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Tamara Funiciello vs. Camille Lothe– das war die Frauenstreik-«Arena»

Camille Lothe (JSVP), Elisabeth Schneider-Schneiter (CVP), Moderator Sandro Brotz, Helen Issler (Alliance F), Tamara Funiciello (Juso).
Camille Lothe (JSVP), Elisabeth Schneider-Schneiter (CVP), Moderator Sandro Brotz, Helen Issler (Alliance F), Tamara Funiciello (Juso).bild: screenshot/srfarena
Feministischer Streik

Vier Frauen für ein Halleluja? Das war die Frauenstreik-«Arena»

Am Abend des landesweiten Frauenstreiks wurde in der «Arena» über die Frage der Gleichstellung diskutiert. Für einmal in einer reinen Frauenrunde.
15.06.2019, 06:1816.06.2019, 15:56
William Stern
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Und dann kam sie endlich. «The eagle has landed», sagte Sandro Brotz. Zwei Stunden Verspätung hatte die Aufzeichnung dieser Arena, weil Tamara Funiciello zuvor noch eine Rede auf dem Bundeshausplatz halten musste, und dann verpasste sie auch noch den Zug. 40'000 Menschen hingen der abtretenden Juso-Chefin an den Lippen.

40'000, alleine in Bern. Und die Rekorde purzelten im ganzen Land. Mehr als 100'000 in Zürich, 50'000 in Basel, 50'000 in Bern, 30'000 in Lausanne, Tausende in Delémont und Grenchen, in Luzern und Winterthur, in Chur und Thun.

Das Land erlebte einen Stillstand, wie es ihn schon lange nicht mehr gab. Einer dieser viel zu seltenen Momente, in denen die Zeit keine Rolle mehr spielt, weil sie aus den Angeln gehoben wird, in denen alles entrückt und still wird um einen herum, und nicht nur weil der Motorenlärm auf den Hauptverkehrsadern schlagartig verstummt ist.

Und weit weg von alldem, jenseits des Zürcher Käferbergs, zwischen den eilig aus dem Boden gestampften Büroglastürmen, den havarierten Grossstadtillusionen und den riesigen Fitnesscenterfenstern mit den stummen und unermüdlichen Laufband-Athleten dahinter fühlte sich das alles ein bisschen unwirklich an. Stand man eine Stunde zuvor noch auf dem geschichtsträchtigen Helvetiaplatz inmitten des grössten Menschenauflaufs der jüngeren Zürcher Geschichte, musste jetzt auf einmal die geballte politische Energie von mehreren 100'000 demonstrierenden Frauen (und Männern) in ein Fernsehstudio von ein paar hundert Quadratmetern gezwängt werden.

Frauenstreik am 14. Juni 2019