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epa06775375 Real Madrid's head coach Zinedine Zidane speaks during a press conference to announce his departure at Santiago Bernabeu stadium in Madrid, Spain, 31 May 2018. Zinedine Zidane said that he has stepped down as Real Madrid head coach after leading the Spanish Primera Division soccer club to three UEFA Champions League titles in a row.  EPA/FERNANDO ALVARADO

Zidane erklärt an einer Pressekonferenz seinen Rücktritt als Real-Madrid-Trainer. Bild: EPA/EFE

Warum Zidane mit seinem Rücktritt bei Real Madrid mal wieder alles richtig gemacht hat

Zinédine Zidanes Rücktritt bei Real Madrid kam zum genau richtigen Zeitpunkt. Der Verein und die Spieler können dem Erfolgstrainer dankbar sein, doch den grössten Gefallen hat sich «Zizou» damit selbst getan. 



Zinédine Zidane ist als Trainer von Real Madrid zurückgetreten. Das kam für viele überraschend, zumal der Franzose doch drei Mal in Serie die Champions League gewinnen konnte. In seiner zweieinhalbjährigen Amtszeit bei Real Madrid hat er 9 von 13 möglichen Titeln geholt. 

Der Abschied ist bei genauerem Hinblicken aber nicht ganz so überraschend, wie er anfänglich scheint. Der Zeitpunkt des Rücktritts war – für einen so cleveren Menschen, wie Zidane einer ist – logisch. Der Rücktritt wird uns so in Erinnerung bleiben, als hätte Zidane Real auf dem Höhepunkt verlassen. Doch der Schein trügt.

Titelmässig – und das ist schliesslich, woran wir später zurückdenken – ist Real Madrid mit dem Hattrick in der Champions League zwar tatsächlich auf dem Höhepunkt, spielerisch ist dieser allerdings bereits ein Jahr her.

epa06775335 (FILE) - Real Madrid's Sergio Ramos (C) holds the Champions League trophy next to his coach Zinedine Zidane (R) on the balcony of the Madrid Autonomous Government headquarter in Madrid, Spain, 29 May 2016 (re-issued 31 May 2018). Zinedine Zidane announced on 31 May 2018 that he has stepped down as Real Madrid head coach after leading the Spanish Primera Division soccer club to three UEFA Champions League titles in a row.  EPA/J.J GUILLEN *** Local Caption *** 52788899

Zidane hat mit Real zum dritten Mal in Serie den Henkelpott geholt. Bild: EPA/EFE

Damals, auf dem wahren Höhepunkt, holte Real Madrid die Meisterschaft und flog förmlich zur Titelverteidigung in der Champions League. In dieser Saison aber war die Meisterschaft eine einzige grosse Enttäuschung und der 3. Rang satte 16 Punkte hinter dem Rivalen aus Barcelona eine Peinlichkeit. In der Copa del Rey schied man gegen Leganes bereits im Viertelfinale aus. 

Den wichtigsten Klubwettbewerb aber, den gewann Real Madrid auch in diesem Jahr. Doch Zidane wusste wohl selbst am besten, dass die Kampagne nicht mehr so bestechend war wie noch vor Jahresfrist. Und er wusste, dass es in der aktuellen Saison neben der Selbstverständlichkeit des Gewinnens auch eine grosse Portion Glück benötigte. 

Umfrage

Zinédine Zidane tritt als Trainer von Real Madrid zurück – die richtige Entscheidung?

  • Abstimmen

2,019

  • Ja, es war richtig, auf dem Höhepunkt zurückzutreten.89%
  • Nein, es ist doch wie im Casino. Warum aufhören, solange es gut läuft?4%
  • Ich weiss nicht.7%

Dass die praktisch gleichen Spieler überhaupt den Erfolgshunger hatten, den Titel zwei Mal zu verteidigen, ist beeindruckend und zu einem grossen Teil Zinédine Zidane anzurechnen. Nun scheint er selbst nicht mehr die Energie zu haben, diese Mannschaft nochmals so zu motivieren, dass sie weitere Titel holen kann. Er hatte die Grösse, dies selbst einzusehen, statt sich an den Job zu klammern wie ein Koala-Baby an den Rücken seiner Mutter. 

Zinedine Zidane shakes hands with President of Real Madrid, Florentino Perez, during a press conference in Madrid, Spain, Thursday, May 31, 2018. Zinedine Zidane quit as Real Madrid coach on Thursday, less than a week after leading the team to its third straight Champions League title, saying the club needed a change in command. (AP Photo/Borja B. Hojas)

Real-Präsident Florentino Perez und Zinédine Zidane.  Bild: AP/AP

Zidane hat den besten Weg gewählt. Für Real Madrid, für die Spieler und vor allem für sich selbst. Real hat ihm unendlich viel zu verdanken und kann froh sein, geht ein Erfolgstrainer im richtigen Moment – es wäre tragisch gewesen, wenn Präsident Pérez eine Klublegende wie Zidane in der nächsten Saison mangels Erfolgs hätte entlassen müssen. 

«Zizou» hat die Weltklasse-Spieler bei Real Madrid besser gemacht. Taktisch, spielerisch und vor allem mental hat er mit seiner Aura viel bewirkt. Irgendwann kommt allerdings jeder Trainer an einen Punkt, an dem er merkt, dass er nicht mehr den Einfluss hat, wie noch zu Beginn seiner Amtszeit. Spieler brauchen irgendwann eine Veränderung. Ein neues Gesicht an der Seitenlinie. Neue Impulse. Einen neuen Charakter. 

Die Königlichen gewinnen die Champions League

Mit dem Rücktritt hat Zinédine Zidane aber vor allem für sich selbst alles richtig gemacht. Er hat 9 von 13 möglichen Titeln gewonnen, Real Madrid an die Spitze von Europa zurückgeführt und eine Legenden-Mannschaft geformt, von der wir noch in Jahrzehnten sprechen werden. Vor Zidane schaffte es seit der Einführung der Champions League 1992 kein einziges Team, den Titel auch nur zu verteidigen. Dass Zidane gleich den Titel-Hattrick holte und in diesem Wettbewerb noch nie ausschied, hievt ihn in den Trainer-Olymp.

Zidane ist gerade mal 45 Jahre alt und hat noch viele Jahre Zeit, sein bereits beeindruckendes Trainer-Palmarès zur vergrössern. Vorerst wird er sich aber hoffentlich eine Pause gönnen. Denn das Trainer-Business ist selbst im Erfolgsfall mit allerhöchstem Druck verbunden. Noch mehr als bei den Spielern, da die Trainer die Verantwortung für eine ganze Mannschaft übernehmen und bei Misserfolgen dann doch plötzlich das schwächste Glied sind. 

Zinédine Zidane hat den perfekten Abgang als Real-Madrid-Trainer gewählt. Dabei waren Abgänge bis jetzt eigentlich nicht seine Stärke, wie das WM-Finale 2006 eindrücklich zeigte.

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gif: youtube

Damals vor 2,5 Jahren: Das erste Training von Zinédine Zidane als Real-Trainer

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26Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • My Senf 01.06.2018 00:29
    Highlight Highlight Also bei der WM war das auch der richtige Zeitpunkt für ihn!

    Fehlt ihm ein wm Titel?

    Er ist heute wieder weltweit in aller munde und wo ist dieser wie hiess er noch matarazi?

    Ales 😊
  • sslider 31.05.2018 22:34
    Highlight Highlight Alles richtig gemacht,ZZ
  • Leidergeil 31.05.2018 22:10
    Highlight Highlight Finde seine Entscheidung etwas feige. Im Neuaufbau des Team hätte er erst recht zeigen können wie gut er als Trainer ist. 3 mal CL sieg... Glaube nicht das dies wegen Zidane geschah.Aber wir werden sehen aie git er ist.
    • yeahmann 31.05.2018 23:07
      Highlight Highlight nein
    • Raembe 01.06.2018 05:26
      Highlight Highlight Gut dann wird Real in Zukunft von einem Huhn trainiert, mal sehen obs sie dann auch doe CL gewinnen.....

      Glaube 9/13 hlTitel hat er geholt, das holt man nicht einfach so...
  • ponebone 31.05.2018 21:38
    Highlight Highlight ... So gesehen tut er Real und auch Asensio, Lucas, Ceballos (den ganzen jungen Spielern) ganz sicher keinen Gefallen mit seinem Rücktritt, aber auch er verpasst die Chance ein noch grösserer Trainer zu werden. Dann eins ist sicher, kein einziger der sogenannten grösserer Trainer arbeitete ununterbrochen erfolgreich, aber als allergrösste Trainer bleiben diejenigen in Erinnerung, welche eine Manschaft über mehrere Generationen prägen konnten. Und genau diese Möglichkeit hätte er in Madrid bekommen.
    • exeswiss 01.06.2018 02:34
      Highlight Highlight so wie wenger? pffft. hahahaha
    • Raembe 01.06.2018 05:29
      Highlight Highlight Kann sein, aber das ist seine Entscheidung. Ausserdem ist er noch jung und hat alle Zeit der Welt, diese Sache nach zu holen.

      Btw. Welchem Trainer bei Real wurde schon je Zeit gegeben, etwas aufzubauen?
    • davej 01.06.2018 13:50
      Highlight Highlight Danke ponebone für den Witz. Dreimal CL gewinnen und du sprichst davon, noch ein erfolgreicheren Trainer zu werden? Drei CL gat KEIN anderer Trainer. Drei in folge schon gar nicht. Es zählen nur Titel. Wenger hat seit 17 Jahren, keine Meisterschaft gewonnen. Der Klopp hat, ausserhalb von Deutschland, noch nie etwas gewonnen. PS: Wenger ist 70 und hat noch nie die CL gewonnen. Unglaublich, dieser erfolgloser Trainer..
    Weitere Antworten anzeigen
  • ponebone 31.05.2018 21:35
    Highlight Highlight ...Jetzt hätte Zizu spätestens nach dem Abgang von Chris, Ramos, Marcelo, Keylor und Modric die Gelegenheit bekommen um Varane, Kovacic und Asensio ein neues Titelmonster zu formen. Er ist wahrscheinlich der einzige Trainer der Welt momentan, welcher bei Perez so viel Kredit besitzt, dass er sich auch ein, zwei titellose Saison leisten könnte und trotzdem nicht gehen müsste. So könnte langfristig wieder eine grösserer Manschaft aufgebaut werden....
  • Tavares 31.05.2018 21:23
    Highlight Highlight Ein wirklich grosser Trainer kann ein Team über Jahre motivieren und hat einen Plan für einen Neuaufbau. Sieht Alex Ferguson. Er hat Manchester United mehrmals neuformiert und immer wieder Titel geholt...
    • Raembe 01.06.2018 05:31
      Highlight Highlight Fergie, so gern ich ihn auch hab. War am Anfang bei United nicht sehr erfolgreich und hat von der Geduld des Vorstands prifitiert. Dies kann nan heute vergessen.

  • ponebone 31.05.2018 21:16
    Highlight Highlight Also mein lieber Rasenmeister, da bin ich wieder Mal, wie eigentlich immer, nicht der gleichen Meinung wie du. Für Zizu ist's auf den ersten Blick vieleicht die beste Entscheidung, weil er ab jetzt eigentlich nur noch verlieren kann. Aber, wie auch du treffend festgestellt hast, steht bei Real in näherer Zukunft ein grösserer Umbruch an, welcher übrigens Zizu letzten Sommer schon mal ganz sachte eingeleitet hatte und welcher sicher mitverantwortlich für das schwache Abschneiden in der Liga war, und dieser wird fast zwangsläufig zu ein bis zwei weniger erfolgreichen Saison führen...
  • Jol Bear 31.05.2018 18:52
    Highlight Highlight Dieses Real der letzten 2-3 Jahre ist wahrscheinlich eines der besten Teams, das es je gegeben hat. Einige Teamstützen kommen nun ins Alter, Erneuerung ist angesagt (Ronaldo, Modric, Benzema, Ramos, Marcelo alle 30+). Wäre interessant gewesen, wenn Zidane diesen Neuaufbau an die Hand genommen hätte. So bleibt die Frage, ob er eine solche Aufgabe auch erfolgreich machen kann.
    • Raembe 01.06.2018 05:38
      Highlight Highlight Wie oft hatte ein Trainer in den letzten Jahren Zeit bei Real was aufzubauen. Wenn die Resultate nicht stimmen, wirst Du meistens früh entlassen.
  • Luca Brasi 31.05.2018 18:32
    Highlight Highlight Dann sehe ich das richtig und Signor Zappella mag keine "Koala-Trainer" wie Wenger, Ferguson, Roux, etc.?
    Also ich wechsle nicht so einfach meinen Job, weil ich dem Boss absolute Loyalität versprochen habe. ;P
    • Luca Brasi 31.05.2018 23:49
      Highlight Highlight Naja, und jetzt schlafe ich einfach bei den Fischen. Verfluchte Tattaglias! 😒
  • BoomBap 31.05.2018 17:40
    Highlight Highlight Jetzt könnte er sich ja den Traum mit OM doch noch erfüllen. Wenn nicht als Spieler, dann halt als Trainer.
  • AJACIED 31.05.2018 16:56
    Highlight Highlight Das er immer alles richtig gemacht bezweifle ich den real benötigte auch viel Glück.
    Fakt.
    • Pedro Salami 31.05.2018 17:52
      Highlight Highlight Schlussendlich zählen die Resultate. Auch wenn in der Liga weit abgeschlagen, hat er dies mit dem Gewinn der CL wettgemacht. Glück oder nicht, er ist der einzige Trainer der sie 3x in Serie gewinnen konnte.
      Ich mag den Verein nicht, trotzdem Hochachtung vor Zidanes Erfolg.
  • Randy Orton 31.05.2018 16:33
    Highlight Highlight Dann muss YB ja nicht mehr länger suchen.
    • Max Müsterlein 31.05.2018 16:42
      Highlight Highlight Wuschu Sportchefgott
      Benutzer Bild
    • My Senf 01.06.2018 00:30
      Highlight Highlight Irgendwie stimmt was nicht🤭

      Nike und adidas?! 😳
    • Jarl Ivan 01.06.2018 22:29
      Highlight Highlight Nüdt ihr habt Gerry und wir kriegen den Franzosen. Selber Schuld 😝😝😝

Sergio Ramos muss bei Doku-Dreh zusehen, wie ihn seine Überheblichkeit einholt

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