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Zidane erklärt an einer Pressekonferenz seinen Rücktritt als Real-Madrid-Trainer.
Zidane erklärt an einer Pressekonferenz seinen Rücktritt als Real-Madrid-Trainer.Bild: EPA/EFE
Kommentar

Warum Zidane mit seinem Rücktritt bei Real Madrid mal wieder alles richtig gemacht hat

Zinédine Zidanes Rücktritt bei Real Madrid kam zum genau richtigen Zeitpunkt. Der Verein und die Spieler können dem Erfolgstrainer dankbar sein, doch den grössten Gefallen hat sich «Zizou» damit selbst getan. 
31.05.2018, 16:1601.06.2018, 06:29

Zinédine Zidane ist als Trainer von Real Madrid zurückgetreten. Das kam für viele überraschend, zumal der Franzose doch drei Mal in Serie die Champions League gewinnen konnte. In seiner zweieinhalbjährigen Amtszeit bei Real Madrid hat er 9 von 13 möglichen Titeln geholt. 

Der Abschied ist bei genauerem Hinblicken aber nicht ganz so überraschend, wie er anfänglich scheint. Der Zeitpunkt des Rücktritts war – für einen so cleveren Menschen, wie Zidane einer ist – logisch. Der Rücktritt wird uns so in Erinnerung bleiben, als hätte Zidane Real auf dem Höhepunkt verlassen. Doch der Schein trügt.

Titelmässig – und das ist schliesslich, woran wir später zurückdenken – ist Real Madrid mit dem Hattrick in der Champions League zwar tatsächlich auf dem Höhepunkt, spielerisch ist dieser allerdings bereits ein Jahr her.

Zidane hat mit Real zum dritten Mal in Serie den Henkelpott geholt.
Zidane hat mit Real zum dritten Mal in Serie den Henkelpott geholt.Bild: EPA/EFE

Damals, auf dem wahren Höhepunkt, holte Real Madrid die Meisterschaft und flog förmlich zur Titelverteidigung in der Champions League. In dieser Saison aber war die Meisterschaft eine einzige grosse Enttäuschung und der 3. Rang satte 16 Punkte hinter dem Rivalen aus Barcelona eine Peinlichkeit. In der Copa del Rey schied man gegen Leganes bereits im Viertelfinale aus. 

Den wichtigsten Klubwettbewerb aber, den gewann Real Madrid auch in diesem Jahr. Doch Zidane wusste wohl selbst am besten, dass die Kampagne nicht mehr so bestechend war wie noch vor Jahresfrist. Und er wusste, dass es in der aktuellen Saison neben der Selbstverständlichkeit des Gewinnens auch eine grosse Portion Glück benötigte. 

Zinédine Zidane tritt als Trainer von Real Madrid zurück – die richtige Entscheidung?

Dass die praktisch gleichen Spieler überhaupt den Erfolgshunger hatten, den Titel zwei Mal zu verteidigen, ist beeindruckend und zu einem grossen Teil Zinédine Zidane anzurechnen. Nun scheint er selbst nicht mehr die Energie zu haben, diese Mannschaft nochmals so zu motivieren, dass sie weitere Titel holen kann. Er hatte die Grösse, dies selbst einzusehen, statt sich an den Job zu klammern wie ein Koala-Baby an den Rücken seiner Mutter. 

Real-Präsident Florentino Perez und Zinédine Zidane. 
Real-Präsident Florentino Perez und Zinédine Zidane. Bild: AP/AP

Zidane hat den besten Weg gewählt. Für Real Madrid, für die Spieler und vor allem für sich selbst. Real hat ihm unendlich viel zu verdanken und kann froh sein, geht ein Erfolgstrainer im richtigen Moment – es wäre tragisch gewesen, wenn Präsident Pérez eine Klublegende wie Zidane in der nächsten Saison mangels Erfolgs hätte entlassen müssen. 

«Zizou» hat die Weltklasse-Spieler bei Real Madrid besser gemacht. Taktisch, spielerisch und vor allem mental hat er mit seiner Aura viel bewirkt. Irgendwann kommt allerdings jeder Trainer an einen Punkt, an dem er merkt, dass er nicht mehr den Einfluss hat, wie noch zu Beginn seiner Amtszeit. Spieler brauchen irgendwann eine Veränderung. Ein neues Gesicht an der Seitenlinie. Neue Impulse. Einen neuen Charakter. 

Die Königlichen gewinnen die Champions League

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Die Königlichen gewinnen die Champions League
quelle: epa/epa / armando babani
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Mit dem Rücktritt hat Zinédine Zidane aber vor allem für sich selbst alles richtig gemacht. Er hat 9 von 13 möglichen Titeln gewonnen, Real Madrid an die Spitze von Europa zurückgeführt und eine Legenden-Mannschaft geformt, von der wir noch in Jahrzehnten sprechen werden. Vor Zidane schaffte es seit der Einführung der Champions League 1992 kein einziges Team, den Titel auch nur zu verteidigen. Dass Zidane gleich den Titel-Hattrick holte und in diesem Wettbewerb noch nie ausschied, hievt ihn in den Trainer-Olymp.

Zidane ist gerade mal 45 Jahre alt und hat noch viele Jahre Zeit, sein bereits beeindruckendes Trainer-Palmarès zur vergrössern. Vorerst wird er sich aber hoffentlich eine Pause gönnen. Denn das Trainer-Business ist selbst im Erfolgsfall mit allerhöchstem Druck verbunden. Noch mehr als bei den Spielern, da die Trainer die Verantwortung für eine ganze Mannschaft übernehmen und bei Misserfolgen dann doch plötzlich das schwächste Glied sind. 

Zinédine Zidane hat den perfekten Abgang als Real-Madrid-Trainer gewählt. Dabei waren Abgänge bis jetzt eigentlich nicht seine Stärke, wie das WM-Finale 2006 eindrücklich zeigte.

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Damals vor 2,5 Jahren: Das erste Training von Zinédine Zidane als Real-Trainer

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Das erste Training von Zinédine Zidane als Real-Trainer
quelle: ap/ap / paul white
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15 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Randy Orton
31.05.2018 16:33registriert April 2016
Dann muss YB ja nicht mehr länger suchen.
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BoomBap
31.05.2018 17:40registriert Januar 2016
Jetzt könnte er sich ja den Traum mit OM doch noch erfüllen. Wenn nicht als Spieler, dann halt als Trainer.
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