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Wie der Placebo-Effekt deinen Liebeskummer bekämpfen kann

Bild: pixabay

Eine aktuelle Studie der Universität von Colorado will herausgefunden haben, wie man über den stechenden Schmerz des Liebeskummers hinwegkommen kann – mit dem guten alten Placebo-Effekt.



Es tut weh. Der Schmerz, von einer Person abgewiesen zu werden, für die man romantische Gefühle empfindet, schmeisst einen in ein Nass aus unendlicher Leere. Eine Studie der University of Colorado behauptet gar, dass bei Menschen, deren Beziehung unwillentlich beendet wurde, die Chance einer Depression zu verfallen, um den Faktor 20 steigt. 

Die selbe Studie untersuchte nun, auf welche Weise man diesen Schmerz bekämpfen kann. Da dieser ja nicht nur traurig ist, sondern – wie obige Fakten beweisen – auch verheerende Gesundheitsschäden verursacht.

Insgesamt nahmen 40 Personen an der Studie teil, deren Beziehung in den letzten sechs Monaten ein unverhofftes Ende nahm. Um ihnen ihre Verletztheit zu vergegenwärtigen, wurden die Testpersonen zunächst gezwungen, Bilder ihrer Verflossenen zu betrachten. Anhand einer Skala von eins bis fünf musste nun angegeben werden, wie man sich in dieser Situation fühlt. Eins für ganz okay, fünf für Ertrinken mit sieben gebrochenen Gliedern.  

bild: shutterstock

Um den emotionalen Schmerz der Befragten greifbarer und auch messbarer zu machen, wurden den Probanden leichte Verbrennungen zugefügt. Auch hier musste angegeben werden, wie stark sich der Schmerz auf einer Skala von eins bis fünf anfühlt.

Nach diesem ersten Durchlauf wurden die Befragten aufgefordert, über eine gewisse Zeitspanne einen Nasenspray zu verwenden. Der einen Hälfte erzählten die Wissenschaftler, dass dies ein starkes Medikament zur Linderung emotionaler Empfindlichkeit sei. Der anderen Hälfte wurde verzapft, dass es sich hierbei lediglich um ein Kontrastmittel handle, mit dem die Darstellung der Gehirnscans verbessert werde. Ansonsten, so die Behauptung des Studienteams gegenüber der Kontrollgruppe, sei die Flüssigkeit völlig wirkungslos. In beiden Fällen kam der Spray mit einer einfachen Kochsalzlösung als Inhalt daher. Letztlich also ein einfacher Placebo-Test.

Glauben an Besserung, statt ein Kübel voll Eiscrème

Daran anschliessend massen die Forscher die Reaktionen ihrer Testpersonen in verschiedenen Arealen des Gehirns. Dabei wurde festgestellt, dass bei der Placebo-Gruppe – also der Gruppe, die sich im Glauben befand, der Spray würde ihren Schmerz lindern – ein deutlicher Rückgang des körperlichen wie auch des emotionalen Schmerzes erfolgte. Die Kontrollgruppe hingegen wies keine Art von Veränderung punkto Gehirnaktivität auf.

«Schon nur der Gedanke daran, man unternehme etwas gegen seine eigene missliche Lage, hat oft schon einen enormen Effekt.» 

Tor Wagner, führender Autor der Studie

Liebeskummer

Bild: pixabay

Studienleiter Tor Wagner, Psychologie-Professor an der Universität von Columbia, ist über die Ergebnisse sowohl überrascht wie auch erfreut. Dies sei der erste Beweis dafür, dass der Placebo-Effekt auch emotionale Schmerzen zu lindern vermöge, so Wagner gegenüber dem Wissenschaftsmagazin Eureka Alert. Er zieht den Schluss, «dass sich das Gehirn in einen angenehmeren Gemütszustand begibt, sobald sich in einem die Erwartung auf eine Besserung auftut. Das Denkorgan entspannt sich.» 

Wer also denkt, das Verzehren eines Kübels voll Eiscrème mache glücklich, soll auch genau das tun, um über die verflossene Liebe hinwegzukommen. Wagners Assistentin Leonie Korban plädiert jedoch eher dafür, Dinge zu unternehmen, die einen schon seit Langem reizen, die mit dem Partner aber nicht durchführbar gewesen wären. Salopp gesagt, hilft allen Liebesverletzten also das zu tun, von dem sie sich am meisten positive Gefühle erhoffen. Denn wie die Studie ja zeigt, kommt es lediglich auf die innere Erwartung an.

(jin)

True Love of old people

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10Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Silas89 08.05.2017 22:34
    Highlight Highlight Wo bekommt man eigentlich Placebos? Ich meine glaubwürdige Packungen mit einzeln verpackten Pillen, unaussprechlichem Namen und Beipackzettel.
  • Laut_bis_10 08.05.2017 10:01
    Highlight Highlight Also zuerst hat man sie gezwungen sich Bilder ihrer Verflossenen anzusehen und dann hat man ihnen auch noch leichte Verbrennungen zugefügt? Wer war Verduchsleiter? Ramsay Bolton?
  • Wolf2000 08.05.2017 07:09
    Highlight Highlight In meiner jetzigen Situation würde ich aufgehen wie ein Kuchen...
  • Zeit_Genosse 07.05.2017 22:33
    Highlight Highlight Der Placeboeffekt beweist unsere Selbstheilungsfähigkeit (die alle Menschen haben) über Gedanken und Glauben.
  • reamiado 07.05.2017 22:21
    Highlight Highlight "Fünf für Ertrinken mit sieben gebrochenen Gliedern" Mhm, kann ich mir voll vorstellen!
  • DomiNope 07.05.2017 21:25
    Highlight Highlight Gibt's auch ein Mittel, das mir den Mut gibt, meinen Schwarm anzusprechen?
    • Zeit_Genosse 07.05.2017 22:31
      Highlight Highlight Die 50-50-Regel (ja oder nein) und die Gewissheit, wenn sie ihren Schwarm nicht ansprechen, die Verliererrate bei 100% liegt. Egal was sie sagen, machen sie es einfach. Sie können nur Gewinnen. Sie können ja auch mal trainieren und wildfremde nach dem Weg, der Zeit fragen. Keine Anmachsprüche, sondern ehrlich sagen was sie wollen. Etwas Diplomatie oder Humor hilft. Also, sobald sie das gelesen haben tun.
    • pamayer 08.05.2017 00:27
      Highlight Highlight Tipp von Zeitgenosse.
      Könnte es nicht besser ausdrücken.

      Just Do it. Geht imfall auch ohne Nikes.
      Und: lieber es jetzt versuchen,

      a) statt zu warten, bis alle Beteiligten alt und grau

      b) und dabei tragisch Scheitern, aber sich in zig Jahren nicht den ätzenden hätte-ich's-damals-nur-gemacht mit rumtragen. Ist nicht erniger quälend als das Scheitern als solches.

      Das Leben ist zu kurz, um die Liebe zu verpennen.
    • Fabio Haller 08.05.2017 09:27
      Highlight Highlight Fürchte nicht das Scheitern, sondern die Chancen die du verpasst. :^)
  • Karl Müller 07.05.2017 20:43
    Highlight Highlight "ein Nass aus unendlicher Leere"

    Ähm, was?

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