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Anekdoteles

bild: watson

Anekdoteles

Warum niemand Dschingis Khans Beerdigung überleben durfte



Was ist «Anekdoteles»?

Abgesehen davon, dass es sich hier um einen ungemein gelungenen Wortwitz handelt, ist Anekdoteles unser Kurzformat für schmissige historische Anekdoten.

«Glück bedeutet, seine Feinde zu vernichten, sie ihres Reichtums zu berauben und auf den weissen Bäuchen ihrer Frauen und Töchter zu schlafen.»

Dschingis Khan

So lautete die Devise des Eroberers, der während des heraufdämmernden 13. Jahrhunderts die mongolischen Stämme vereinte, um mit ihnen die halbe Welt zu erobern. Diese Welt war rau wie die staubigen, unendlich scheinenden Steppen, über deren borstige Gräser er preschte. Hier galt das Gesetz des Stärkeren, und Dschingis Khan war stark. 

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Dschingis Khan auf einem Bildnis aus dem 14. Jahrhundert. bild: wikimedia

Er musste es mit neun Jahren schon werden, nach dem Tod seines Vaters, einem Klanchef des Mongghol-Stammes, den man vergiftet hatte. Seines Erbes beraubt, gedemütigt und verfolgt, kämpfte sich der Junge, den man Temüdschin getauft hatte und der sich vor Hunden fürchtete, wieder nach oben. Er verhandelte geschickt mit den verschiedenen mongolischen Sippen und beendete auf diese Weise ihre kleingeistigen Fehden. Denn draussen vor ihren Zelten lag der Rest der Welt, man musste ihn sich nur nehmen. 

Und er nahm ihn sich, der Mann, dessen Stammbaum von einem Wolf und einer Hirschkuh begründet worden war, am Fusse des heiligen Berges Burchan Chaldun, wo die Geister seiner Ahnen wohnten. 

1206 wurde er von den Schamanen und Stammesfürsten zum Grosskhan aller Mongolen ernannt – zu Dschingis Khan, dem ungestümen, ozeangleichen Herrscher. 

Als solcher besiegte er die Tataren, die Keraiten und Naimanen, eroberte das Reich der Tanguten und Jurchen, unterwarf die Jin-Dynastie und machte sich auch manch ein muslimisches Königreich zu eigen. Dschingis Khans Nachfolger sollten seinem 19 Millionen-Quadratkilometer-Erbe noch einiges hinzufügen, sodass es bald zum grössten Reich anschwellen würde, das die Menschheit je zu Gesicht bekam. 

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Zeitweise reichte das Mongolische Imperium im Westen bis nach Rumänien an die Donau, sogar in Schlesien wütete die Goldene Horde 1241 in der Schlacht von Liegnitz, doch zog sie sich danach wieder zurück. Im Osten versuchten die Mongolen, Japan einzunehmen, ein «göttlicher Wind» – von den Japanern «Kamikaze» genannt, wusste dies aber zu verhindern und zerstörte die gegnerische Flotte zwei Mal – 1274 und 1281. bild: manofmillennium

Grösser als das Imperium Romanum, grösser auch als das Reich Alexanders des Grossen, grösser als alles, was einmal gierigen britischen Kolonialhänden unterstand. Die Mongolen beherrschten bald ein Gebiet, das von der Donau bis zum Pazifischen Ozean reichte.

Doch noch war es nicht ganz so weit, noch war Dschingis Khan daran, den Grundstein zu legen für dieses Imperium. Mit seiner ihm treu ergebenen Armee legte er ganze Städte und Dörfer in Schutt und Asche, massakrierte die Männer und vergewaltigte die Frauen. Manchmal verschonte er diejenigen, die nicht grösser waren als die Achshöhe eines Ochsenkarrens.

Meistens aber nicht. 

«Um Täuschungen seitens der Opfer zu verhüten, schlug man den Leichen die Köpfe ab und errichtete aus ihnen Pyramiden von Menschenschädeln, getrennt nach Männern, Frauen und Kindern. Man tötete alles, einschliesslich der Hunde und Katzen.»

René Grousset, Historiker

Die Schädeltürme der mongolischen Heere – «Apotheose des Krieges» von Wassili W. Wereschtschagin. bild: wikimedia

Architekten und Handwerker hatten die grösste Chance, Dschingis Khans mörderischem Schwert zu entgehen, er brauchte sie für den Aufbau seines Grossreiches. Die Verwaltung desselben verlangte ein einheitliches Gesetzbuch und eine eigene Schrift – für all dies sorgte Dschingis Khan, der Analphabet. 

1226 zog er mit seinen Männern noch einmal gegen die Tanguten. Dieses Volk siedelte seit fast 200 Jahren im nordwestlichen China, am Gelben Fluss (Huang He). Und es hielt sich nicht an die Pflichten, die der mongolische Grosskhan ihnen auferlegt hatte. Sie lieferten ihm keine Pferde und auch keine Hilfstruppen für seine blutigen Eroberungszüge. Also bestrafte er sie. Und zwar so sehr, dass kaum ein Tangute seinem Zorn entkam. 

«Selbst wenn es meinen Tod bedeuten sollte, werde ich sie ausrotten.»

Dschingis Khan

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Mongolische Krieger.  bild: amgalant

Die Felder waren bald übersät mit menschlichen Gebeinen. Doch auch Dschingis Khan selbst sollte nicht ungestraft davonkommen. 

In der «Geheimen Geschichte der Mongolen», deren Verfasser unbekannt ist, heisst es, Dschingis Khan sei von seinem Pferd geworfen worden und habe sich schwer verletzt. In der Nacht sei sein Fleisch ganz heiss geworden. Und zum Gebrüll der Reiter, den Schreien der niedergesäbelten Tanguten und dem Getrommel der Pferdehufe, mit dieser donnernden Todesmusik in den Ohren, zu der der Grosskhan 65 Jahre lang getanzt hatte, tat er seinen letzten Atemzug. 

Vielleicht aber ist er auch durch die Hand einer Frau gestorben. So will es zumindest eine Volkslegende, die einer schönen Tangutenprinzessin ein Messer ins Haar dichtete, mit dem sie sich in sein Zelt aufmachte. 

Dschingis Khan schickte nach ihr, nachdem er ihre Familie in der Schlacht besiegt hatte – sie sollte ihm die Nacht versüssen. Doch sobald er sich an ihr vergehen will, greift sie zu ihrem Dolch und entmannt den Vergewaltiger.

Da lag er dann, der grosse Anführer der Mongolen, und blutete seinem Tod entgegen. 

Seine letzte Reise führte ihn vom Gelben Fluss durch die Wüste Gobi viele Kilometer nach Norden in seine Heimat. Dort begrub man ihn, gemeinsam mit seinen Schätzen, auf der Göttlichen Weide, dem heiligen Berg Burchan Chaldun. Die Krieger trieben danach tausende Pferde über den Platz, damit alle Spuren für immer verwischt wurden. 

Das monumentale Reiterstandbild des Dschingis Khan. Es steht rund 54 Kilometer südöstlich der mongolischen Hauptstadt Ulaanbaatar. bild: shutterstock

Dann erschlugen sie die Sklaven, die das Grab geschaufelt hatten. Jedes Lebewesen, das sich in der Nähe des toten Mongolenherrschers aufgehalten hatte, die tausend Teilnehmer der Bestattung, alle wurden niedergemacht. Selbst die Krieger, hundert an der Zahl, empfingen den Tod durch die Schwerter dieser Tradition. Ihre Tränen und ihr Blut sickerten in die Erde, aus der sich bald Tannen erhoben, hoch gewachsene, stramme Grabwächter, die mit ihren Nadelästen den heiligen Ort vor Eindringlingen schützten.

Diese Menschen starben für «Ikn Khoring», das «Grosse Tabu». Denn niemand durfte je erfahren, wo der ozeangleiche Herrscher begraben liegt.

Und so schweigt der heilige Berg bis heute. Er trotzte den unzähligen Grabungen von Archäologen, spottete japanischen Infrarotgeräten und Satellitenfotos und entzog sich ebenso den gierigen Händen des Rechtsanwaltes Maury Kravitz, der über 40 Jahre lang wie ein Besessener nach Dschingis Khans Grabstätte suchte.

Doch auch seine Millionen versickerten allesamt in den endlosen Weiten der mongolischen Steppe.

Wahrheitsbox

Solange die sagenumwobene Grabstätte und die Leiche Dschingis Khans nicht gefunden sind, kann man auch keine Rückschlüsse auf die Todesursache ziehen. Die Forschung hält jedoch einen Reitunfall, wie er in der Geheimen Geschichte der Mongolen (1240) überliefert ist, am wahrscheinlichsten. Der 65-Jährige erlag wohl an dessen Folgen, womöglich raubte eine Lungenentzündung dem Verletzten die letzte Kraft.
Laut der Hypatiuschronik (15. Jahrhundert), die eine Abschrift der Galizisch-Wolhynischen Chronik aus dem 13. Jahrhundert enthält, fiel Dschingis Khan im Kampf gegen die Tanguten.
Die Legende mit der Kastration hingegen ist wohl ein Produkt aus dem 17. Jahrhundert aus der Feder des westmongolischer Oirat-Stammes, der über Jahrhunderte mit den Ost-Mongolen des Khans um die Vorherrschaft kämpfte. Sie ist also mit grosser Wahrscheinlichkeit aus dem innigen Wunsch entstanden, dem Grosskhan böswillig ein möglichst schmähliches Ende zu bereiten. 

Und nun ... ihr wisst schon ... es muss sein ...

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Video: YouTube/djhempel

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    Alle Leser-Kommentare
  • Leopold der Grösste 29.09.2018 00:06
    Highlight Highlight Artikel wie diesen gibt es viel zu wenige. Bitte genau so weitermachen. Danke!
  • Quecksalber 28.09.2018 11:49
    Highlight Highlight Psychopathen die Horrorgeschichte schrieben sind immer willkommen solange sie Vergangenheit bleiben.
  • hanshans 28.09.2018 11:26
    Highlight Highlight Anekdotoles wie immer geil!!
    Allerdings war das grösste Reich aller Zeiten das britische Empire um 1920.
  • broccolino 28.09.2018 10:33
    Highlight Highlight Ich schaffe es sehr selten, mich für Geschichte zu interessieren (ja ich weiss.. .) Aber Anna schafft es, ihre Anekdoteles-Artikel so gut zu schreiben, dass ich bis zum Ende dran bleibe und dabei noch etwas lerne. Merci dafür!
    • Anna Rothenfluh 28.09.2018 10:41
      Highlight Highlight @alana: Das freut mich ungemein zu hören, danke vielmals!
  • Hayek1902 28.09.2018 10:12
    Highlight Highlight Die Mongolen von damals sind für uns voller Widersprüche: Einerseirs brutal, unbarmherzig und ohne Respekt für das Leben, auf der anderen Seite auch religiös und kulturell tolerant, offen für Ideen, Kunst und Techniken von Aussen und in ihrem Reich Garant für Handel, Stabilität und Austausch.
    • 45rpm 28.09.2018 10:40
      Highlight Highlight Auf den ersten Blick widersprüchlich, aber ich denke, auch da ist eine Logik drin:
      Alles, was der persönlichen Machterweiterung und -erhalt im Wege steht, wird gnadenlos niedergewalzt.
      Handkehrum ist man für alles offen, was der persönlichen Machterweiterung und -erhalt von Nutzen ist.

      Der Vorteil, den die Mongolen und die Völker von früher hatten: Es gab keine Ideologien, denen man sich unterwerfen musste. Heute wäre es undenkbar, dass ein Eroberer die Kultur der Besiegten übernimmt und die eigene aufgibt. Oder dass eine Nation im Ausland nach geeigneten Kandidaten fürs Staatsoberhaupt sucht
  • DerTaran 28.09.2018 09:08
    Highlight Highlight Warum werden eigentlich nur die Briten gierig und als Kolonialisten bezeichnet? Die anderen hier aufgezählten Imperien waren nicht besser (eher das Gegenteil).
    • DomiNope 28.09.2018 09:43
      Highlight Highlight Vermutlich weil das britische Reich das jüngste von allen ist und man mehr darüber weiss
  • The oder ich 28.09.2018 09:01
    Highlight Highlight Toll, #Annalekdoteles, dieser Beitrag


    und die "Wahrheitsbox" ist ein echter Gewinn
    Benutzer Bildabspielen
  • Domimar 28.09.2018 06:14
    Highlight Highlight Es ist Spannend und man tut was für die Bildung, was will man mehr, danke für den Artikel.
  • Schlafwandler 28.09.2018 01:58
    Highlight Highlight Die Geschichts-Artikel bei Watson sind einfach immer wieder wahnsinnig gut. Danke vielmals für die tolle Lektüre!

    Btw: Quasi als "Nebenprodukt" des mongolischen Grosskhanats wurde 1256 von Hülegü, einem Enkel Dschingis Khans, das Ilchanat begründet (Raum Persien & Mesopotamien), das meiner Meinung nach die schönste Flagge in der Geschichte der Flaggen hatte. Und ich halte eigentlich genau gar nichts von Flaggen :)
    Benutzer Bild
  • JaneSodaBorderless 27.09.2018 21:17
    Highlight Highlight Vielen Dank für den spannenden Artikel, Frau Rothenfluh.

    Eine musikalische Ergänzung noch zum Thema :D

    Play Icon


    • Anna Rothenfluh 27.09.2018 21:29
      Highlight Highlight Haha, den hab ich doch auch schon daruntergeklöpft! Das muss sein. Und danke fürs Kompliment!
    • JaneSodaBorderless 27.09.2018 21:36
      Highlight Highlight Oh pardon, das habe ich nicht bemerkt: Ich habe bei der Wahrheitsbox aufgehört zu lesen.
      Aber hey, doppelt genäht hält besser!
    • Pingupongo 27.09.2018 23:15
      Highlight Highlight Hab den Ohrwurm schon seit ich den Titel gelesen habe... 🙄
    Weitere Antworten anzeigen
  • Pryda 27.09.2018 21:02
    Highlight Highlight Da werden gleich Erinnerungen an Age of Empires2 wach. :)
  • Filzstift 27.09.2018 20:51
    Highlight Highlight Schon irgendwie krass. Zu jener Zeit waren Vergewaltigungen und Massaker so selbstverständlich wie bei uns der Abwasch. Da bin ich schon irgendwie froh nicht schon damals gelebt zu haben (bin mir aber bewusst dass das in einigen Gegenden heute kaum besser ist).
    • Mia_san_mia 27.09.2018 23:21
      Highlight Highlight Ja das ist wirklich krass! Und doch gibt es heute so viele Leute, die meinen die Welt und die Menschheit allgemein ist so schlimm und wird untergehen...
    • Hallo I bims. Ein AfterEightUmViertelVorAchtEsser 28.09.2018 09:26
      Highlight Highlight @Filzstift: Und heutzutage werden Vergewaltiger zum obersten Richter gewählt.
  • Spooky 27.09.2018 20:24
    Highlight Highlight «Selbst wenn es meinen Tod bedeuten sollte, werde ich sie ausrotten.»

    Gut gebrüllt, Löwe! (Shakespeare)

In Deutschland waren die Flüchtlinge nicht mal willkommen, als es Deutsche waren

Wer glaubt, für Fremdenfeindlichkeit brauche es Menschen aus fremden Ländern, irrt. Nach dem verlorenen Krieg drängten sich Millionen Flüchtlinge und Vertriebene aus den deutschen Ostgebieten in Rest-Deutschland. Heute gilt ihre Aufnahme als vorbildlich – doch in Wahrheit schlugen ihnen damals Hass und Verachtung entgegen und der offen ausgesprochene Gedanke, nicht nach Westdeutschland, sondern nach Auschwitz zu gehören.

Der Volkszorn kocht, und der Redner weiss genau, was die Leute hören wollen: «Die Flücht­lin­ge müs­sen hin­aus­ge­wor­fen wer­den, und die Bau­ern müs­sen da­bei tat­kräf­tig mit­hel­fen», ruft Josef Fischbacher. Der Kreisdirektor des bayerischen Bauernverbandes giesst kräftig Öl ins Feuer und nimmt sogar das Nazi-Wort «Blutschande» in den Mund.

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