb der Schweiz.

Musik-Streaming

Bild: Shutterstock

Selbstverständlich darf bei einem Mediengiganten wie Amazon auch ein Musik-Service nicht fehlen. Wie bei Spotify oder Deezer erhält man mit einem entsprechenden Abo Zugang zu Millionen von Songs. Nebenbei versucht Amazon die Kundschaft noch mit Fussball-Streaming zu locken. Dabei verwebt Amazon seine Streaming-Angebote geschickt mit den Angeboten an physischen Datenträgern, wie etwa Schallplatten, die man gleich online bestellen kann.

Hörbuch-Streaming

Bild: Shutterstock

Du hörst Audible? Dann darfst du dich zur Amazon-Familie zählen. Amazon hat den Streamingdienst 2008 übernommen und ihn seither zum grössten Anbieter für Hörbücher und -spiele ausgebaut.

Selbst wer Audible meidet, kann unbewusst in deren Einflussbereich geraten: Das Amazon-Tochterunternehmen stattet als weltweit exklusiver Partner den iTunes Store mit gesprochenen Inhalten aus. Und selbst Konkurrenzdienste wie beispielsweise Book Beat haben Inhalte von Audible im Programm.

Logistik

Bild: Amazon

Eigentlich naheliegend, dass ein Vertriebshandel auch ein Logistikunternehmen in seinem Portfolio hat. Nebst den Standardliefervehikeln wie Lastwagen oder Cargo-Flugzeugen ist Amazon aber auch ziemlich experimentierfreudig. Drohnen mit Amazon-Logo sind genauso im Einsatz, wie selbstfahrende Roboterlieferwägelchen. Bisher allerdings nur in Pilotprojekten, die bei Erfolg aber rasch ausgeweitet werden sollen.

Raketen, Uber und eine Zeitung

Amazon-CEO Jeff Bezos. Bild: AP/AP

Amazon-Chef Jeff Bezos investiert auch privat immer wieder in neue Unternehmen. Zwar tut er dies anscheinend aus Selbstinteresse, doch dürfte klar sein, dass geeignete Dienste durchaus Einzug in den Amazon-Konzern finden.

Bild: AP/Blue Origin

Unternehmen, bei denen Bezos seine Finger drin hat sind unter anderem Uber und Airbnb. Die Zeitung «The Washington Post» gehört sogar komplett dem Amazon-CEO. Auch ein eigenes Raumfahrtunternehmen hat sich der Milliardär aufgebaut. Mit Blue Origin versucht er Elon Musks SpaceX die Show zu stehlen.

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So läuft das bei Amazons Laden ohne Kasse:

Video: watson

Die besten Spassbewertungen bei Amazon

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Charly Otherman, 5.5.2017
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22
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    Alle Leser-Kommentare
  • sprain 27.05.2018 19:12
    Highlight Zur Vervollständigung des Bildes: Amazon ist auch schon in diversen Branchen gescheitert. Zum Beispiel in Smartphones, Online-Payment oder Event-Ticketing.
    10 0 Melden
    • Pascal Scherrer 28.05.2018 08:31
      Highlight Das mit dem Fire Phone steht auch im Text. ;)
      3 1 Melden
  • Gipfeligeist 27.05.2018 15:39
    Highlight Amazon macht das meiste Geld mit ihren Cloud-Diensten, obwohl die fast niemand kennt. Die Datenkrake wirft einem auch Lautsprecher hinterher, nur um zuhause mitlauschen zu können...
    Ein höchst unterschätztes Unternehmen
    33 2 Melden
    • Pascal Scherrer 28.05.2018 08:32
      Highlight Ja, steht im Text unter Punkt 4. :)
      1 1 Melden
  • Bits_and_More 27.05.2018 14:02
    Highlight Zudem hat Amazon weltweit das höchste F&E Budget, gefolgt von Alphabet (Google) und Intel.
    https://www.strategyand.pwc.com/ch/home/presse/pressemitteilungen/details/2017-innovation1000-ch
    13 0 Melden
  • Der Tom 27.05.2018 13:50
    Highlight Wenn ich verlange, dass Amazon meine Daten löscht ist dann Audible auch weg? Und was ist mit den Backups? Müssen die dann auch alles von mir in deren Backups löschen?
    10 0 Melden
  • Hierundjetzt 27.05.2018 13:30
    Highlight Nur so unter uns: der Migroskonzern hat 28 Mrd Umsatz (Swisscom 11 Mrd, Post 7,9 Mrd, SBB 9,9 Mrd)

    Migros ist in *jeder* Wirtschaftsbranche tätig. Er dominiert sogar gesamte Wertschöpfungsketten (Nahrungsmittel, Fitness usw.), mit einem Marktanteil (je nach Branche) von 40 - 60% das ist weltweit einmalig.

    Amazon ist gegen die CH Marktmacht der Migros ein Kindergärtner
    44 11 Melden
    • PhilippS 27.05.2018 16:18
      Highlight Amazon ein Kindergärtner?

      Amazons Marktanteil im Online-Handel in vielen Ländern kratzt bereits an den 50%. Vor allem dort, wo sie offizielle Niederlassungen haben. Im Buchhandel sind sie weltweiter Spitzenreiter. Umsatz rund 200 Mrd. und stark steigend. Migros und Coop sind teilweise sogar rückläufig.

      Du solltest nicht aus der kleinen Schweiz heraus urteilen. Wenn es Amazon mit einem Eintritt im Schweizer Markt ernst macht, müssen sich auch unsere kleinen Riesen warm anziehen.

      Nur in China bekommen sie keinen Fuss auf den Boden. Da ist Ali der Herr mit 250 Mrd. Umsatz.
      25 1 Melden
    • Snaggy 27.05.2018 17:25
      Highlight Ja, aber:
      1.) Ausserhalb des Schweizer Markts ist die Migros, im Gegensatz zu Amazon, vernachlässigbar klein
      &
      2.) Ist die Migros eine Genossenschaft.
      Das macht Amazon auf globaler Ebene deutlich problematischer.
      18 1 Melden
    • Hierundjetzt 27.05.2018 19:49
      Highlight Wer interessiert im Detailhandel einen globalen Konzern? Aldi ist einer der grössten Händler weltweit. Marktanteil in der Schweiz: unbedeutend.

      Ihr müsst die Perspektive als Schweizer Kunde einnehmen. Wo gibts Lidl und Aldi schon wieder? In keiner einzigen guten Passantenlage dafür irgendwo auf dem Feld.

      Wir sind nicht in der EU und Amazon macht für max. 500’000 theoretische Kunden keine grosse Extrawurst.

      Muss es aber weil wir als CH extreme Anforderungen an dem E-Commerce haben (zB ohne stationären Handel läuft nichts)

      Also, wo bitte soll etwas günstiger werden?
      1 4 Melden
    • Hierundjetzt 27.05.2018 19:58
      Highlight Nachtrag: und nein es wird nicht günstiger, denn jeder Konzern der in die Schweiz kommt, setzt die Preise nur knapp unter dem des Marktführers an (Salt, Lidl, Aldi) da er das maximum verdienen will. Weil wir eine so grosse Kaufkraft haben.

      Literaturempfehlung: Sehr aussagekräftiges Panel (Marktforschung) zum Thema E-Commerce Detailhandel. Autor: NWFH.
      1 3 Melden
    • Pascal Scherrer 28.05.2018 08:40
      Highlight Hierundjetzt: Aldi ist aber auch erst seit etwas mehr als 10 Jahren in der Schweiz, einem der härtesten Märkte im Detailhandel.

      Die Migros gibt es da doch schon etwas länger. :)

      Trotzdem haben zuletzt vor allem die Discounter in der Schweiz zugelegt, währenddessen die Migros, zumindest im Lebensmittelbereich, Mühe hat.

      Und das Thema Migros und wo sie überall tätig sind hatten wir mal angeschnitten:

      https://www.watson.ch/leben/gef%C3%BChle/406719704-wir-sind-alle-coop-und-migros-kinder-warum-zeigen-diese-2-spannenden-grafiken

      Und die Migros operiert ja auch gerne im Ausland. ;)

      4 0 Melden
    • JaneSoda*NIEwiederFaschismus 28.05.2018 09:32
      Highlight https://deutsch.rt.com/gesellschaft/61306-funf-wochen-undercover-bei-amazon/

      https://www.watson.ch/Wirtschaft/Konsum%20-%20Detailhandel/842452768-Amazon-kommt-in-die-Schweiz-–-aber-etwas-solltest-du-bedenken--bevor-du-bestellst


      amazon hat sehr miese Arbeitsbedingungen. Der Grund warum ich amazon konsequent boykottiere.
      4 3 Melden
    • Reto Disk 28.05.2018 09:36
      Highlight Migros (Galaxus) und Co haben eine komfortable Nische in der Schweiz. Denn wer im Amazon-Shop anderes als Bücher, CD und DVD bestellen will (z.B. Elektronikzubehör, Spielzeug, Kleider, muss.), entdeckt schnell die Beschränkungen: "Keine Lieferung in die Schweiz" ist so frustrierend oft ausgewiesen, dass Amazon für mich lediglich eine 3. oder 4. Online-Shoppingadresse ist. Quasi der Notnagel, wenn ich bei Galaxus und Alibaba (oder anderen) nicht fündig geworden bin.
      3 0 Melden
  • Paddiesli 27.05.2018 13:14
    Highlight Gehört nicht auch noch Paypal in diese Liste dazu?
    12 3 Melden
    • migi100 27.05.2018 15:31
      Highlight Ganz traurig diese Entwicklung !!!!
      10 1 Melden
    • aye 27.05.2018 15:54
      Highlight Nein. Paypal war einmal Teil von eBay, ist aber seit einigen Jahren ein eigenständiges Unternehmen.
      Bei Amazon ist es nicht möglich, mit Paypal zu bezahlen.
      6 3 Melden
    • PhilippS 27.05.2018 16:21
      Highlight Nein. PayPal war eBay, ist mittleren aber selbstständig.

      https://de.m.wikipedia.org/wiki/PayPal
      6 0 Melden
    • droelfmalbumst 27.05.2018 16:36
      Highlight paypal gehört elon musk.. oder was. einst du genau?
      1 11 Melden
    • Paddiesli 27.05.2018 19:05
      Highlight Ok, ich dachte, es gehört auch Bezos. So oder so, Amazon hat zuviel Macht konzentriert.
      5 1 Melden
    • Pascal Scherrer 28.05.2018 08:43
      Highlight @droelfmalbumst: Paypal gehört schon länger nicht mehr Elon Musk. :)
      4 0 Melden
    • droelfmalbumst 28.05.2018 09:13
      Highlight ja gut das schon. Aber Elon Hat PayPal erfunden oder sowas... :D
      1 4 Melden

Von wegen «nuttig»! Hört endlich auf, Frauen wegen Klamotten zu beleidigen

Frauen, die kurze Kleider und tiefe Ausschnitte tragen, werden schnell als leicht zu haben bezeichnet. Als billig, als ordinär.

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