Schweiz
Aargau

Der mutmassliche Täter ist Juniorentrainer und wohnte 500 Meter von seinen Opfern entfernt

Das Haus des mutmasslichen Täters in Rupperswil.
Das Haus des mutmasslichen Täters in Rupperswil.
bild: watson

Der mutmassliche Täter ist Juniorentrainer und wohnte 500 Meter von seinen Opfern entfernt

In Rupperswil ist ein Haus ganz in der Nähe des Tatorts polizeilich versiegelt. Vieles deutet darauf hin, dass hier der Mörder der Familie Schauer lebte, bevor er am Donnerstag von der Polizei verhaftet wurde.
13.05.2016, 20:0417.05.2016, 18:41
Samuel Schumacher, Antonio Fumagalli, Elia Diehl, Silvan Hartmann / az
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Die Haustüre des Einfamilienhauses in Rupperswil ist seit Donnerstag versiegelt. Es liegt nur 500 Meter vom Tatort des Vierfachmords entfernt, wo am 21. Dezmeber 2015 Carla Schauer (48), ihre Söhne Davin (13) und Dion (19) sowie dessen Freundin Simona (21) ermordet worden sind. Nachbarn bestätigen gegenüber der az einen entsprechenden Polizeieinsatz.

Hier bei seiner Mutter wohnt der 33-jährige Schweizer T.*, ein Hundeliebhaber. Zwei Nachbarinnen spazierten am Freitagnachmittag mit ihren Hunden am Haus vorbei. Der az erzählt die eine von einem dominaten Mann, der ihr vor einem Jahr verboten habe, mit ihren Hunden vorbeizuspazieren. Dies störe seine zwei Huskies.

146 Tage Angst: Die Chronologie des Vierfachmords von Rupperswil

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Die Chronologie des Vierfachmords von Rupperswil
21. Dezember 2015: Kurz vor Mittag wird die Feuerwehr zu einem Brand in einem Einfamilienhaus in Rupperswil gerufen. Im Innern des Hauses finden die Feuerwehrleute vier Leichen. Es stellt sich heraus, dass die Opfer Stich- und Schnittverletzungen aufweisen. Der Brand wurde absichtlich gelegt. Die Polizei geht von einem Tötungsdelikt aus.


quelle: keystone / patrick b. kraemer
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Die zweite Nachbarin hat T. vor zwei Tagen ein letztes Mal gesehen. Er habe apathisch im Garten gesessen. Es sei ein hübscher Mann, der jünger aussehe, als er tatsächlich sei.

Vieles deutet nach az-Recherchen darauf hin, dass der Mann, den die beiden Frauen immer wieder getroffen haben, der Vierfach-Mörder von Rupperswil ist. Die Nachbarin mit dem Hund sagt: «Jetzt, wo ich weiss, dass er ein Mörder ist, wundert mich das aber nicht.»

Der 33-Jährige ist nicht nur Hundefan. Er war in den letzten Jahren auch im Juniorenfussball aktiv. Er trainiert ein Jugendteam eines Fussballklubs in der Region. Noch am Mittwoch soll er ein Fussballspiel gecoacht haben.

Der Bruder des 33-Jährigen sagt auf Anfrage der az: «Ich darf nichts sagen.»

Die Polizei bestätigt die Recherchen vorläufig nicht.

Offiziell ist: Der Mörder ist 33-Jahre alt, Schweizer ohne Migrationshintergrund, als Student eingetragen, ledig. Er wurde am Donnerstag im Raum Aarau verhaftet, wie Staatsanwaltschaft und Kantonspolizei am Freitag an der Medienorientierung in Schafisheim AG bekannt gaben. Und er stammt aus Rupperswil. Genauer gehen die Ermittler nicht auf die Person des Mörders ein. Die Polizei sagt, dass sich Mörder und Opfer nicht kannten.

«Die Tötung aller Anwesenden war von Anfang an geplant – ebenso, das Haus in Brand zu stecken»

Barbara Loppacher, Leitende Staatsanwältin der Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau, zum Täter im Vierfachmord von Rupperswil und seinem Motiv. Video: kaltura.com

Die Ermittler haben sein Haus durchsucht. In einem Rucksack fanden sie eine alte Armeepistole, Kabelbinder, Isolierband und zu Laschen vorbereitete Seile. Der Chef der Kriminalpolizei sagt: «Die Verhaftung hat eine neue Tat verhindert.»

Der Mörder – davon geht die Polizei aus – hatte es damals kurz vor Weihnachten 2015 nicht nur auf Geld abgesehen, sondern sich bewusst den jüngsten Sohn Davin – selbst Fussballer – als Opfer ausgeschaut. Er hat diesen am Mordtag vergewaltigt.

 * Name der Redaktion bekannt

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(aargauerzeitung.ch)

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11 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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dommen
13.05.2016 20:42registriert Januar 2016
Ich war/bin kritisch gegenüber "dauerhafter Verwahrung" eingestellt und kritisiere diesen Umstand eigentlich. Aber wenn jemals ein Grund für diese Anordnung existieren sollte, dann jetzt. Ich bin weder Rechtsexperte noch Psychologe, und ich masse mir auch keine Diagnose an. Aber wenn ein solches Delikt mit sexueller Befriedigung einher geht, denke ich, ist es schwer, einen solchen Täter zu therapieren. Gerade weil diese Fantasien ja in höchstem Masse lustbesetzt sind. Ich glaube daher nicht, dass man so eine Neigung "wegtherapieren" kann. Die "Kein Täter werden"-Sache ist bereits gelaufen.
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bokl
13.05.2016 21:01registriert Februar 2014
Armes Rupperswil. Nun treiben die Leichenfledderer und Wittwenschüttler ihr Unwesen. Es ist schlimm genug, dass der Mörder aus dem gleichen Dorf kommt. Neugierige Schnüffler ist das Letzte was es dort jetzt braucht.
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