Schweiz
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Sie soll für Auflockerung sorgen: Kabarettistin Patti Basler mit Moderator Jonas Projer. Bild: SRF / Oscar Alessio

Projer holt sich Verstärkung: Slam-Poetin Patti Basler mischt die «Arena» auf

Die «Arena»-Sendungsmacher wagen sich an ein neues Format: Am Ende der Polit-Diskussion wird eine Kabarettistin die Sendung zusammenfassen. Es ist ein Experiment mit offenem Ausgang.

05.06.18, 06:19 05.06.18, 06:36


Die Finanzordnung 2021, die steigenden Kosten im Gesundheitswesen, das Rahmenabkommen mit der EU: Häufig ist es schwer verdauliche Kost, welche dem Fernsehpublikum in der «Arena» vorgesetzt wird.

Jetzt wollen die Sendungsmacher nach der Diskussion einen lockeren Schlusspunkt setzen. Sie haben die Kabarettistin Patti Basler verpflichtet, die Sendung mit einem «Instant-Protokoll» zusammenzufassen. Damit soll «die Politdiskussion aus einem anderen Blickwinkel nochmals auf den Punkt gebracht werden», heisst es beim SRF.

«Habe manchmal einen ‹sturmen Grind›»

«Diese Sendung muss leben», begründet «Arena»-Moderator Jonas Projer das neue Format. Die «Arena» habe zwar eine klare Aufgabe zu erfüllen: «Innerhalb dieser Aufgabe haben wir aber unsere Freiheiten.» Man probiere immer wieder Neues aus und habe keine Angst vor Experimenten.

Die Diskussionsrunde könne kontrovers und komplex sein. Manchmal gehe er dann mit einem «richtig sturmen Grind» aus der Sendung. «Ich hoffe sehr, dass Patti Basler mit ihren genialen Instant-Protokollen Abhilfe schaffen kann», sagt Projer. Der ganz eigene Blick der Kabarettistin auf die Diskussion könne das Ganze entkrampfen – und auch die Gefühlslage der Zuschauer am Ende der Sendung auf positive Weise beeinflussen. 

So tickt der «Arena»-Moderator

Basler wird ihre Slam-Poetry-Künste fürs Erste in den verbleibenden vier «Arena»-Ausgaben bis zur Sommerpause Ende Juni darbieten. Ob das Experiment mit den «Instant-Protokollen» danach fortgesetzt wird, kann Projer zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen.

Das Zustandekommen der Zusammenarbeit ist auch dem Zufall geschuldet. Eine Mitarbeiterin der «Arena»-Redaktion sah einen Auftritt von Patti Basler am Ende der Satire-Show-Reihe «Kaiser-Schmarren» im Casinotheater Winterthur – organisiert von watson-Videokolumnist Renato Kaiser. Wie üblich beendete Patti Basler auch diesen «Kaiser-Schmarren»-Abend mit einem «Instant-Protokoll».

«Politikern härter an den Karren fahren»

Nach dem Auftritt wurde sie der «Arena»-Mitarbeiterin vorgestellt – und beschied dieser: «Du weisst es noch nicht, aber ihr braucht auch für die Arena ein Instant-Protokoll. Nur so bleiben die Zuschauer vom Anfang bis zum Ende aufmerksam vor dem Bildschirm.»

Das Rüstzeug für die Instant-Protokolle hat sich Basler – die seit 3 Jahren von ihren Bühnenauftritten lebt – laut eigenen Aussagen in 22 Semestern Uni Zürich geholt: «Da muss man sich die Vorlesungen spannend machen.»

Die grösste Herausforderung in der «Arena» sei der kurze Zeitrahmen für ihren Auftritt: «Auf dem Sender muss alles nach vorgegebenem Timing verlaufen.» Die Schwierigkeit dabei: Sie kann das fortlaufend während der Sendung entstehende Protokoll, das sich reimt und eine zusammenhängende Geschichte erzählen soll, nicht einüben und auf die Länge überprüfen. 

Doch Angst hat Basler keine vor den grossen Auftritten: «Je mehr ich ins kalte Wasser geworfen werde, je weniger ich mich vorbereite, desto besser werden die Instant-Protokolle.» Und den mächtigen Studiogästen gegenüber zurückhalten will sie sich nicht: «Politikern muss man hart an den Karren fahren.» Schliesslich seien diese gewählt worden um über das Schicksal der Schweiz zu bestimmen. 

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27
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    Alle Leser-Kommentare
  • Factfinder 05.06.2018 18:37
    Highlight Aber natürlich ist es eine bodenlose Frechheit das SRF als linkslastig zu bezeichnen, klar.
    Basler und Projer sind ja zum Beispiel beide schon mal endeutig rechts, nicht wahr?....
    1 3 Melden
  • MatthewLG 05.06.2018 12:04
    Highlight Vielleicht als nächstes noch ein Torwandschiessen der beiden Lager gegeinander, um die sportafinen an die Sendung heranzuführen oder ein Koch, der die Sendung kulinarisch auf den Punkt bringt um Hausfrauen- und Männer zu erreichen. Oder man lässt solche Gimmicks einfach sein, konzentriert sich auf das Wesentliche und kommt damit klar, dass nunmal nicht alle, und gerade viele junge Menschen, keine Lust auf Polit-Sendungen dieser Art haben. Aber diese pseudo-hippe Getue um sich bei den jungen einzuschleimen... ganz schlimm. Ah, und übrigens: Es ist 2018, Poetry-Slam ist sowas von tot.
    12 9 Melden
    • Factfinder 05.06.2018 18:38
      Highlight Und Tamynique könnten künftig in jeder Sendung anhand eines "Diversity-o-meters" natürlich politisch vöööööllig neutral festhalten wer zu den Guten gehört und wer nicht.
      0 1 Melden
  • Pitsch K. Matter 05.06.2018 11:31
    Highlight Ich schaue mittlerweile lieber den Club, als die Arena. Die Arena ist zur Quotensendung geworden. Nur noch Themen die polarisieren: EU, Geld, Asyl, Frauenrechte....
    10 0 Melden
  • Kilgore 05.06.2018 11:12
    Highlight Mal schauen, schlimmer als Bendrit und Gülscha in der Arena kann es kaum werden.
    32 3 Melden
  • splatter 05.06.2018 10:46
    Highlight Dann werde ich endlich wiedermal die Arena schauen. Das heisst, ich werde nur die Zusammenfassung schauen. :-)
    8 15 Melden
  • Yonni Meyer 05.06.2018 10:13
    Highlight Ich konnte Patti Basler schon mehrfach als Protokollantin erleben und finde sie absolut phänomenal in dieser Rolle. Ihre Zusammenfassungen (auch von ernsten Events) sind sehr präzis und nehmen alle Beteiligten gleichermassen in die Pflicht. Und sie sind einfach unglaublich lustig. Ich denke, ich kenne die Comedyszene in der Schweiz relativ gut und ich könnte niemanden nennen, der im «Real Time»-Bereich so talentiert ist. Mal schauen, wie's ins Arena-Format passt. Ich für meinen Teil freue mich darauf.
    44 15 Melden
    • Factfinder 05.06.2018 18:39
      Highlight Wieso muss die Arena "lustig" sein?
      0 1 Melden
    • Yonni Meyer 06.06.2018 08:57
      Highlight Wieso muss die Arena unlustig sein?
      3 1 Melden
  • Luca Brasi 05.06.2018 09:47
    Highlight Das halte ich für eine blöde Idee. Ich erinnere mich noch an "coole Rapper", die Fussballspiele zusammenfassen sollten. Wirkt meistens pseudo-hip, passt meist nicht zum Ton einer Sendung und hat oft den Charakter von Sauglattismus. Zudem sind Kulturschaffende meist eher links und Arena-Zuschauer meist ältere konservative Herren, die sofort den Ombudsmann einschalten, wenn nur ein Hauch von Linkslastigkeit zu vernehmen ist. Comedy gehört in ein Comedy-Format oder ins Privatfernsehen.
    26 15 Melden
  • Harry Schlender 05.06.2018 09:18
    Highlight habe früher kaum eine arena verpasst, aber seit jonas projer übernommen hat und das studio umgebaut wurde wird die sendung gefühlt von woche zu woche chaotischer, unstrukturierter und schlechter.

    wenn ich satire sehen will, schaue oder höre ich entsprechende sendunge. wenn ich die die arena schaue will ich mich über politik informieren, und sonst nix!
    35 11 Melden
  • Dubio 05.06.2018 08:58
    Highlight Recipe for disaster!

    Wenn dieses Protokoll neutral sein soll, wird es bestimmt nicht lustig. Wenn es lustig sein soll, wird es bestimmt nicht neutral.

    Das wird nicht aufgehen, es wird Kritik hageln. Entweder weil sich Arena Teilnehmer falsch verstanden fühlen oder weil sich die Zuschauer langweilen....
    27 7 Melden
    • supremewash 05.06.2018 11:48
      Highlight Heuchler und Plauderis gibts in der Politik doch hüben wie drüben genug. Eine ausgewogene, kritische Zusammenfassung ist da sicher möglich. Solange es nicht angestrengt lustig sein soll kann dies durchaus ein Gewinn sein.
      1 5 Melden
  • Hugo Walker 05.06.2018 08:23
    Highlight War letzthin an einer Podiumsdiskussion, wo ebenfalls Pati Basler am Schluss alles zusammengefasst hat. Das war unglaublich, wie sie in so kurzer Zeit mit Witz und einer enorm hohen sachlichen Korrektheit die Themen pointiert hat! Ihre persönliche politische Einstellung ist nicht durchgesickert. Beide Seiten wurden ebenwürdig hinterfragt.. Gebt ihr doch zumindest eine Chance!
    41 5 Melden
  • äti 05.06.2018 08:13
    Highlight Sehr gute Idee. Neues zu probieren gibt Schwung. Kann klappen oder nicht oder nicht auf Anhieb, aber probieren ist fein.
    49 22 Melden
  • LibConTheo 05.06.2018 08:04
    Highlight Frische Idee, jedoch für mich nichts besonderes. Die Arena ist ohne Komödianten schon das grösste Kasperlitheater auf SRF.
    87 6 Melden
  • flying kid 05.06.2018 07:37
    Highlight Die Arena verkommt immer mehr zum Klamauk. Schade.
    Aber hauptsache die Quoten stimmen...
    119 42 Melden
    • Sarika Knobel 05.06.2018 09:30
      Highlight Wollte das Gleiche schreiben. Kann die Sendung nicht mehr ernst nehmen..also noch weniger als ich ohnehin schon gemacht habe. Zuerst Ex-Miss Schweiz und jetzt noch eine die die Sendung witzig zusammenfasst?! Verstehe ich nicht. Echt schade.
      13 11 Melden
    • splatter 05.06.2018 10:43
      Highlight Hauptsach mimimi.
      12 13 Melden
  • Scott 05.06.2018 07:30
    Highlight Der nächste Linksrutsch beim SRF.
    49 83 Melden
    • grünezecke #fcksvpafd 05.06.2018 07:57
      Highlight Ist doch gut
      26 68 Melden
    • Raembe 05.06.2018 09:13
      Highlight Find mal einen rechten Slam Poeten....
      14 10 Melden
    • The Destiny // Team Telegram 05.06.2018 10:21
      Highlight Ups, stell mal einen rechten slam Poeten ein...
      5 7 Melden
    • Genital Motors 05.06.2018 11:07
      Highlight So hart wie es ist, Scott hat recht.
      7 7 Melden
    • supremewash 05.06.2018 11:55
      Highlight In der ganzen No-Billag-Diskussion wurde die Verpflichtung des SRF zur ausgewogenen politischen Berichterstattung wohl zur Genüge unterstrichen. Ich kann mir nicht vorstellen dass SRF nun ausgerechnet in der Arena einen Linken Witzbold von der Leine lässt.
      6 2 Melden
    • Genital Motors 05.06.2018 13:52
      Highlight @supremewash
      naja wieso nicht? sie haben ja die Abstimmung für sich entscheiden können. also kann man gewohnt zur tagesordnung übergehen.
      4 4 Melden
  • Confused Dingo #teamhansi 05.06.2018 07:28
    Highlight Mal schauen ob sie so unparteiisch agieren kann wie unser Herr Projer. Gespannt darf man sein.
    67 17 Melden

Und jetzt rate mal, wie viele Zürcher nach dem Blocher-Kauf das «Tagblatt» kündigten

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