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Princess Shaw

«Kein Kind sollte Penetration erleben müssen»: YouTuberin Princess Shaw über ihre Rettung

Ihr Leben ist die Härte, ihre Stimme ein Wunder. Und dann wird sie zu einem YouTube-Hit und Dokfilmstar. Jetzt ist sie nach Zürich gekommen und hat uns alle begeistert.



Ein pinker Herbststurm ist los in unserer Redaktion. Princess Shaw umarmt uns alle, stürzt sich auf einen der vielen kleinen watson-Redaktionshunde, redet, gestikuliert, lebt heftig, singt für uns trotz Erkältung «Somewhere Over the Rainbow».

Princess Shaw bei watson:

Video: watson.ch

Was wir erst danach erfahren: Am liebsten hätte sie ihr Bett an diesem Morgen gar nicht verlassen. Sie leidet seit Tagen unter einer schweren Blasenentzündung und Bauchkrämpfen, aber getraut sich nicht zum Arzt zu gehen, weil sie in Amerika nicht krankenversichert ist. Dabei arbeitet sie selbst im Gesundheitssektor, als Pflegerin in einem Altersheim. Eine ganz normale amerikanische Tragödie. Anzumerken ist ihr das alles nicht.

«Die Menschen, die ich pflege, wurden meist von ihren Familien verlassen. Ich versuche, ihr Leben etwas leichter zu machen.»

Princess Shaw bei ihrem watson-Besuch

Princess Shaw ist der Star des Dokfilms «Princess Shaw». Netflix hat ihn gerade gekauft, bei uns läuft er im Kino. 

Trailer zu «Princess Shaw»

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Video: YouTube/Arthouse Kinos

«Ich sag jungen Leuten immer: Lass dir nie einreden, dass etwas zu gross für dich sei.»

Bürgerlich heisst sie Samantha Montgomery und lebt in New Orleans. Als Kind wurde sie missbraucht. «Kein Kind sollte Penetration erleben müssen oder Oralsex. Ich kannte beides nur zu gut», sagt sie im Film. Sie flüchtet sich in die Musik. Und auf den Planeten YouTube. Hat dort ihren eigenen, kaum beachteten Kanal, auf dem sie aus ihrer Küche oder ihrem Schlafzimmer heraus übers Leben redet und singt. Ihre eigenen, traurigen Songs. Manchmal tritt sie in schlecht besuchten Clubs auf.

«YouTube war meine Therapie: Mein Kanal ist mein Tagebuch, so kann ich meine Fortschritte beobachten. Und meine Dämonen bewältigen.»

Und dann entdeckt sie der israelische Mash-up-Künstler Kutiman. Er macht Soundcollagen aus Material, das er im Internet findet. Die Resultate sind als Kunstwerke in Museen wie dem New Yorker Guggenheim zu sehen. 

«Wenn Trump gewählt wird, wandere ich aus. Nach Israel.»

Kutiman lebt in einem Kibbuz. Einer seiner engsten Freunde ist der Dokfilmer Ido Haar. Princess Shaw weiss nicht, dass Haar im Auftrag von Kutiman kommt, sie glaubt, er würde bloss ein paar zufällig aufgestöberten YouTubern folgen. Haar ist dabei, als sie aus der «New York Times» erfährt, dass sie der Star von Kutimans neuem Video ist. 

So wurde Princess Shaw überrascht

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Video: YouTube/kutiman

Und weil Haar dies alles gefilmt hat, sind wir auch mit dabei. Erleben ihre Reise nach Israel zu Kutiman – es ist ihre erste Reise ausserhalb der USA –, die Freundschaft der beiden, das triumphale Konzert in Tel Aviv. Es ist ergreifend. Der Film führt sie jetzt um die Welt, in unsere Herzen und hoffentlich zu einem guten Arzt. 

Als sie watson verlässt, setzt langsam der Regen ein. Und die Farbe auf dem Haar der Prinzessin droht, als purpurfarbiger Fluss davon zu laufen.

«Princess Shaw» läuft jetzt im Kino.

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