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Willi Vollenweider, Arena

Kampfjet-Fan Vollenweider erleidet bei Galladé eine Bruchlandung

Wie sicher ist die Schweiz? Braucht die Luftwaffe neue Kampfjets? In der «Arena» erteilte SP-Nationalrätin Chantal Galladé wilden Kriegsszenarien eine Abfuhr. Während es für die einen schon bald Bomben vom Himmel hagelt, stehen für sie andere Probleme im Vordergrund.



Willi Vollenweider hat Angst. Der parteilose Zuger Kantonsrat befürchtet, dass die Schweizer Armee für den Notfall nicht gut genug aufgestellt ist. Und dieser Notfall sei kein imaginäres Szenario, nein. Denn mit den all den Krisenherden auf der Welt könnten die Bomben schon bald überall einschlagen. Auch in der Schweiz.  

Chabis, findet SP-Nationalrätin Chantal Galladé. In Vollenweiders Szenario klinge es so, als ob die Nachbarländer der Schweiz bereits voll aufgerüstet auf uns zufahren würden. Und das sei nun wirklich nicht der Fall. Alle gegen die Schweiz? «Das ist Asterix und Obelix», sagt sie.

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Unter dem Titel «Oben ohne» wurde in der «Arena» von Freitagabend darüber debattiert, ob die Schweiz ihre Luftwaffe mit neuen Kampfflugzeugen aufrüsten muss. Nebst Vollenweider und Galladé waren der SVP-Nationalrat und ehemalige Berufsmilitärpilot Thomas Hurter und Balthasar Glättli, Grünen-Nationalrat, in der Sendung zu Gast.

Weil die Schweizer Stimmberechtigten das Gesetz für die Beschaffung des Gripen-Kampfjets vor drei Jahren an der Urne bachab geschickt haben, muss sich die Armee nun eine andere Lösung für ihre Luftwaffe überlegen. Die aktuellen Kampfjets können noch bis spätestens 2030 fliegen, danach gelten sie als veraltet. Darum müsse man jetzt mit der Suche und der Beschaffung von neuen Flugzeugen beginnen, sagen die Kampfjet-Befürworter. Ansonsten werde die Luftwaffe abgeschafft. Die Kernfrage, über welche die Gäste in der Arena debattierten, war: Wie steht es um die Sicherheit der Schweiz? Und wie sicher wird es in unserem Land in der Zukunft bleiben?

Geht es nach Militär-Fan Vollenweider, so steht der Krieg schon fast vor unserer Haustür. Galladé und Glättli seien Realitätsverweigerer, die den ewigen Frieden propagieren. Als Präsident der Gruppe Giardino, die sich für eine starke Schweizer Milizarmee einsetzt, kämpft Vollenweider schon seit Jahren für eine starke Schweizer Wehrkultur. Mit ernstem Blick und drohenden Gesten erinnert er daran, was in den letzten 40 Jahren auf der Welt passiert ist. Wer könne da schon wissen, was in den kommenden Jahren auf uns zukommt?

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Krieg steht uns bevor? Unsinn. Laut Galladé gibt es viele andere Bedrohungen, die man ebenso ernst nehmen müsse. Wie beispielsweise Drohnen, die auch im Luftraum herumschwirren. Und dagegen gebe es noch kein Sicherheitskonzept. Auch für Glättli ist viel wichtiger, dass die Probleme angepackt werden, die heute schon eine Bedrohung sind. Zum Beispiel Cyberattacken.

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SVP-Mann Hurter und Vollenweider sind sich einig: Man muss Prioritäten setzen. Es soll weiter Geld in die Armee gesteckt werden, damit die Sicherheit in der Schweiz gewährleistet werden kann. Dem Gymischüler Milo Schefer, der in der «Arena» im Publikum sitzt, stösst das sauer auf. An den Schulen werden die Freifächer gestrichen und gleichzeitig sollen teure Tötungsmaschinen gekauft werden? Das will dem 15-Jährigen nicht in den Kopf.

In väterlichem Ton erklärt Hurter, dass es nun mal Sicherheit und Stabilität brauche, damit die jungen Leute eine gute Bildung geniessen können. In den Ländern, wo Krieg herrsche, sehe man das gut. Dort können die Kinder nicht mehr zur Schule gehen.

Auf dieses Votum lupft es Galladé kurz den Deckel. Die ehemalige Berufsschullehrerin kontert geschickt und erntet spontanen Studioapplaus.

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Ob es nun neue Kampfjets geben soll, müsse so oder so nicht die Politik, sondern das Volk entscheiden. Da sind sich Galladé und Glättli einig. Nicht jedoch Hurter und Vollenweider. Mit einem Trick wollen sie den Volkswillen umgehen und die neuen Jets aus dem Armeebudget bezahlen, statt aus einem Fonds, über den zuerst abgestimmt werden müsste. Hurter findet das legitim, schliesslich werde auch in anderen Departementen nicht über jede einzelne Beschaffung abgestimmt.

Egal ob es zu einer Volksbefragung kommt oder nicht, müsse jetzt ganz vorsichtig vorgegangen werden, sagt Vollenweider. Er scheint dem bachab geschickten Gripen-Kampfjet noch immer nachzutrauern. Denn auf der Brust trägt er einen Gripen-Jet, den er sich auf das Jackett gepinnt hat. Wenn die Schweiz jetzt über die Zukunft der Luftwaffe berät, dürfen nicht dieselben Fehler gemacht werden wie damals bei der Volksabstimmung vor drei Jahren, sagt er. Galladé findet das ganz und gar nicht lustig.

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Auf den Punkt bringt es am Schluss Nationalrat Glättli. Man habe über den Schienenverkehr abgestimmt, über die Gotthardröhre. Warum das Volk nicht bei einem Grossprojekt der Armee mitreden darf, versteht er nicht. Er sagt: «Lassen Sie die Leute abstimmen!»

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