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Anekdoteles

bild: watson

Anekdoteles

Als sich hunderte Strassburger 1518 plötzlich zu Tode tanzten 



Was ist «Anekdoteles»?

Abgesehen davon, dass es sich hier um einen ungemein gelungenen Wortwitz handelt, ist Anekdoteles unser Kurzformat für schmissige historische Anekdoten.

Die Julisonne strahlt heiss und grell auf ein Grüppchen von tanzenden Menschen nieder. Sie schwitzen, drehen sich wild im Kreise, hüpfen vom einen Bein aufs andere. Manche schreien sogar. Ihre Glieder zucken, als führten sie ein krampfartiges Eigenleben. Ihre Augen sind dunstig und verklärt, während ihr Blick nicht mehr der Welt, sondern dem Himmel gilt.

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Hondius_brugje.jpg

Tanzwut

So oder so ähnlich wie auf dem Kupferstich von Hendrik Hondius nach einer Zeichnung von Pieter Bruegel d. Ä. kann man sich Tanzwütige vorstellen. «Die Wallfahrt der Fallsüchtigen nach Meulebeeck», 1564. bild: wikimedia

Die Ratsherren von Strassburg vermochten es nicht, diesem rätselhaften Treiben ein Ende zu bereiten. In ihrer Verzweiflung baten sie die Ärzte um Rat. Man solle den Tanzwütigen eine Bühne auf dem Pferdemarkt errichten und ihren zügellosen Reigen nur wacker von Pfeifen, Trommeln, Geigen und Hörnern begleiten lassen, meinten diese. Auf diese Weise würden die Choreomanen bald schon mit dem Wahnwitz aufhören.

Die Ärzte sollten sich irren. Das «überhitzte Blut», das sie für die Ursache der Krankheit hielten, kühlte sich nicht ab. Die Leute tanzten die liederliche Plage nicht aus ihren Körpern hinaus, sondern gerieten nur immer tiefer in sie hinein. 

Anfangs war da nur Madame Troffea gewesen. Am 15. Juli 1518 trat sie auf das schmale Pflastersträsschen vor ihrem Haus und begann plötzlich damit, sich wie unter Zwang ganz sonderbar zu verrenken.

«Dieses Tanzes Urheberin war ein Weib namens Troffea, eine halsstarrige, wetterwendische, tolle Kreatur, die alle Menschen, und ihren lieben Mann besonders, durch ihre Albernheiten recht zu ärgern gedachte. […] Ihr Mann mochte das Tanzen nicht leiden, um dennoch aber tanzen zu können, gab die Frau vor, sie könne, sie wisse nicht von was angetrieben, es nicht lassen.»

Historisch-literarisches Anekdoten- und Exempelbuch, 1824

Bild

Detail einer Zeichnung nach Bruegels «Die Wallfahrt der Fallsüchtigen nach Meulebeeck». bild: wikimedia

Erst lachte man über sie, doch bald schon schlossen sich ihr andere an, sodass die Tanzwütigen bereits nach dem dritten Tage 34 zählten und Ende August schon 400. Hauptsächlich waren es Weiber, die solchermassen tobten wie die Irren, dass ihnen der Schaum vor den Mund trat und ihre Füsse bluteten. Sie tranken, assen und schliefen nicht mehr, bis sie vor Erschöpfung niedersanken – manch eine für die Ewigkeit. 15 pro Tag sollen sich laut der Strassburger Chronik des elsässischen Festungsbaumeisters Specklin ins Jenseits getanzt haben.

«Viel hundert fingen zu Strassburg an,
Zu tanzen und zu springen, Fraw und Mann,
Am offenen Markt, Gassen und Strassen,
Tag und Nacht ihrer viel nicht assen,
Bis ihn‘ das Wüthen wieder gelag.
St. Veits Tanz ward genannt die Plag.»

Daniel Specklin (1536–1589), Strassburger Chronik 

Bild

Deutscher Stich eines hysterischen Tanzes auf einem Kirchhof, ca. 17. Jahrhundert. Man beachte den abgetrennten Arm, den der Mann links vom Kreis schwingt. bild: wikimedia

Bald schon wurde die Bühne wieder abgebaut und die Musiker entlassen, denn das ganze Spektakel hatte nur die Verbreitung dieser garstigen Tanzpest zur Folge gehabt.

Der Strassburger Rat verbot daraufhin das Tanzen in der ganzen Stadt und ordnete an, die kranke Truppe zum Schrein des Heiligen Veit zu bringen, dem Schutzheiligen der Fall- und Tanzsüchtigen, an dessen Stätte schon in den vorangegangenen Jahrhunderten ein paar jener armen Seelen geheilt worden seien.

Schliesslich war der Heilige Veit ein Märtyrer, ein Wundertäter, den Kaiser Diokletian der alten Legende zufolge den Löwen zum Frass vorgeworfen habe, als er nicht den heidnischen Göttern opfern wollte. Doch die Löwen leckten ihm nur die Füsse und auch das siedende Öl, in das man ihn hernach warf, habe ihm nichts anhaben können – Engel erretteten ihn daraus.

Bild

Das Martyrium des hl. Veit im Kessel mit siedendem Öl, Darstellung vom Veitsaltar (1514/17) der Veitskirche in Flein. bild: wikimedia

Die Kapelle des Heiligen stand nahe der niederelsässischen Stadt Saverne, wohin nun die Tanzwütigen geführt wurden. Man las ihnen die Messe, dann erhielt jeder ein Paar roter Schuhe, um damit vor die Holzfigur des Wundertäters zu treten.

«An den Schuhen war unten und oben ein creutz mit balsam aus salböl gemacht und mit weywasser besprengt in St. Veits namen, da halff ihn vast allen.»

Daniel Specklin (1536–1589), Strassburger Chronik

Bild

Nochmal ein Detail einer Zeichnung nach Bruegels «Die Wallfahrt der Fallsüchtigen nach Meulebeeck». bild: wikimedia

Und in der Tat, sobald die Kranken den Schrein betraten, gaben sie die Tanzerei augenblicklich auf. Keiner von ihnen mochte sich an die vergangenen Tage und Wochen erinnern. Einzig ihre geschwollenen und wund getanzten Füsse zeugten von ihrem traumversunkenen Kampf.

Wahrheitsbox

Früheres Auftreten
Es wird überliefert, dass es bereits im 14. und 15. Jahrhundert im Gebiet um die Flüsse Rhein, Mosel und Maas vereinzelt zur «Tanzwut» gekommen sein soll. Menschengruppen tanzten ohne erkennbare Ursache so lange, bis sie in Ekstase verfielen und nach einigen Tagen vor Erschöpfung zusammenbrachen oder gar starben.

Bezeichnung
Im Mittelalter bezeichnete man dieses massenhysterische Phänomen als «Veitstanz» – benannt nach dem oben beschriebenen heiligen Veit, dem Schutzpatron der Tänzer, der auch in Fällen von Krämpfen, Epilepsie (Fallsucht), Tollwut und beim besagten Veitstanz angerufen wird.
Heute werden u.a. die Symptome (unwillkürliche, unkoordinierte Bewegungen) der erblichen Krankheit Chorea Huntington als «grosser Veitstanz» oder «Chorea major» bezeichnet.

Medizinische und kulturanthropologische Theorien
Was genau hinter der ominösen Tanzwut steckt, weiss man bis heute nicht genau.
Krankheiten wie Epilepsie, Gehirnentzündung, Chorea Huntington, etc. wurden als Auslöser durch die Jahrhunderte vermutet, allerdings sind dies alle individuelle, nicht ansteckende Krankheiten, die den epidemisch-psychogenen Charakter der beschriebenen Tanzwut nicht erklären. 
Paracelsus (1493/94-1541) zweifelte hingegen das ganze Phänomen grundlegend an. Er vermutete vielmehr, dass es sich um massenhafte sexuelle Ausschweifungen handle, weshalb er vorschlug, die Ereignisse als «chorea lasciva» zu bezeichnen.
Eine Vergiftung durch den Mutterkorn-Pilz wurde ebenfalls angenommen. Dieser befällt Nahrungs- und Futtergetreide wie Roggen und ist für Mensch und Vieh stark toxisch. Er kann Halluzinationen und Krämpfe auslösen. In Zeiten von schlechten Ernten und Hungersnöten, die im 16. Jahrhundert häufiger vorkamen, assen die Menschen in ihrer Not auch verschimmeltes Getreide. Der Historiker John Waller hat diese Hypothese in seinem Buch «A Time to Dance, a Time to Die. The Extraordinary Story of the Dancing Plague of 1518» (2008) dadurch widerlegt, dass eine solche Vergiftung auch die Durchblutung der Extremitäten einschränkt und so das tagelange und pausenlose Tanzen verunmöglicht.
Seiner Theorie zufolge ist der heilige Veit der Verursacher der Tanzwut, denn in den abergläubischen Köpfen der Menschen konnte dieser sie nicht nur von der Tanzwut erlösen, sondern sie auch damit strafen. Waller spricht vom «St. Vitus curse», der beim einfachen Volk wie eine sich selbsterfüllende Prophezeiung wirkte.
2013 stellte der Historiker Gregor Rohmann in seiner Studie «Tanzwut» eine kulturanthropologische These auf: Sie sei nicht durch Hysterie oder Halluzinationen ausgelöst worden, sondern stelle den Versuch dar, das Gefühl der Gottesverlassenheit durch Tanzen loszuwerden. Wer mehr zu seiner Theorie lesen will, den verweisen wir an dieser Stelle auf den Wikipedia-Artikel zur Tanzwut.

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29Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Schlafwandler 19.01.2019 10:23
    Highlight Highlight Kleine Ergänzung noch zum Bild mit dem abgetrennten Arm. Es handelt sich da um eine Darstellung des Tanzes von Kölbigk von welchem in einzelnen Quellen des 11. (!) Jahrhunderts die Rede ist.
    Das Kölbigker Tanzwunder funktioniert unter etwas anderen Vorzeichen: An Weihnachten fangen ein paar Leute auf dem Friedhof an zu tanzen (je nach Quelle um sich warm zu halten). Da sie trotz ZS vom Priester nicht aufhören, werden sie dazu verflucht ein Jahr lang weiter zu tanzen. Während dieser Zeit essen, trinken, schlafen und fühlen sie nicht. Deshalb kann der jungen Frau auch ein Arm ausgerissen werden.
  • Pasionaria 19.01.2019 10:16
    Highlight Highlight Meiner bescheidenen und subjektiven Meinung nach, muss das zwanghafte Tanzen einen medizinisch-psychologischen oder einen religioes-pathologischen (sorry > Pleonasmus!) haben, siehe auch > Alienus.
    Oder waren etwa diese Frauen, die Tabliers jaune, als Vorlaeuferinnen der heutigen Gilets jaune, als Massendemonstration gegen die damaligen Vollpatriachaten oder gegen die......Schwerkraft?
    • Alienus 19.01.2019 21:41
      Highlight Highlight Pasionaria

      Habe doch geschrieben, wie ich als kleiner Bub einer eigentlich nicht kirchlich genehmigten Teufelsaustreibung heimlich zugeschaut habe.

      Die betreffende Frau war auf der Flucht mehrfach von sowjetischen Soldaten schwerst vergewaltigt und misshandelt worden und hatte schwerste Psychischoprobleme. Sie war den männl. Dorfdeppen hilflos ausgeliefert!

      Der Beginn der "Teufelsaustreibung" war ein Hyperzucken, unkontrolliertes Drehen und fast rhythmisches Schlottern der 4 Extremitäten liegender, knieender und stehender Weise. Vergleichbar wie beim Tanzstil Twist.

      Fazit: Schaurigst!
  • Pasionaria 19.01.2019 10:01
    Highlight Highlight Erneut ein spannendes Thema, wie -gewohnt witzig-eloquent redigiert.
    Frau Rothenfluh > immer ein Highlight bei Watson, danke!
    Könnten Sie nicht veranlassen, dass die Kommentarspalte mind. 72 Std. offen bleibt? Denn, bin ich mal am Tanzen - v.a. an WE - komme ich niemals dazu, vor dieser Zeitspanne Ihre interessanten Beitraege zu Gemuete zu fuehren......
    • Anna Rothenfluh 19.01.2019 18:18
      Highlight Highlight Danke Pasionaria, für deine lieben Worte! Der Wunsch nach einer länger geöffneten Kommentarspalte kam schon öfters, ich werd das mal ansprechen.
  • G. 19.01.2019 06:13
    Highlight Highlight Das war die erste Streetparade

    😂😂😂
  • Schlafwandler 19.01.2019 03:23
    Highlight Highlight Toller Artikel! Übrigens läuft noch bis zum 24. Februar eine sehr sehenswerte Ausstellung dazu im Musee de l'oeuvre Notre Dame in Strassburg!
    https://www.musees.strasbourg.eu/web/musees/1518-la-fievre-de-la-danse
  • Mimimi_und_wow 18.01.2019 18:15
    Highlight Highlight Im Mittelalter bezeichnete man dieses massenhysterische Phänomen als «Veitstanz»
    .... und heute: Flashmob ;-)
  • Triple A 18.01.2019 17:59
    Highlight Highlight Schöne Geschicht und ein Rätsel, das noch gelöst werden muss!
  • stevemosi 18.01.2019 17:58
    Highlight Highlight Das waren die ersten Goaner
  • Don Quijote 18.01.2019 17:33
    Highlight Highlight In 500 Jahren wird man dasselbe von Goa-Parties berichten 😉
  • Alienus 18.01.2019 17:33
    Highlight Highlight Im 19. JH gab es eine Gruppierung, bei welcher ein religiöser Tanz / Verzückung zu Ehren Gottes vollzogen wurde: Die Shakers(https://de.wikipedia.org/wiki/Shaker_(Religion).

    Bei ihnen war der Tanz klar religiös begründet. Eine biologische Toxizität lag wohl nicht vor. Interessant würde es sein, die psychologische Komponente / Ursache zu ergründen, warum sie solche Schütteltänze veranstalteten, wie 250 Jahre zuvor die Leute am Rhein.

    Einmalig ist das religiös-körperliche Verzücken nicht, wie bei den Juden das Wippen und bei den Derwischen der Drehtanz sowie bei vielen Naturreligionen.
  • Maracuja 18.01.2019 17:23
    Highlight Highlight Spannend. Da hauptsächlich Frauen betroffen waren, wäre eine Lebensmittelvergiftung (Mutterkorn) als Ursache nur wahrscheinlich, wenn die kontaminierte Nahrung von Frauen signifikant häufiger verzehrt worden wäre. Erinnert an das widerlegte Spinnenbiss-Phänomen im südlichen Italien: „Der Biss der Spinne wurde, neben dem Stich des Skorpions, als Auslöser der Krankheit betrachtet, die sich in hysterischen Anfällen von Tanzwut bis zur völligen Erschöpfung äußerte. Der Volkstanz Tarantella soll sowohl den Symptomen nachgebildet sein, als auch zu deren Heilung führen können.“ (Wiki).
  • Thoomm 18.01.2019 17:13
    Highlight Highlight Und wenn sie nicht gestorben sind, dann tanzen sie noch heute. ;)

    Super Artikel, danke!
  • Natascha Flokati 18.01.2019 17:13
    Highlight Highlight
    Benutzer Bild
  • Joe Smith 18.01.2019 17:09
    Highlight Highlight Gegen Ende des letzten Jahrhunderts nannte man dieses Phänomen auch «Technoparty».
  • Biotop 18.01.2019 17:08
    Highlight Highlight "Als sich hunderte Strassburger 1518 plötzlich zu Tode tanzten".
    Im 21. Jahrhundert umgangssprachlich auch als *abtanzen* bekannt, wobei die Auswahl an "toxischen Stoffen" weit vielfältiger ist.
  • Grave 18.01.2019 17:07
    Highlight Highlight Ach da hatt doch nur einer die runen #tanzwutchallenge auf einen stein gemeisselt...
  • Ohniznachtisbett 18.01.2019 17:00
    Highlight Highlight Hä? Und die Moral von der Geschicht?
    • Fish'n'chips 19.01.2019 06:55
      Highlight Highlight Ganz einfach: Lesen schadet deiner Bildung nicht:-))
    • Ale Ice 19.01.2019 21:47
      Highlight Highlight 😄👍
      ...oder um es mit Oscar Wilde zu sagen:
      Benutzer Bild
  • lilie 18.01.2019 16:59
    Highlight Highlight Sehr spannend. 🤔

    Ist aber nicht ausgeschlossen, dass a) mehrere Faktoren gleichzeitig zu dem Phänomen führten und b) die einzelnen Teilnehmer aus unterschiedlichen Gründen am Tanz teilnahmen.

    Eine Art Massenhysterie drängt sich ja aber als Erklärung schon auf. Falls das tatsächlich eher in Notzeiten auftrat, ist es doch möglich, dass die Leute sich irgendwie Angst, Frust und Hilflosigkeit von der Seele tanzten...

    Auch das Massenerlebnis als solches sollte man in seiner Wirkung auf den einzelnen nicht unterschätzen.
    • Mutzli 18.01.2019 18:37
      Highlight Highlight Was man auch nicht unterschätzen sollte: Damala wie heute fielen Leute gerne auf. Das bezieht sich jetzt nicht einfach auf die tanzenden, sondern vor allem auf die Chronisten. So ein bisserl (oder mehr) theatralische Übertreibung um den Text aufzupeppen, daef auch nicht ausser acht gelassen werden.

      Die hier erwähnten Chronisten kenne ich nicht, aber im Spät-MA gibts ja auch zig Berichte über teils ziemlich spektakuläre Heiligenerscheinungen oder von Drachen im Himmel überm Mittelland. ;-) D.h. wie gross das Ausmass und Länge des Phänomens effektiv war, wäre ne wichtige Frage
    • Ale Ice 19.01.2019 09:38
      Highlight Highlight Uni und Mutzli
      Ich finde Eure Überlegungen interessant.

      Das Phänomen und dass es damals festgehalten wurde, ist spannend und rätselhaft - sowohl in seinem Auftreten wie auch in seinem Verschwinden.

      Mehrere Ursachen sind wahrscheinlich.

      Und Kunstschaffende und Erzählende inszenieren ihre Darstellungen gerne.

      Meine spontanen Überlegungen gingen in Richtung Kirche, die zu allen Zeiten mit Heilsgeschichten Werbung gemacht hat.

      Vielleicht ging es aber einfach nur um Schuhe. Die geschickte Kampangne eines geschäftstüchtigen Schusters möglicherweise...
    • Ale Ice 19.01.2019 14:51
      Highlight Highlight @Jeanne d'Arc
      Meine Denkweise kann man mögen? 😄
      Es dürfte dir demnach nicht ganz fremd sein...

      Aber es ist nicht immer leicht mit diesem grobkörnigen Konglomerat aus warum-gesteuertem, zirkulärem Beobachten, Versuchen, Irren mit vielen WOW!'s und HÄ?'s als Trägermasse.
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  • Holzklotz 18.01.2019 16:44
    Highlight Highlight Irgendwie erinnert mich das an "Tanz dich frei" in unserer Hauptstadt. :)

    Danke für den interessanten Artikel!
  • achsoooooo 18.01.2019 16:44
    Highlight Highlight Wieder einmal ein sehr spannender Artikel, danke!

In Deutschland waren die Flüchtlinge nicht mal willkommen, als es Deutsche waren

Wer glaubt, für Fremdenfeindlichkeit brauche es Menschen aus fremden Ländern, irrt. Nach dem verlorenen Krieg drängten sich Millionen Flüchtlinge und Vertriebene aus den deutschen Ostgebieten in Rest-Deutschland. Heute gilt ihre Aufnahme als vorbildlich – doch in Wahrheit schlugen ihnen damals Hass und Verachtung entgegen und der offen ausgesprochene Gedanke, nicht nach Westdeutschland, sondern nach Auschwitz zu gehören.

Der Volkszorn kocht, und der Redner weiss genau, was die Leute hören wollen: «Die Flücht­lin­ge müs­sen hin­aus­ge­wor­fen wer­den, und die Bau­ern müs­sen da­bei tat­kräf­tig mit­hel­fen», ruft Josef Fischbacher. Der Kreisdirektor des bayerischen Bauernverbandes giesst kräftig Öl ins Feuer und nimmt sogar das Nazi-Wort «Blutschande» in den Mund.

Was hier nach Sachsen im Jahr 2016 klingt, ist Bayern im Jahr 1947. Und die Flüchtlinge, die Fischbacher hinauswerfen will, kommen nicht aus …

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