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Hält das neue WLAN-Gerät, was die Schachtel verspricht?
Hält das neue WLAN-Gerät, was die Schachtel verspricht?bild: watson
Review

Devolo macht auf Apple – das taugen die neuen Powerline-Adapter

Als «Magic» preist der deutsche Hardware-Hersteller seine neuste Produkte-Reihe an, die das Internet über die Stromleitung bringt.
06.03.2019, 12:02

Um was geht's?

Der deutsche Hersteller Devolo hat eine neue Powerline-Generation lanciert, mit der man das Heim-WLAN bis in die hintersten und abgelegensten Ecken erweitern kann.

Das «Magic 2 Multiroom Kit» (ja, ein schlimmer Name) besteht aus drei Adaptern (1x LAN und 2x WLAN).

Das ist die Basisstation, die man über ein Ethernetkabel mit dem Router verbindet.
Das ist die Basisstation, die man über ein Ethernetkabel mit dem Router verbindet.bild: watson

Alle Powerline-Adapter sind hochwertig verarbeitet, relativ kompakt und ganz in weiss gehalten.

Die Werbesprüche klingen ziemlich esoterisch:

  • «Hier wirken unsichtbare Kräfte» ...
  • «Übersteigt die Vorstellungskraft» ...

Viel warme Luft, doch ob die neue Generation von Powerline-Adaptern in der Praxis überzeugt, sehen wir gleich.

Wie benutzerfreundlich ist das?

Devolo hat schon früher von «revolutionär» einfachen Geräten gesprochen. Doch nun nähern sich die Deutschen langsam aber sicher Apple an, also dem Hersteller, der aus meiner Sicht die benutzerfreundlichsten Geräte anbietet.

Zwar musste ich kurz die Kurzanleitung überfliegen (hier auf der Devolo-Website verfügbar). Doch dann war das Einrichten ein Kinderspiel und in 10 Minuten erledigt.

Jeder WLAN-Adapter hat auch zwei Gigabit-Ethernet-Anschlüsse. Und die LEDs lassen sich abschalten.
Jeder WLAN-Adapter hat auch zwei Gigabit-Ethernet-Anschlüsse. Und die LEDs lassen sich abschalten.Bild: watson

Lobend hervorheben möchte ich die neue «Home Network»-App, erhältlich für iOS-Geräte und Android. Damit kann man das zuvor im Handumdrehen eingerichtete Heim-Netzwerk überprüfen und feinjustieren.

Hier haben die Software-Spezialisten gute Arbeit geleistet. Im Vergleich zu früheren Devolo-Apps sind es Welten – im positiven Sinn. Die Menüführung ist einfach, diverse Optionen lassen sich ohne Studium der Anleitung einrichten. Nur die angezeigte Schrift dürfte eine Spur grösser sein.

bild: watson

Wie schnell und stabil ist es?

Antwort: Sehr stabil. Und so schnell, wie es halt möglich ist. Sprich: Der eigentliche Flaschenhals ist die Internetverbindung (Router). Tempo-Schwankungen gehören zum Alltag.

Der Namenszusatz «2» bei dem von mir getesteten Modell steht für die Top-Version, bei der über die Stromleitung Geschwindigkeiten bis zu 2400 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) möglich sein sollen. Das ist in der Praxis nicht möglich. Wie bei anderen Herstellern wären solche Maximalwerte nur unter perfekten Laborbedingungen erreichbar.

Stichwort Mesh: Dank der Mesh-Funktion werden die ins Heim-WLAN integrierten Geräte (Smartphone, Notebook, Tablet etc.) stets mit dem stärksten Zugangspunkt verbunden. Wenn man beispielsweise von der Stube ins Schlafzimmer geht, wechselt das Mobilgerät automatisch zu dem Zugangspunkt, der das stärkste WLAN-Signal sendet.

Im Alltag klappte das über drei Stockwerke hervorragend, bzw. es traten keinerlei Probleme auf. Nicht überprüfen konnte ich die vom Hersteller angegebene maximale Reichweite von 500 Metern. So gross ist die «Hütte» nicht. 🙃

Wie stark strahlen Powerline-Geräte und ist das gefährlich?

Die Strahlung ist sehr, sehr klein.

Die Powerline-Technologie verwendet als Übertragungsmedium bekanntlich die hausinternen Stromleitungen. Dadurch werden nur extrem kleine Teile des Signals abgestrahlt, wie mir die Devolo-Ingenieure auf Anfrage schreiben.

Eine Mobilfunk-Basisstation (GSM) erzeuge selbst in 50 Meter Abstand noch Leistungsflussdichten, die 60'000fach höher seien als die der Powerline-Adapter. Daher sei die Gefahr biologischer Wirkungen bzw. gesundheitlicher Beeinträchtigungen durch Powerline als «extrem gering» anzusehen.

grafik: devolo

Zur Erklärung heisst es:

«Wie aus der Grafik ersichtlich, liegt die Powerline-Technologie, verglichen mit der Handy- oder WLAN-Technologie, in einem bis zu 100fach niedrigeren Frequenzband und bewirkt somit eine wesentlich geringere SAR*. Die Powerline-Technologie verwendet als Übertragungsmedium die hausinternen Stromleitungen. Dadurch werden nur extrem kleine Teile des Signals abgestrahlt.»

* Die SAR (Spezifische Absorptionsrate; Einheit: Watt/kg) ist eine physikalische Grösse und ein Mass für die Absorption von elektromagnetischen Feldern in biologischem Gewebe, welche zu dessen Erwärmung führt. Bekannt ist vor allem der SAR-Wert, den Smartphone-Hersteller jeweils angeben. Mehr Infos: hier.

Wo ist der Haken?

Die neuen Adapter sind nicht abwärtskompatibel. Grund: Devolo hat in der zweiten Magic-Produktereihe «G.hn»-Chips der zweiten Generation verbaut – das ist ein internationaler Standard für die Heimvernetzung.

Die Magic-2-Adapter funktionieren also nicht im Zusammenspiel mit den älteren dLAN-Adaptern. Parallel einsetzen kann man die neuen und alten Dinger jedoch problemlos. So hatte ich im Haushalt auch die Smart-Home-Zentrale von Devolo (Home Control) an der Steckdose hängen, wie auch weitere, etwas ältere Powerline-Adapter.

Und ein grundsätzliches Problem der Powerline-Technologie bleibt: Externe Störquellen (wie zum Beispiel Energiesparlampen und Ladegeräte) können die Übertragungsgeschwindigkeit massiv beeinträchtigen. Man sollte also zuhause Testläufe durchführen, bevor man darauf setzt.

Was kostet es?

Devolos neue Powerline-Adapter der Produkte-Reihe Magic 2 sind bereits im Handel erhältlich.

Das «Multiroom WiFi Kit» kostet beim Hersteller 380 Franken. Das Starter-Kit mit nur einem Powerline-Adapter 250 Franken. Zusätzliche Adapter gibt's einzeln für 160 Franken.

Wie österreichische Kollegen schreiben:

«Mit den neuen Magic-Adaptern ist man technisch für die nächsten Jahre abgesichert. (Künftige) Anwendungsgebiete wie die Übertragung von 8K-Videoinhalten, datenintensive Virtual-Reality-Anwendungen oder ruckelloses Online-Gaming dürften für die neuen Powerline-Adapter keine allzu grosse Herausforderung sein.»

Devolo wurde 2002 gegründet und beschäftigt derzeit rund 300 Mitarbeiter. Das Unternehmen bezeichnet sich als Weltmarktführer im Bereich Powerline, mit eigenen Niederlassungen sowie Partnernfirmen in 19 Ländern.

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37 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Oh Dae-su
06.03.2019 12:52registriert Mai 2017
Sorry aber ihr testet eine neue Powerline-Generation und eure einzige Aussage zum Speed ist: "So schnell, wie es halt möglich ist."
Damit ist der Test leider ziemlich unbrauchbar, ist doch die Geschwindigkeit mittlerweile das Hauptproblem bei Powerline.
Wenn der Redakteur ein derart lahmes Internet zu Hause hat, um die Adapter nicht ausreizen zu können, dann muss man halt mittels Netzwerkübertragungen die Leistungsfähigkeit der Adapter bestimmen.
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TheOnlyZeus
06.03.2019 12:08registriert Februar 2019
Sehr gesuchte Apple-Anspielung, hätte der Bericht nicht nötig gehabt.
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bärn
06.03.2019 13:35registriert Juli 2016
wow... ein ganzes kapitel von 5 insgesamt über die "strahlung" des auf den stromleitungen aufmodulierten signal zu widmen welche zu 99% im mauerwerk verlegt ist? respekt, insbesondere wenn man dann gleich an der steckdose ein wifi access point betreibt... weiter würde ich von einem "review" erwarten, dass erwähnt wird, dass er concurrent im 2.4/5ghz bereich mit je 2x2 mimo sendet und die beworbene reichweite von 300m wohl zu optimistisch angegeben ist.. ebenso fehlen eines review würdigen berichts angaben zu gastnetzwerk, zeitsteuerung, vlan/ssid anzahl etc...
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